<Desc/Clms Page number 1>
Mehrphasiger Selbstschalter mit Julleiterschalthebel.
Das österr. Patent Nr. 121205 bezieht sich auf einen mehrphasigen Selbstschalter mit Überstromoder Nullspannungsauslösern in jeder Phase, dessen Schalthebel sämtlich eine Freiauslösung besitzen und durch ihren zugehörigen Auslöser für sich unabhängig von den andern Phasen abschaltbar sind. Bei solchen Schaltern wird meistens auch der Nulleiter durch den Schalter hindurchgeführt. Der Nullleiterschalthebel ist ebenso wie die Phasenschalthebel für sich abschaltbar. Es besteht nun die Möglichkeit, dass der Nulleiterschalthebel beim Einschalten der Phasen aus irgendeinem Grunde, beispielsweise durch Bedienungsfehler oder durch Versagen des Schaltmechanismus, nicht eingeschaltet oder dass er bei eingeschalteten Phasen allein ausgeschaltet wird.
Dadurch können einzelne zwischen Phase und Nulleiter eingeschaltete Apparate Überspannung erhalten, wodurch sie beschädigt oder zerstört werden können.
In der Fig. 1 der Zeichnung ist ein Schaltschema für ein Dreiphasennetz dargestellt. Die Sekundärseite des Transformators a ist im Stern geschaltet. Die Phasenspannung des Transformators a beträgt beispielsweise 220 Volt und die verkettete Spannung 380 Volt. Die Phasen sind mit R, S, T und der Nulleiter mit 0 bezeichnet. Der Schalter b besteht aus den Phasenschalthebeln c, d und e und dem Nullleiterschalthebel f. Beispielsweise ist zwischen der Phase S und dem Nulleiter 0 eine 50-Watt-Lampe g und zwischen der Phase T und dem Nulleiter 0 eine 500-Watt-Lampe h eingeschaltet.
Ist, wie die Fig. 2 zeigt, der Nulleiterschalthebel f bei eingeschalteten Phasenschalthebeln c, d und e nicht eingeschaltet, so verläuft der Strom von der Phase S über den Phasenschalthebel d, die Lampe g, die Lampe h und den Phasenschalthebel e zur Phase T zurück. Zwischen den Phasen S und T besteht eine Spannung von 380 Volt. Bei den angenommenen Verhältnissen erhält die 50-Watt-Lampe g bei ausgeschaltetem Nullleiter eine Spannung von etwa 345 Volt. Da sie nur für eine Spannung von 220 Volt gebaut ist, wird sie bei der hohen Spannung zerstört.
Um eine Beschädigung von elektrischen Apparaten durch Nichteinschalten des Nulleiters zu vermeiden, wird der Schalter nach dem österr. Patent Nr. 121205 erfindungsgemäss so ausgeführt, dass die Phasenschalthebel selbsttätig abgeschaltet werden, wenn der Nulleiterschalthebel abgeschaltet wird, und dass sie nur eingeschaltet werden können, wenn gleichzeitig der Nulleiterschalthebel eingeschaltet wird. Zu diesem Zweck wird der Nulleiterschalthebel mit den Phasenschalthebeln verriegelt, u. zw. wird der Nulleiterschalthebel mit einem Nocken, einem Hebel od. dgl. versehen, der bei allein ausschaltendem Nulleiter die Phasenschalthebel zwangsläufig mit abschaltet und bei abgeschaltetem Schalter das Einschalten der Phasenschalthebel ohne den Nulleiterschalthebel verhindert.
In der Fig. 3 der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer derartigen Verriegelungsanordnung dargestellt. Der Schalter b besteht aus den Phasenschalthebeln c, d und e und dem Nulleiterschalthebel f.
Jeder Schalthebel ist durch den Auslöser seiner Phase unabhängig von den andern Schalthebeln ab-
EMI1.1
Die Schaltwelle i ist mit einem Vorsprung k versehen und steht unter der Wirkung einer Feder !. Der Nulleiterschalthebel f ist mit einem Nocken m versehen, der bei ausgeschaltetem Nulleiter auf einen in n drehbar gelagerten Hebel o drückt, der seinerseits auf den Hebel p arbeitet. Der Hebel p ist mit dem Handgriff q verbunden und steht unter der Wirkung einer Feder r. In der EinschaltsteIlung des Schalters greift der Hebel p mit dem umgebogenen Ende s hinter den Vorsprung k der Schaltwelle i. Wird der
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
freigegeben und diese durch die Feder z betätigt. Der Schalter wird also ausgeschaltet. Bei dem Versuch, die Phasenschalthebel ohne den Nulleiterschalthebel einzuschalten, liegen die Verhältnisse ähnlich.
Da der Hebel p mit seinem umgebogenen Ende s nicht hinter den Vorsprung 7c der Schaltwelle i greift, wird bei Betätigung des Handgriffes q die Schaltwelle i nicht erfasst. Das Einschalten der Phasenschalthebel ohne den Nulleiterschalthebel ist also nicht möglich. Die Phasen können erst eingeschaltet werden, wenn der Nulleiterschalthebel s eingeschaltet ist, so dass der Nocken m den Hebel o freigibt und die Feder r das umgebogene Ende s des Hebels p hinter den Vorsprung k der Schaltwelle i zieht. Zweckmässig kann der Kontakt des Nulleiters in an sich bekannter Weise so ausgeführt sein, dass der Nulleiterschalthebel beim Einschalten des Schalters eher den Kontakt schliesst als die Phasen und dass beim Ausschalten die Phasen eher ausgeschaltet werden als der Nulleiter. Dadurch wird die erstrebte Sicherheit erhöht.