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Einrichtung zur Positionsallgabe ron Fahrzeugen.
In der Schiffahrt werden bekanntlich Kollisionen der Fahrzeuge dadurch vermieden, dass der Kurs des Schiffes durch Positionslichter kenntlich gemacht wird. Nach den internationalen Bestimmungen wird an der Baekbordseite (links in Fahrtrichtung) ein rotes Licht und an der Steuerbordseite ein grünes Licht geführt. Diese Positionslichter sind so angeordnet, dass sie nur einen bestimmten Winkelraum bestreichen, der zirka 200 achterlicht'"on Dwars (Senkrpchte auf der Mittellinie des Schiffes) beginnt und bis zirka 7"über den Bug nach der ändern Seite reicht. Hiedurch wird es möglich, aus der Farbe des Lichtes zu erkennen, ob man sich seitwärts vom Schiff und in welcher Fahrtrichtung zu demselben, oder ob man sich vor dem Bug des Schiffes befindet.
Da diese Anordnung jedoch beim Eintreten von Nebel versagt, müssen die Schiffe unter Umständen vollständig still liegen, da sie durch die
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Schiff nimmt.
Man hat aus diesem Grunde vorgeschlagen, Unterwasserschallsignale zu verwenden, durch welche
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kegel, so empfängt es entweder das Backbord-oder das Steuerbordzeichen allein oder auch beide Zeichen, woraus sich seine Lage zum Schiff ergibt. Dabei können vorteilhaft beide Zeichen. falls sie sich vor dem Bug befinden, zu einem Dauerstrich verschmelzen. Anstatt zwei verschiedene Zeichen zu übermitteln, kann man auf beiden Seiten mit verschiedenen Wellenlängen arbeiten, jedoch müssen dann die Empfangsgeräte entsprechend für beide Wellenlängen ausgebildet sein. Um die Einhaltung des geforderten Abstrahlwinkels zu gewährleisten, ist es nur nötig, die Sender an Bord so aufzustellen, dass hinter ihnen genügend grosse und geeignete Reflektionsflächen vorhanden sind.
Dies ist bei der gewählten Kleinheit der Wellen auf einem grösseren Dampfer leicht zu erreichen, denn meist werden die Decksaufbauten genügend grosse Metallflächen im Verhältnis zur Wellenlänge aufweisen. Wird beispielsweise eine 1-, ni-Welle verwendet, so ist es wohl immer möglich, eine geeignete Reflektionfläche von einigen Metern Länge zu finden oder auch anzuordnen. Meistens wird es durch den Einbau entsprechender Wände, die im richtigen Winkel stehen, ohne Schwierigkeiten möglich sein, den geforderten Strahlungssektor zu erhalten.
Um die Kursriehtung eines mit einer derartigen Anlage versehenen Gegenseglers festzustellen, ist es weiterhin notwendig, neben den Sendern entsprechende Empfänger anzuordnen. Diese Empfänger können beispielsweise gegeneinander ebenfalls durch Flächen, deren Abmessungen gross zur Wellenlänge sind, abgeschirmt werden, so dass der Backbordempfänger nur Signale, die von der Backbordseite kommen, aufnehmen kann und entsprechend der Steuerbordempfänger nur solche, die vom Steuerbord kommen. Diese Aufgabe kann gleichzeitig durch die Reflektionsflächen (bzw. den Schiffskörper) der Sender gelöst werden, so dass die Einrichtung also sehr einfach wird.
Zur Abschirmung des Senders und des Empfängers, die auf derselben Sehiffseite angeordnet sind, gegeneinander kann beispielsweise eines der Decks verwendet werden, indem der Sender oberhalb des Decks angeordnet ist und der Empfänger unterhalb desselben, so dass die Metallteile des Decks als Abschirmfläche dienen.
Man kann ausser diesen Backbord-oder Steuerbordempfängern auch für Ausmaehung des Stand- ortes des Gegenseglers Empfangsgeräte mit JUichtwirKung zu Unie nehmen. Js wird nicht immer genügen, durch die obenerwähnten, auf Backbord und Steuerbord aufgestellten Empfänger festzustellen, dass sich ein Schiff auf einer der beiden Seiten oder voraus befindet, sondern man wird oft die genaue Lage desselben festlegen wollen. Dies kann man mit Hilfe einer drehbaren Empfängeranordnung, die z. B. von der Brücke aus bedient wird, machen. Diese Einrichtung würde dem heute gebräuchlichen Peilen der Positionslichter des Gegenseglers entsprechen. Falls sich die Lage des Positionslichtes des Gegenseglers relativ zum eigenen Schiffskörper nicht ändert, ist bekanntlich Kollisionsgefahr vorhanden, da die beiden Kurse sich schneiden müssen.
Beispielsweise wird hiezu ein Empfänger mit drehbarem Parabolspiegel verwendet, der-da die Wellenlänge klein ist-auch selbst genügend klein und bequem schwenkbar gemacht werden kann.
Der grosse Vorteil der erfindungsgemässen Einrichtung gegenüber dem bekannten Peilempfänger, bei welchem mit Rahmen gearbeitet wird, besteht darin, dass man ohne weiteres feststellen kann. aus welcher Richtung die einfallenden Wellen tatsächlich kommen. Ausserdem werden bei den Rahmenanordnungen durch die Metallmassen des Schiffes Kompensationseinrichtungen notwendig, die eine Verwendung für schnelle Feststellungen, wie sie bei der Navigation erforderlich sind, in Frage stellen.
Werden jedoch gemäss der Erfindung Sender und Empfänger für kleine Wellenlängen verwendet. so wird die Einrichtung ausserordentlich einfach, denn derartige Sender bestehen ja im wesentlichen nur aus einer Röhre und einigen kleinen innerhalb oder ausserhalb derselben angeordneten Schwingungskreisen und aus Richtmitteln (Spiegeln, Sehirmwänden), die an Bord leicht untergebracht werden können. Ausserdem haben diese Wellen noch den Vorteil, dass sie, wie schon gesagt, eine bestimmte Lokalreichweite haben, die vor allem durch die Länge der Tangente vom Aufstellungspunkt an die Erdoberfläche gegeben ist. Gerade dieser Umstand begünstigt die Verwendung dieser Wellen in hohem Masse für den angegebenen Zweck.
Für die grösseren Wellenlängen ist die Reichweite der Wellen nicht so bestimmt, sondern bald gross, bald kleiner, und so würden Fahrzeuge Signale aufnehmen, die sich noch wesentlich ausserhalb der Gefahrenreichweite oder an einem ganz anderen Orte befinden (besonders bei sogenannten kurzen Wellen), die von der Heavisideschicht reflektiert werden. Die Verwendung kurzer Wellen ist jedoch keineswegs auf die Positionslichter beschränkt, sondern es können die verschiedensten Angaben über das Schiff mit Hilfe derselben gemacht werden. Gerade hierin liest ein grosser Vorteil gegenüber dem bisherigen System mit Hilfe von Lichtsignalen. Unterscheiden lassen sich bekanntlich nur drei Farben einwandfrei auf See, rot und grün für die Positionslichter, während allgemein im Top eine gelbe Lampe gefahren wird.
Diese Toplaterne dient dazu, auch von hinten aufkommenden Fahrzeugen das Vorhandensein eines Schiffes anzuzeigen. Grössere Schiffe fahren ausserdem noch ein weisses Hecklicht.
An Stelle des Toplichtes kann gemäss der Erfindung ein Sender angeordnet sein, der radial nach allen Richtungen strahlt, während an Stelle des Hecklichtes ein Sender, der nur achtern strahlt, ange-
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ordnet sein kann. In der beiliegenden Zeichnung ist das Strahlengebiet des Topsenders mit T'gekenn- zeichnet, das des Hecksenders, dessen Abschirmfläche den Buchstaben zu trägt, mit H'. Mit diesen vier verschiedenen Lichtern sind die gebräuchlichen Lichtsignale erschöpft. Bei der Anwendung kurzer
Wellen gemäss der Erfindung können jedoch viele weitere Angaben in äusserst einfacher Weise gemacht werden.
Es kann beispielsweise von dem Topsender gleichzeitig der Name des Schiffes in der inter- nationalen vierbuchstabigen Abkürzung gegeben werden, ausserdem vielleicht seine Schiffsgeschwindig- keit, Kurs-und Sehiffsgattung. Zur Übermittlung dieser Zeichen kann ein einfacher, automatischer
Morsegeber Verwendung finden.
Ferner ergänzt ein solcher Topsender vorteilhaft die Anordnung der Nebelsirenen, da auch im
Falle von Nebel der Topsender dauernd gehört werden wird. Es ist vielleicht mit Rücksicht auf den
Nebel von Vorteil, einen weiteren Sender anzuordnen, dessen Reichweite durch seine Höhe so begrenzt ist, dass er nur von einem Schiff gehört wird, für das durch seine unmittelbare Nähe Kollisionsgefahr besteht. Auf dem Schiff können sich hiefür automatische Empfangseinrichtungen, die ein Warnungssignal auslösen, befinden.
Es ist selbstverständlich, dass die gesamte bisher beschriebene Einrichtung nur praktisch brauchbar ist, wenn dieselbe von der Kommandobrücke aus bedient und überwacht werden kann. Vorzugsweise die von den beiden, auf den verschiedenen Seiten des Schiffes aufgenommenen Signale müssen dauernd auf der Brücke angezeigt werden. Man kann z. B. daran denken, beide Empfänger mit einer Umschaltvorrichtung zu verbinden, die einmal den einen, das andere Mal den ändern Sender mit einem Lautsprecher verbindet. Befindet sich der Gegensegler im Backbordsektor. so wird also mit Unterbrechungen das backbordeinfallende Signal im Lautsprecher zu hören sein.
Um nun festzustellen, ob der Gegensegler sich auf der Backbord-oder Steuerbordseite des eigenen Fahrzeuges befindet, ist es nun notwendig, die automatische Umschalteinrichtung ausser Betrieb zu setzen und beispielsweise durch Druckknöpfe den Steuerbord-oder Backbordempfänger mit dem Lautsprecher zu verbinden. Hiedurch ist es möglich, festzustellen, ob man mit seinem eigenen Fahrzeug gemäss dem Seestrassenrecht Ruder zu legen hat oder nicht. Mit dieser Einrichtung kann eine automatische Einrichtung verbunden werden, die beim Herannahen eines Gegenseglers ein Warnungssignal dann zur Auslösung bringt, wenn das eigene Fahrzeug gemäss dem Seestrassenrecht zum Ausweichen gezwungen ist.
Kommt beispielsweise ein Gegensegler backbord auf und ist dessen Steuerbordzeichen im Empfänger zu hören. so muss das eigene Fahrzeug gemäss dem Seestrassenrecht Ruder legen. d. h. nur in diesem Falle wird eine automatische Warnungseinrichtung zum Ansprechen gebracht. Für die übrigen Schiffskurse kann natürlich die Einrichtung sinngemäss angeordnet sein.
Soll das erfindungsgemässe System Anwendung finden, so muss dasselbe ebenso sicher arbeiten wie eben die bisher verwandten Lichter, d. h. das. Arbeiten der Sender-und der Empfangsgeräte muss dauernd kontrolliert werden. Entweder kann man besondere Empfänger, die ja wegen der Kleinheit der Wellen im wesentlichen nur aus einer Röhre bestehen, neben die Sender setzen und hiedurch die Ausstrahlung derselben kontrollieren, d. h. bei einer Unterbrechung der Ausstrahlung Warnungssignale auslösen, oder noch einfacher ist es.
einen Teil der von den Sendern ausgestrahlten Energie den an Bord befindlichen Empfängern derselben Seite zuzuleiten und hiedurch durch dieselben Empfänger, die dazu dienen, die Signale des Gegenseglers aufzunehmen, zuzuführen. Es wird das Arbeiten der erfindungsgemässen Einrichtung keineswegs beeinflusst, wenn in dem obenerwähnten Lautsprecher auf der Kommandobrücke dauernd leise Zeichen zu hören sind. die von den eigenen Sendern berühren und so dem Wachthabenden anzeigen. dass die eigene Anlage noch in Ordnung ist. Das Wegfallen der Zeichen deutet an, dass entweder die Sende-oder Empfangsapparatur nicht in Ordnung ist. Wird etwa mit einem kleinen tragbaren Gerät festgestellt, dass der betreffende Sender noch arbeitet, so kann der Fehler nur in der Empfangsanlage liegen.
Es ist selbstverständlich. dass die gegebenen Beispiele für Warnsignale, ohne aus dem Rahmen des Erfindungsgedankens herauszufallen, sich beliebig erweitern lassen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Positionsangabe von Fahrzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausstrahlung von Sendern ultrakurzer elektrischer Wellen als 10, m) in Räumen erfolgt, die den durch die heute gebräuchlichen Positionslichter bestrichenen Räumen entsprechen.