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Resonanzrelaisschaltung, insbesondere für den Tonfrequenzruf in Fernsprechleitungen.
Gegenstand der Erfindung ist eine Resonanzrelaisschaltung für den selektiven Empfang tonfrequenter Rufströme, die insbesondere in Fernsprechanlagen für den Anruf mittels tonfrequenter Wechselstrom verwendbar ist. Diese Art des Anrufs wird beispielsweise für lange Fernsprechleitungen mit nur für Sprechfrequenzen durchlässigen Verstärkern benutzt, um ohne besondere Umgehungsschaltungen direkt über die Verstärker rufen zu können, ausserdem aber auch für Fernsprechleitungen, auf denen mit Unterlagerungstelegraphie gearbeitet wird und die aus diesem Grunde die Verwendung niederfrerluenter Rufströme nicht zulassen.
Um bei solchen Anlagen das Ansprechen der für den Empfang der tonfrequenten Rufströme vorgesehenen Einrichtungen auf Sprechströme gleicher oder benachbarter Frequenzen zu verhindern, hat man bisher niederfrequent (z. B. mit 20 Hz) modulierte Tonfrequenzströme (von z. B. 500 Hz) allgemein verwendet. Für den Empfang dieses Rufstromes werden zwei nach Art einer Kaskade hintereinandergeschaltete, mechanisch oder elektrisch abgestimmte Resonanzeinrichtungen verwendet, deren erste auf die Trägerfrequenz des Rufstromes (500 Hz) und deren zweite auf die Modulationsfrequenz (20 Hz) abgestimmt ist. Ausserdem
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durch eine von dieser beeinflusste besondere Schalteinrichtung eine Demodulation vorgenommen werden. derart. dass die nachgeschaltete Resonanzeinrichtung Impulse m der Modulationsfrequenz (20 Hz) empfängt.
Dabei gelangen ferner meist noch besondere, mit verzögerten Abfall arbeitende Schaltmittel zur Anwendung, um störende Unterbrechungen in Rnfstrom- empfang möglichst auszuschliessen.
Derartige Rufeinrichtungen sind nun aber ziemlich kompliziert und kostspielig und erfordern meist grössere Batterieanlagen, die normalerweise nur in Verstärkerämtern zur Verfügung stehen. Daher ist es insbesondere in kleinen Ämtern unwirtschaftlich, für einige wenige Verbindungen zum Betrieb von Rufumsetzereinrichtungen die für diese notwendige Batterieanlage anzuschaffen.
Gemäss der Erfindung wird daher für den Betrieb der Rufeinrichtungen unmodulierter lonfrequenzstrom verwendet und zur Verhinderung einer Fehlbetätigung der Rufeinrichtunge durch Sprechströme das die Tonfrequenzströme empfangende Resonanzrelais mit einer stark verzögert ansprechenden Schalteinrichtung verbunden. Durch eine solche Verzögerungseinrichtung, für die insbesondere Thermorelais sehr geeignet sind, lässt sich die Ansprechzeit der Anrufeinrichtung soweit hinaufsetzen, dass eine Fehlbetätigung durch Sprechstrome nicht mehr eintreten kann.
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Kontrolleinrichtung (z.
B. eine Kontrollampe) vorgesehen werden, welche an der den Rufstrom aussendenden Stelle die für das Ansprechen der Verzögerungseinrichtungen in der angerufenen Stelle erforderliche Zeitdauer der Rufstromgabe anzeigt. Hiefür lässt sich zweckmässig die pigene Anrufeinrichtung der rufenden Stelle verwenden.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes.
Auf der Fernleitung F kommt 500-per. Rufstrom an und bringt das Stimmgabelrelais SR zum Ansprechen. Dieses schliesst den Stromkreis Erde, Kontakte des Stimmgabelrelais. H-Relais. Batterie, Erde. Das H-Relais kommt zum Ansprechen und schliesst über seinen Kontakt den
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Stromkreis über die Wicklung des Thermokontaktes. Dieser erwärmt sich und gibt nach einer bestimmten Zeit Kontakt und schliesst dadurch den Stromkreis über das T'Relais. Dieses schliesst seinen eigenen Kontakt und hält sich über seine Haltewicklung im Lampenstromkreis und bringt gleichzeitig die Anruflampe A L zum Aufleuchten.
Durch Betätigung des Abfragekippers am Fernplatz unterbricht die Fembeamtin den Haltestromkreis des r-Relais und bringt dieses zum Abfallen.
Ruft die eigene Besetzung, so gibt sie 25-per. Rufstrom auf die Leitung. Die Kondensatoren k1 und sperren den 25-per. Rufstrom leitungsseitig ab. Das Rufrelais R spricht an und bringt über seinen Kontakt das Weiterrufrelais TfjR zum Ansprechen. Dieses legt die Leitung über seine beiden Kontakte an die 500-per. Rufstromquelle an. Es gelangt somit der 500-per. Rufstrom auf die Leitung. D das < S'jB-ReIais parallel in der Leitung liegt, spricht dieses nach einer bestimmten Zeit an und bringt die Anruflampe zum Aufleuchten. Da die Rufeinrichtung auf dem Gegenamt mit gleicher Verzögerung arbeitet wie die eigene. weiss somit die rufende Beamtin, ob sie hinreichend lang gerufen hat.
Werden von einem Fernplatz sowohl Leitungen mit Unterlagerungstelegraphie wie solche ohne Unterlagerungstelegraphie bedient, so hat die Platzbeamtin nur in der ersten Leitungsart für den Fernsprechverkehr länger zu rufen. Um unnötige Verzögerungen des Dienstbetriebes zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Vielfachklinken der ersten Leitungsart besonders zu kenn- zeichnen, z. B. durch Umrandung mit bestimmter Farbe.
Werden von einem Fernplatz Leitungen ohne Unterlagerungstelegraphie bedient. von einem benachbarten solche mit Unterlagerungstelegraphie, so hat nur die Beamtin dieses zweiten Platzes für den Fernsprechverkehr länger zu rufen. Bei schwächerem Verkehr helfen sich be- nachbarte Femplätze bekanntlich aus. Um die Beamtin des ersten Fernplatzes darauf aufmerksam zu machen, dass sie im Aushilfsfalle auf den zweiten Platz für den Fernsprechverkehr länger rufen muss, empfiehlt sich eine besondere Kennzeichnung der Rufschlüssel des zweiten Platzes. z. B. durch eine bestimmte Färbung,
PATENT-ANSPRÜCHE :
1.
Resonanzrelaisschaltung für den selektiven Empfang tonfrequenter Rufströme, insbesondere für Tonfrequenzruf in Fernsprechleitungen, dadurch gekennzeichnet, dass als Rufstrom unmodulierter Wechselstrom von Tonfrequenz (z. B. 500 Hz) verwendet wird und mit dem die Rufströme empfangenden Resonanzrelais eine so stark verzögert (z. B. nach 10 Se- kunden) ansprechende Sohalteinrichtung verbunden ist. dass eine Fehlbetätigung durch Sprechströme nicht eintreten kann.