AT157521B - Verfahren zur Herstellung formbarer Textilerzeugnisse. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung formbarer Textilerzeugnisse.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung formbarer Textilerzeugnisse. 



   Formbare Textilerzeugnisse, wie   Filzhüte,     Strohhüte, Steifkappen   usw., wurden bisher so hergestellt, dass man Gewebe oder Geflechte mit einer Appretur versah und sie dann in einer Presse warm formte. Bei den so hergestellten Geflechten oder Geweben haftet die Appreturschicht ungenügend, weil die Garne oder Bänder, die zu ihrer Herstellung benutzt wurden, paraffiniert sind. Durch Wasser- tropfen werden die Appreturschichten leicht abgehoben und es entstehen an diesen Stellen graue Flecken. 



   Es ist auch schon vorgeschlagen worden, erst die Garne zu lackieren und daraus dann die Gewebe oder Geflechte herzustellen. Dieses Verfahren ist aber stets nur auf die Verwendung solcher Laekrohstoffe beschränkt, die in Lösungsmitteln löslich sind. Man ist infolgedessen genötigt, umfangreiche Massnahmen wegen der   Feuergefährlichkeit   und physiologischen Wirkung der Lösungsmittel zu treffen. 



   Es wurde nun gefunden, dass man von diesen Mängeln freie formbare Textilerzeugnisse, wie Gewebe, Geflechte usw., dadurch herstellen kann, dass Fäden und Garne aus thermoplastischen Kunststoffen verwendet werden. Das Herstellungsverfahren der formbaren Textilerzeugnisse lässt sieh sehr einfach durchführen. Die thermoplastischen Fäden oder Garne werden in der üblichen Weise zu Geweben, Geflechten usw. verwebt oder vernäht und das entstandene mehr oder minder steife Gewebe wird in einer Warmpresse bei erhöhter Temperatur in der gewünschten Weise geformt. Da bei dieser Herstellung Lösungsmittel nicht verwendet werden. arbeitet das Verfahren gänzlich   ungefährlich   und ist nicht mit den hohen   Feuerversicherunesprämien   wie Lösungsmittel verarbeitende Betriebe belastet. 



   Da bei dem Verfahren Garne oder Fäden aus sowohl an sieh in Lösungsmitteln löslichen als auch in Lösungsmitteln unlöslichen, aber thermoplastischen Kunststoffen Verwendung finden können, ist man in die Lage versetzt, gegen Lösungsmittel beständige formbare Gewebe und Geflechte herzustellen, was nach den bisherigen Verfahren nicht der Fall war. Die Geflechte oder Gewebe sind gut wasserbeständig und auch waschbar. 



   Als besonders geeignet haben sich Kunststoffe aus solchen Verbindungen erwiesen, die die Gruppierung CIL =   C c haben,   z. B. Polyvinylhalogenide, Kondensationsprodukte aus Polyvinylalkohol mit Aldehyden, wie Formaldehyd, Acetaldehyd, Butyraldehyd oder andern Aldehyden, Polyvinylester, wie   Polyvinylformiat,-acetat,-propionat,-butyrat, Polyvinylkohlenwasserstoffe,   wie Polystyrol, die Verseifungsprodukte aus Mischpolymerisaten von Polyvinylestern mit Maleinsäureanhydrid, Mischpolymerisate der genannten Verbindungen untereinander oder mit andern Monomeren, wie z. B.   Acrylsäureestern,   Crotonsäureester, Maleinsäureester usw. 



   Die Elastizität der Gewebe und Geflechte lässt sich durch Zusatz von Weiehmaehungsmitteln bei der Herstellung der Fäden und Garne variieren. Farbeffekte erhält man durch Verwendung gefärbter Fäden oder Garne. 



   Von besonderer Bedeutung ist, dass das Verfahren auch geeignet ist zur Herstellung von Mischgeweben aus Fäden aus thermoplastischen Kunststoffen und Fäden und Garnen organischer und anorganischer Natur, wie beispielsweise aus Seide, Leinen, Wolle, Baumwolle, Asbest, Glas, Papier, Stroh, Bast, regenerierte Cellulose, Hanf, Kunstseide, Rosshaar usw. Auch lackierte Fäden aus diesem Fasermaterial lassen sich mitverwenden. Hiedureh ist eine grosse Variationsmögliehkeit gegeben. 



   Je nach der Ausführung des Gewebes, ob dicht gewebt oder maschenförmig, entstehen luftund   wasserundurchlässige   wie auch durchlässige Erzeugnisse. 

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   Die nach diesem Verfahren hergestellten formbaren Textilerzeugnisse lassen sich verwenden zur Herstellung von Damenhüten, Steifkappen für Schuhe, zur Herstellung versteifender Einlagen für Wäsche-und Kleidungsstücke, für Geldbeutel,   Badetaschen   und auch zur Herstellung mehr- schichtiger Stoffe durch Vereinigung mit in gleicher Weise formbaren Geweben oder mit Stoffen aus
Leinen, Baumwolle, Leder, Kunstseide, Wolle. Papier usw. 



   Die Vereinigung zu einem mehrschichtigen Gewebe kann vorgenommen werden durch Verkleben der einzelnen Gewebelagen mit einem Klebstoff, durch einfaches Zusammenpressen der formbaren Gewebe mit den andern Geweben in einer Warmpresse bei erhöhter Temperatur oder auch auf andere sachgemässe Weise. 



   Beispiele :
1. Fäden, hergestellt aus dem Kondensationsprodukt aus Polyvinylalkohol und Acetaldehyd, werden mit Fäden aus regenerierter Cellulose zu Geflechten verflochten. Man erhält steife Geflechte. die sich in geeigneten Formen bei   100-1200 zu Damenhiiten   verpressen lassen. 



   2. Aus Fäden aus dem Kondensationsprodukt aus Polyvinylalkohol und Butyraldehyd wird ein netzartiges Gewebe hergestellt und bei   100-105'unter   gelindem Druck geformt. Es eignet sich zur Herstellung von Steifkappen für Schuhe und als versteifende Einlage bei der Herstellung mehrsehichtiger Stoffe für   Wäsche-und Kleidungsstücke.   



   3.   Polyvinylchloridfäden   werden mit Rosshaarfäden zu einem Maschengewebe verflochten und bei   1000   in einer Presse in der   gewünschten   Weise geformt. Wegen ihrer Beständigkeit gegen Wasser und Chemikalien sind die so hergestellten Gewebe als versteifende Einlage für   schweiss-   beständige mehrschichtige Stoffe geeignet. 



   4. Fäden aus dem Verseifungsprodukt des   Mischpolymerisates   aus Polyvinylacetat und Maleinsäureanhydrid, die unter Zusatz eines wasserlöslichen Weiehmaehungsmittels hergestellt sind. werden zu einem dichten Gewebe vernäht. Durch Verpressen in geeigneten Formen bei   1200 lassen sich   die verschiedensten Erzeugnisse herstellen, die gegen die Einwirkung von Wasser und Lösungsmitteln beständig sind. 



   5. Sehmale Filmstreifen aus Polyvinylchlorid werden miteinander zu einem Geflecht vernäht und bei   120  in   einer Presse zu einem Damenhut geformt. 



   6. Borten aus regenerierter Cellulose werden mit schmalen Filmstreifen aus einem Mischpolymerisat aus 30 Teilen Polyvinylchlorid und 70 Teilen Polyvinylacetat zu einem   Masehengewebe   vernäht und anschliessend bei   110  in   einer Presse zu einem Damenhut geformt. Das Mischpolymerisat kann naturgemäss auch ein anderes   Mischungsverhältnis   von Polyvinylchlorid zu Polyvinylacetat enthalten, so beispielsweise 40/60,   50/50,   80/20 usw.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung formbarer Textilerzeugnisse, dadurch gekennzeichnet, dass Fäden oder Garne aus in Wasser unlöslichen Polymerisationsprodukten von Verbindungen mit der Gruppierung CIL = C < gegebenenfalls gemeinsam mit Fäden oder Garnen, die nicht thermoplastisch sind, verwendet werden.
AT157521D 1938-04-29 1938-04-29 Verfahren zur Herstellung formbarer Textilerzeugnisse. AT157521B (de)

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