AT153505B - Verfahren zur Herstellung hartwachs- bzw. harzartiger Kondensationsprodukte. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung hartwachs- bzw. harzartiger Kondensationsprodukte.

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 Polyvinylalkohols Borverbindungen einwirken lässt. Bei diesem Verfahren wird also von ganz andere Ausgangsmaterialien ausgegangen und man erhält keine Produkte von hartwachsartiger Beschaffenheit, sondern lediglich Substanzen von viskosem oder gallertartigem Charakter. 



   Die erfindungsgemäss erhältlichen Produkte können in der wachsverarbeitenden Industrie, z. B. bei der Bereitung von Bohnermassen, Schuhcremes, Polierpasten aller Art Verwendung finden. Sie können auch bei der Herstellung von Kerzen zur Erhöhung des Schmelzpunktes bzw. zur Erzielung opaken Aussehens und zur Verhinderung des Tropfens derselben gebraucht werden. Ferner eignen sie sich zur Herstellung von Adhäsionsfetten   und-wachsen, Ziehfetten,   zum Imprägnieren von Textilien und andern Materialien, als Komponente für Baumwachs, zur Fabrikation von Schallplatten oder andern plastischen'bzw. Pressmassen, zur Herstellung von Glanzpapier u. dgl. 



   Beispiel 1 : 170   Gew.-Teile   des durch Reduktion von Carnaubawaehs gewonnenen Wachsalkoholgemisches werden bei 1600 unter Durchleiten von Kohlensäure und unter gutem Rühren im Verlaufe von zwei Stunden mit 24 Gew.-Teilen kristallisierter Borsäure versetzt, das Reaktionsprodukt wird noch eine Stunde bei der gleichen Temperatur nachgerührt und alsdann ausgegossen. Das erhaltene hellgelbe Wachsprodukt schmilzt bei etwa   80 ,   ist springhart und besitzt guten Glanz. Es lässt sich leicht unter Beibehaltung seiner wertvollen Eigenschaften mit gleichen Teilen vollständig gehärtetem Rüböl verschneiden und eignet sich infolge seines ausserordentlich guten Ölbindungsvermögens besonders zur Herstellung von Schuhcremes und Bohnermassen.

   So stellt ein Gemisch aus 10   Gew.-Teilen   des zuvor beschriebenen hellgelben Wachsproduktes, 7   Gew.-Teilen   Ozokerit, 13 Gew.-Teilen Paraffin und 70   Gew.-Teilen   Terpentinöl eine vorzügliche, feste Hartwachspolierpaste dar, die zur Behandlung von Lederwaren, Möbelpolituren u. dgl. sehr geeignet ist. An Stelle von kristallisierter Borsäure kann auch arsenige Säure verwendet werden. 



   Man kann das nach dem vorstehenden Ansatz erhaltene harte Wachsprodukt auch mit Kolophoniumharzalkohol, welcher durch Reaktion von Kolophoniumharz gewonnen wurde, in Mengen von 10 bis   40%   auf Hartwachs berechnet, versetzen. Man erhält auf diesem Wege einen   Wachskörper   von hoher Adhäsionskraft, dessen Adhäsionsvermögen je nach der angewendeten Menge an Harzalkohol variiert werden kann. Dieses Adhäsionswachs ist mit Vorteil beispielsweise für die Herstellung von Treibriemenwachsen oder auch für die Herstellung von Baumwachs verwendbar. 



   Beispiel 2 : 60   Gew.-Teile Octadecandiol- (1. 12)   werden, wie in Beispiel 1 beschrieben, mit 16 Gew.-Teilen Borsäure kondensiert und liefern ein hochglänzendes, bei etwa   930 schmelzendes,   rein weisses, ausserordentlich hartes Kondensationsprodukt, das sich vornehmlich als Zusatz bei der Herstellung von Paraffinkerzen eignet. An Stelle der Borsäure kann auch phosphorige Säure zur Anwendung gelangen. 



   Beispiel 3 : 64   Gew.-Teile   vollständig gehärtetes   Ricinusöl   (Schmelzpunkt etwa   78 )   werden mit einer Mischung von 11 Gew.-Teilen kristallisierter Borsäure und 55   Gew.-Teilen Essigsäureanhydiid   zwei Stunden am   Rüekflusskühler   erhitzt. Nach dem Abdestillieren der flüchtigen Anteile hinterbleibt eine Masse, die erst über 1000 vollständig geschmolzen ist und als warmfestes Guss-und Imprägnierwachs verwendet werden kann.

   Führt man die Kondensation in Abwesenheit von Essigsäureanhydrid 40 Stunden bei   1800 durch,   so entsteht ein Produkt, das selbst bei dieser Temperatur nicht mehr leicht flüssig ist, sondern eine dicke und fadenziehende Masse darstellt, die, in den gebräuchlichen organischen Lösungsmitteln nicht mehr löslich, nach dem Erkalten in eine   hochglänzende,   weisslich porzellanartige Masse übergeht, die mechanisch verarbeitet werden kann und sich zur Anfertigung von Kunstgegenständen und Pressmassen eignet. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung   hartwaehs-bzw.   harzartiger Kondensationsprodukte, dadurch gekennzeiehnes, dass man höhermolekulare, aliphatische Alkohole oder Ester höhermolekularer aliphatischer Oxysäuren mit Borsäure, Borsäure-Essigsäure oder deren Anhydriden zweckmässig unter Durchleiten eines indifferenten Gasstromes oder auch im Vakuum auf Temperaturen von etwa 100 bis   2500 erhitzt,   wobei auch Kondensation-,   Verdünnungs-oder Streckungsmittel   zugegen sein können.

Claims (1)

  1. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsäure ganz oder teilweise durch arsenige oder phosphorige Säure ersetzt wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kondensation unter Mitverwendung von Harzen, Harzsäuren, Harzalkoholen oder andern harzartigen Produkten durchgeführt wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kondensation in Gegenwart indifferenter, flüssiger oder fester organischer Verbindungen durchgeführt wird.
AT153505D 1935-01-16 1936-01-09 Verfahren zur Herstellung hartwachs- bzw. harzartiger Kondensationsprodukte. AT153505B (de)

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