AT13631U1 - Tiefziehbare, sterilisierbare Platine - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine tiefziehbare, sterilisierbare Platine mit einer heißsiegelfähigenInnenschicht und einer Aluminiumfolie.Die Erfindung bezweckt, an Aluminium zu sparen und ist dadurch gekennzeichnet, dass andie Aluminiumfolie eine Kunststofffolie laminiert ist, die entweder aus Polypropylen oderPolyethylenterephthalat oder Polyamid besteht. In einer Ausgestaltung ist die Kunststofffoliezwischen zwei Aluminiumfolien angeordnet.
Description
österreichisches Patentamt AT13 631 U1 2014-05-15
Beschreibung
TIEFZIEHBARE, STERILISIERBARE PLATINE
[0001] Die Erfindung betrifft eine tiefziehbare, sterilisierbare Platine entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Lebensmittel, Tiernahrung, medizinische Produkte und anderes in sterilisiertem Zustand werden vielfach in Schalen oder Bechern aus Aluminium verkauft. Verschlossen sind diese Schalen oder Becher durch sogenannte Platinen aus Aluminium bzw. einer Aluminiumlegierung, die auf der dem Becher zugewandten Seite eine flächige Beschichtung aufweist, die einerseits verhindert, dass das Gut mit dem Aluminium in Berührung kommt und es andererseits ermöglicht, dass die Platine mit dem Becherrand durch Heißversiegeln geschlossen wird. Dann erst wird die geschlossene Verpackung in einem Autoklaven odgl. durch Erhitzen auf 120Ό, z.T. auch auf bis zu 145°C sterilisiert.
[0003] Um dem dabei im Inneren der Verpackung entstehenden Druck widerstehen zu können, erfolgt das Sterilisieren zumeist in einer Umgebung, die ebenfalls auf Überdruck gebracht wird, doch kommt es auch dabei verschiedentlich beim Erwärmen, besonders aber beim Abkühlen zu Deformationen der Platine, was zwar die Dichtheit der Verpackung nicht beeinträchtigt, aber vom Konsumenten und damit auch vom Abfüller nicht gut geheißen wird. Aus diesem Grund werden die Platinen durch Tiefziehen so verformt, dass ein Großteil Ihrer Fläche in einer Ebene liegt, die mit der Randebene nicht übereinstimmt; durch diese dreidimensionale Formgebung wird ihre mechanische Widerstandskraft erhöht. Im Allgemeinen wir die Platine so gestaltet, dass bei der fertigen und verschlossenen Verpackung der Rand der Platine über ihre zentrale Fläche vorsteht, damit wird auch die Stapelbarkeit der Verpackung deutlich verbessert.
[0004] Die Platinen bestehen im Stand der Technik aus Aluminium in einer Stärke von zumeist 50 bis 70 pm; auf der dem Gut zugewandten Seite befindet sich vollflächig eine aufextrudierte Polypropylenschicht, die sehr gut für das Heißsiegeln und die Trennung des Aluminiums von den Lebensmitteln geeignet ist; auf der späteren Außenseite sind der Bedruckung dienende Schichten angeordnet, die aber für die Erfindung nicht von Bedeutung sind und daher nicht weiter erwähnt werden. Die Schale (vom Becher wird wegen der leichteren Lesbarkeit der Anmeldung im Folgenden nur mehr in Sonderfällen gesprochen) besteht aus Aluminium, zumeist mit einer Stärke von 80 bis 120 pm, die Innenseite ist ebenfalls mit einer Polypropylenschicht überzogen, um einerseits den direkten Kontakt zwischen dem Gut und dem Aluminium zu verhindern und dabei gleichzeitig eine siegelbare Schichte am Rand der Schale zu erhalten. Auch die Schale kann an ihrer Außenseite mit verschiedenen Druckschichten und Schutzschichten für den Druck versehen sein.
[0005] In Hinkunft wird in der Beschreibung nur von Aluminium gesprochen, gemeint ist damit nicht chemisch reines Aluminium oder technisch reines Aluminium, sondern es sind die Aluminiumlegierungen gemeint, die seit Jahrzehnten für derartige Verpackungen verwendet werden und dem Fachmann in verschiedenen Varianten zur Verfügung stehen. Auch unter dem Begriff Polypropylen ist nicht das chemisch reine, sondern das für die Beschichtung solcher Behälter seit vielen Jahrzehnten verwendete Polypropylen, das verschiedentlich mit Zusätzen versetzt sein kann, zu verstehen.
[0006] Diese Verpackungen haben sich im Wesentlichen bewährt, doch ist es im Zuge der Bemühungen, nachhaltigere Rohstoffe zu verwenden und bei der Herstellung viel Energie konsumierende Rohstoffe, wie Aluminium, tunlichst zu vermeiden, ein allgemeiner Wunsch, die Menge des benötigten Aluminiums möglichst zu reduzieren.
[0007] Die notwendigen Bedingungen der Tiefziehfähigkeit und der Sterilisierbarkeit der Platine haben aber ein Abgehen von den Aluminiumplatinen bisher verhindert.
[0008] Es ist somit Aufgabe der Erfindung, eine tiefziehfähige und sterilisierbare Platine zu schaffen, die auf den vorhandenen Befüll- und Verschlussautomaten eingesetzt werden kann, 1 /4 österreichisches Patentamt AT13 631 U1 2014-05-15 deren Peelverhalten dem der bisher verwendeten Platinen entspricht, und die weniger Aluminium als bisherige Platinen zu ihrer Herstellung benötigt, ohne preislich über der Aluminiumplatine zu liegen.
[0009] Erfindungsgemäß werden diese Ziele durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 angegebenen Maßnahmen erreicht. Mit anderen Worten, es wird eine Aluminiumfolie mit einer Kunststofffolie laminiert, die entweder aus Polypropylen oder Polyethylenterephthalat oder Polyamid besteht, anschließend an die Kunststofffolie oder die Aluminiumfolie ist eine Siegelschicht, bevorzugt auf Polypropylenbasis, entweder aufextrudiert oder anlaminiert. In einer Ausgestaltung ist zwischen der Kunststofffolie und der Siegelschicht eine weitere Aluminiumfolie auflaminiert. Weitere Schichten können, wie im Stand der Technik bekannt, vorgesehen sein, tragen aber zur Mechanik bzw. der Verschließbarkeit nichts bei.
[0010] Bevorzugt ist dabei die äußerste Schichte (abgesehen von Druckvorlack, Druckschichte und eventuell Schutzschichte für den Druck) die Aluminiumfolie; in besonderen Fälle kann es auch die Polyethylenterephthalatfolie oder die Polyamidfolie sein, eine Polypropylenfolie eignet sich dafür nicht.
[0011] Die Aluminiumschicht, wenn nur eine verwendet wird, weist eine Dicke zwischen 9 und 35 pm, bevorzugt zwischen 15 und 30 pm auf. Wenn zwei Aluminiumschichten vorhanden sind, kann deren Stärke, unabhängig voneinander, bis auf jeweils 8 pm, bevorzugt 10 pm, reduziert werden, Stärken über 20 pm sind möglich, widersprechen aber dem Erfindungsziel. Die Polyethylenterephthalatfolie weist eine Stärke zwischen 6 und 40 pm, bevorzugt zwischen 10 und 15 pm auf. Die aufkaschierte PP-Folie, die in den meisten Fällen mehrschichtig aufgebaut ist, weist eine Stärke zwischen 5 und 50 pm, bevorzugt zwischen 25 und 35 pm auf. Die Polyamidfolie kann eine Stärke im gleichen Bereich wie die PP-Folie aufweisen. Es ist klar, dass mit zunehmender Reduktion der Stärke des Aluminiums die Stärke der Kunststofffolie zunimmt und umgekehrt.
[0012] Die als Siegelschicht dienende innerste Schicht, weist, wenn es aufextrudiertes Polypropylen ist, eine Stärke zwischen 15 und 50 g/m2, bevorzugt zwischen 20 und 40 g/m2 auf, wenn es sich um eine aufkaschierte Siegelfolie handelt, die ebenfalls auf Polypropylenbasis aufgebaut ist, weist diese eine Stärke zwischen 20 und 100 pm, bevorzugt zwischen 40 und 60 pm auf.
[0013] Bei all den oben angeführten, durch Kaschieren bzw. Laminieren erhaltenen Verbunden können Klebstoffe verwendet werden, diese sind dem Fachmann in Kenntnis der Erfindung und der Anwendung leicht zugänglich, beachtlich ist neben der Lebensmitteltauglichkeit nur die Temperaturbeständigkeit bis zur jeweiligen Sterilisationstemperatur.
[0014] Beispiele für Verbünde, die sich in Tests bewährt haben, sind folgende:
Außen - Innen
Beispiel 1: 9 pm Alu 12 pm PETp - 9 pm Alu 35g/m2 PP-Siegelsch. Beispiel 2: 9 pm Alu - 12 pm PETp - 9 pm Alu 50 pm PP-Peelfilm Beispiel 3: 12 pm PETp - 15pmAlu 50 pm PP-Peelfilm Beispiel 4: 12 pm PETp - 20pmAlu 50 pm PP-Peelfilm Beispiel 5: 15pmAlu 12 pm PETp - 15pmAlu 35 g/m2 PP-Siegelsch 2/4
Irak österreichisches patentamt AT13 631 U1 2014-05-15 Beispiel 6: 12 pmAlu Beispiel 7: 30 pmCPP 12pmAlu - 50 pm PP-Peelfilm 9 pm Alu 30 pm CPP - 30 g/m2 PP-Siegelsch. Beispiel 8: 20 pm Alu 30 pm CPP - 25 g/m2 PP-Siegelsch. Beispiel 9: 20 pm Alu Beispiel 10: 30 pm PP-Film 25 g/m2 PP-Siegelsch. 20 pm Alu 27 pm PP-Film 25 g/m2 PP-Siegelsch. BEZEICHNUNGEN: Alu: Aluminium PETp: Polyethylenterephthalat PP: Polypropylen Siegelsch.: Durch Extrudieren oder anders aufgetragen Peelfilm: Laminiert CPP: Cast-Polypropylen PP-Film: Mehrlagiger PP-Film mit verschiedenen Füllstoffen. [0015] Die angegebenen Verbünde haben sich, wie erwähnt in Tests bewährt, der des Beispiels 7 stellt eine Untergrenze dar, die bei Laborbedingungen die Kriterien erfüllt, bei industriellem Einsatz wohl hart am Rande der Toleranzen steht und beim Siegeln das Einhalten enger Toleranzen betreffend Druck, Temperatur und Zeit erfordert. Polyamid wurde in eigenen Versuchen getestet und ergab Werte, die denen des PP sehr ähnlich sind.
[0016] Die Varianten, bei denen die äußerste Schichte des erfindungsgemäßen Verbunds eine Polyethylenterephthalatfolie ist, eignen sich speziell für sogenannten Spiegeldruck, der vor dem Kaschieren auf die Innenseite der Polyethylenterephthalatfolie aufgebracht wird und durch diese sichtbar ist. Die Varianten, bei denen die Aluminiumfolie die äußerste Folie ist, haben den Vorteil, dass beim Siegeln weniger genaue Zeit- und Temperatur- und Druckfenster eingehalten werden müssen, um zu einer akzeptablen Siegelung zu kommen als in den Fällen, in denen das Polyethylenterephthalat die äußerste Schicht darstellt.
[0017] Interessanterweise erlauben es die genannten Verbundmaterialen, auf die übliche Weise tiefgezogen zu werden, samt eventueller Versteifungen und spezieller Ausbildungen der Platine, und können auf den üblichen vorhandenen Ausrüstungen der Befüller versiegelt werden, wobei auch die Vereinzelung der Platinen keine Probleme mit sich bringt, da alle von den bisher bekannten Aluminiumplatinen bekannten Maßnahmen zu Erleichterung des Vereinzeins auch bei den erfindungsgemäßen Platinen eingesetzt werden können. Auch bleibt für die Endbenutzer das Öffnen von Schalen bzw. Bechern, die mit derartigen Platinen verschlossen sind, das gewohnte „Feeling“, die Peeleigenschaften sind die gleichen wie bei den Platinen aus dem Stand der Technik.
[0018] Die Erfindung ist nicht auf die genannten Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern kann verschiedentlich abgewandelt werden. Die Bezeichnungen „Kaschieren“ und „Laminieren“ werden in der Beschreibung und den Ansprüchen ohne Unterscheidung verwendet und sind im weitesten Sinn zu verstehen. 3/4
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