CH133483A - Verfahren zur Herstellung von Anstrichmitteln zur Desoxydation von Rost und andern Metalloxyden mit zugleich rostschützender Wirkung. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Anstrichmitteln zur Desoxydation von Rost und andern Metalloxyden mit zugleich rostschützender Wirkung.

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CH133483A
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  Verfahren zur Herstellung von     Anstrichmitteln    zur     Desoxydation    von Rost und  andern     Metalloxyden    mit zugleich rostschützender Wirkung.    Der noch vollständig auf dem Eisen  festsitzende Rost bildet eine nicht uner  hebliche Schicht auf demselben, deren Bei  behaltung oder Entfernung für die Lebens  dauer der Eisensubstanz von grosser Wich  tigkeit ist. Man hat daher grundsätzlich  zwischen sogenannten     Rostentfernungsmit-          teln    und solchen Mitteln zu unterscheiden,  welche die Substanz des Rostes,     bezw.    Ei  sens erhalten, daher aber durch chemische  Einwirkung auf den Rost die Weiterver  breitung desselben unmöglich machen.

   Von  diesem Standpunkte aus sind alle sogenann  ten     -Rostentfernungsmittel    abwegig, weil sie  durch     Absäuren    die Rostschicht auflösen,  die Eisensubstanz also verringern. Hierzu  kommt     -die    rostbildende Wirkung der in die  Poren des Eisens eingedrungenen Säure, die  kraft .des Gesetzes über .die     Capillarität    der  Poren unmöglich in ihrer ganzen Schicht  innerhalb -der Poren     neutralisiert    oder gar  herausgewaschen werden könnte.

      Man kennt wohl bereits Verfahren zur       Desoxydation    des Rostes, .doch handelt es  sich hierbei dem Prinzipe nach darum, in  Bädern die     verrrosteten    Eisenstücke der  Einwirkung des Wasserstoffes auszusetzen.  Zu     Anstrichmitteln    sind diese Verfahren  nicht anwendbar; ausserdem ergeben sie  auch nicht zugleich eine rostschützende  Wirkung.  



  Werden im Gegensatz hierzu die- nach  vorliegendem Verfahren hergestellten Mittel  zum Beispiel auf verrostetes Eisen     aufge,     strichen oder aufgespritzt, so führen sie den  Rost durch     Desoxyd.ation    in     Eisenoxyd-          oxydul    über, wobei sie zugleich auf dem  Eisen solche Metallverbindungen nieder  schlagen, die     rostschützende    Wirkung aus  üben; die Eisensubstanz bleibt so erhalten.  



  Nach dem vorliegenden Verfahren zur  Herstellung von     Anstrichmitteln    werden in  reduzierenden organischen     Lösungsmitteln     ohne<B>01-</B> oder     Fsttcharakter    solche Metall-           verbindungen    in reduzierter Stufe gelöst,  welche infolge ihres Bestrebens, sich zu  oxydieren, dem Rost Sauerstoff entziehen  unter Reduktion     desseliben    zu     Eisenoxyd-          oxydul,    sich selbst hierdurch, sowie durch  Aufnahme von Luftsauerstoff wieder zu  oxydierten     Verbindungen    oxydieren, die  in dieser Form gegen die Rostbildner che  misch unempfindlich sind.

   Als reduzierende       organische        Lösungsmittel    ohne Öl- oder  Fettcharakter kann man zum Beispiel  Formaldehyd, sowie dessen     Polymerisations-          und        Kondensationsprodukte,    sowie Formal  dehyd abspaltende Verbindungen verwendet  werden.  



  Als Metallverbindungen haben sich be  sonders geeignet erwiesen unter anderem  Verbindungen des Chrom,     Molybdän,    Wol  fram, Blei und Antimon.  



  Die Metallverbindungen können zum  Beispiel derart angewendet werden, dass man  ein Gemisch, das Harnsäure, eventuell auch  Harnstoff und die Metallverbindungen oder  mehrere solche in reduzierter     Stufe    enthält,  indem reduzierenden     Lösungsmittel    löst.  



  Es hat sich gezeigt, dass die Lösung der  Harnsäure in zum     Beispiel    Formaldehyd bei  Gegenwart von Metallen, wie zum Beispiel  Zinkstaub, Kupfer, Blei, Aluminium als       Kontaktmittel    sehr leicht und ohne Er  hitzen des     Formaldehyds    auf Siedetempera  tur     stattfindet,    während bei Abwesenheit  der ersteren die Harnsäuren sich nur schwer  bei längerem Erhitzen auf Siedetemperatur  teilweise löst. ,    <I>Beispiel 1:

  </I>         Ein    durch Verreiben von 0,8 Gewichts  teilen     Wolframsäureanhydrid,    0,5 Gewichts  teilen Kalilauge (1     +    2) und 0,4 Gewichts  teilen Harnsäure erhaltenes, eine grünliche  Masse darstellendes Gemisch wird mit 40  Gewichtsteilen Formaldehyd aufgenommen,  worauf 0,1     Gewichtsteile    Zinkstaub zuge  fügt werden und auf zirka 75   C erhitzt       wird.-    Man erhält eine     grüne    Lösung.

      <I>Beispiel 2:</I>  Ein durch Verreiben von 0,5 Gewichts  teilen     Chromsäureanhydrid,    0,5 Gewichts  teilen     Antimonsäureanhydrid,    0,5 Gewichts  teilen Harnsäure und 0;5 Gewichtsteilen       Molybdänphosphorsäure    erhaltenes Gemisch  wird mit 40 Gewichtsteilen einer durch E"  hitzen von 5 Gewichtsteilen Harnsäure, 50  Gewichtsteilen     Formaldehyd    und 5 Ge  wichtsteilen Zinkstaub erhaltenen Lösung  zugefügt. Man erhält eine blaugrüne Lö  sung.  



  Weitere Versuche ergeben, dass grössere  Mengen reduzierter Metallverbindungen sich  in der in Beispiel 2 genannten Lösung     bezw     in Formaldehyd     läsen,    wenn man dem die  reduzierten Metallverbindungen enthaltenden  Gemisch oder dem reduzierenden Lösungs  mittel oder beiden Harnstoff zufügt. Auch  hat sich     gezeigt,    dass der Zusatz von Säuren  die Lösung der reduzierten Metallverbin  dungen in Formaldehyd     bezw.    in der in  Beispiel '2 genannten Lösung erleichtert.  



  Das die reduzierten     Metallverbindungen     enthaltende Gemisch kann ferner noch     Tan-          nin    oder ähnliche derartige organische Re  duktionsmittel, zum Beispiel Leim enthal  ten, die sich in Formaldehyd lösen.  



  <I>Beispiel 3:</I>  Ein durch Verreiben von 1 Gewichtsteil       Phosphormolybdänsäure,    0,5 Gewichtsteilen  Zinkoxyd, 1 Gewichtsteil     Antimonsäure,     2,5 Gewichtsteilen Harnstoff, 0,6 Gewichts  teilen Harnsäure und 0,6 Gewichtsteilen       Tannin    erhaltenes Gemisch wird in 40     Ge-          wichtsteilen,der    in Beispiel 2 genannten Lö  sung gelöst. Man erhält eine blaue Flüssig  keit.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Anstrich mitteln zur Desoxydation von Rost und an dern Metalloxyden mit zugleich rost schützender Wirkung, dadurch gekennzeich net, rlass man in reduzierenden organischen Lösungsmitteln. ohne Öl- oder Fettcharakter sich in reduzierter Stufe befindliche Metall- verbindungen löst, welche in dieser Stufe durch ihr Bestreben sich zu oxydieren, den Rost zu Eisenoxydoxydul desoxydieren und sieh hierdurch, wie auch durch weitere Sauerstoffaufnahme selbst oxydieren. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man durch Harn säure reduzierte Metallverbindungen ver wendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man durch Harnsäure in Gegenwart von Harnstoff reduzierte Metallverbin dungen verwendet. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man durch Harnsäure in Gegen wart von Säuren reduzierte Metallver bindungen verwendet. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Ün- teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Metallverbindungen verwendet, die -durch ein Gemisch von Harnsäure mit in Formaldehyd löslichen organi schen Reduktionsmitteln reduziert sind. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Metallverbindungen verwendet, welche durch ein Gemisch von Harn säure, Harnstoff und in Formaldehyd löslicher organischen Reduktionsmitteln reduziert sind. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Metallverbindungen verwendet, welche durch ein Gemisch von Harn säure, Säure und organischen, in Formal dehyd löslichen Reduktionsmitteln redu ziert sind.
CH133483D 1926-03-29 1927-03-28 Verfahren zur Herstellung von Anstrichmitteln zur Desoxydation von Rost und andern Metalloxyden mit zugleich rostschützender Wirkung. CH133483A (de)

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