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In der Tonfilmtechnik werden zur Wiedergabe Filmstreifen benutzt, deren Tonspur auf dem
Wege einer photographischen Kopie des betreffenden Negativfilrns erzeugt ist. Wenn man jedoch, wie es ebenfalls bereits vorgeschlagen wurde, photographische Tonaufzeichnungen mittels eines Druck- verfahrens vervielfältigen und dabei aus Preisgründen einen Vorführfilm aus Papier od. dgl. verwenden will, tritt ein neues Problem auf, welches in der Faserstruktur der Papirrträger begründet ist. Es wurde bereits vorgeschlagen, zur Vermeidung des durch die Faserstruktur des Papiers hervorgerufenen Rauschens einen Anstrich des Papiers mit Kreide od. dgl. zu verwenden, durch welchen die Oberfläche des Papiers geglättet und somit der Einfluss der Faserstruktur vermindert oder beseitigt wird.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine andere Lösung der durch die Faserstruktur des
Papiers gegebenen Schwierigkeiten, wobei gleichzeitig die Herstellung des Vorführstreifens und insbesondere der Druckvorgang noch vereinfacht und daher verbilligt wird. Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass es für den Fall der Herstellung reiner Schallaufzeichnungsträger (d. h. solcher, die keine Bildaufzeichnungen, sondern nur Tonaufzeichnungen enthalten) nicht notwendig ist, die ver- hältnismässig geringe Transportgeschwindigkeit des Tonaufzeiehnungsträgers, die in Bildtonfilmaufnahmeund Wiedergabeapparaten benutzt wird, beizubehalten.
Diese Geschwindigkeit lässt sich vielmehr in die Höhe setzen, so dass zur Aufzeichnung derselben Frequenzen und insbesondere zur Wiedergabe derselben Frequenzen Spaltbilder bzw. Lichtbänder verwendet werden können, deren in der Laufrichtung des Streifens gemessene Höhe grösser ist als die bei normalen Tonbildfilmen verwendete Spaltbild-bzw.
Liehtbandhohe. Die Vergrösserung der Lichtbandhöhe bei der Wiedergabe ist nun insofern der Zweck der Erfindung, als das bei der Wiedergabe auftretende von der Faserstruktur des Papiers herrührende Geräusch um so geringer wird, je grösser die Lichtbandhöhe gewählt werden kann. Darüber hinaus tritt jedoch bei Vergrösserung der Lichtbandhöhe noch eine Verminderung über den nach dem oben Gesagten zu erwartenden Umfang hinaus ein, weil, wie nachträglich mikroskopische Untersuchungen gezeigt haben, nicht nur die Papierfasern an und für sich, sondern ausserdem noch eine gröbere Faserstruktur, die aus Zusammenballungen einer grösseren Anzahl von Fasern zu sogenannten Inseln besteht, für das Rauschen bei der Wiedergabe verantwortlich zu machen ist.
Die Vergrösserung der Lichtbandhöhe auf etwa 120 oder mehr, die sich nach Versuchen als zweckmässig ergeben hat, berücksichtigt nicht nur die Faserstruktur, sondern auch noch die erwähnte gröbere Struktur, welche durch Zusammenballungen einer Mehrzahl von Fasern zu Inseln hervorgerufen wird.
Die Vergrösserung der Lichtbandhöhe bei der Wiedergabe und die gleichzeitige notwendige Vergrösserung der Ablaufgeschwindigkeit des Aufnahme-und des Wiedergabestreifens braucht auch nicht etwa zu einer Vergrösserung des Materialaufwandes zu führen. Es ist nämlich nicht notwendig, bei der Aufnahme eine Tonspur aufzuzeichnen, welche dieselbe Breite besitzt wie die Tonspur bei Tonbildfilmen, und nicht notwendig, bei der Wiedergabe eine Tonspur von der bei Tonbildfilmen üblichen Tonspurbreite zu benutzen. Es lässt sich vielmehr die Länge des Spaltbildes (d. h. die senkrecht zur Laufrichtung liegende Spaltabmessung) bei der Aufnahme und die Lichtbandlänge bei der Wiedergabe etwa in demselben Verhältnis verkleinern, wie die Lichtbandhöhe gemäss der Erfindung zu vergrössern ist.
Man kann also, wenn man auf die Ersparnis an Aufnahmematerial und auf einen geringen Papierbedarf für die
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Wiedergabestreifen Wert legt, die Länge des Spaltbildes bzw. Lichtbandes entsprechend geringer wählen.
Die Grösse des Grundgeräusches ist bei Verwendung eines Lichtbandes von gemäss der Erfindung vergrösserter Höhe und entsprechend geringerer Länge ebenfalls geringer, als wenn man eine auf Papier od. dgl. gedruckte Schallaufzeichnung mit einem Lichtband abtasten wollte, wie es bei der Abtastung eines auf photographischem Wege kopieren V orfüllrstreifens in der Tonfilmteehnik üblich ist.
Das Minimum des Grundgeräusehes bei gleichem Bedarf an Aufnahmematerial und Wiedergabepapier wie bei normaler Tonbildfilmgesehwindigkeit wird erreicht, wenn man die Aufnahme-und Wiedergabegeschwindigkeit sowie Spaltlänge und Spalthöhe derart wählt, dass das Spaltbild bzw. das Lichtband quadratische Form besitzt.
Eine episkopische Liehtabtastvorriehtung gemäss der Erfindung unterscheidet sich nach dem oben Gesagten von den bisher bekannten episkopischen Liehtabtastvorrichtungen dadurch, dass das Lichtband eine Höhe von 120 ! 1 oder eine grössere Höhe besitzt.
Der Erfindungsgedanke kommt auch bei Betrachtung eines Vorführstreifens mit blossem Auge bereits zum Ausdruck, insbesondere dann, wenn man ihn mit einem gedruckten Vorführstreifen vergleicht, der nach dem bisher üblichen Verfahren mit der Geschwindigkeit eines normalen Tonbildfilms vorzuführen ist. Gleiche Töne stellen sich nämlich auf einem gemäss der Erfindung hergestellten Vorführstreifen als Zacken dar, deren Abstand in der Längsrichtung des Streifens das Dreifache des bei einem normalen Vorführstreifen zu messenden Wertes beträgt. Es ist somit nicht einmal notwendig, auf die Angabe der Laufgeschwindigkeit, die bei jedem Vorführstreifen ohnehin wird mit angegeben werden müssen, zu achten.
Zusammenfassend lässt sieh also der Erfindungsgedanke dahin charakterisieren, dass die Lichtbandhöhe bei der Wiedergabe 120 p. oder mehr betragen soll, um ausser der Faserstruktur auch die erwähnte Inselstruktur des gedruckten Tonaufzeiehnungsträgers unschädlich zu machen, und dass aus diesem Grunde auch die Geschwindigkeit des Tonaufzeiehnungsträgers bei der Aufnahme (die mit derjenigen bei der Wiedergabe natürlich übereinstimmen muss) entsprechend erhöht werden muss, wenn man nicht auf die Aufzeichnung und Wiedergabe der hohen Frequenzen verzichten will. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass es an und für sich nicht nötig ist, die Vergrösserung der Spalthöhe bereits bei der Aufnahme vorzunehmen.
Es ist durchaus denkbar, bei der Aufnahme ein Spaltbild von der geringen bisher üblichen Höhe zu verwenden, wesentlich ist lediglich die Erhöhung der Laufgeschwindigkeit auch schon bei der Aufnahme. Ein Vorteil wird jedoch durch Beibehaltung der geringen Höhe des Aufnahmespaltbildes nicht erzielt. Es werden lediglich, sofern das zur Aufnahme benutzte Lichtsteuergerät dies zulässt, auch noch sehr hohe Spraehfrequenzen, auf deren Aufzeichnung ohne weiteres verzichtet werden kann, mitregistriert. Bei der Wiedergabe werden diese sehr hohen Spraehfrequenzen jedoch wegen des in seiner Höhe vergrösserten Wiedergabelichtbandes nicht oder nur in verschwindend schwachem Masse wiedergegeben werden.
Es kann deshalb, wie es eingangs besprochen wurde, auch ohne weiteres bei der Aufnahme bereits ein Spaltbild von entsprechend der höheren Ablaufgeschwindigkeit vergrösserter Höhe verwendet werden.
Ein massgebender Vorteil der Erfindung besteht noch darin, dass die Grösse der im Photozellenkreis fliessenden Ströme durch Vergrösserung der Lichtbandhöhe ebenfalls zunimmt, so dass eine geringere Verstärkung notwendig ist als bei Verwendung eines Lichtbandes der bei Tonbildfilmen üblichen Abmessungen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung photographischer Schallaufzeichnungen auf bandförmigem Material, die auf einen Träger von faseriger Oberflächenbeschaffenheit, vorzugsweise auf Papier, mittels eines Druckverfahrens kopiert und durch eine episkopische Lichtabtasteinrichtung wiedergegeben werden sollen, dadurch gekennzeichnet, dass die Sehallereignisse auf einen Filmstreifen aufgezeichnet werden, der mit der dreifachen oder einer höheren Geschwindigkeit abläuft wie der bei normalen Tonbildfilmaufnahmen benutzte Filmstreifen (d. h. statt etwa 45 cm pro Sekunde wie bei Tonbildfilmen mit, mindestens 135 cm pro Sekunde).