AT113978B - Verfahren zur Herstellung von Anstrichmitteln mit rostschützender Wirkung. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Anstrichmitteln mit rostschützender Wirkung.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von   Anstrichmitteln   mit rostschützender Wirkung. 



   Der noch vollständig auf dem Eisen festsitzende Rost bildet auf demselben eine nicht unerhebliche Schicht, deren   Beibehaltung oder Entfernung für die Lebensdauer der Eisensubstanz von grosser Wichtigkeit   ist. Man hat daher grundsätzlich zwischen   sogenannten RostentfeTl1ungsmitteln   und solchen Mitteln zu unterscheiden, welche die Substanz des Rostes bzw. Eisens erhalten, dabei aber durch chemische Einwirkung auf den Rost die Weiterverbreitung desselben unmöglich machen. Von diesem Standpunkte aus sind alle sogenannten Rostentfernungsmittel abwegig, weil sie durch Absäuren die Rostsehicht auflösen, die Eisensubstanz also verringern.

   Hiezu kommt die rostbildende Wirkung der in die Poren des Eisens eingedrungenen Säure, die Kraft des Gesetzes über die Kapillarität der Poren unmöglich in ihrer ganzen Schicht innerhalb der Poren neutralisiert oder gar herausgewaschen werden könnte. 



   Man kennt wohl bereits Verfahren zur Desoxydation des Rostes, doch handelt es sich hiebei dem Prinzipe nach darum, in Bädern die verrosteten Eisenstücke der Einwirkung des Wasserstoffes auszusetzen. Zu Anstrichmitteln sind diese Verfahren nicht anwendbar ; ausserdem ergeben sie auch nicht zugleich eine rostschützende Wirkung. 



   Im Gegensatze hiezu werden die nach vorliegendem Verfahren hergestellten Mittel auf das verrostete Eisen aufgestrichen oder aufgespritzt und führen den Rost durch Desoxydation in Eisenoxydoxydul über, wobei sie zugleich auf Eisen solche Metallverbindungen niedergeschlagen, die rostschützende Wirkung ausüben ; die Eisensubstanz bleibt so erhalten. 



   Nach dem vorliegenden Verfahren werden solche Metallverbindungen in reduzierter Stufe, gelöst 
 EMI1.1 
 sich zu oxydieren, dem Rost Sauerstoff entziehen unter Reduktion desselben zu Eisenoxydoxydul, sich selbst hiedurch, sowie durch Aufnahme von Luftsauerstoff wieder zu höher oxydierten Verbindungen oxydieren, die in dieser Form gegen die Rostbildner chemisch unempfindlich sind. 



   Die Reduktion der Metallverbindungen wird zweckmässig vermittels Harnsäure oder mittels dieser in Verbindung mit Harnstoff, gelöst in Formaldehyd, durchgeführt, u. zw. bei Gegenwart von Metallen, wie z. B. Zinkstaub, Kupfer, Blei, Aluminium, Quecksilber als Kontaktmittel. 



   Es hat sich gezeigt, dass die Lösung der Harnsäure in Formaldehyd bei Gegenwart dieser Kontaktmittel sehr leicht und ohne Erhitzen des Formaldehyds auf Siedetemperatur stattfindet, während bei Abwesenheit der ersteren, die Harnsäure sich nur sehr schwer bei längerem Erhitzen auf Siedetemperatur teilweise löst. 



   Je nach Verschiebung der Gewichtsverhältnisse zwischen Harnsäure und Formaldehyd gelangt man auch zu entsprechenden Kondensationsprodukten. An Stelle von Formaldehyd oder mit demselben können als reduzierende organische Lösungsmittel der Harnsäure bzw. der durch diese reduzierten Metallverbindungen auch dessen Polymerisations-oder Kondensationsprodukte, sowie Formaldehyd abspaltende Verbindungen verwendet werden. 



   Als besonders geeignet erweisen sieh unter anderem die entsprechenden Verbindungen des Molybdän, Wolfram, Kupfer, Zink usw. in reduzierter Stufe, aus welcher sie durch Sauerstoffaufnahme in die höheren Oxydationsstufen übergehen. Sie unterscheiden sich dadurch von den durch die deutsche Patentschrift Nr. 277604 bekannt gewordenen, in organischen Lösungsmitteln   gelösten Verbindungen   der Metalle Mangan, Chrom, Blei, Zinn und Antimon, soweit diese gegen die Einwirkung von Sauerstoff unempfindlich sind. 

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   Beispielsweise werden nach dem vorliegenden Verfahren 5 Gewichtsteile Harnsäure mit 50   Gewiehts-   teilen Formaldehyd vermischt und dem Gemisch 0.5 Gewichtsteile Zinkstaub zugefügt. Es wird sodann unter Schütteln auf   60-70    C erhitzt und man erhält eine gelbliche, klare Flüssigkeit, die für die nach- folgenden Beispiele   als "Stammlösung" bezeichnet   sei. Vom zu Boden gesetzten Zink wird abgegossen. 



   Oder : 0.8 Gewichtsteile Wolframsäurenanhydrid, 0.5 Gewichtsteile Kalilauge und 0.5 Gewichtsteile
Phosphormolybdänsäure werden in 40   Gewichtsteilen "Stammlösung" gelöst   ; man erhält eine dunkel- grüne Flüssigkeit ; in derselben sind die Metallverbindungen in der reduzierten Form enthalten, was schon durch die Farbe der Lösung angezeigt wird. 



   Oder : 0.5 Gewichtsteile Chromsäureanhydrid und 0. 5 Gewichtsteile Antimonsäureanhydrid werden verrieben, alsdann 0.5 Gewichtsteile Harnsäure zugefügt und die breiige Masse mit 0.5 Gewichtsteilen
Molybdänphosphorsäure vermischt, worauf mit 40   Gewichtsteilen "Stammlösung" aufgenommen   wird. 



   Weitere Versuche haben ergeben, dass grössere Mengen reduzierter Metallverbindungen sich in der ,,Stammlösung" bzw. in Formaldehyd lösen, wenn man der Harnsäure oder dem Formaldehyd oder beiden Harnstoff zufügt. Auch hat sich gezeigt, dass insbesondere bei Verwendung von Metallsalzen oder
Metalloxyden der Zusatz von Säuren die Reduktion der ersteren durch Harnsäure und die Lösung in
Formaldehyd bzw. in   der "Stammlösung" erleichtert.   



   Beispiel : 2 Gewichtsteile Zinkchlorid, 2 Gewichtsteile Harnsäure, 3 Gewichtsteile Phosphor- molybdänsäure, 3 Gewichtsteile Harnstoff werden verrieben, bis die Masse feucht wird und hierauf in
50 Gewichtsteilen Formaldehyd gelöst. 



   Oder : 1.5 Gewichtsteile Bleihydroxyd, 0.5 Gewichtsteile Milchsäure und 2.5 Gewichtsteile Harn- stoff werden in 30   Gewiehtsteilen Stammlösung"gelöst.   



   Zur Durchführung der Reduktion der Metallverbindungen kann man der Harnsäure oder Harn-   säureformaldehydlösung   oder beiden auch Tannin oder ähnliche derartige organische Reduktionsmittel zufügen, die sich in Formaldehyd lösen. 



   Beispielsweise werden 1 Gewichtsteil Phosphormolybdänsäure, 0.5 Gewichtsteile Zinkoxyd, 1 Gewichtsteil Antimonsäure, 2.5 Gewichtsteile Harnstoff, 0.6 Gewichtsteile Harnsäure und 0. 6 Gewiehtsteile Tannin verrieben, bis die Masse feucht wurde, worauf man sie in   40 Gewichtsteilen "Stammlösung"   löst. Man erhält eine blaue Flüssigkeit. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Anstrichmitteln mit rostsehützender Wirkung, welche Verbindungen von Mangan, Chrom, Blei, Zinn und Antimon enthalten, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungen der genannten Elemente in beispielsweise durch Harnsäure, reduzierter Stufe in wasserlöslichen und reduzierend wirkenden Lösungsmitteln z. B. Formaldehyd, dessen Polymerisations-oder Kondensationsprodukten sowie Formaldehyd abspaltenden Verbindungen gelöst werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Herstellung von Anstrichmitteln mit rostschützender Wirkung, dadurch gekennzeichnet, dass an Stelle der im Anspruch 1 genannten Metalle oder mit diesen zusammen, die Verbindungen des Wolframs oder Molybdäns verwendet werden.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Metallverbindungen in einer Lösung von Harnsäure in Formaldehyd löst, wobei zur Herstellung dieser Lösung Metalle (beispielsweise Zinkstaub, Kupfer, Blei, Aluminium, Quecksilber) als Kontaktmittel verwendet werden.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die Gewichtsverhältnisse zwischen Harnsäure und Formaldehyd so verschiebt, dass man zu entsprechenden Kondensaiionsprodukten gelangt.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man der Harnsäure oder deren Lösung in Formaldehyd oder beiden Harnstoff zusetzt.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man insbesondere bei Anwendung von Metallsalzen oder Metalloxyden der Harnsäure oder deren Lösung in Formaldehyd oder beiden Säure zusetzt.
    7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Harnsäure oder deren Lösung in Formaldehyd oder beiden auch Tannin oder ähnliche organische Reduktionsmittel zugefügt werden, die sich in Formaldehyd lösen.
AT113978D 1926-03-29 1927-03-29 Verfahren zur Herstellung von Anstrichmitteln mit rostschützender Wirkung. AT113978B (de)

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