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Österreichische
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HEINRICH SCHEFCZIK IN WIEN.
Schutzvorrichtung an Strassenbahnwagen.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Schutzvorrichtung an elektrisch betriebenen Strassenbahnwagen, welche durch einen über einen Netzrahmen hinausragenden Fühlerrahmen beim Anstoss desselben an ein Fahrthindernis ausgelöst wird, u. zw. schon in dem Momente, wo der Netzrahmen selbst noch ungefähr 1/2 m von dem Hindernisse entfernt ist. Der hiebei auf die Fahrbahn gepresste Netzrahmen verhütet, dass beispielsweise Gliedmassen unter die Schutzvorrichtung geraten und infolgedessen gequetscht oder sonstwie verletzt werden. Gleichzeitig mit der Auslösung des Netzrahmens erfolgt auch die Auslösung der Sandstreuvorrichtung und die Einschaltung der elektrischen Bremse.
In der Zeichnung zeigt Fig. 1 die Schutzvorrichtung im normalen Zustande, Fig. 2 im ausgelösten Zustande, Fig. 3 eine Unteransicht, Fig. 4 und 5 zeigen Details des Auslösemechanismus, Fig. 6 eine Draufsicht auf das Schaukelbrett, an welchem der Netzrahmen abnehmbar angebracht ist.
Die Schutzvorrichtung besteht zunächst aus dem Traggerüst a, welches unter einer oder unter beiden Plattformen eines Wagens angebracht ist. Die Enden des Traggerüstes sind zu offenen Lagern b ausgebildet. in welchen eine Welle c leicht drehbar gelagert ist. Die seitlichen Versteifungen des Gerüstes tragen Gleitrollen y für die Ketten, welche die Sandstreuvorrichtung auslösen ; in dem unteren Teile des Traggerüstes befinden sich die Führungen für den Fthlerrahmen.
Ober den Lagern c befinden sich kleine Kautschuk-
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brett 9 montiert. welches auf seinem rückwärtigen Teile die mittels Schrauben befestigten Auslösutigsbacken h trägt, seitlich hakenförmig ausgebildete Klammern t zum Niederhalten des eingeschobenen Netzrahmens k besitzt und an sbinem Vorderteile mit einem federnden Haken l versehen ist, der entweder den eingeschobenen Netzrahmen oder den zurückgeschobenen Fühlerrahmen m am Vorfallen hindert.
In den Backen h sind auf-und abbewegliche Rädchen n angebracht, welche durch die mittels Schrauben o unter den Backen befestigten Blattfedern p nach aufwärts gedrückt werden und dem Stosse des Fühlerrahmens m bei q, sobald sich dieser nach rückwärts bewegt, soweit nachzugeben vermögen, dass sich diesem kein Hindernis mehr bietet. An den Backen h sind zwei Haken angebracht, an welchen die Zugfedern f mit ihren zweiten Enden befestigt sind. Oberhalb der Welle c steht fast senkrecht zum Schaukelbrett auf jeder Seite desselben ein Arm r, in dessen oberem Ende die Kette 81 zur Auslösung der Sandstreubüchsen t eingehängt ist. Mit ihren unteren rückwärtigen Teilen lehnen sich die Arme r an die Widerlager ii, an.
Der Fühlerrahmen m besteht aus starkem Drahte oder aus gebogenem Holze in Form eines Rechteckes, dessen vorderster Teil zweckmässig gestaltet ist. In den seitlichen unteren Versteifungen des Traggerüstes a läuft derselbe durch Führungsringe, durch welche er leicht und sicher ein wenig schräg nach aufwärts zurückzuleiten vermag. In seiner normalen Lage ist der Fühlerrahmen m hervorgezogen, so dass er etwa 1/2 m über das Fangnetz hinausragt und vom Boden einige Finger breit entfernt ist. Der Netzrahmen k ist zweckmässig aus gebogenem Holze mit Querversteifungen hergestellt und die vorderen Schenkel desselben sind durch ein gespanntes Drahtseil eingezogen ; in dem Rahmen ist ein starkes Netz gespannt.
Die Sandstreuvorrichtung besteht aus zwei länglichen, oben offenen Büchsen
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aus Eisenblech, die an ihren rückwärtigen Teilen Ohren haben, an welchen je, eine vierkantige Achse, die in kleinen Trägern drehbar gelagert ist, befestigt ist, In der horizontalen Lage werden die Sandstrenbuchsen durch mit der Kette-91 verbundene Zungen v, welche für gewöhnlich einige Zentimeter unter die vordere Bodenfläche der Sandstreubüchsen greifen, erhalten. Die Ketten 811 welche einerseits an den Zungen f befestigt sind, laufen durch die Führungsringe a ? und über die Gleitrollen y zu den mit dem Schaukelbrett verbundenen Armen r, an welchen sie mit ihren anderem Ende angebracht sind.
Die Achse der einen Sandstreubüchse trägt isoliert einen Haken z, der bei einer Drehung um 900 mit dem Kontaktknopf Cl in Berührung kommt, wodurch der Strom über die elektrische Bremse geschlossen wird.
Die Wirkungsweise der Schutzvorrichtung ist folgende : In der Ruhelage streicht der herausgezogene Fühlerrahmen einige Finger breit über die Bodenfläche dahin und wird in seiner Lage dadurch festgehalten, dass die Zugfedern f das Schaukelbrett 9 nach aufwärts ziehen, die Backen h somit gegen den Fühlerrahmen m drücken. Die Rädchen 1i sollen verhindern, dass der Rahmen bei gar zu leichtem Anstosse zurückgleiten und somit die Vorrichtung auslösen kann. Auch der Netzrahmen k streicht in der Ruhelage einige Finger breit über den Boden dahin. Trifft nun während der Fahrt der Fühlerrahmen auf ein Hindernis, so wird er infolge seiner Beweglichkeit zurückgeschoben, überwindet dabei den Widerstand der Rädchen 1 und gleitet über das Schaukelbrett g hinaus.
Dieses, dadurch freigegeben, wird infolge der eigenen Schwere und der Zugkraft der Federn f rückwärts emporgezogen und dadurch mit den vorderen Rahmenschenkeln bis an den Boden herabgedrückt. Das Drahtseil überwindet infolge seiner Elastizität die kleinen Unebenheiten der Fahrbahn und der Netzrahmen schaufelt das Hindernis auf. Der ausgelöste Fühlerrahmen m gibt nun so lange nach, bis er mit seiner Stossplatte 8 an die Stossfänger d gelangt, d. h. er wird fast gänzlich unter den Wagen geschoben. Durch die Drehung des Schaukelbrettes werden aber auch gleichzeitig die Zungen unter den Sandstreubüchsen hervorgezogen, worauf sich diese infolge ihrer eigenen Schwere um ihre Achsen drohen und ihren Inhalt auf die Schienen schütten.
Infolge der Bewegung der Büchsen kommt auch der Haken z mit dem Kontaktknopfe el in Berührung, was bewirkt, dass der Strom in die elektrische Bremse eingeleitet wird und der Wagen somit rasch zum Stehen kommt.
Um nun die Vorrichtung wieder in die normale Lage zu bringen, wird das Schaukelbrett etwas gehoben, der Fuhlerrahmen wieder herausgezogen und das Schaukelbrett sodann freigegeben. Die Sandstreubüchsen werden in die Horizontallage gebracht, auf die Zungen aufgelegt und von neuem mit Sand gefüllt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schutzvorrichtung an Strassenbahnwagen mit einem in Führungen an der Unterseite des Wagens verschiebbaren Fühlerrahmen, der über einen Netzrahmen hinausragt und diesen so lange in gehobener Stellung erhält, bis der Fühlerrahmen durch ein Hindernis gedrückt nach rückwärts gleitet, wodurch der Netzrahmen ausgelöst wird und dadurch das Hindernis aufschaufett, dadurch gekennzeichnet, dass der Netzrahmen (k) an einem an der Unterseite des Wagens gelagerten Schaukelbrett (g) einschiebbar befestigt ist, wobei das Schaukelbrett durch Federn (f) und das Gewicht des Vorderteiles des Netzrahmeus mit dem rückwärtigen Teile nach aufwärts bis zu dem das Schaukelbrett am rückwärtigen Teile übergreifenden Fühlerrahmen (m) gezogen wird,
so dass nach dem Zurückschieben des Fühlerrahmen beim Auftreffen auf ein Hindernis das Schaukelbrett frei und dadurch der Netzrahmen an den Boden gedrückt wird.