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Verfahren zur Beschickung von Braunkohlentrocknern In Braunkohlenbrikettfabriken
befindet sich über den Trocknern in der Regel ein, Kohlenbunker, der zur Ansammlung
und Pufferung der aus dem Naßdienst kommenden Rohfeinkohlen dient. In Abb. r ist
ein solcher Kohlenboden beispielsweise dargestellt. Die Kohle wird mittels eines
Bandes oder mehrerer Bänder b vom Naßdienst kommend auf den Kohlenboden befördert
und in bekannter Weise mittels Abwurfvorrichtungen direkt über den Trocknern a abgeworfen.
Als Abwurfvorrichtungen dienen meist Bandabstreicher oder auch zwecks Vermeidung
von Abstreich- und Abwurfentmischungen verfahrbare Bänder, die vor Kopf abwerfen.
Bei Stillständen des Maßdienstes oder sonstigen großen Störungen in der Heranförderung
des Gutes hört die Zufuhr von Rohfeinkohlen zu den Trocknern auf. Durch fortlaufenden
Kohlenbedarf der Trockner entleert sich jedoch der Kohlenboden weiter, so daß nach
einer Zeit von z. B. z Stunde der Kohleninhalt der Trichter c von den Trocknern
aufgebraucht ist. Die Trichter entstehen in, der Rohfeinkohle von selbst durch das
natürliche Böschungsvermögen der Rohfeinkohle. Die liegengebliebenen Kohlenmassen
d müssen dann den Trocknern von.. Hand zugefördert werden, wenn nicht wieder Rohfeinkohle
mit den Bändern b herangeführt und in die Trichter c abgeworfen wird. Es ist an
sich bekannt, daß die liegengebliebenen Kohlenmassen d aus entmischten und auch
aus sog. toten Kohlen bestehen, die den Verlauf des Trockenprozesses empfindlich
stören und damit die Qualität der Briketts verschlechtern können. Es ist zwecks
Vermeidung von toten Kohlen massen schon der Vorschlag gemacht worden, über den
Trocknern kleine Einzelbunker anzuordnen, die etwa das Fassungsvermögen der Trichter
c haben. Ein. Beispiel dieser Änordnung ist in Abb. 2 dargestellt.
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Tatsächlich kann durch diese Einrichtung der schädliche Einfluß, den
abwurfentmischte und tote Kohlen auf den Trockenprozeß nehmen, praktisch verhindert
werden. Eine Einzelbunkerung von geringen Kohlenmengen über den Trocknern hat jedoch
den Nachteil, daß den Einzelbunkern laufend oder in, kürzeren Zeitabschnitten aufeinanderfolgend
Frischkohle zugeführt werden muß, daß also der Naßdienst durchgehend in Betrieb
gehalten werden muß. Ein. laufender Betrieb des Maßdienstes verursacht höhere Betriebskosten.
Außerdem fehlt bei einer Einzelbunkerung der nötige Kohlenvorrat für die Trockner
für den Fall längerer Betriebsstörungen, die im Maßdienst oder überhaupt in der
Zufuhr der Kohlen zum Kohlenboden eintreten können. Ein weiterer großer Nachteil
der Einzelbunkerung besteht darin, daß die Sortenentmischung der herangeförderten
Kohlen nicht ausgeschaltet werden kann. Tritt beispielsweise der Fall ein, daß das
Bande (Abb. 2) in gewissen Zeitabständen hintereinander die verschiedenen Kohlensorten
I, II, III und IV heranbringt, dann werden die Trichter f1, f, ... fx in verschiedenen
Zonen der Reihe nach die Kohlensorten I, II, III und IV enthalten, wie das in Abb.
2 schematisch abgebildet ist. Es 'gelangen dann der Reihe nach die verschiedenen
Kohlensorten
I, II, III und IV in die Trockner. Es ist an sich bekannt, daß dadurch große Schwankungen
im Trockenprozeß und Schwierigkeiten im Produktionsprozeß hervorgerufen werden.
Die Schwierigkeiten lassen sich ausschalten, wenn, die Kohlensorten I, II, III und
IV, ehe sie in die Trockner gelangen, gut miteinander vermischt werden, und wenn
die Trockner gleichzeitig ein- und 'dasselbe Sortengemisch zugeführt erhalten.
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Man kann eine gute Vermischung der Sorten in an sich bekannter Weise
dadurch erreichen, daß vor das Band e (Abb. 2) bzw. vor den Naßdienst der Brikettfabrik
ein oder mehrere Vorratsbunker vorgeschaltet werden. In diesen Bunkern können die
verschiedenen Kohlensorten für sich getrennt gebunkert, in dosierten Mengen getrennt
abgezogen, gemischt und dann erst dem Naßdienst bzw. dem Band e zugefördert werden.
Zur Ausübung dieses an sich bekannten Verfahrens ist die Schaffung großer und teurer
Vorratsbunker erforderlich. Außerdem muß der Naßdienst in Abhängigkeit vom Trockendienst
durchgehend in Betrieb gehalten werden, was hohe Betriebskosten im Naßdienst zur
Folge hat.
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Es wurde nun gefunden, daß der zur Vermeidung der Sortenentmischung
erforderliche Vorratsbunker zusammen mit den über den Trocknern vorhandenen Einzelbunkern
auf dem Kohlenboden in einfacher Weise untergebracht werden kann, und daß die Trockner
auch während längerer Stillstände des Naßdienstes mit einwandfrei gemischter Kohle
beschickt werden können. Zu diesem Zweck wird der zwischen den Trichtern f1, f2
... fr vorhandene urausgenutzte Raum zur Bunkerung ungemischter Kohle mit
herangezogen in: z. B. der Weise, daß nach Abb. 3 die durchgehenden Bunkerschrägenh
und i angeordnet werden. Die trichterförmigen Kohlenbunker fi, f2 ... f, (nach Abb.2)
können, wie in Abb. 3, auch zylindrische Form k erhalten, wodurch ein, längeres
Liegenbleiben toter Kohlenmassen vollkommen vermieden wird.
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Der Füll- und Entleerungsvorgang des Kohlenbodens bzw. die Beschickung
der Braunkohlentrockner nach dem neuen Verfahren geht für den obererwähnten Fall,
daß z. B. vier verschiedene Kohlensorten hintereinander auf den Kohlenboden gebracht
werden, .beispielsweise folgendermaßen vor sich: Die Kohlensorte I wird von dem
Band g Abb. 3, Schnitt B-B, nicht auf die ganze Länge des Bunkers verteilt, sonldern
in den mit I bezeichneten Bunkerabschnitt abgestürzt. In entsprechender Weise werden.
die Kohlensorten II, III und IV, wenn sie von dem Band g herangebracht werden, in
die dafür vorgesehenen Bunkerabschnitte II, III und IV abgeworfen. Die Bunkerabschnitte
I, II, III und IV werden nun gleichzeitig in einstellbaren Mengen fortlaufend entleert
in der Weise, daß die abgezogenen Kohlenmengen in an sich bekannter Weise auf das
Band l gebracht werden. Das Band l bringt dann die vier verschiedenen Kohlensorten
in der gewünschten Mischung über die Zwischenbänder m, n, o auf das Band p, von
dem die Kohlen in die Trichter k abgestürzt, den Trocknern also in gemischtem Zustande
zugeführt werden.
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Der Vorteil des neuen Verfahrens ist nicht nur der, daß die Sortenentmischung
der Kohle praktisch ausgeschaltet wird, sondern. daß die sonst unausgenutzten Bunkerräume
des Kohlenbodens so zum Bunkern größerer Kohlenmassen mit verwendet werden, daß
stilliegende Vorratsnester vermieden werden.
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Das beschriebene indirekte Bekohlungsverfahren kann so lange ausgeführt
werden, bis der Kohlenvorrat erschöpft ist. In dem dargestellten Beispiel reicht
der Kohlenvorrat für eine Bekohlung der Trockner bis zu =2 Stunden aus. Selbstverständlich
kann, der Kohlenvorrat auch je nach den vorliegenden Betriebsverhältnissen größer
oder kleiner bemessen werden. Die Auffüllung des Kohlenvorrates y erfolgt in der
Betriebszeit des Naßdienstes durch Heranbringen neuer Kohlenmengen mittels des Zubringerbandes
g. Man kann auch auf das Band g verzichten und das Band P für zweiseitigen Abwurf
einrichten, so daß sowohl die Bekohlung des Kohlenbodens als auch der Füllschächte
k gleichzeitig oder abwechselnd möglich ist.
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Die Füllschächte k kann man, auch herausziehbar anordnen oder ganz
fortlassen. Im letzteren Falle bildet sich der Füllschacht über den Trocknern in
der Kohle durch Abböschen von selbst.