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Verfahren zur Registrierung (Gaufrierung) der Träger von Filmen für die Farben- photographie und Farbenkinematographie.
Bei dem farbenphotographischen und farbenkinematographischen Verfahren nach Keller-Dorian werden parallele mikroskopische Raster (zylindrische Diopter) verwendet, welche auf den Trägern der Filme ausgeführt werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist, den Einfluss der Orientierung dieser Raster mit zylindrischen Dioptern genau festzulegen. Diese Orientierung kann sein : 1. parallel zu den Rändern des Films (Längs-oder Aufrollrichtung des Films) ; 2. schräg zu den Rändern des Films ; 3. senkrecht zu den Rändern des Films.
Bis jetzt wurden rastrierte (gaufrierte) Filme mit geneigten Rastern, wie unter 2. erwähnt, verwendet.
Der Vorteil der Neigung war durch folgende Überlegung begründet : Man muss während der Projektion des Films das Bild des Rasters verschwinden lassen, indem man den letzteren mit einer gewissen Geschwindigkeit verschiebt, damit das Auge des Zuschauers nicht Zeit hat, ihn wahrzunehmen. Diese Bedingung schaltet offenkundig die Anordnung eines zu den Filmrändern parallelen Rasters aus, und man ist daher veranlasst, entweder, wie bisher geschehen, einen schrägen Raster oder aber einen senkrechten Raster zu verwenden.
Im Fall des schrägen Rasters, wenn beispielsweise für alle vier oder fünf Bilder ein bestimmter Punkt einer Rasterlinie durch einen entsprechenden Punkt der Nachbarlinie ersetzt wird, zeigt die Erfahrung, dass der Raster während der Bewegung dem Auge nicht mehr sichtbar ist ; die Neigung der Rasterlinien ist zweekmässigerweise sehr gering.
Aber obwohl diese Neigung für den beabsichtigten Zweck genügt, zeigt sie doch schwere Nachteile. Während des Vorganges der Rastrierung (Gaufrierung) hat der Film mit schrägem Raster das Bestreben zu wandern", d. h. sich auf dem rastrierenden (gaufrierenden) Zylinder transversal zu verschieben, statt auf derselben Stelle zu bleiben ; deswegen ist man gezwungen, ergänzende Regelungen einzuführen, um den Film in der gewünschten Richtung zu halten. Anderseits hat der parallel oder schräg zu seinen Rändern rastrierte (gaufrierte) Film das Bestreben, sich in transversaler Richtung zu werfen oder zu wölben (Fig. 1) ; diese Deformierung, welche eine Folge des hygrometrischen Zustandes des Films ist, hat die Einführung von Farbdominanten"in die Projektion zur Folge.
Unter Farb- dominanten"ist die folgende Erscheinung zu verstehen :
Wenn man den Film, der sich geworfen hat, projiziert, so hat er den Fehler, das Bild der in die lichtempfindlichen Schicht eingedrückten Sektoren nicht im selektiven Farbenfilter, das im Objektiv des Projektionsapparates liegt, zu erzeugen, sondern vor oder hinter diesem Filter, je nach der Deformationsrichtung. Fig. 2 zeigt wie das Bild bei einem vollkommen ebenen Film und Fig. 3 wie es bei einem geworfenen Film erzeugt wird.
In Fig. 2 hat der vollkommen ebene Film F seine Diopter, welche die Bilder der kleinen eingedrÜckten
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der Film umgekehrt wie in Fig. 3 gekrümmt ist. Dieser Fehler zeigt sich praktisch in einem fortschreitenden Wechsel der Farben, senkrecht zur Richtung der Rastrierung (Gaufrierung), wobei die Farben von einem Rand des Bildes zum andern von blau nach rot übergehen. Das ist die Erscheinung der Dominanten". Der Fehler der "Dominanten" kann nicht nur bei der Projektion, sondern auch bei der Bildaufnahme und bei der Reproduktion der Originale auftreten.
Anderseits ist es bei den Apparaten für Aufnahme, Reproduktion und Projektion schwer, vollkommene Ebenheit zu erzielen ; man müsste den Film stark in alle Richtungen spannen, aber um den
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verzieht.
Um die angeführten Nachteile zu vermeiden, wird man also dazugeführt, einen Film mit rastriertem (gaufriertem) Träger zu erzeugen, welcher einen Raster von mikroskopischen, zylindrischen Dioptern besitzt, die in senkrechter Richtung zu den Filmrändern angeordnet sind, u. zw. so, dass die Breite jedes zylindrischen Diopters kein ganzzahliger Teiler der Höhe des zu projizierenden Bildes ist.
Daraus ergeben sich folgende Vorteile : Der Film wird während der Rastrierung (Gaufrierung) kein Bestreben haben zu wandern", da die Rasterlinien parallel zu den Erzeugenden des rastrierenden (gaufrierenden) Zylinders sind. Der Raster wird während der Projektion unsichtbar bleiben, da nie Übereinstimmung zwischen zwei einander entsprechenden Punkten zugehöriger Linien beim selben Bildpunkt herrschen wird. Wenn der Film sich wirft, so wird diese Deformierung keinen optischen Einfluss haben, da sie senkrecht zur Richtung der zylindrischen Diopter ist ; es werden also keine "Dominanten"auftreten.