AT149875B - Federdaunenstoff und Verfahren zu seiner Herstellung. - Google Patents

Federdaunenstoff und Verfahren zu seiner Herstellung.

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  Federdaunenstoff und Verfahren zu seiner Herstellung. 



   Die Erfindung betrifft einen Stoff aus Federdaunen. Gemäss der Erfindung sind die einander locker berührenden Federdaunen des Stoffes an den Berührungsstellen durch ein Klebemittel zusammengehalten. Unter Federdaunen sind kleinere Vogelfedern zu verstehen, die entweder gar keinen Kiel aufweisen (die eigentlichen Daunen) oder aber Federn, die einen nur dünnen Kiel besitzen (kleinere   Deckfedern).   Für ganz feine, schmiegsame Ware nimmt man die zuerst genannte Art allein, für gröbere Ware ein Gemisch beider Federarten, während man für ganz grobe Ware, z. B. Sitzpolstereinlagen, auch die zweite Federart allein benutzen kann. 



   Bei der Herstellung des Federdaunenstoffes werden zweckmässig bei gewöhnlicher Temperatur feste und durch Temperaturerhöhung schmelzbare Klebstoffe, z. B. Harze, verwendet. Diese Klebstoffe werden fein gepulvert in festem Zustande zwischen die Federdaunen eingebracht. Dies kann dadurch erfolgen, dass die Federdaunen mit dem fein gepulverten Klebstoff, z. B. Kolophonium, in Mischtrommeln durchgemischt werden. Die mit dem Klebstaub beschwerten Federdaunen fliegen nicht so wie die unbeschwerten, lassen sich also leicht in die Gestalt bringen, in der sie durch Erhitzen über die Schmelztemperatur des Klebstoffes und nachträgliches Abkühlen zu einem Stoff verbunden werden sollen.

   Bei Herstellung von prismatischen oder zylindrischen Körpern füllt man die mit dem Klebstaub vermengten Federdaunen in eine prismatische oder zylindrische Form und drückt sie mittels eines kolbenartig beweglichen Einsatzes auf die   gewünschte     Schichtstärke   zusammen. Die Form wird dann in einem Ofen über die Schmelztemperatur des Klebstoffes erhitzt und dann abkühlen gelassen. Wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Federdaunen und, weil ihre zu starke Erhitzung vermieden werden muss, nimmt die Erhitzung und Abkühlung, insbesondere bei grossen Schichtstärken, eine verhältnismässig lange Zeit in Anspruch. Deshalb verwendet man zweckmässigerweise Formen mit durchlässigen Wänden und bewirkt die Erhitzung und Abkühlung der FederdaunenKlebstoffmischung durch Hindurchtreiben von warmer und kalter Luft.

   In dieser Weise lässt sich das Erhitzen und Abkühlen so schnell vollziehen, dass auch endlose Filzbahnen fortlaufend erzeugt werden können. Zu diesem Zwecke führt man das Federdaunen-Klebstaubgemisch zwischen zwei endlose Bänder aus durchlässigem Gewebe ein, die in einem die Stärke der zu erzeugenden Stoffbahn bestimmenden Abstande parallel und mit gleieher Geschwindigkeit bewegt sind. Man lässt zunächst einen erhitzten Luftstrom und dann einen kalten Luftstrom durch die bewegten Transportbänder und der zwischen ihnen liegenden Federdaunenschicht strömen. 



   Die Menge des zu verwendenden Klebstoffes richtet sich nach Art des Klebstoffes und der geforderten Festigkeit des Zusammenhanges der Federdaunen. Bei Verwendung von Kolophoniumstaub wird man beispielsweise gute Ergebnisse erreichen, wenn die Menge des Kolophoniums 50-100 Gewichtsprozent der Menge der Federdaunen beträgt. An Stelle der beim Einbringen zwischen die Federdaunen festen Klebstoffe können auch beim Einbringen flüssige Klebstoffe, wie Leimlösungen, Latex od. dgl. angewendet werden. In diesem Falle kann man das fein zerstäubte Klebmittel in einer geschlossenen Form schwebend halten und dann die Federdaunen einbringen. 



   Die Dichte des Federdaunenstoffes richtet sich nach der Pressung, der man das FederdaunenKlebstoffgemisch während des Erstarrens des Klebmittels unterwirft. Ist diese Pressung ganz gering, so erhält man eine äusserst lockere, aber trotzdem formhältige zusammenhängende Federdaunenmasse. Diese ist auf Druck äusserst nachgiebig, aber so elastisch, dass der Stoff nach Aufhören des Druckes wieder seine   ursprüngliche   Gestalt annimmt. 

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   Der Federdaunenstoff kann, einseitig oder an beiden Seiten mit einer Gewebe-oder Papierschicht beklebt werden. Diese Gewebe-oder Papierschieht dient nicht nur zur Erhöhung der Festigkeit und zum Schutze des Federdaunenstoffes, sondern auch zur Vermeidung des Ankleben des Feder- daunenstoffes an die Formwände während der Herstellung. Bei der Anfertigung fortlaufender Stoffbahnen können die   Führungsbänder   selbst gleichzeitig die dauernde Verkleidung des Stoffes bilden. 



   Geschlossene Formen können vor dem Einfüllen des   Federdaunen-Klebstaubgemisehes   mit Papier oder einem Gewebe oder mit einem andern Belag gefüttert werden. Der Belag klebt dann beim
Schmelzen des   Klebstaubes   mit dem Federdaunenstoff zusammen und wird mit diesem aus der Form entfernt. Bei komplizierten Formen kann man den Belag z. B. aus einer   Zellulose-Derivatsehicht   bilden. Diese wird auf die zwecks Verhinderns des Anklebens eingefettete Innenwandung der Form als Lösung, z. B. durch Zerstäuben, aufgetragen. 



   Der Federdaunenstoff besitzt bei geringem spezifischem Gewicht eine hohe   Wärme- und Schall-   isolierungsfähigkeit. Er lässt sich z. B. als Füllung für Decken oder Kissen verwenden und zeichnet sieh gegenüber losen Federdaunen dadurch aus, dass die Federdaunen ihre ursprüngliche gegenseitige Lage dauernd beibehalten, also sich weder zusammenballen, noch allmählich zusammenfallen. Dünnere Schichten des Federdaunenstoffes können als Kleiderfutter, als Schallisolierung, z. B. für Fernsprechzellen, und zur   Schalldämpfung,   z. B. in   Rundfunkaufnahmeräumen,   Verwendung finden. Infolge der hohen Gasdurchlässigkeit und des guten Filtervermögens eignet sich der Federdaunenstoff als Gasfilter beispielsweise zum   Zurückhalten   von Staub und Rauch, z.

   B. als Luftfilter für Verbrennungsmotoren und als Rauchfilter in Zigarettenpfropfen oder in Gasmasken. Bei Verwendung des Federdaunenstoffes zu Filterzwecken kann man den Federdaunen bei Zumischung des Klebestoffes gleichzeitig auch die in   Gas-oder Rauchfiltern üblichen   Zusatzstoffe zufügen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1.   Luftdurchlässiger   Stoff aus Federdaunen, dadurch gekennzeichnet, dass die einander locker berührenden Federdaunen an den Berührungsstellen durch ein Klebmittel zusammengehalten sind.

Claims (1)

  1. 2. Stoff nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine an die Aussenseite des Stoffes geklebte Haut aus einem Stoff grösserer Zugfestigkeit als der des Federdaunenstoffes.
    3. Verfahren zur Herstellung des Stoffes nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die losen Federdaunen mit einem zerstäubten Klebmittel vermischt und die Mischung in einer Form einer die Bindung des Klebmittels bewirkenden Behandlung unterworfen werden.
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die losen Federdaunen in einer Mischvorrichtung mit einem durch Erhitzung in einen klebfähigen Zustand überführbaren staubförmigen Klebmittel vermischt werden und die Mischung in einer die Gestalt des Stoffes bestimmenden Form bis auf die Temperatur bei der der Klebstaub klebrig wird, erhitzt und sodann wieder abgekühlt wird.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhitzung und Abkühlung der Federdaunen-Klebstoffmisehung mittels eines durch die in der Form befindliche Mischung hindurchgetriebenen heissen bzw. kalten Gasstromes bewirkt wird.
    6. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die die Gestalt des Federdaunenstoffes bestimmenden Formwände vor Einfüllung der Federdaunen mit einem von diesen los- EMI2.1
AT149875D 1935-04-09 1936-02-08 Federdaunenstoff und Verfahren zu seiner Herstellung. AT149875B (de)

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