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Verfahren zur Herstellung eines Heil-und/oder Vorbeugungsmittels zur Bekämpfung der
Nosemaseuche der Bienen
Bekanntlich leidet die Honigbiene an verschiedenen Erkrankungen, von welchen die Darmoder Nosemaseuche eine der schwersten ist und meistens ein Aussterben des Bienenvolkes bis auf einen kleinen Rest zur Folge hat, wodurch ein Honigertrag unmöglich wird und meist das ganze Volk verlorengeht.
Der Erreger dieser ansteckenden Krankheit ist ein Parasit (Nosema apis Zander), welcher in der Wand des Mitteldarmes der Biene Dauerformen (Sporen) bildet, die mit dem Kote ausgeschieden und im Infektionswege wieder von anderen Bienen aufgenommen werden.
Im Darm keimen die Sporen und senden einen Keimling aus, welcher in die Darmwand eindringt. Nach Vermehrungsvorgängen werden aus der Darmwand Sporen in grosser Zahl in den Darm abgestossen, wo ein Teil von ihnen wieder keimt und eine verstärkte Infektion der befallenen Bienen hervorruft, während ein anderer Teil ungekeimt den Darm verlässt und die noch gesunden Bienen gefährdet.
Es ist ferner bekannt, dass Sporen durch Fermente, Enzyme oder andere Stoffe zum Keimen veranlasst werden können.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Heil-und/oder Vorbeugemittels zur wirksamen Bekämpfung der Darmoder Nosemaseuche der Bienen, das eine sehr günstige Wirkung auf den Erreger dieser Krankheit hervorruft. Nach dem erfindungsgemässen Verfahren wird dem Bienenfutter, gegebenenfalls wiederholt, ein sauerstoffabspaltendes Mittel, vermischt mit einer die Keimung der Sporen von Nosema fördernden Substanz, beigemengt.
Durch Anwendung dieses Mittels wird eine doppelte Wirkung erzielt ; einerseits wird die Keimung der Sporen angeregt, andererseits werden die gebildeten Keime in Berührung mit dem erfindungsgemäss hergestellten Mittel abgetötet.
Als sauerstoffabspaltendes Mittel kann vorteilhaft Wasserstoffsuperoxyd, dessen Derivate oder Stabilisationsformen verwendet werden, welche Substanzen bei geeigneter Dosierung in dem Bienenfutter in genügend beständigem Zustande vorliegen. Im Darme findet dann die Zersetzung statt, wobei der abgespaltene Sauerstoff die Keime tötet.
Erfindungsgemäss können als keimungsanregende Substanzen in Verbindung mit dem sauerstoffabgebenden Mittel Fermente oder Enzyme verschiedenerlei Art verwendet werden. Zu diesem Zwecke können die Enzyme bzw. Fermente entweder als reine Substanzen benützt werden oder, was verfahrenstechnisch einfacher und vielfach zweckentsprechender ist, in Form eines Extraktes oder Konzentrates aus fermenthaltigen Materialien. Beispielsweise hat sich die Anwendung von Pepsin oder Trypsin in Verbindung mit einer schwach wasserstoffsuperoxydhaltigen Zuckerlösung zur erfolgreichen Bekämpfung der Nosemakrankheit als geeignet erwiesen. Es genügen z. B. bereits Spuren dieser Fermente als Zusatz bei der Herstellung eines erfindungsgemäss wirksamen Gemisches.
Weiters kann auch eine schwache organische Säure, die in Gegenwart des sauerstoffabspaltenden Mittels im wesentlichen beständig ist, oder auch ein Alkohol als keimungsanregende Substanz im Sinne der Erfindung zur Anwendung gelangen. Hiefür geeignete Säuren sind beispielsweise Essigsäure, Zitronensäure, Weinsäure u. dgl., gegebenenfalls auch Ameisensäure. Bei Verwendung von Alkohol wird dieser in die entsprechende Säure übergeführt und kommt auf diese Weise zur Wirkung.
Der therapeutische Erfolg des erfindunggemässen Verfahrens äussert sich darin, dass die Nosema zum Stillstand kommt und die Bienenvölker sich erholen. Es wurde gefunden, dass ein guter therapeutischer Erfolg schon dadurch erzielt werden kann, dass den Bienen Futter verabreicht wird, welches nur wenig keimungfördernde Stoffe enthält, wenn nur gleichzeitig ein genügend Sauerstoff abgebender Stoff vorhanden ist. Wesentlich für die Wirksamkeit des erfindungsgemässen Verfahrens ist jedoch stets das gleichzeitige Vorhandensein und die einander ergänzende Wirkung der keimungsanregenden sowie der keimtötenden Stoffe.
Beispiele :
1. 1 Mol Wasserstoffsuperoxyd wird in Form der 30% igen Lösung mit einem Drittel Mol Essigsäure (100% ig) vermischt und 10 cm3 dieses Gemisches werden zu einem Liter einer Lösung zugefügt, die aus einem Teil Zucker und einem 1 Teile Wasser bereitet wurde. Die erhaltene Lösung besitzt eine zufriedenstellende Haltbarkeit. Zur Erreichung einer Heilwirkung oder
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vorbeugend erhält jedes Bienenvolk im Frühjahr jede Woche 100 cm3 davon verabreicht.
2. 1 Mol Wasserstoffsuperoxyd (als 30% ige Lösung) werden mit Mol Alkohol (100% ig) vermischt und von dieser Mischung werden 20 cm3 einem Liter Honigwasser 1 : 1 beigegeben.
Die erkrankten Völker erhalten davon in Abständen von mehreren Tagen mehrmals bis zu 1 verabreicht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines Heil-und/ oder Vorbeugungsmittels zur Bekämpfung der Nosemaseuche der Bienen, dadurch gekennzeichnet, dass dem Bienenfutter, gegebenenfalls wiederholt, ein sauerstoffabspaltendes Mittel, vermischt mit einer die Keimung der Sporen von Nosema fördernden Substanz, beigemengt wird.