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Gerät zur elektrischen Reinigung von Flüssigkeiten unter Ausnützung der elektropolaren lonenwanderung
Von der Tatsache, dass Ionen, u. zw. z. B. solche der Metallsalze als auch solche der Nichtmetall- salze unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes je nach ihrer eigenen Ladung, entweder zur
Kathode oder zur Anode wandern, wird auf verschiedenen Gebieten der Technik Gebrauch gemacht. Bekannt ist es, unter anderem auch Lösungen, Bädern u. dgl. gewisse Ionen vermittels sogenannten elektroosmotischer Zellen zu entziehen, z. B. gewöhnliches Wasser auf diese Weise zu enthärten und so ein dem destillierten Wasser gleichwertiges Produkt mit geringen Kosten zu erzeugen.
Zellen dieser Art bestehen in der Regel aus ineinandergeschachtelter Anode, Kathode und wenigstens einem, gewöhnlich jedoch zwei zylindrischen Diaphragmen, welche Anode und Kathode unter Freilassung des eigentlichen Behandlungsraumes voneinander abteilen.
Was die äussere Formgebung dieser Zellen anbelangt, so hat man früher plattenförmige Elektroden und ebensolche Diaphragmen bevorzugt und diese Bauteile in prismatische Kasten eingesetzt. Diese Bauweise hat aber den Nachteil, dass das prismatische Aussengefäss nicht auch gleichzeitig als Elektrode verwendet werden kann, was eine ungünstige Raumausnützung und einen weniger günstigen Wirkungsgrad der Zelle infolge sogenannter toter Ecken ergibt. Man ist daher zu einer Bauweise gekommen, bei welcher eine zentral angeordnete Mittelelektrode z. B. ein Stab, meist die Anode, von zylindrischen, konzentrisch angeordneten Diaphragmen umgeben ist ; das Gefäss selbst besitzt ebenfalls zylindrische Form und bildet gleichzeitig, aus geeignetem Metalle hergestellt, die zweite Elektrode, meist also die Kathode.
Die Erfindung bezieht sich auf Geräte zur elektrischen Reinigung von Flüssigkeiten unter Ausnützung der elektropolaren Ionenwanderung, die ebenfalls aus ineinander geschachtelter Anode, Kathode und wenigstens einem Diaphragma bestehen und bezweckt einen nicht unwesentlichen Nachteil dieser Geräte zu beseitigen, der in folgendem besteht :
Es ist meist nicht möglich, die zu reinigende Flüssigkeit, z. B. die Entsalzung von Wasser schon in einer einzigen Zelle durchzuführen,
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von Zellen erfolgen, die aufeinanderfolgend von dem zu entsalzenden Wasser oder der sonstigen
Flüssigkeit der Reihe nach durchflossen werden.
Zu diesem Zweck müssen Leitungen vorgesehen werden, welche den Austritt der Flüssigkeit aus der einen und den Eintritt in die folgende Zelle zulassen.
Diese Leitungen müssen aus Gründen elektrischer Natur aus isolierendem Material bestehen und eine ausreichende Formbeständigkeit haben ; Stoffe, die diesen Forderungen entsprechen, sind aber regelmässig zerbrechlich. Man hat sich damit abgefunden und diese Leitungen, zu denen übrigens auch noch Spülleitungen u. dgl. kommen, meist aus Glas hergestellt. Abgesehen davon, dass ausserhalb eines Gerätes verlaufende Glasröhren und Gummischläuche untechnisch sind, schliesst es diese Ausführung auch aus, robuste, leicht transportable Geräte zu bauen und dort, wo man sich mit der bisherigen Ausführung abgefunden hat, musste man Schutzgitter u. dgl. vorsehen, um die empfindlichen zerbrechlichen.
Teile vor Beschädigungen zu bewahren, ohne damit aber vermeiden zu können, dass es bei Reinigung der Apparaturen und dem damit verbundenen Zerlegen derselben oft zu Glasbruch kam, ein Nachteil, der umso schwerer wiegt, als es sich meist um Formteile handelt, deren Ersatz nicht ohne weiteres möglich ist.
Die Erfindung vermeidet diese Übelstände dadurch, dass die konzentrisch zur Mittelelektrode angeordneten Diaphragmen Zylinderform besitzen, während die äusserste Elektrode die Form eines diesen Zylinder einhüllenden Prismas aufweist, wobei in den entstehenden Ecken die zur Funktion des Gerätes wesentlichen Rohrleitungen untergebracht sind. Zweckmässig erhält die äusserste Elektrode, die gleichzeitig als Aussengefäss wirkt, quadratische Grundform.
In den
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genügend Raum vorhanden, ja es ist sogar möglich, in den zwischen Aussengefäss und äusserstem Diaphragma befindlichen Raum noch eine besondere Verlängerung dieser Leitungen, etwa in Schrauben-oder D-Form unterzubringen.
In der schematischen Zeichnung ist eine aus drei erfindungsgemässen Zellen bestehende Anlage zur Reinigung von Wasser, teilweise geschnitten,
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Es bedeutet 1 die rechteckigen Kathoden, 2 die Anoden, 3 die Anodendiaphragmen und 4 die Kathodendiaphragmen ; diese beiden Diaphragmen schliessen jeweils die Reinigungsräume 5 ein.
Die zu behandelnde Flüssigkeit tritt bei 6 ein und gelangt durch ein schraubenlinienförmig verlängertes Rohr 7 in den Reinigungsraum 5 der ersten Zelle ; aus der ersten Zelle gelangt die Flüssigkeit, etwa über einen Überlauf 8 und ein Verbindungsrohr 9 in den Reinigungsraum der zweiten Zelle. Das Verbindungsrohr 9 ist in diesem Falle im wesentlichen gerade ausgeführt, könnte aber ebenfalls durch entsprechende Formgebung verlängert sein. Das Verbindungsrohr 9 muss nicht aus einem Stück bestehen ; in der gezeichneten Ausführung ist es zweiteilig ausgeführt und es stehen beide Teile durch eine Muffe 10 miteinander in Verbindung.
Die in der zweiten Zelle weiter behandelte Flüssigkeit gelangt durch ein Überlaufrohr 11 in die dritte Zelle ; dieses Überlaufrohr ist, zwecks Verlän- gerung des Flüssigkeitsweges und damit Verkleinerung des elektrischen Nebenschlusses, U-förmig gebogen. Der Austritt der fertig behandelten Flüssigkeit aus der dritten Zelle erfolgt bei 12. Die Zuleitung der Spülflüssigkeit erfolgt durch Rohre 14, ihr Ablauf durch Rohre 15.
Es kann sich aber auch als zweckmässig erweisen, das Spülflüssigkeitszuleitungsrohr etwa durch schraubenlinienförmige Formgebung (vgl. Rohre6, dritte Zelle) zu verlängern. Bei den praktischen Ausführungen wird man natürlich eine vollkommene Übereinstimmung aller Zellen anstreben ; die in der Zeichnung gezeigten Verschiedenheiten dienen nur der Erläuterung einiger-nicht allerdenkbaren Verwirklichungsformen der Erfindung.