AT131119B - Verfahren zur Herstellung wertvoller flüssiger Erzeugnisse aus Kohle, Teer u. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung wertvoller flüssiger Erzeugnisse aus Kohle, Teer u. dgl.

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AT131119B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung wertvoller fliissiger Erzeugnisse aus Kohle, Teer u. dgl. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung wertvoller flüssiger Erzeugnisse aus Kohle oder ändern kohlenstoffhaltigen Stoffen, beispielsweise Teer, Steinkohlenteer, verschiedenen Erdöl-   erzeugnissen. Erdölrüekständen,   Lignit, Zellulose u. dgl. 



   Es ist bekannt, dass die oben erwähnten Stoffe durch Behandlung mit Wasserstoff bei erhöhter Temperatur und bei hohem Druck in wertvollere Erzeugnisse umgewandelt werden können, beispielsweise in zum Betrieb von Verbrennungskraftmaschinen geeignete flüssige Brennstoffe. Es sind ferner schon verschiedene Vorschläge gemacht worden, die oben erwähnte Reaktion durch Zusatz gewisser katalytisch wirkender Stoffe zu beschleunigen und zu erleichtern. Bekannte Katalysatoren für diesen Zweck sind beispielsweise Metalle, Metallverbindungen, verschiedene andere nicht metallische Elemente oder Verbindungen dieser Stoffe. Von den vielen bereits vorgeschlagenen Katalysatoren sollen hier als spezielles Beispiel nur das Molybdän und die   Molybdänverbindungen   genannt werden, die man auch schon im Gemisch mit adsorbierenden Stoffen vorgeschlagen hat. 



   Es wurde gefunden, dass man bei der Herstellung wertvoller flüssiger Erzeugnisse aus Kohle, Teer, 
 EMI1.1 
 durch destruktive Druckhydrierung in Gegenwart von Molybdänverbindungen im Gemisch mit adsorbierenden Stoffen als Katalysator dann besonders gute Ausbeuten an hellen Reaktionsprodukten erhält, wenn man als Katalysator die Erzeugnisse verwendet, die durch Adsorption oder Aufbringung kolloidaler Molybdänverbindungen, insbesondere Molybdänsäure, auf adsorbierende Stoffe, wie Adsorptionskohle oder fein verteilte Braunkohle, erhalten werden.

   Diese Katalysatoren sind noch wirksamer als die durch Adsorption oder Absorption von echten Lösungen von Molybdänverbindungen auf oder in Kohle erhaltenen Erzeugnisse, was überraschend ist. weil in echten, d. h.   molekularen   Lösungen die Verteilung des Katalysators noch feiner ist als in kollloidalen Lösungen. 



   Die Herstellung eines Katalysators für die Zwecke der Erfindung kann in folgender Weise erfolgen : 
 EMI1.2 
 Die die Molybdänverbindung enthaltende Aktivkohle oder fein verteilte Braunkohle wird dann durch Filtration von der   Lösung abgetrennt,   mit einer kleinen Menge Wasser gewaschen und getrocknet, u. zw.   zunächst   bei   gewöhnlicher Temperatur und   darauf bei etwa   50-RO C. Um   die bessere Wirkung der in 
 EMI1.3 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
Man erhält dann, berechnet auf trockene und   aschefreie Kohle. eine Ausbeute von 16#1% Benzin   und Kerosin, das bis zu   300  C siedet, 3#1% Kresole   und   42#9% eines asphaltischen Rückstandes.   
 EMI2.1 
 Wasser. 



   Die Farbe des   asphaltisehen   Rückstandes ist braun ; die andern flüssigen   Reaktionsprodukte   haben eine helle Farbe. 



   2. 204g Braunkohle werden unter den gleichen Bedingungen wie im Beispiel 1 behandelt. Als 
 EMI2.2 
 nicht umgesetzte Kohlerückstand beträgt 19%
3.   100 g   eines dunkelbraunen Gasöles, das zum grössten Teil   oberhalb 2200 C   siedet   und 2#9%  
Schwefel enthält, wird in einem Autoklaven mit Wasserstoff unter Druck und in Gegenwart von   13#6g   einer Kontaktmasse erhitzt, die man durch Adsorption aus kolloidaler   Molybdänoxydlösung   und Aktivkohle erhält. Der   Anfangswasserstoffdruck   beträgt 18kg/cm2 ; in etwa 40 Minuten wird die Temperatur im Autoklaven allmählich von Zimmertemperatur auf etwa 460  C erhöht. Direkt nach Erreichung dieser Temperatur wird das Erhitzen eingestellt.

   Wenn die Temperatur dann auf etwa   300  C gefallen ist,   werden die bei dieser Temperatur gasförmigen Produkte aus dem Autoklaven abgezogen und gekühlt, wodurch man 66'6 g eines fast farblosen Öles mit nur   0'63% Schwefel   erhält. Im Autoklaven verbleiben   24#1   g eines schwereren gelben Öles mit   1#81% Schwefel, Durch Zersetzung von   Gasöl   werden 8#2%   Gas gebildet. Insgesamt werden durch die Behandlung 71 % des im Gasöl vorhandenen Schwefels entfernt. 



   Das in diesem Beispiel beschriebene Verfahren eignet sich zur Verbesserung der Eigenschaften von verschiedenen Erdölprodukten. Die Farbe der Erzeugnisse wird wesentlich besser, ihr Sehwefelgehalt geringer und infolge einer nicht zu heftigen Spaltung werden die   Siedetemperaturgrenzen   de < behandelten Öles herabgesetzt, was für verschiedene Verwendungszwecke des Öles von   Wichtigkeit   sein kann. 



   4. 102 g Carisborg-Braunkohle in gepulverter Form mit   2% Feuchtigkeit und 9#3% Asche werden   mit 100 g des im Beispiel 3 beschriebenen Gasöles vermischt. Dieser Mischung werden 10 g einer in der oben beschriebenen Weise hergestellten Kontaktmasse zugesetzt, die so viel Molybdänoxyd enthält. als 4g   moos   äquivalent sind, und die auf der Basis von Aktivkohle als Adsorptionsmittel hergestellt ist. 
 EMI2.3 
 des Reaktionsgemisches auf 3000 C gefallen ist. wird der bei dieser Temperatur   gasförmige Anteil an   Reaktionsprodukten abgezogen und gekühlt, um dadurch die wertvollen Bestandteile zu   gewinnen.   Bprechnet auf das Gesamtgewicht von angewendeter Kohle in trockenem und   aschefreien   Zustand und das Gesamtgewicht von Gasöl erhält man folgende Ausbeuten :

     12-3% bis zu 220  C   siedendes Benzin.   19% zwischen 220   und 300  C siedendes Kerosin.   1-7".. bis   3000 C siedende Kresole, 46% eines schweren asphaltischen und über 300  C siedenden   Rückstandes,   
 EMI2.4 
 Nur 1'9% des Ausgangsmaterials lag in Form eines nicht verflüssigten   kohleartigen Riickstände   vor. 



   Das Verfahren gemäss der Erfindung hat nicht nur den Vorteil, dass bessere Ausbeuten an Reaktionsprodukten erzielt werden. sondern noch den weiteren Vorteil, dass die Farbe der Reaktionsprodukte viel heller ist, als beim Arbeiten mit gewöhnlichen Molybdänkatalysatoren der Fall ist. 



   Der beschriebene Katalysator kann bei allen den Verfahren Anwendung finden, bei denen Kohle oder andere kohlenstoffhaltige Stoffe unter Druck und bei erhöhter Temperatur bei Anwesenheit von Wasserstoff behandelt werden, unabhängig von den angewendeten Temperaturen und   Drucken und un-   abhängig von der Art des verwendeten Hydriergases, das Wasserstoff, Wasserstoff enthaltende Case, Kohlenoxyd allein oder im Gemisch mit Wasserstoff oder Wasserdampf oder andern   Wasserstoff ent-   haltenden oder zur Bildung von Wasserstoff in freier oder   gebundener   Form   führenden Gasen enthalten   kann.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : EMI2.5 als Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysatoren die Erzeugnisse verwendet werden. die man durch Adsorption oder Aufbringung kolloidaler Molybdänverbindungen, insbesondere Molybdänsäure, auf adsorbierende Stoffe, wie Adsorptionskohle oder fein verteilte Braunkohle, erhält.
AT131119D 1929-08-14 1930-03-31 Verfahren zur Herstellung wertvoller flüssiger Erzeugnisse aus Kohle, Teer u. dgl. AT131119B (de)

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