AT151956B - Verfahren zur elektrolytischen Herstellung von Hyposulfit. - Google Patents

Verfahren zur elektrolytischen Herstellung von Hyposulfit.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur elektrolytischen Herstellung von Hyposulfit. 



   Die bisher in der Literatur beschriebenen Versuche, Hyposulfit elektrolytisch herzustellen, sind unter Anwendung von Stromkonzentrationen von etwa   0'lA/I00     cm3   bis zu etwa 1'3 A/100   cm3  
Katholyt ausgeführt worden.   Unter Stromkonzentration"wird dabei   das Verhältnis von Stromstärke zu dem Volumen der im Kathodenraum befindlichen Flüssigkeitsmenge verstanden. Als Katholyt   ) hat   man dabei im wesentlichen Bisulfit allein oder in Gemischen mit Sulfit oder mit Neutralsalzen, wie
Kochsalz, verwendet. Die Ergebnisse dieser Versuche haben indessen nicht für eine technische Aus- bildung des Verfahrens ausgereicht. Insbesondere sind die nach den erwähnten Vorschriften erzielbaren
Ausbeuten nicht nur technisch ungenügend sondern vor allem auch schwer reproduzierbar. 



   Es wurde nun gefunden, dass man Hyposulfit elektrolytisch mit hohen Stromausbeuten und in ) gut reproduzierbarer Weise herstellen kann, wenn man unter Anwendung von Stromkonzentrationen von mehr als 2 A/100   cm3   die   Acidität   des Katholyten bei pH-Werten zwischen   4'0   und   6'5   vorteilhaft bei 4'5-6'0 hält. So erzielt man z.

   B. unter sonst gleichen Bedingungen mit Stromkonzentrationen von
6 bis 10 A/100 em3 bei Einhaltung eines pH-Wertes von   6'1   eine   14% ige Hyposulfitlösung   mit   80%  
Stromausbeute, bei pH-Werten zwischen   5'2-5'6   eine   16%ige Lösung   mit 90-93% Stromausbeute und bei einem pH-Wert von   4'25   eine 12% ige Lösung mit   70%   Stromausbeute, während man bei einer solchen   Acidität,   deren pH-Wert unter   4'0   oder über   6'5   liegt, nur niedrigprozentige Hyposulfitlösungen mit schlechten, weniger als   50%   betragenden Stromausbeuten erhält.

   Diese starke Abhängigkeit der
Hyposulfitbildung von der   Acidität   war bisher völlig unbekannt, was am besten daraus ersichtlich ist, dass man z. B. als Katholytbestandteile sowohl Gemische von   95%   Bisulfit mit 5% Sulfit als auch solche von 95% Sulfit mit 5% Bisulfit nebeneinander als gleichwertig vorgeschlagen hat. Dabei besitzt eine
Mischung von   95%   Sulfit mit   5%   Bisulfit aber einen weit über 7'0 liegenden pH-Wert. 



   Als weiterer besonderer Vorzug des vorliegenden Verfahrens hat sieh die überraschende Tat- sache ergeben, dass es möglich, ja vorteilhaft ist, die Elektrolyse bei Temperaturen über   150 C, zweck-   mässig bei   25-500 C, auszuführen.   Obwohl man bisher der Ansicht war, dass Temperaturen von 15  C nicht   überschritten   werden sollen und in den Beispielen der Literatur meist bei   0-10'gearbeitet   wird, hat sich gezeigt, dass selbst bei   40#50  noch 16#18%ige Hyposulfitlösungen   mit 85-90% Strom- ausbeute erhalten werden. Technisch ist dieses Verfahren besonders dadurch wertvoll, dass einmal keine oder nur eine ganz geringfügige, mit einfachen Mitteln durchzuführende Kühlung erforderlich ist, sodann aber auch die Badspannung erheblich geringer ist als bei starker Kühlung.

   Auch ist infolge der geringeren Viskosität der Lösung die Rührung wirksamer. 



   Die Überwachung der   Acidität   kann in beliebiger Weise, z. B. mit der Glaselektrode, erfolgen. 



   Man kann aber auch durch Titration das Verhältnis   S02   zu Bisulfit bzw. Bisulfit zu Sulfit feststellen. 



   Die günstigste   Acidität   ist dann durch Gemische von Bisulfit mit 0-50 Molprozent Sulfit gekenn- zeichnet. 



   Beispiele :
1. In einer durch eine poröse Gummiplatte als Diaphragma in Anoden-und Kathodenraum geteilten elektrolytischen Zelle, welche als Anode ein Bleiblech, als Kathode ein Silberdrahtnetz besitzt, wird unter Anwendung einer   17% igen Natriumsulfitlösung   als Anolyt, einer kathodischen Stromdichte von 5 A/dm2 und einer Stromkonzentration von 8 A/100    <    Katholyt, eine   16% ige   Natriumbisulfit- lösung als Katholyt bei   150 dem Stromdurchgang   unterworfen. Anolyt und Katholyt durchströmen kontinuierlich die Zelle, d. h. der Anolyt den Anodenraum, der Katholyt den Kathodenraum. Während 

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 der Elektrolyse wird zum Rühren des Katholyten Kohlensäure, Wasserstoff oder Stickstoff unten in den Kathodenraum eingeleitet.

   Durch Beimischung von   S02 zu   diesen Rührgasen wird das erforderliche 
 EMI2.1 
 durch entsprechende Zufuhr von   S02   die Acidität der Reihe nach verschiedene pH-Werte annehmen und sorgt man durch Einstellen der Durchströmungsgeschwindigkeit des Katholyten dafür, dass immer in gleicher Zeit   die gleiche Menge Katholyt   die Zelle verlässt, so   erhält man bei pH   =   6'8   eine   3%ige Lösung   mit 16% Stromausbeute, bei pH = 6-5 eine   9#2%ige Lösung   mit   60%   Stromausbeute, bei pH =   5#4   
 EMI2.2 
 ausbeute, bei pH =   3#5   eine   5%ige Lösung   mit   26%   Stromausbeute.

   Die pH-Angaben beziehen sich hiebei auf mit der Glaselektrode bei 20  gemessene Werte. Je nach der Intensität des Rührens verschieben sich die Ausbeutewerte etwas, u. zw. in dem Sinne, dass sie bei besserer Rührung günstiger als bei schlechterer Rührung liegen. Die Badspannung ist bei den verschiedenen Aeiditätsgraden verschieden. Sie ist um so niedriger, je saurer der Katholyt ist. 
 EMI2.3 
 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur elektrolytischen Herstellung von Hyposulfit, dadurch gekennzeichnet, dass im Katholyten unter Anwendung einer Stromkonzentration von mehr als 2 A/100 cm3 die   Aeidität   bei pH-Werten zwischen   4. 0   und   6#5   gehalten wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrolyse bei Temperaturen über 15'C, zweckmässig bei 25-500 C, ausgeführt wird.
AT151956D 1936-04-04 1937-03-20 Verfahren zur elektrolytischen Herstellung von Hyposulfit. AT151956B (de)

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