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Verfahren und Einrichtung zum Gerben von Häuten.
Man hat in einzelnen Fällen zum Gerben von Häuten einen luftdicht abgeschlossenen Behälter benutzt, in welchem die Häute eingehängt werden. Der Behälter wird luftleer gepumpt, worauf man die Gerbbrühe in den Behälter einsteigen und auf die Häute einwirken lässt. Mit einer solchen Vorrichtung ist aber eine vollkommen ideale, schnelle und gleichmässige Gerbung nicht zu erzielen.
Dieser Nachteil wird durch die vorliegende Erfindung beseitigt, die darin besteht, dass die in der Gerbflüssigkeit unter Vermeidung einer gegenseitigen Berührung gespannten Häute ohne Zerren ihrer Faserstruktur relativ zur Gerbflussigkeit bewegt und die letztere abwechselnd unter Luftleere und Luftdruck gesetzt wird. Hiedurc findet an jeder Stelle gleichmässig ein Einwirken der Flüssigkeit mit ab- wechselnd grösserem und kleinerem Druck auf die gespannten Häute statt. Es wird auf chemisch-pliysi- kalische Weise eine Reaktionsbeschleunigung zwischen Hautfaser und Gerbstoff erzielt, die eine Gerbung der Häute in denkbar kürzester Zeit ermöglicht. Das Leder wird gleichmässig und hell, man erhält festes Leder, ohne dass man eine übermässige Füllung von Gerbstoffen benötigt.
In der beiliegenden Zeichnung ist in Fig. 1-3 der Erfindungsgegenstand in einer Ausführungs- form dargestellt. Es zeigt Fig. 1 schematisch die Gerbvorrichtung, Fig. 2 und 3 in vergrössertem Mass- stabe in zwei zueinander senkrechten Ansichten eine mit Gewichten versehene Gliederkette zum Spannen der Häute.
Die Häute a werden an einer im Lager b drehbar angebrachten Aufhängevorrichtung c befestigt und in den Behälter d eingesetzt. Der letztere wird luftdicht abgeschlossen und durch ein Ventil e od. dgl. luftleer gepumpt. Darauf lässt man die Gerbbrühe in den Behälter d einsteigen. Gemäss der Erfindung wird nunmehr das Ventil e des Behälters d abwechselnd mit einem Vakuum- und einem Druckluftraum in Verbindung gesetzt, so dass auf die in dem Behälter d befindlichen Häute a abweelhselnd Unterdruck und Überdruck einwirkt. Dadurch werden die Poren der Häute abwechselnd geöffnet und geschlossen, so dass eine kräftige Gerbung einsetzt.
Um die Gerbwirkung noch weiter zu steigern, ist es vorteilhaft, die Häute (t gegenüber der Gerb- flüssigkeit zu bewegen. Zu diesem Zwecke wird die Aufhängevorrichtung r der Häute a, mittels eines die Riemenscheibe f antreibenden Riementriebes in dem Lager b gedreht.
Die Relativbewegung zwischen Gerbfliissigkeit und Häuten kann auch dadurch noch gesteigert werden, dass man ausserdem die Gerbflüssigkeit gegenüber den Häuten a in Umlauf setzt. Zu diesem Zwecke dient in der gezeichneten Ausfuhrungsform eine in dem Lager g drehbare Rührvorrichtung h, welche in den Behälter d hineinragt und von aussen durch Einwirkung eines Riementriebes auf die Riemenscheibe i in Umlauf gesetzt wird.
In Fig. 1 ist ausserdem noch eine Umlaufpumpe k angeordnet, welche zur Verstärkung des Umlaufes der Gerbflüssigkeit dient. Die Umlaufpumpe 7ç saugt die Gerbflüssigkeit mittels einer Leitung k1 aus der unteren Öffnung l des Behälters d und treibt sie über eine Leitung k2 in ein Gehäuse s mit einem zur Klärung der Flüssigkeit dienenden Filter m, aus dem sie durch die Leitung ka der oberen Öffnung n des Behälters d zugeführt wird und auf diese Weise in den Behälter d wieder von oben einströmt.
Man kann nach Belieben entweder nur die Häute mittels der drehbaren Aufhängevorrichtung c bewegen oder man kann die Flüssigkeit nur durch die Rührvorrichtullg h oder nur durch die Umlaufpumpe k in Bewegung setzen. Doch kann man auch zwei oder mehrere dieser Bewegungsvorrichtungen zu gleicher Zeit arbeiten lassen.
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Um eine gleichmässige Streckung des Leders besonders für Riemenzwecke zu erreichen, ist es ferner zweckmässig, wenn die Häute a überall gleichmässig unter Berücksichtigung der verschiedenen Struktur ihrer Fasern gespannt werden. Bekanntlich sind die Fasern in der Mitte der Haut zäher, während sie an den Seiten nachgiebiger sind. Um sich diesen. Verhältnissen anzupassen, werden an den unteren Enden der Häute a Gliederketten o mit Hilfe der an den einzelnen Gliedern p angeordneten Haken q, Klammern od. dgl. befestigt. An einigen Gliedern p der Gliederkette o, zweckmässig an den beiden äussersten und dem mittleren, sind Gewichte r angebracht, welche nach dem Befestigen der Gliederkette an den Häuten die letzteren spannen.
Da die Glieder p gegeneinander beweglich sind, so wird durch eine derartige Spannvorrichtung die verschiedene Struktur der Häutefasern berücksichtigt. Denn wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, nimmt die Gliederkette o nach dem Anbringen an den Häuten a die gezeichnete gekrümmte Form an, die dadurch entsteht, dass die Fasern an der Seite der Häute nachgiebiger als in der Mitte sind. Da jedes Glied p der Gliederkette mittels Haken q an der Haut a befestigt ist, so werden auch die Fasern zwischen zwei Gewichten r gespannt. und dabei infolge der Beweglichkeit der Gliederkette gleichmässig entsprechend ihrer Struktur gestreckt.
Die oben beschriebene Vorrichtung kann auch zum Auswaschen der Häute benutzt werden. Man
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und gegebenenfalls durch die Umlaufpumpe k in Bewegung setzt. Man kann dabei auch wieder die Aufhängevorrichtung c der Häute a in dem Lager b drehen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Gerben von Häuten unter abwechselnder Verwendung von Luftleere und Luftdruck bei gleichzeitigem Bespülen der Häute mit Gerbflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass die zweckmässig gespannt aufgehängten Häute relativ zur Gerbflüssigkeit bewegt werden und letztere abwechselnd unter Luftleere und Luftdruck gesetzt wird.