AT151021B - Verfahren zum Verarbeiten von tierischem Hautmaterial, insbesondere zur Herstellung von feinen Formgebilden aus Hautfaserpasten. - Google Patents

Verfahren zum Verarbeiten von tierischem Hautmaterial, insbesondere zur Herstellung von feinen Formgebilden aus Hautfaserpasten.

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AT151021B
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  Verfahren zum Verarbeiten von tierischem Hautmaterial, insbesondere zur Herstellung von feinen
Formgebilden aus Hautfaserpasten. 



   Es wurde schon vorgeschlagen, tierisches Hautmaterial durch Einwirkung quellend wirkender Chemikalien und gegebenenfalls mechanische, zur Zerfaserung der Haut geeignete Behandlung in eine plastische, glitschige Hautfaserpaste mit hohem Gehalt an nicht abpressbarem Wasser überzuführen und diese Hautfaserpaste auf Formgebilde, wie   Kunstdärme,   Kunstfäden, Membranen u. dgl. zu verarbeiten. 



   Auch wurde schon festgestellt, dass man solche Formgebilde, insbesondere Kunstdärme und Fäden um so feiner herstellen kann, je höher der Quellungszustand und damit der Wassergehalt der zu ihrer Herstellung verwendeten Hautfaserpaste ist. So können z. B. Fäden von   0'04 mm Durch-   messer dadurch hergestellt werden, dass man eine Hautfaserpaste, die nur 5% Trockensubstanz und etwa   9 %   fast ausschliesslich als Quellungswasser gebundenes Wasser enthält, durch Düsen von   0. 2   mm Durchmesser durchpresst. Der hochgequollene Faden schrumpft beim Austreten aus der formgebenden Düse und/oder bei der anschliessenden Trocknung auf das gewünschte Mass zusammen. In entsprechender Weise können besonders dünnwandige und dennoch widerstandsfähige, insbesondere reissfeste Kunstdärme oder Membranen erhalten werden. 



   Es wurde nun gefunden, dass hochgequollene und stark wasserhaltige Hautfasermassen sich nur dann betriebssicher herstellen und verarbeiten lassen, wenn man durch   kunstliche   Kühlung dafür Sorge trägt, dass das Material während des gesamten Fabrikationsvorganges bis zur endgültigen Formgebung niemals längere Zeit auf Temperaturen höher als etwa 22  C kommt. Die Einhaltung von niedrigeren Temperaturen ist für die Erhaltung von gleichmässigen und den Anforderungen auf Feinheit und gleichzeitige Widerstandsfähigkeit genügenden Produkten unentbehrlich. 



   In Ausübung der Erfindung muss durch   künstliche   Kühlung dafür gesorgt werden, dass das Hautmaterial bei der quellenden Behandlung mit Chemikalien, der anschliessenden mechanischen Behandlung und der Verarbeitung mit Hilfe von formgebenden Düsen die kritische Temperatur von etwa   220 C nicht überschreitet.   



   Die Durchführung des gesamten Fabrikationsprozesses bei diesen Temperaturen kann dadurch wesentlich erleichtert werden, dass das Hautmaterial bzw. die Hautfaserpaste vor, zwischen oder nach den einzelnen Arbeitsgängen einer stärkeren Kühlung, z. B. auf   0  C   und darunter unterworfen wird. Zu diesem Zweck wird das Material zwischen den einzelnen Arbeitsgängen z. B. in   Kühlräumen   einige Stunden gelagert und erst nach Annahme der erwünschten Temperatur weiterverarbeitet. 



   Man muss ausserdem noch Arbeitsgänge, bei denen eine Erwärmung zu befürchten ist, unter geeigneter Kühlung durchführen. So kann man bei den mechanischen Arbeitsprozessen, wie Zerfasern, Kneten, Pressen durch Diisen u. dgl. die entstehende Wärme, wie z. B.   Reibungs-oder   Kompressionswärme durch geeignete Kühlung abführen. 



   Zur Erzielung von unter den Bedingungen der Erfindung herstellbaren besonders feinen Formgebilden werden die mindestens   90%   Quellungswasser, vorzugsweise 95% Wasser und darüber enthaltenden Hautfaserpasten durch formgebende Düsen, z. B. Ring-, Schlitz-oder Fadendüsen gepresst. 



   Die Erfindung ist mit erheblichen technischen und wirtschaftlichen Vorteilen verbunden. Die Verarbeitung der hochgequollenen und wasserreichen Hautfaserpasten erfordert insbesondere infolge ihres geringeren Reibungswiderstandes und ihrer gelingeren Viskosität geringere mechanische Kräfte, z. B. niedrigere Drucke beim Pressen durch die formgebenden Düsen. Ausserdem ermöglicht die Erfindung die Darstellung von besonders feinen und trotzdem widerstandsfähigen Formgebilden. 

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 wodurch erhebliche Ersparnisse an Material erzielt werden können. Es war durchaus   überraschend,   dass diese technischen und wirtschaftlichen Effekte sieh durch Verarbeitung der Haut und des Fasermaterials unter Einhaltung bestimmter Temperaturen erzielen lassen. 



   Beispiele :
1. Schwarten aus Rindshaut werden etwa vier Wochen geäschert und durch Quellung mit Salzsäure auf einen Gehalt an Trockensubstanz von etwa 12% gebracht. Während der quellenden Behandlung wird dafür Sorge getragen, dass das Hautmaterial eine Temperatur von   220 C nicht überschreitet.   Das gequollene Material wird hierauf in einem Kühlraum bei   50 C   einige Stunden lang gelagert. Hierauf wird das Hautmaterial durch Walzen zerteilt und die Fasermasse durch Verkneten mit Eiswasser 
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 von 400   Atm.   durch sich verjüngende Düsen gepresst. Der aus der Düse austretende Faden wird in einem   Pickel bad aufgefangen, anschliessend   gegerbt, gegebenenfalls gefettet und gefärbt und schliesslich getrocknet. 



   2. Rindersehnen werden zwei Wochen in einer gesättigten Kalkmilchlösung gequollen, durch Auswaschen mit Wasser von einem Teil des Kalkes befreit und hierauf mit   10%   Salzsäurelösung bei Temperaturen unterhalb   220 weiter   gequollen. Die gequollenen Sehnen werden durch Waschen mit Eiswasser von der Säure und dem gebildeten   Chlorcaicium   befreit, bis der gewünschte Quellungsgrad bei einem pH von 2'4 erreicht ist. Hierauf wird das Material durch Stanzen zu Fasersträngen gepresst und in einem Mischer unter Zusatz von Eiswasser homogenisiert.

   Die pasteuse Fasermasse, die 92% Quellungswasser enthält, wird durch   wassergekühlte Ringdüsen gepresst.   Das entstehende schlauchförmige Gebilde, in dessen Inneres aus dem   Düsenkopf   Luft eingeblasen wird, wird getrocknet und mit Räucherflüssigkeit gehärtet. 



    PATENT-ANSPRÜCHE :  
1. Verfahren zum Verarbeiten von tierischem Hautmaterial, insbesondere zur Herstellung von feinen Formgebilden aus hochgequollenen, wasserreichen Hautfaserpasten durch Überführung der Haut durch Behandlung mit quellend wirkenden Chemikalien und gegebenenfalls mechanische Behandlung in eine Hautfaserpaste und durch Pressen dieser Paste durch formgebende Düsen, z. B. Ring-, Schlitz- Fadendüsen, dadurch gekennzeichnet, dass während des gesamten Fabrikationsganges bis zur endgültigen Formgebung durch künstliche Kühlung eine Erwärmung des Materials auf mehr als   220 C   vermieden wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass das Material vor, zwischen und/oder nach den einzelnen Arbeitgängen gekühlt wird, z. B. in Kühlräumen bei Temperaturen von 100 C und darunter gelagert wird.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1. bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Verarbeitung und Formgebung des Hautmaterials unter Anwendung von in geeigneter Weise gekühlten Maschinen und Apparaturen erfolgt.
AT151021D 1935-12-16 1935-12-16 Verfahren zum Verarbeiten von tierischem Hautmaterial, insbesondere zur Herstellung von feinen Formgebilden aus Hautfaserpasten. AT151021B (de)

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