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Anlage zur kontinuierlichen Herstellung von phosphathaltigen Düngemitteln, insbesondere von Superphosphat
Bei der betriebsmässigen Erzeugung von Superphosphat wurden Phosphoritmehl und Säure anfänglich von Hand vermischt. Eine erste Verbesserung wurde mit der Anwendung mechanisch betriebener Knetvorrichtungen erzielt, die sich von Zeit zu Zeit in Reaktionsräume entleerten. Die geometrische Form dieser Räume und die Art und Weise der Herausnahme des Produktes nach dem Abbinden bilden bereits den Gegenstand verschiedener Vorschläge.
Ein weiterer Fortschritt wurde kürzlich durch die kontinuierliche Durchführung des Mischvorganges mittels bereits bekannter Apparate erzielt. Dabei ermöglichen besondere Vorrichtungen eine stetige Kontrolle des Reifegrades und die kontinuierliche Ausleerung des Produktes, unter Anwendung der grossen, geschlossenen Reaktionskammern (der sogenannten"Keller").
Während einerseits die kontinuierliche Vermischung ohne grosse Schwierigkeiten erreicht werden konnte, ist anderseits zu bemerken, dass die bisher angewandten Vorrichtungen zur Kontrolle des Reifegrades und zur stetigen Entfernung des Produktes verhältnismässig umständlich und kostspielig sind.
Eine Verbesserung in der Ausreifung und Entfernung des Produktes sowie Erleichterung des kontinuierlichen Betriebes ergibt sich dadurch, dass man die Phosphatmasse noch im halbflüssigen Zustand in offene, bewegliche Behälter beschränkten Fassungsvermögens bringt. Die Phosphatmasse erstarrt dann in kürzester Zeit, wonach die erstarrten Blöcke aus den Behältern ausgeleert werden ; die weitere Verarbeitung, z. B. Zerkleinerung oder fernere zum Konditionieren des Düngemittels erforderliche Behandlung kann dann je nach Bedarf in geeigneter Weise erfolgen. Dieses Verfahren wird i 1 der USA-Patentschrift Nr. 2,061. 567 vorgeschagen.
Hiernach werden die Behälter auf Wägelchen an der Füllstelle unter dem Mischer durchgef. en, nach dem Erstarren abgehoben und der Abodestelle zugeführt, wo sie von Hand entleert werden, während die Wägelchen mit weiteren leeren Behältern besetzt und wieder zur Füllstelle gefahren werden. Insbesondere sieht die genannte Patentschrift eine Ausführungsform vor, bei der die Wägelchen durch ein Förderband ersetzt sind, auf welches die leeren Behälter aufgesetzt und von dem sie nach dem Passieren der Füllstelle abgehoben werden. Auch diese Vorrichtungen sind aber kompliziert, platzraubend und daher kostspielig.
Eine ganz bedeutende Vereinfachung und Raumersparnis ergibt sich nun durch die Anlage gemäss vorliegender Erfindung, die sich der Hauptsache nach dadurch kennzeichnet, dass die Behälter selbst als Wägelchen ausgebildet sind, welche die Füllstelle und die Abladestelle abwechselnd durchlaufen, wobei die Entleerung genau nach Zurücklegung des Reifeweges automatisch erfolgt und deren weitere Vorteile an Hand nachfolgender Beschreibung einiger Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die Fig. 1-3 der beiliegenden Zeichnung dargelegt werden, u. zw. in beispielsweiser Anwendung auf die Herstellung von Superphosphat aus Phosphatmehl und Schwefelsäure.
Beim ersten, in Fig. 1 schematisch dargestellten Ausführungsbeispiel, werden kleine Wagen einer einspurigen Laufkatzenbahn als Behälter benutzt.
Phosphatmehl und Schwefelsäure werden fortlaufend vermittels der Vorrichtungen 1 bzw. 2 in eine Knet-und Fördervorrichtung 3 dosiert, in deren Innerem ein besonderes Schaufelrührwerk vorgesehen ist. Dieses letztere bewirkt die gründliche Vermischung und Durchknetung der Bestandteile und veranlasst so die entsprechende wechselseitige chemische Reaktion, während die Masse allmählich bis zum Ausgange des Apparates geschoben wird, "1'0 sie sich in die kleinen, mit beweglichen Seitenwänden versehenen Wagen 5, einer Einspurbahn entleert. Die Wagen bewegen sich unter dem Mischer 3 in einer Folge und mit einer Geschwindigkeit, die dem Fassungsvermögen der Wagen selbst und der
Stundenleistung des Mischers entsprechend geregelt wird.
Die halbflüssige Masse verbleibt in diesen Wagen genau so lange bis das Produkt erstarrt, wonach der feste Block mittels automatischer Vorrichtung losgelöst und durch den Trichter 9
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auf den Förderer 7 von bestimmter Länge und Geschwindigkeit entladen wird. Auf dem Förderer 7 erfolgt die endgültige Reifung des Produktes, bevor dieses der Zerkleinerungsanlage und Lagerung zugeführt wird.
Während des ersten Teiles des Durchlaufs werden die Wagen 5 durch einen besonderen Kamin 6 geschützt, um längs einer Rohrleitung 8 und mittels eines nicht dargestellten Entlüfters die mechanische Abführung der im Verlauf des ersten Reifestadiums sich entwickelnden Gase zu sichern.
Unterhalb der Knet-und Fördervorrichtung. ? ist ferner ein Verteiler 4 angebracht, welcher gleichzeitig und in Übereinstimmung mit der Fortbewegung der Wagen 5 arbeitet und die Aufeinanderfolge derselben während der Auffüllungsphase regelt.
Es ist ferner eine Vorrichtung vorgesehen, die das Loslösen der Blöcke von den Wänden und damit die selbsttätige Entladung des Produktes in den erwähnten Förderer bewirkt.
Fig. 2 zeigt schematisch eine andere Aus- führungsform vorliegender Erfindung. Hier ist die fortlaufende Reihe der beweglichen Behälter 11 als endlose Förderkette 10 ausgebildet und derart angeordnet, dass die Behälter 11 am Ende des Reifeweges, d. h. an der Entladestelle um- gestürzt werden, wobei die Form der Behälter so vorgesehen ist, dass beim Umkippen die automatische Loslösung der Masse erleichtert wird, und dass sie den Rückweg zur Ladestelle in umgestürzter Stellung zurücklegen. Geladen werden die Behälter 11 aus dem Verteiler 4 (s. Fig. 1) durch den Kanal 15. Die Anzahl der Behälter 11, ihr Fassungsraum und ihre Fortbewegungsgeschwindigkeit sind in der Weise bemessen, dass die Masse hinreichend abbinden, d. h. fest und trocken werden kann, bevor die Ausleerung erfolgt.
Wenn die Behälter 11 die Kurve erreichen, an der sie die umgestürzte Stellung einnehmen, löst sich die Masse infolge ihrer Schwere, unterstützt mit Hilfe einer besonderen Vorrichtung, und fällt auf einen Schüttelrost tuf welchem eine erste Zerkleinerung statt {1ndet. Danach fällt das Produkt auf den Förderer 13 und gelangt darauf zur weiteren Zerkleinerung und zur Lagerung. Ein Teil der Fahrstrecke der Kette 10 befindet sich unter einem Abzug, der die Gase auffangt und in den Kanal 14 absaugt.
Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung. Hier sind die beweglichen Behälter 16 nach Art eines Karussels in einem horizontalen Kreis angeordnet, wobei Entkdungs- stelle und Ladestelle unmittelbar aufeinanderfolgen. Das in den Behältern gereifte Produkt wird durch Schwerewirkung mittels selbsttir ; gem Umkippen der Behälter an einer bestimmten
Stelle der Kreisbahn entladen, wobei die Voll- ständigkeit der Entleerung bzw. das Loslösen der Masse durch eine besondere Stoss-und
Schüttelvorrichtung erreicht wird. Hiebei fällt die Masse auf ein Metallplatten-Förderband 17, das sie langsam zur Aufschliessapparatur 18 fördert. Das aufgeschlossene Produkt wird auf dem Förderer 19 aufgefangen, der es zum Lagerraum bringt.
Nach der Entleerung werden die Behälter automatisch wieder aufgerichtet und kommen sofort wieder zur Füllung aus der Vorrichtung 4. Die Bezugsziffern 1-4 der Fig. 3 bezeichnen Vorrichtungen, die denen gleicher Bezugsziffern in Fig. l entsprechen.
Die Fluorverbindungen enthaltenden Säuregase, die sich während des Mischens in 3 und während des Reifens in den Behältern 16 entwickeln, werden in besonderen gasdichten Abzügen aufgefangen und mittels (nicht dargestellten) Saugfächers wie mit Pfeil 20 angedeutet zur Auswaschstelle geleitet. Die Gase, die sich beim Leeren der Behälter 16 der Kreisbahn und während des Aufschlusses auf dem Förderband entwickeln, werden besonders abgezogen und, wie mit Pfeil 21 angedeutet, zur Auswaschung befördert.
Die Ausführungsform der Fig. 3 weist denen der Fig. 1 und der Fig. 2 gegenüber folgende
Vorteile auf :
1. Die Beanspruchung einer geringeren Raum- höhe gestattet den Höhenunterschied zwischen
Dosiervorrichtung 1-2 und Förderband 19 zur
Lagerung auf ein Minimum zu reduzieren.
2. Die Anordnung der Reifebehälter in einer
Kreisbahn erleichtert den gasdichten Abschluss und Abzug der Sauergase und ermöglicht den- selben auf die gesamte Fahrstrecke aufzusetzen.
3. Die Behälter der Kreisbahn werden fast auf der ganzen Fahrstrecke zur Reifung des Produktes ausgenutzt, was bei unveränderter Leistungsfähigkeit der Anlage eine bedeutende Einsparung an Baustoffen gestattet.
Die beschriebenen Einrichtungen bzw. Ausfuhrungsbeispiele entsprechen praktischen Durchführungsmöglichkeiten der Erfindung. Es versteht sich jedoch, dass jede andere mechanische Aus- führungsform, die auf dem dargelegten Prinzip beruht, nämlich Ausreifen in Wägelchen einer geschlossenen Bahn, die durch Füll-und Abladestelle geht, entsprechend angewandt werden kann sowie, dass die gleiche Arbeitsweise) die in der vorliegenden Beschreibung auf Superphosphat bezogen wurde, auch zur Herstellung anderer phosphatischer Düngemittel dienen kann, z. B. zur Herstellung von Doppelsuperphosphaten, Tripelsuperphosphaten, Nitrophosphaten, sowie von Mischdüngern, welche ausser dem Phosphat noch andere Bestandteile enthalten.
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