AT14462U1 - Tragvorrichtung und bodensystem zwischen zwei gelenkig verbundenen fahrzeugteilen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Tragvorrichtung (6) eines Bodensystems für einen durchschreitbaren Übergang zwischen zwei mittels einer Kupplungsvorrichtung gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen (17,18), vorzugsweise eines Schienenfahrzeuges, mit zumindest einem Scherengestell (5), wobei ein Scherengestell (5) jeweils endseitig mit einer, mit den Fahrzeugteilen (17,18) oder mit Endrahmen des Überganges verbindbaren, Lagerungsvorrichtung (4) verbunden ist und zwei Scherenarme (7) umfasst, wobei die Scherenarme (7) in der Lagerungsvorrichtung (4) um eine zu einer Gier-Achse (1) parallele Drehachse schwenkbar sind und das zumindest eine Scherengestell (5) um eine Roll-Achse (2) sowie eine Nick- Achse (3) in der Lagerungsvorrichtung (4) schwenkbar ist. Um eine optimale Lasteinleitung zu erreichen, ist vorgesehen, dass die Lagerungsvorrichtung (4) eine erste Lageranordnung mit zwei zur Gier-Achse (1) parallelen Lagerachsen umfasst, wobei jeweils einer der Scherenarme (7) entlang jeweils einer Lagerachse schwenkbar angebunden ist, sowie eine zweite Lageranordnung mit einer zur Roll-Achse (2) parallelen ersten Schwenkachse und eine dritte Lageranordnung mit einer zur Nick-Achse (3) parallelen zweiten Schwenkachse.
Description
Beschreibung
TRAGVORRICHTUNG UND BODENSYSTEM ZWISCHEN ZWEI GELENKIG VERBUNDENEN FAHRZEUGTEILEN
GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft eine Tragvorrichtung eines Bodensystems für einen durchschreitbaren Übergang zwischen zwei mittels einer Kupplungsvorrichtung gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen, vorzugsweise eines Schienenfahrzeuges, mit zumindest einem Scherengestell, wobei ein Scherengestell jeweils endseitig mit einer, mit den Fahrzeugteilen oder mit Endrahmen des Überganges verbindbaren, Lagerungsvorrichtung verbunden ist und zwei Scherenarme umfasst, wobei die Scherenarme in der Lagerungsvorrichtung um eine zu einer Gier-Achse parallele Drehachse schwenkbar sind und das zumindest eine Scherengestell um eine Roll-Achse sowie eine Nick-Achse in der Lagerungsvorrichtung schwenkbar ist. Außerdem betrifft die Erfindung ein Bodensystem für einen durchschreitbaren Übergang zwischen zwei mittels einer Kupplungsvorrichtung gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen, vorzugsweise eines Schienenfahrzeuges, mit einer Bodenplatte, zwei, die Bodenplatte zumindest abschnittsweise überlappende, Trittplatten und zumindest einem Scherengestell, wobei die Trittplatten mit den Fahrzeugteilen verbindbar sind und das Scherengestell lagernd mit der Bodenplatte verbunden ist.
STAND DER TECHNIK
[0002] Eine Brücke, auch als Bodensystem bezeichnet, zwischen zwei gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen ist beispielsweise aus der EP 2 457 796 B1 bekannt. Diese Patentschrift schlägt vor, ein Bodensystem, bestehend aus zwei Bodenplatten und einer Trittplatte, auf einer Tragvorrichtung abzustützen, wobei die Tragvorrichtung auf jeder Seite ein Zentrierglied, welches als Doppelschere ausgeführt ist und daher in der Folge als Scherengestell bezeichnet wird, umfasst. Ein solches Scherengestell ist jeweils aus zwei Scherenarmen aufgebaut und endseitig mittels einer Lagerungsvorrichtung an die Fahrzeugteile angebunden.
[0003] In der Folge wird ein orthogonales Bezugskoordinatensystem umfassend eine Gier-Achse, eine Nick-Achse und eine Roll-Achse verwendet, welches, in an sich bekannter Weise, die Drehachsen auf die Bewegung der Fahrzeugteile beziehen.
[0004] Dabei ist die Trittplatte lagernd mit den, darunterliegenden, Scherengestellen verbunden und die Lagerungsvorrichtungen sind als sphärische Lager ausgeführt. An einem derartigen sphärischen Lager sind einerseits die beiden Scherenarme drehbar an einer, eine zur Gier-Achse parallele Drehachse aufweisende, Gleitbuchse angeordnet, um ein Auseinanderziehen und Zusammenklappen des Scherengestells zu ermöglichen. Andererseits ist die Gleitbuchse mit einem sphärischen Sattel verbunden, welcher auf einem, an einem zentralen Bolzen angeordneten, sphärischen Bund aufliegt. Dadurch ist eine Schwenkung des Scherengestells sowohl um eine parallel zur Roll-Achse, als auch eine parallel zur Nickachse liegenden Schwenkachse möglich.
[0005] Der beschriebene Stand der Technik weist jedoch einen erheblichen Nachteil auf: Da die auf die Lagerungsvorrichtung wirkende Kraft hauptsächlich entlang der Gier-Achse wirkt und von auf dem Bodensystem stehenden Personen verursacht wird, wird das beschriebene sphärische Lager im Wesentlichen axial belastet. Sphärische Lager dieser Bauart sind jedoch hauptsächlich auf eine radiale Belastungsrichtung ausgelegt, so dass aufgrund der ungünstigen Lastrichtung mit erhöhtem Verschleiß durch die abschnittsweise hohe Flächenpressung und die ungleichmäßige Belastung des sphärischen Bundes zu rechnen ist. Dies hat verkürzte Lebenszeiten der Lagerungsvorrichtung zur Folge, welche zu vergrößertem Wartungsaufwand, kürzeren Wartungsintervallen und höheren Wartungskosten führt.
[0006] Ebenfalls als nachteilig anzusehen ist die Tatsache, dass die Lagerung der Scherenar- me in der beschriebenen Art und Weise betreffend die rotatorischen Freiheitsgrade überbe-stimmt ist, da die Scherenarme sowohl um die Drehachse der Gleitbuchse, als auch um eine zur Gier-Achse parallele Drehachse des sphärischen Lagers schwenkbar sind. Dadurch kann es zu unerwünschten und den Verschleiß fördernden Relativbewegungen zwischen den einzelnen Komponenten kommen.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0007] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Tragvorrichtung eines Bodensystems für einen durchschreitbaren Übergang zwischen zwei mittels einer Kupplungsvorrichtung gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen, vorzugsweise eines Schienenfahrzeuges, vorzuschlagen, welche die beschriebenen Nachteile des Stands der Technik nicht aufweist und eine optimierte Lasteinleitung der Tragvorrichtung in die Fahrzeugteile ermöglicht sowie eine Schwenkbarkeit parallel zu der Roll-Achse und der Nick-Achse und eine schwenkbare Anbindung der Scherenarme zulässt, ohne dass die Trag Vorrichtung rotatorisch überbestimmt ist.
[0008] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Tragvorrichtung vorzuschlagen, bei der die Abmessung der Lagerungsvorrichtung entlang der Gier-Achse möglichst gering ist, sodass keine Rampen notwendig sind, um von den Fahrzeugteilen auf den durchschreitbaren Teil des Bodensystems zu gelangen.
[0009] Die Erfindung soll sich des Weiteren durch eine einfache Konstruktion, eine lange Lebensdauer und eine kostengünstige Herstellung auszeichnen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0010] Diese Aufgabe wird in einer erfindungsgemäßen Trag Vorrichtung eines Bodensystems für einen durchschreitbaren Übergang zwischen zwei mittels einer Kupplungsvorrichtung gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen, vorzugsweise eines Schienenfahrzeuges, mit zumindest einem Scherengestell, wobei ein Scherengestell jeweils endseitig mit einer, mit den Fahrzeugteilen oder mit Endrahmen des Überganges verbindbaren, Lagerungsvorrichtung verbunden ist und zwei Scherenarme umfasst, wobei die Scherenarme in der Lagerungsvorrichtung um eine zu einer Gier-Achse parallele Drehachse schwenkbar sind und das zumindest eine Scherengestell um eine Roll-Achse sowie eine Nick-Achse in der Lagerungsvorrichtung schwenkbar ist dadurch gelöst, dass die Lagerungsvorrichtung eine erste Lageranordnung mit zwei zur Gier-Achse parallelen Lagerachsen umfasst, wobei jeweils einer der Scherenarme entlang jeweils einer Lagerachse schwenkbar angebunden ist, sowie eine zweite Lageranordnung mit einer zur Roll-Achse parallelen ersten Schwenkachse und eine dritte Lageranordnung mit einer zur Nick-Achse parallelen zweiten Schwenkachse.
[0011] Durch die Aufteilung der Scherenarme auf zwei eigene Lagerachsen in der ersten Lageranordnung, wird einerseits die Geometrie der Scherenarme vereinfacht sowie die Bauhöhe reduziert und andererseits ein Blockieren des Scherengestells oder eine Reibung der Scherenarme durch die Relativbewegungen der beiden Scherenarme gegeneinander verhindert. Das Vorsehen der zweiten Lageranordnung, welche um die erste Schwenkachse schwenkbar ist und der dritten Lageranordnung, welche um die zweite Schwenkachse schwenkbar ist, ist besonders vorteilhaft, da eine komplexe Kombination der Schwenkbewegungen, welche im Betrieb der Fahrzeugteile auftreten können, jeweils in die achsparallelen Schwenkrichtungen aufgespalten wird. Die einzelnen Lageranordnungen können sodann einzeln, betreffend die auf die Lagerungsvorrichtung einwirkende Kraft welche hauptsächlich entlang der Gier-Achse wirkt, für die jeweiligen Lastrichtungen optimiert werden. Die Anbindung der Lagerungsvorrichtung an das jeweilige Fahrzeugteil kann dabei durch direkte Verbindung bewerkstelligt werden, es ist jedoch auch denkbar, dass zwischen der Lagerungsvorrichtung und dem jeweiligen Fahrzeugteil noch weitere Elemente angeordnet sind, beispielsweise kann die Lagerungsvorrichtung an einem Endrahmen des Überganges angeordnet sein, welcher mit dem entsprechenden Fahrzeugteil verbindbar ist.
[0012] Es versteht sich dabei von selbst, dass die Parallelität der Schwenk- bzw. Lagerachsen zu den Nick-, Roll- und Gier-Achsen nur in einem unbelasteten Ausgangszustand gegeben ist und die Schwenk- bzw. Lagerachsen durch die kinematischen Zusammenhänge ihre gegenseitige Lage verändern können. Alle weiteren Ausführungen beziehen sich der Einfachheit halber auf den unbelasteten Ausgangszustand.
[0013] Eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Tragvorrichtung sieht vor, dass die erste Lageranordnung, an welche die Scherenarme schwenkbar angebunden sind, mit der zweiten Lageranordnung nur entlang der ersten Schwenkachse schwenkbar verbunden ist und die zweite mit der dritten Lageranordnung nur entlang der zweiten Schwenkachse schwenkbar verbunden ist. Wenn die Schwenkrichtungen den einzelnen Lageranordnungen zuordenbar sind und pro Lageranordnung nur eine einzelne Schwenk- bzw. Lagerachse vorhanden ist, um die die jeweilige Lageranordnung schwenkbar ist, können für die Lageranordnungen einfache Wälzoder Gleitlagerungen verwendet werden. Diese Arten der Lagerung sind kostengünstig, robust und auch in der Lasteinleitung einfach beherrschbar.
[0014] Einen weiteren Vorteil stellt die serielle Verbindung der Lageranordnungen dar. Die erste Lageranordnung, an welcher die Scherenarme angeordnet sind, ist am weitesten von dem Fahrzeugteil entfernt, an dem die Lagerungsvorrichtung befestigt werden soll. Die zweite Lageranordnung ist in Kraftwirkungsrichtung hinter der ersten angeordnet und somit näher an dem betreffenden Fahrzeugteil angeordnet. Die dritte Lageranordnung verfügt über Mittel zur Befestigung an dem Fahrzeugteil und kontaktiert dieses. Dadurch bewegen sich die einzelnen Lageranordnungen relativ zueinander immer nur um eine Schwenkrichtung.
[0015] Um die Abmessung der Lagerungsvorrichtung entlang der Gier- Achse weiter zu reduzieren, ist in einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung vorgesehen, dass die erste Schwenkachse und die zweite Schwenkachse eine gemeinsame Ebene aufspannen.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Tragvorrichtung umfassen die Lageranordnungen jeweils zumindest ein bolzenartiges Lagerelement, welches in zumindest einer zugeordneten Lagerbohrung geführt ist. Dabei können die bolzenartigen Lagerelemente entweder als Teile der Lageranordnungen oder als eigenständige Teile ausgebildet sein. Es ist auch denkbar, dass eine einzelne Lageranordnung mehrere bolzenartige Lagerelemente umfasst und dafür eine entsprechende andere Lageranordnung keine Lagerelemente aufweist.
[0017] Eine besonders stabile Tragvorrichtung ergibt sich, wenn zwei parallel angeordnete Scherengestelle vorgesehen sind, die jeweils als Doppelschere ausgebildet sind.
[0018] Die Erfindung betrifft auch ein Bodensystem für einen durchschreitbaren Übergang zwischen zwei mittels einer Kupplungsvorrichtung gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen, vorzugsweise eines Schienenfahrzeuges, mit einer Bodenplatte, zwei, die Bodenplatte zumindest abschnittsweise überlappende, Trittplatten und zumindest einem Scherengestell, wobei die Trittplatten mit den Fahrzeugteilen verbindbar sind und das Scherengestell lagernd mit der Bodenplatte verbunden ist. Die eingangs gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, dass eine erfindungsgemäße Tragvorrichtung vorgesehen ist, um das Bodensystem mit den Fahrzeugteilen zu verbinden und eine Rotationsbewegung des Bodensystems um eine Nick-Achse und eine Roll-Achse zu ermöglichen.
[0019] Durch das Bodensystem wird das Durchschreiten des Überganges ermöglicht, in dem die Bodenplatte und die Trittplatten durch eine erfindungsgemäße Trag Vorrichtung gestützt werden. Die Bewegungen der Fahrzeugteile relativ zueinander können entlang der ersten und zweiten Schwenkachse von der Lagerungsvorrichtung kompensiert werden. Bei einer Schwenkung um die Gier-Achse, wird das zumindest eine Scherengestell ausgezogen, bzw. bei zwei Scherengestellen wird das eine auseinandergezogen während das andere Scherengestell zusammengeklappt, also komprimiert, wird. Durch die Ausführung des zumindest einen Scherengestells als Doppelschere wird ein mittlerer Punkt genützt, an dem die Bodenplatte lagernd angebunden ist. Aufgrund der erfindungsgemäßen Tragvorrichtung, kann das Bodensystem ohne Schwellen oder Rampen am Übergang zu den Fahrzeugteilen ausgeführt werden, da die
Lagerungsvorrichtungen eine geringe Abmessung entlang der Gier-Achse aufweisen.
[0020] Eine Ausführungsvariante eines erfindungsgemäßen Bodensystems sieht vor, dass die Bodenplatte zwischen dem Scherengestell und der Trittplatte angeordnet ist und die Trittplatten auf der Bodenplatte zumindest abschnittsweise aufliegen. Wird die Bodenplatte mittig zwischen den Trittplatten angeordnet und an ihrer Unterseite, von der Gier-Achse aus gesehen, mit der Tragvorrichtung lagernd verbunden, so erweist es sich als besonders vorteilhaft, dass die Trittplatten an der Oberseite der Bodenplatte aufliegen und sich auf dieser abstützen. Dadurch wird gewährleistet, dass keine großen Spalte zwischen den Trittplatten und der Bodenplatte auftre-ten, ohne zusätzliche Elemente vorsehen zu müssen, welche die Trittplatten in Position halten.
[0021] In einer weiteren Ausführungsvariante eines erfindungsgemäßen Bodensystems ist zwischen dem Scherengestell und der Bodenplatte zumindest ein Stützelement angeordnet, um die Bodenplatte abzustützen. Um die Lagerung der Bodenplatte nicht zu überlasten bzw. übermäßig groß dimensionieren zu müssen, ist die Anbringung zumindest eines Stützelementes zielführend, um die Last gleichmäßig auf die gesamte Tragvorrichtung zu übertragen.
[0022] Um eine hohe Tragkraft und gute Eigenschaften der Bodenplatte während des Betriebs zu erreichen, sieht eine bevorzugte Ausführungsvariante eines erfindungsgemäßen Bodensystems vor, dass die Bodenplatte aus einem elastisch nachgiebigen Material, vorzugsweise Federstahlblech, ausgebildet ist.
[0023] Um den Spalt zwischen der Bodenplatte und den Trittplatten zu minimieren, ist in einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung vorgesehen, dass die Trittplatten aus mehreren entlang der Nick-Achse nebeneinander angeordneten Plattenelementen aufgebaut sind, wobei die Plattenelemente an einer, die Bodenplatte zumindest abschnittsweise überlappenden, Kante mittels einer Leiste miteinander verbunden sind. Dieses Prinzip ist beispielsweise aus der AT 13 451 U1 bekannt.
[0024] Eine weitere Möglichkeit zur Minimierung des Spaltes zwischen den Trittplatten und der Bodenplatte ist dadurch gegeben, dass die Trittplatten aus einem elastisch nachgiebigen Material, vorzugsweise Polyurethan, ausgebildet sind.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0025] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Figuren sind beispielhaft und sollen den Erfindungsgedanken zwar darlegen, ihn aber keinesfalls einengen oder gar abschließend wiedergeben. Dabei zeigt: [0026] Fig. 1 eine axonometrische Ansicht einer erfindungsgemäßen Tragvorrichtung [0027] Fig. 2 eine axonometrische Ansicht einer erfindungsgemäßen Lagerungsvorrichtung [0028] Fig. 3 eine Schnittansicht durch eine erfindungsgemäße Lagervorrichtung entlang der durch die erste und zweite Schwenkachse aufgespannten Ebene aus Fig. 2 [0029] Fig. 4 eine schematische Darstellung des Aufbaus eines erfindungsgemäßen Boden systems
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0030] Figur 1 zeigt den Aufbau einer Tragvorrichtung 6 eines Bodensystems 16 für den Übergang zwischen zwei gelenkig verbundenen Fahrzeugteilen 17,18. Dabei besteht die Tragvorrichtung 6 aus zwei Scherengestellen 5, die jeweils aus zwei Scherenarmen 7 aufgebaut sind. Bei den dargestellten Doppelscheren ist ein Scherenarm 7 aus drei einzelnen Elementen aufgebaut, welche gelenkig miteinander verbunden sind. Zusätzlich dazu sind zwei Scherenarme 7 eines Scherengestells 5 im mittleren Element lagernd miteinander verbunden und werden an den jeweils endseitig angeordneten Lagerungsvorrichtungen 4 jeweils einer der Lagerachsen 11 (siehe Fig. 2) zugeordnet.
[0031] An jedem Scherengestell 5 sind endseitig Lagerungsvorrichtungen 4 angeordnet, welche mit den jeweiligen Fahrzeugteilen 17,18 verbindbar sind. Die Lagerungsvorrichtungen 4 sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel an Endrahmen des Übergangs befestigt, wobei jeweils einer der Endrahmen mit dem jeweiligen Fahrzeugteil 17,18 verbunden wird. Wenn sich die Fahrzeugteile im Betrieb entlang einer Roll-Achse 2, beispielsweise bei einer Kurvenaus- oder Einfahrt, oder entlang der Nickachse 3, beispielsweise bei einem steigungsbedingten Höhenunterschied der Fahrzeugteile 17,18, relativ zueinander verdrehen, so wird die Bewegung von den Lagerungsvorrichtungen 4 kompensiert. Bei einer Relativbewegung um die Gier-Achse 1, wie sie beispielsweise bei jeder Kurvenfahrt auftritt, hingegen, wird das dem äußeren Kurvenradius nähere Scherengestell 5 auseinander gezogen und das andere Scherengestell 5 komprimiert.
[0032] In den Figuren 2 und 3 ist eine der Lagerungsvorrichtungen 4 abgebildet. Diese Lagerungsvorrichtung 4 umfasst eine erste 8, zweite 9 und dritte Lageranordnung 10. Die erste Lageranordnung 8 weist dabei zwei zur Gier-Achse 1 parallele Lagerachsen 11 auf, wobei jeder Lagerachse 11 zwei Lagerbohrungen 15 zur Aufnahme eines bolzenartigen Lagerelementes 14, vorzugsweise Lagerbolzens, zugeordnet sind. Über dieses bolzenartige Lagerelement 14 wird jeweils einer der Scherenarme 7 schwenkbar um die Lagerachse 11 an der Lagerungsvorrichtung 4 angebunden. Dabei ist die von den Lagerachsen 11 aufgespannte Ebene vorzugsweise parallel zu der durch die Gier-Achse 1 und Nick-Achse 3 definierten Ebene, um einen möglichst einfachen kinematischen Zusammenhang zu erreichen.
[0033] Die erste Lageranordnung 8 weist des Weiteren einen als bolzenartiges Lagerelement 14 ausgebildeten Teil auf, wobei das Lagerelement 14 eine zur Roll-Achse 2 parallele erste Schwenkachse 12 besitzt. Dieses Lagerelement 14 der ersten Lageranordnung 8 ist mit einer Lagerbohrung 15 der zweiten Lageranordnung 9 verbunden, so dass die erste 8 und zweite Lageranordnung 9 relativ zueinander um die erste Schwenkachse 12 schwenkbar sind.
[0034] Die zweite Lageranordnung 9 weist entlang der Nick-Achse 3 zwei als bolzenartige Lagerelemente 14 ausgebildete Teile auf, welche eine gemeinsame, zur Nick-Achse 3 parallele zweite Schwenkachse 13 ausbilden. Die Lagerelemente 14 der zweiten Lageranordnung 9 sind mit jeweils einer Lagerbohrung 15 der dritten Lageranordnung 10 verbunden, so dass die zweite 9 und die dritte Lageranordnung 10 relativ zueinander um die zweite Schwenkachse 13 schwenkbar sind.
[0035] Die dritte Lageranordnung 10 weist kein bolzenartiges Lagerelement 14 auf, sondern ist über Mittel zur Befestigung, im gezeigten Ausführungsbeispiel über zwei Winkel und Befestigungsschrauben, mit einem der beiden Fahrzeugteile 17,18 verbindbar. Dabei kann die dritte Lageranordnung 10 entweder direkt mit einem der Fahrzeugteile 17,18 oder wie bei Fig. 1 beschrieben, mit einem Endrahmen des Überganges verbunden sein.
[0036] Zur schwenkbaren Anbindung der einzelnen Lageranordnungen 8,9,10 sind eine Vielzahl an verschiedenen Möglichkeiten denkbar, wobei das beschriebene System ohne Einschränkung der Allgemeinheit zu verstehen ist, sodass beispielsweise auch die Verbindung mittels Wälzlager oder Gleitlager auch in dem Erfindungsgedanken eingeschlossen sind.
[0037] In Figur 4 ist der Aufbau eines Bodensystems 16 gezeigt, der eine Tragvorrichtung 6 umfasst, wie sie oben beschrieben wurde, ohne konstruktive Details zu zeigen. Eine Bodenplatte 19 ist dabei, entlang der Gier-Achse 1 gesehen, auf der Unterseite lagernd mit den Scherengestellen 5 der Tragvorrichtung 6 verbunden und stützt sich auf zusätzlichen Stützelementen 21 ab, um die Last, beispielsweise das Gewicht von auf dem Bodensystem 16 stehenden Personen, gleichmäßig auf die Tragvorrichtung 6 zu verteilen. Dazu können beispielsweise Kunststoffelemente als Stützelemente 21 verwendet werden. Entlang der Gier-Achse 1 gesehen oberhalb der Bodenplatte 19 sind zwei Trittplatten 20 angeordnet, welche die Bodenplatte 19 zumindest abschnittsweise überlappen und im Überlappungsbereich auf der Bodenplatte 19 aufliegen. Jede der Trittplatten 20 ist dabei an einem der Fahrzeugteile 17,18 schwenkbar anbind-bar.
[0038] Die Bodenplatte 19 kann dabei beispielsweise aus einem elastisch nachgiebigen Material wie Federstahlblech gefertigt sein. Auch die Trittplatten 20 können aus einem elastisch nachgiebigen Material gebildet sein, jedoch ist für die Trittplatten 20 die Verwendung von Polyurethan vorzuziehen.
[0039] Es ist auch möglich die Trittplatten 20 aus einzelnen Plattenelementen aufzubauen, welche an einer Kante mittels einer Leiste verbunden sind (nicht gezeigt).
BEZUGSZEICHENLISTE 1. Gier-Achse 2. Roll-Achse 3. Nick-Achse 4. Lagerungsvorrichtung 5. Scherengestell 6. Tragvorrichtung 7. Scherenarme 8. erste Lageranordnung 9. zweite Lageranordnung 10. dritte Lageranordnung 11. Lagerachsen 12. erste Schwenkachse 13. zweite Schwenkachse 14. bolzenartiges Lagerelement 15. Lagerbohrung 16. Bodensystem 17. erster Fahrzeugteil 18. zweiter Fahrzeugteil 19. Bodenplatte 20. Trittplatten 21. Stützelement
Claims (11)
- Ansprüche 1. Tragvorrichtung (6) eines Bodensystems (16) für einen durchschreitbaren Übergang zwischen zwei mittels einer Kupplungsvorrichtung gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen (17,18), vorzugsweise eines Schienenfahrzeuges, mit zumindest einem Scherengestell (5), wobei ein Scherengestell (5) jeweils endseitig mit einer, mit den Fahrzeugteilen (17,18) oder mit Endrahmen des Überganges verbindbaren, Lagerungsvorrichtung (4) verbunden ist und zwei Scherenarme (7) umfasst, wobei die Scherenarme (7) in der Lagerungsvorrichtung (4) um eine zu einer Gier-Achse (1) parallele Drehachse schwenkbar sind und das zumindest eine Scherengestell (5) um eine Roll-Achse (2) sowie eine Nick-Achse (3) in der Lagerungsvorrichtung (4) schwenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerungsvorrichtung (4) eine erste Lageranordnung (8) mit zwei zur Gier-Achse (1) parallelen Lagerachsen (11) umfasst, wobei jeweils einer der Scherenarme (7) entlang jeweils einer Lagerachse (11) schwenkbar angebunden ist, sowie eine zweite Lageranordnung (9) mit einer zur Roll-Achse (2) parallelen ersten Schwenkachse (12) und eine dritte Lageranordnung (10) mit einer zur Nick-Achse (3) parallelen zweiten Schwenkachse (13).
- 2. Tragvorrichtung (6) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Lageranordnung (8), an welche die Scherenarme (7) schwenkbar angebunden sind, mit der zweiten Lageranordnung (9) nur entlang der ersten Schwenkachse (12) schwenkbar verbunden ist und die zweite (9) mit der dritten Lageranordnung (10) nur entlang der zweiten Schwenkachse (13) schwenkbar verbunden ist.
- 3. Tragvorrichtung (6) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schwenkachse (12) und die zweite Schwenkachse (13) eine gemeinsame Ebene aufspannen.
- 4. Tragvorrichtung (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lageranordnungen (8,9,10) jeweils zumindest ein bolzenartiges Lagerelement (14) umfassen, welches in zumindest einer zugeordneten Lagerbohrung (15) geführt ist.
- 5. Tragvorrichtung (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwei parallel angeordnete Scherengestelle (5) vorgesehen sind, die jeweils als Doppelschere ausgebildet sind.
- 6. Bodensystem (16) für einen durchschreitbaren Übergang zwischen zwei mittels einer Kupplungsvorrichtung gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugteilen (17,18), vorzugsweise eines Schienenfahrzeuges, mit einer Bodenplatte (19), zwei, die Bodenplatte (19) zumindest abschnittsweise überlappende, Trittplatten (20) und zumindest einem Scherengestell (5), wobei die Trittplatten (20) mit den Fahrzeugteilen (17,18) verbindbar sind und das Scherengestell (5) lagernd mit der Bodenplatte (19) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Tragvorrichtung (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 vorgesehen ist, um das Bodensystem (16) mit den Fahrzeugteilen (17,18) zu verbinden und eine Rotationsbewegung des Bodensystems (16) um eine Nick- Achse (3) und eine Roll-Achse (2) zu ermöglichen.
- 7. Bodensystem (16) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (19) zwischen dem Scherengestell (5) und den Trittplatten (20) angeordnet ist und die Trittplatten (20) auf der Bodenplatte (19) zumindest abschnittsweise aufliegen.
- 8. Bodensystem (16) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Scherengestell (5) und der Bodenplatte (19) zumindest ein Stützelement (21) angeordnet ist, um die Bodenplatte (19) abzustützen.
- 9. Bodensystem (16) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (19) aus einem elastisch nachgiebigen Material, vorzugsweise Federstahlblech, ausgebildet ist.
- 10. Bodensystem (16) nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Trittplatten (20) aus mehreren entlang der Nick-Achse (3) nebeneinander angeordneten Plattenelementen aufgebaut sind, wobei die Plattenelemente an einer, die Bodenplatte (19) zumindest abschnittsweise überlappenden, Kante mittels einer Leiste miteinander verbunden sind.
- 11. Bodensystem (16) nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Trittplatten (20) aus einem elastisch nachgiebigen Material, vorzugsweise Polyurethan, ausgebildet sind. Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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| WO1995006580A1 (de) * | 1993-09-03 | 1995-03-09 | Sig Schweizerische Industrie-Gesellschaft | Übergangseinrichtung zwischen zwei gekuppelten fahrzeugen |
| EP2500230A1 (de) * | 2011-03-18 | 2012-09-19 | Hübner GmbH | Brücke eines Übergangs zwischen zwei gelenkig miteinader verbundenen Fahrzeugteilen |
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2014
- 2014-07-28 AT ATGM50119/2014U patent/AT14462U1/de not_active IP Right Cessation
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| MK07 | Expiry |
Effective date: 20240731 |