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Ventilationsanlage in Tunnels, insbesondere Strassentunnels.
Ventilationsanlagen an Tunnels, insbesondere Strassentunnels mit sogenannter Querlüftung, bestehend aus einem Frischluftzufuhrkanal, von welchem aus Frischluft durch Schlitze in den Tunnelraum gelangt, hier sich mit der verunreinigten Luft im Tunnel mischt und durch Abluftsaugschlitze und Ablaufkanäle ins Freie gelangt, sind bekannt.
Eine andere Ventilationsanlage, bei welcher die Frischluft in gleicher Weise in den Tunnel gelangt, aber mit der verunreinigten Luft zusammen durch den Tunnel selbst hinausbefördert wird, ist auch bekannt. Diese Ventilationsanlagen kommen vorherrschend nur für relativ kurze Tunnels, die wenig frequentiert werden, zur Anwendung.
Beiden Ventilationsanlagen haftet der Fehler an, dass die Frischluft im unteren Teil des Tunnels (unter der Fahrbahn) zuströmt, sich oberhalb derselben mit der verunreinigten Luft mischt und dann oben bzw. durch den Tunnel ausströmt.
Die schädlichen Abgase von Automobilen, die gleich schwer und teilweise schwerer sind als Luft und direkt oberhalb der Fahrbahn ausströmen, werden dadurch nach oben befördert und gelangen direkt in die Einatmungszone der Passanten und des Fahrpersonals, was ein Nachteil ist. Die noch im Tunnel befindliche gute Luft wird durch diese Strömung von unten nach oben mit den schädlichen Gasen geschwängert, wodurch sich die ganze Tunnelluft verschlechtert.
Gegenstand der Erfindung ist eine Ventilationsanlage für Tunnels, insbesondere für Strassentunnels, welcher diese Nachteile nicht mehr anhaften.
Drei Ausführungsbeispiele der bekannten Ventilationsanlagen sind auf dem beiliegenden Zeichnungsblatt durch die Fig. 1, 2 und 3 im Querschnitt dargestellt, ebenso ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes mit einer Variante durch die Fig. 4, 5, 6 und 7. Fig. 4 zeigt die neue Ventilationsanlage im Querschnitt durch den Tunnel, Fig. 6 einen Längsschnitt nach der Linie a-b in Fig. 4 (oberer Teil des Tunnels). Fig. 7 ebenfalls einen Längsschnitt durch den Tunnel, aber nach der Linie c-d in Fig. 4 (unterer Teil des Tunnels) und Fig. 5 zeigt die gleiche Ventilationsanlage, angewendet bei einem sogenannten Unterwassertunnel, bestehend aus Rohren.
1 ist der Frischluftzufuhrkanal (beim Ausführungsbeispiel nach der Fig. 3 sind deren zwei vorhanden), der sich unter der Fahrbahn 2 befindet. 3 sind Frisehluftzufuhrschlitze, 4 eine Trennwand im obern Teil des Tunnels (fehlt beim Ausführungsbeispiel nach der Fig. 3). Diese Trennwand ist im Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 flach und ganz oben im Tunnel angebracht. Beim Ausführungsbeispiel nach der Fig. 2 ist die Trennwand dem halbkreisförmigen Profil des Tunnels angepasst. 5 sind Abluftsaugschlitze in dieser Trennwand und 6 ein Abluftsaugkanal oberhalb der Trennwand 4.
Die eingezeichneten Pfeile geben die Luftbewegung an.
Die Frischluft kommt durch den Kanal 1, geht durch die Schlitze. 3 in den Raum oberhalb der Fahrbahn. Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 strömt dann diese Frischluft mit der im Tunnel vorhandenen verunreinigten Luft nach oben, geht durch die Schlitze 5 hindurch in den Kanal 6 und von hier nach aussen.
Beim Ausführungsbeispiel nach der Fig. 3 strömt die aus den Schlitzen 3 in den Raum oberhalb der Fahrbahn gelangende Luft mit der Tunnelluft längs dem Tunnel nach aussen.
Beiden Ventilationsanlagen haftet der eingangs erwähnte Nachteil an.
Beim Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes nach den Fig. 4,5, 6 und 7 sind l'die Frischluftzufuhrkanäle, 2'die Fahrbahn, 3'die Frischluftzufuhrschlitze, 4'die Trennwände der Abluft-
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kanäle, die Abluftsaugschlitze in den Wandungen 4', 6'die Abluftkanäle, 7'die Trennwände der
Frischluftkanäle, 8 sind Frisehluftzufuhrkammern. Dieselben erweitern sich trichterförmig gegen die
Frisehluftzufuhrsehlitze. 3' hin. Die ganze Ventilationsanlage ist längs des Tunnels in Sektoren eingeteilt, die als Kammern ausgebildet sind. Die Länge und Grösse dieser Kammern richtet sich nach den örtlichen und lufttechnischen Verhältnissen.
Die Frischluftkanäle münden in der Längsrichtung des Tunnels in der Mitte der Kammern in diese hinein. 12 sind Leitwände in den Frischluftzufuhr- kammern 8, welche derart ausgebildet und angeordnet sind, dass die ankommende Frischluft sich gleichmässig längs den Schlitzen 3'verteilt. 9 sind Abluftsaugkammern mit Leitwänden 1. 3, in gleicher Ausführung wie die Frischluftkammern 8 mit den Leitwänden 12, welche den Zweck haben, die Luft gleichmässig auf der ganzen Länge des betreffenden Sektors durch die Schlitze 5'abzusaugen. 10 sind Leitungen im Oberteil des Tunnels für eine Druckluftwasserzerstäubung. 11 ist ein sogenannter Entwässerungskanal. 14 sind Trottoirs.
Die Luftbewegung ist wiederum durch Pfeile markiert.
Die von oben aus den Schlitzen. 3' zuströmende kalte Frischluft strömt nach unten, mischt sich hier mit der unreinen Luft im Tunnelraum oberhalb der Fahrbahn 2'und gelangt dann durch die Schlitze 5', die zweckmässigerweise gegen die Kammer 6'hin ansteigen, die Abluftsaugkammern 9 und geht durch die Kanäle 6'nach aussen.
Der Vorteil dieser Ventilationsanlage gegenüber den bekannten Ventilationsanlagen für Tunnels besteht in der Hauptsache darin, dass bei derselben die schlechte Luft, insbesondere die schädlichen Autogase gerade dort, wo sich dieselben bilden, d. h. oberhalb der Fahrbahn abgesaugt werden. Durch das Absaugen der Auspuffgase, der Öldämpfe und des entwickelten Rauches bleibt die Sicht im Tunnel vollständig klar, im Gegensatz zu den bekannten Ventilationsanlagen, wo der auf der Fahrbahn sich ansammelnde Rauch durch den ganzen Tunnel nach oben gezogen wird, was während Zeiten hoher Frequenz Betriebsunterbrüche erfordert, um den sich angesammelten Rauch abzuführen, damit die Sicht wieder klar wird.
Diese günstigen Effekte können noch erhöht werden durch die Inbetriebsetzung des vorgesehenen Druekluftwasserzerstäubers. Ein weiterer Vorteil dieser Ventilationsanlage besteht darin, dass durch das Vorhandensein von Druck-und Saugkammern und durch deren sinngemässe Ausbildung mit den Leitwänden eine absolut gleichmässige Lufterneuerung längs des ganzen Tunnels stattfindet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Ventilationsanlage in Tunnels, insbesondere Strassentunnels, gekennzeichnet durch mindestens einen Erischluftzufuhrkanal (1') mit einer Frischluftzufuhrkammer (8) im obern Teil des Tunnels, von welcher aus durch Frischluftzufuhrschlitze (.
3') Frischluft in den Tunnelraum oberhalb der Fahrbahn (2') gelangt und durch Abluftsaugschlitze (J) im Unterteil des Tunnels, durch welche die Frischluft mit der unreinen Tunnelluft zusammen in Abluftsaugkammern (9) gelangt, die mittels Abluftkanälen (6') mit der Abluftsaugeinrichtung verbunden sind, wodurch die im obern Teil des Tunnels längs demselben einströmende Frischluft gezwungen ist, im Passierraum des Tunnels gegen die Fahr-und Gehbahn hinunter zu strömen, von wo aus die mit der verunreinigten Tunnelluft gemischte Frischluft abgesaugt wird.