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Spritzgussmaschine für Kunststoffe.
Gegenstand der Erfindung ist eine Spritzgussmaschine für Kunststoffe, z. B. Trolit, die dass Giessen grosser Werkstücke ermöglicht und gleichzeitig die Anwendung sehr hoher Drücke gestattet.
Die wesentliche Aufgabe, die bei der Schaffung einer Spritzgussmaschine zum Giessen von Werkstücken grosser Abmessungen zu lösen ist, besteht darin, dem Kunststoff, der ein schlechter Wärmeleiter ist, ununterbrochen genügend viel Wärme zuzuführen, um das Material im spritzfähigen Zustand zu erhalten, ohne aber dabei die Temperatur an den beheizten Wänden übermässig ansteigen zu lassen, damit ein Verbrennen vermieden werde. Diese Umstände ergeben für von aussen beheizte zylindrische Giessbehälter ein bestimmtes Maximum für die Grösse des Durchmessers, das nicht überschritten werden darf, wenn die angeführten Übelstände dauernd hintangehalten werden sollen.
Ein Vorschlag, das Giessen grösserer Werkstücke trotz der Gebundenheit an die eine bestimmte Abmessung des Giessbehälters zu ermöglichen, besteht darin, dem Presszylinder die Gestalt eines Ringes zu geben, von welchem sowohl die Aussenwand als auch die Innenwand beheizt wird. Die kritische Abmessung ist in diesem Falle die Entfernung zwischen Aussen-und Innenwand, die, da zwei Wände beheizt sind, grösser sein kann als der Durchmesser zylindrischer Behälter, immerhin aber durch die auch hier zu erfüllende Bedingung beschränkt ist, dass die von aussen zugeführte Wärme zuverlässig bis ins Mittel fortgeleitet wird. Der Grösse des Innendurchmessers ist durch den Umstand eine Grenze gesetzt, dass der Wirkungsbereich der im Kreise angeordneten Spritzdüsen ein beschränkter ist.
Man wird den Ringbehälter nur so weit machen dürfen, als die Gewähr geboten ist, dass das durch die im Kreise angeordneten Düsen ausgesprizte Material in der Form nicht erstarren kann, bevor es zum Zentrum gedrungen ist, und die Masse eher kleiner als grösser wählen, damit auch im Zentrum ein in allen Einzelheiten gut ausgeprägter Guss erhalten wird.
Nach einem andern Vorschlag soll die Herstellung schwerer Stücke durch Anordnung einer Anzahl aussenbeheizter normaler Giessbehälter ermöglicht werden, die mit ihren Auslassöffnungen in die Giessform münden und deren Kolben allenfalls gemeinsam betätigt werden. Diese Ausführung hat sich nicht bewährt, weil es praktisch unmöglich ist, die Kunstmasse in den voneinander unabhängigen Behältern dauernd in gleichem Zustand zu erhalten.
Auch bei der Maschine gemäss der Erfindung kommt eine Vielzahl aussenbeheizter Giessbehälter zur Anwendung ; diese sind aber nicht unabhängig, sondern stehen an dem die Spritzdüse tragenden Ende durch Kanäle in Verbindung und bilden daher ebenso wie die mit den einzelnen Giessbehältern zusammenwirkenden Kolben eine Einheit. Auf diese Weise werden Unterschiede im Zustand der geschmolzenen Kunstmasse in den einzelnen Zylindern ausgeglichen. Die Maschine gemäss der Erfindung kann auch zum Giessen kleiner Gegenstände benutzt werden, indem entweder gleichzeitig in mehrere Formen gespritzt wird oder eine entsprechende Anzahl von Düsen abgesperrt wird.
In letzterem Falle ist der Druck beträchtlich höher, als wenn alle Düsen offen ständen, und es bietet daher die Maschine bei Ausnutzung nur eines Teiles ihrer Kapazität die Möglichkeit, Drücke anzuwenden, die die der üblichen Einzylindermaschinen um ein Vielfaches übersteigen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Die Fig. 1 zeigt einen Vertikalschnitt, die Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 11-11 der Fig. 1 in grösserem Massstab und die Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie 777-777 der Fig. 2.
An den Säulen 1 sind der Presszylinder 2, eine Führungsplatte und ein Stahlblock 4 befestigt. gegen den die vom Tisch 5 getragene Form 6 angepresst werden kann. Der Stahlblock weist gleichmässig verteilte durchlaufende Bohrungen 7 auf, in deren unteres Ende die mit Absperrorganen ausgerüsteten
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Spritzdüsen 8 eingeschraubt sind. Die Bohrungen 7, die als Giessbehälter dienen, stehen an ihrem unteren Ende durch Querkanäle 9 in Verbindung. Man stellt die Querkanäle zweckmässig gleichfalls als durchlaufende Bohrungen her und verschliesst die Enden durch abnehmbare Pfropfen 10. Neben den Bohrungen 7 sind im Stahlblock noch Kanäle 11 vorgesehen, die in entsprechender Anzahl zwischen den Bohrungen 7 angeordnet sind.
Diese oben geschlossenen und unten offenen Kanäle 11 sind durch Querkanäle 12 verbunden, die an eine Leitung 13 angeschlossen sind. Um den Stahlblock ist ein Topf 14 aus wärmeisolierendem Material angeordnet, der durch auf die Spritzdüsen aufgeschraubte Muttern 15 festgehalten wird und nahe dem oberen Ende an eine Leitung 16 angeschlossen ist. Durch die Leitung 13 strömt dem Stahlblock ein auf entsprechende Temperatur erhitztes flüssiges Wärmeübertragungsmittel zu, das durch die Kanäle 12 zu den Bohrungen 11 und von hier in den Behälter 14 gelangt, aus dem es durch die Leitung 16 ausströmt, die an die Heizvorrichtung für das Wärmeübertragungsmittel angeschlossen ist. Die Zirkulationsgeschwindigkeit des Wärmeübertragungsmittels richtet sich nach der gewünschten Leistung der Maschine.
Dementsprechend ist auch die Heizung einzustellen.
In dem Presszylinder 2 ist ein Kolben 17 verschiebbar, der am unteren Ende einen Kopf 18 trägt, mit welchem die mit den Bohrungen 7 zusammenwirkenden Einzelkolben 19 verbunden sind. Die Kolben sind in der Platte 3 geführt. Da die Bohrungen 7 miteinander verbunden sind, verteilt sich der Widerstand'unabhängig von der Zahl der offenstehenden Spritzdüsen gleichmässig auf alle Kolben 19, wodurch ein Ecken unter allen Umständen vermieden ist.
Ein wesentlicher Vorteil der Maschine besteht darin, dass die Giessbehälter leicht gereinigt werden können. Ist dies erforderlich, so wird der Topf 14 nach dem Lösen der Muttern-15 abgenommen, worauf die Pfropfen 10 entfernt und schliesslich die Düsen 8 abgeschraubt werden, so dass an der Maschine nur der Stahlblock verbleibt, dessen Kanäle leicht zugänglich sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Spritzgussmaschine für Kunststoffe mit mehreren von aussen beheizten Giessbehältern, dadurch gekennzeichnet, dass die Giessbehälter an dem die Spritzdüse tragenden Ende durch Kanäle in Verbindung stehen und ebenso wie die mit den Giessbehältern zusammenwirkenden Kolben eine Einheit bilden.