CH132927A - Verfahren und Einrichtung zum Gerben von Häuten. - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zum Gerben von Häuten.

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CH132927A
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Luckhaus Ernst
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  Verfahren und Einrichtung zum Gerben von Häuten.    Man hat in einzelnen Fällen zum Gerben  von Häuten einen luftdicht abgeschlossenen  Behälter benutzt, in welchem die Häute ein  gehängt werden. Der Behälter wird luftleer  gepumpt, worauf man die     Cxerbbrühe    in den  Behälter einsteigen und auf die Häute ein  wirken lässt. Mit einer solchen Vorrichtung  ist aber eine vollkommen ideale, schnelle  und gleichmässige     Gerbung    nicht zu erzielen.  



  Dieser Nachteil wird durch die vorlie  gende Erfindung beseitigt, die darin besteht,  dass die in die     Gerbflüssigkeit    eingetauchten,  unter Vermeidung einer gegenseitigen, dau  ernden Berührung aufgehängten, zweckmässig  gespannten Häute ohne Verzerrung ihrer  Faserstruktur relativ zur     Gerbflüssigkeit    be  wegt werden, während die letztere abwech  selnd unter Luftleere und Luftdruck gesetzt  wird. Hierdurch findet an jeder Stelle ein  gleichmässiges Einwirken der Flüssigkeit mit  abwechselnd grösserem und kleinerem Druck  auf die gespannten Häute statt.

   Es wird auf       ehe-misch-physikalische    Weise eine Reaktions-         beschleunigung    zwischen Hautfaser und Gerb  stoff erzielt, die eine     Gerbung    der Häute in  denkbar kürzester Zeit ermöglicht. Das Leder  wird gleichmässig und hell; man erhält festes  Leder, ohne dass man eine übermässige Fül  lung von Gerbstoffen benötigt.  



  In der beiliegenden Zeichnung ist in       Fig.    1 bis 3 beispielsweise eine Ausführungs  form einer zur Ausübung des erfindungsge  mässen Verfahrens dienende Einrichtung dar  gestellt. Es zeigt     Fig.    1 schematisch die       Gerbvorrichtung,        Fig.    2 und 3 in grösserem       Massstabe    in zwei zueinander senkrechten  Ansichten eine mit Gewichten versehene  Gliederkette zum Spannen der Häute.  



  Die Häute     a    werden an einer im Lager b  drehbar angebrachten Aufhängevorrichtung c  befestigt und in den Behälter d eingesetzt.  Der letztere wird luftdicht abgeschlossen und  durch ein Ventil e oder dergleichen luftleer  gepumpt. Darauf lässt man die     Gerbbrühe    in  den Behälter d einsteigen, bis dieser beinahe  gefüllt ist. Gemäss der Erfindung wird nun-      mehr das Ventil e des Behälters d abwech  selnd mit einem Vakuum und einem Druck  luftraum in Verbindung gesetzt, so dass auf  die in dem Behälter d befindlichen Häute a  abwechselnd Unterdruck und Überdruck ein  wirkt. Dadurch werden die Poren der Häute  abwechselnd geöffnet und geschlossen, so dass  eine     kräftige        Gerbung    einsetzt.

   Das Vakuum  kann zum Beispiel 20, 50,     100mmin    absolutem  Quecksilberdruck betragen und der anzuwen  dende Druck kann beispielsweise der Atmo  sphärendruck oder ein solcher von 1, 2, 5  oder mehr Atmosphärenüberdruck sein.  



  Um die     Gerbwirkung    noch weiter zu  steigern, werden die Häute a gegenüber der       Gerbflüssigkeit    bewegt. Zu diesem Zwecke  wird die     Aufhängevorrichtung    c der Häute a       mittelst    eines die Riemenscheibe f antrei  benden Riementriebes in dem Lager b gedreht.  



  Die Relativbewegung zwischen     Gerbflüs-          sigkeit    und Häuten kann auch dadurch noch  gesteigert werden, dass man ausserdem die       Gerbflüssigkeit    gegenüber den Häuten a in  Umlauf setzt. Zu diesem Zwecke dient in  der gezeichneten Ausführungsform eine in  dem Lager g drehbare Rührvorrichtung h,  welche in den Behälter d hineinragt und von  aussen durch Einwirkung eines Riementriebes  auf die Riemenscheibe i in Umlauf gesetzt  wird.  



  In     Fig.    1 ist ausserdem noch eine Umlauf  pumpe k angeordnet, welche zur Verstärkung  des Umlaufes der     Gerbflüssigkeit    dient. Die  Umlaufpumpe k saugt die     Gerbflüssigkeit     mittelst einer Leitung     ki    aus der untern  Öffnung     l    des Behälters<I>d</I> und treibt sie  über eine Leitung     k2    in ein Gehäuse s mit  einem zur Klärung der Flüssigkeit dienenden  Filter m, aus dem sie durch die Leitung     ks     der obern Öffnung<I>n</I> des Behälters<I>d</I> zuge  führt wird und auf diese     Weise    in den Be  hälter d wieder von oben einströmt.  



  Man kann nach Belieben entweder nur  die Häute mittelst der drehbaren Aufhänge  vorrichtung c bewegen oder man kann die  Flüssigkeit nur durch die Rührvorrichtung<I>lt</I>  oder nur durch die Umlaufpumpe k in Be-         wegung    setzen. Doch kann man auch zwei  oder mehrere dieser Bewegungsvorrichtungen  zu gleicher Zeit arbeiten lassen.  



  Um eine gleichmässige Streckung des Le  ders besonders für Riemenzwecke zu errei  chen, ist es ferner zweckmässig, wenn die  Häute     a    überall gleichmässig unter Berück  sichtigung der verschiedenen Struktur ihrer  Fasern gespannt werden. Bekanntlich sind  die Fasern in der Mitte der Haut zäher,  während sie an den Seiten nachgiebiger sind.  Um sich diesen Verhältnissen anzupassen,  werden an den untern Enden der Häute a  Gliederketten o mit Hilfe der an den ein  zelnen Gliedern     p    angeordneten Haken<I>q,</I>  Klammern oder dergleichen befestigt. An ei  nigen Gliedern p der Gliederkette o, zweck  mässig an den beiden äussersten und dem  mittleren, sind Gewichte     i-    angebracht, wel  che nach dem Befestigen der Gliederkette  an den Häuten die letzteren spannen.

   Da  die Glieder p gegeneinander beweglich sind,  so wird durch eine derartige Spannvorrichtung  die verschiedene Struktur der     Häutefasern     berücksichtigt. Denn wie aus     Fig.    1 ersicht  lich ist, nimmt die Gliederkette o nach dem  Anbringen an den Häuten a die gezeichnete  gekrümmte Form an, die dadurch entsteht,  dass die Fasern an der Seite der Häute nach  giebiger als in der Mitte sind. Da jedes  Glied p der Gliederkette     mittelst    Haken     q     an der Haut     a    befestigt ist, so werden auch  die Fasern zwischen zwei Gewichten     r    ge  spannt und dabei infolge der Beweglichkeit  der Gliederkette gleichmässig entsprechend  ihrer Struktur gestreckt.  



  Die oben beschriebene Vorrichtung kann  auch zum Auswaschen der Häute benutzt  werden. Man füllt den Behälter d anstatt  mit     Gerbflüssigkeit    mit klarem Wasser, das  man durch die Rührvorrichtung     h    und ge  gebenenfalls durch die Umlaufpumpe k in  Bewegung setzt. Man kann dabei auch wieder  die Aufhängevorrichtung e der Häute a in  dem Lager b drehen.  



  Es können auch die Häute unbewegt  bleiben und kann die Brühe bewegt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE: I. Verfahren zum Gerben von Häuten unter abwechselnder Verwendung von Luftleere und Luftdruck bei gleichzeitiger Bespü- lung der Häute mit Gerbflüssigkeit, da durch gekennzeichnet, dass die in die Gerbflüssigkeit eingetauchten, unter Ver meidung einer gegenseitigen, dauernden Berührung aufgehängten Häute ohne Ver zerrung ihrer Faserstruktur relativ zur Gerbflüssigkeit bewegt werden, während die letztere abwechselnd unter Luftleere und Luftdruck gesetzt wird,
    wodurch an jeder Stelle ein gleichmässiges Einwirken der Flüssigkeit mit abwechselnd grösserem und kleinerem Druck auf die gespannten Häute stattfindet. II. Einrichtung mit einem durch ein Ventil oder dergleichen abwechselnd mit einem Vakuum und Druckluftraum in Verbin dung stehenden, mit Gerbflüssigkeit an gefüllten Behälter zur Ausführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Häute (a), an einer Aufhängevorrichtung (c) mittelst einer geeigneten Spannvorrichtung (0,p, q, r) in ausgestrecktem Zustande aufgehängt sind und relativ zur Aufhängevorrichtung in Ruhe bleiben,
    während sie durch eine in gleichbleibendem Drehsinn erfolgende Relativbewegung der Aufhängevorrichtung (C) zum Behälter (d) relativ zu der im Behälter (d) befindlichen, abwechselnd . unter Luftleere und Luftdruck gesetzten Flüssigkeit sich bewegen. UNTERANSPRüCHE I. Einrichtung nach Patentanspruch II, ge kennzeichnet durch eine die Gerbflüssig- keit in Umlauf versetzende, im Behälter (d) angeordnete Rührvorrichtung. 2.
    Einrichtung nach Patentanspruch II, ge kennzeichnet durch eine ausserhalb des Behälters angeordnete Umlaufpumpe, wel che die Gerbflüssigkeit in Bewegung setzt und auf ihrem Umlaufweg durch einen zur Klärung dienenden Filter hindurch leitet. 3. Einrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Gewichte einer am freien Ende der Häute ange brachten Streckvorrichtung an einzelnen Gliedern von Gliederketten angeordnet sind, wodurch die in verschiedenen Zonen verschieden nachgiebigen Fasern der Häute überall gleichmässig gestreckt werden.
CH132927D 1927-05-19 1928-05-18 Verfahren und Einrichtung zum Gerben von Häuten. CH132927A (de)

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