AT203423B - Verfahren zur Entwässerung von Faul- und Frischschlamm - Google Patents

Verfahren zur Entwässerung von Faul- und Frischschlamm

Info

Publication number
AT203423B
AT203423B AT302057A AT302057A AT203423B AT 203423 B AT203423 B AT 203423B AT 302057 A AT302057 A AT 302057A AT 302057 A AT302057 A AT 302057A AT 203423 B AT203423 B AT 203423B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sludge
sep
water
temperature
dewatering
Prior art date
Application number
AT302057A
Other languages
English (en)
Inventor
Frederico Ing Bion
Original Assignee
L Von Roll Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by L Von Roll Ag filed Critical L Von Roll Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT203423B publication Critical patent/AT203423B/de

Links

Landscapes

  • Treatment Of Sludge (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Entwässerung von Faul-und Frischschlamm 
Bei dem heutigen Anfall von Klärschlamm   von Grossstädten   gestaltet sich die Verarbeitung und Beseitigung dieses Schlammes immer   schwieriger. Nach bisherigen Verfahren wird der beider Klärung   abfallende Schlamm einem Faulprozess unterworfen und anschliessend in vielen Fällen auf Trocknungsfeldern durch Luft-und Sonneneinwirkung getrocknet. Mit der steigenden Menge an Klärschlamm wurde dieses Verfahren jedoch unwirtschaftlich, da es einerseits viel Platz und Zeit in Anspruch nimmt und darüber hinaus noch von den   Witterungsverhältnissen   abhängt. Es wurde daher eine zwingende Notwendigkeit, das langwierige und platzraubende natürliche Trocknungsverfahren durch Anwendung künstlicher Trocknungsverfahren abzulösen.

   Seit mehreren Jahren wurden daher mit künstlichen Trocknungsverfahren von   Frisch -und Faulschlamm   zum Teil ausgedehnte Untersuchungen unternommen, ohne dass jedoch technisch restlos befriedigende Lösungen gefunden worden wären. 



   Die wesentlichste Schwierigkeit bei der Entwässerung besteht darin, dass der Schlamm zu einem grossen Teil aus Kolloiden besteht, welche das Wasser einschliessen. Diese Kolloide geben das Wasser nur schwer frei, so dass ausser Abdampfen des Wassers physikalische Trennmethoden praktisch zum Scheitern verurteilt waren. 



   So wurde beispielsweise bereits versucht, Schlamm in Schleuderanlagen zu entwässern. Dieses Verfahren hat jedoch auch bei erheblichen Beschleunigungen nur zu einem Wasserentzug bis auf bestenfalls   80ago   Wassergehalt geführt. Ein weiterer, erheblicher Nachteil des Schleuderverfahrens bestand darin, dass das erlangte Wasser noch in erheblichem Ausmass Kolloidteile enthielt, welche einen Reinigungsprozess des Wassers erforderlich machten. 



   Fernerhin wurde bereits versucht, den Wassergehalt durch Filterprozesse zu vermindern. Dieses Verfahren stiess jedoch bisher auf sehr grosse technologische Schwierigkeiten, da die meist aus Textilien bestehenden Filter schnell verstopften und somit wasserundurchlässig wurden. Darüber hinaus bringen Filterungen selbst bei relativ hohem Vakuum nur eine geringe Entwässerung. Es wurde auch vorgeschlagen, den Schlamm zu erhitzen und die Flüssigkeit zu verdampfen. Wenngleich dieser Prozess im Prinzip   durchfuhr-   bar ist, konnte er   sich bisher wegen des ausserordentlich grossen Energiebedarfs in der Praxis nicht durchsetzen.   



   Da das Wasser weitgehend in den Kolloidteilchen eingeschlossen ist, wird Klärschlamm heute auch dadurch entwässert, dass man mittels   Ausfällungsmittelndie Kolloide   zerstört und den   Schlamm anschliessend   vom Wasser trennt. Auch dieses Verfahren ist wegen des nicht sehr hohen Wasserentzuges und der Kosten an Chemikalien nicht allen Anforderungen gewachsen. Daneben wurde auch schon vor längerer Zeit vorgeschlagen, den Schlamm auf Siedetemperatur und auch darüber zu erhitzen. So ist es bekannt geworden, den Schlamm unter erhöhtem Druck bis 1300C zu erhitzen. 



   In dieser Richtung vorgenommene Untersuchungen erbrachten jedoch nur unwesentliche Verbesserungen, so dass diese Versuche als ergebnislos nicht weiterverfolgt wurden. 



   Die neuesten   Veröffentlichungen auf   dem   Gebietderkünstlichen Sehlammentwässerung   lassen erkennen, dass in der Kombination der bisher angegebenen Entwässerungsmethoden ein Kompromiss angestrebt wird, welcher jedoch nur teilweise befriedigend ist. Bei diesen kombinierten Verfahren wird auf physikalischem Wege (Filtern, Zentrifugieren) -zum Teil unter Zusatz von   Fällungsmitteln- eine   Entwässerung bis etwa   auf 751o   Wassergehalt durchgeführt, wonach die restliche Entwässerung durch Abdampfen erfolgt. Dieses Abdampfen ist jedoch energetisch wegen des hohen Wärmeverbrauches äusserst ungünstig.

   Noch vor etwa 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 einem Jahr istwieder eine Beschreibung einer   derwehige. i   bisher   grosstechnischarbeitendenEntwässenmgs-   a. nlagen bekannt geworden. Diese mit Faulschlamm belieferte Anlage arbeitet durch Ausfällung mittels Kalk und Eisensulfat und anschliessender Vakuumfilterung, wonach der noch   75%   betragende Wassergehalt durch Abdampfung weiter herabgesetzt wird. Die Energiebilanz dieser Anlage ist somit nicht günstig. 



   Gemäss der vorliegenden Erfindungen wird nun auf Schlamm ein in der   Torfsntwässerung   vorgeschlagenes Verfahren angewendet. 
 EMI2.1 
 Aufwand gegenüber bisherigen Torftrocknungsverfahren nur eine geringe Verbesserung brachte. So ist es bisher bei Anwendung dieses Verfahrens nicht möglich gewesen, Torf auf einen Wassergehalt unter 80-85% zu bringen. Dieser Entwässerungsgrad ist jedoch auch bisher bei Schlamm mittels hochtourig arbeitenden Zentrifugen-wenn auch nur bei   Faulsc1amm- erreichbar.   Da man nun einerseits kein besseres oder zumindestens kein wesentlich besseres Ergebnis als bei Torf erwartete, unterblieben weitere Bemühungen in dieser Richtung.

   Anderseits wurden wie erwähnt bereits Untersuchungen   mitErhitzen vonFaulschlamm   unternommen, welche - vom Abdampfen abgesehen-keine günstigen Ergebnisse zeigten. Aus diesem Grunde versprach sich die Fachwelt keinen Erfolg von   der Anwendul1g des Torftrocknungsverfahreli5   auf Schlamm, so dass keine Untersuchungen angestellt wurden. 



   Trotz der dargelegten allgemeinen Auffassung der Fachwelt hat sich jedoch völlig überraschend gezeigt, dass eine Erhitzung von   Faul- oder   Frischschlamm auf eine Temperatur von über   1750C   und eine Aufrechterhaltung dieser Temperatur während über zwei Stunden ausgezeichnete Ergebnisse bringt. An diesem Ergebnis ist völlig unerwartet, dass bereits bei einer Temperatur von   1750C   die Zerstörung der Kolloide und eine Freiwerdung der Wassermoleküle einsetzte und insbesondere, dass eine Entwässerung bei anschliessender Zentrifugierung bis auf einen Wassergehalt von   301o   möglich war-ein Ergebnis, das   inFach-   kreisen bisherfürvöllig   unmöglich gehalten wurde.

   Weiterhin   liegt   inder Anwendung des Torf-Trocknungs-   verfahrens   der wesentliche Vorteil, dass   auch   Frischschlamnr ohne wesentliche Nachteile entwässert werden   kann. Darüber hinaus ist bei Anwendung des Verfahrens auf Schlamm das entzogene Wasser weitgehend klar und enthält keine absetzbaren Schwebestoffe mehr. Dieses für die Praxis neben   einem weitgehenden Ent-   wässerungsgrad ausschlaggebende Ergebnis kann mit keirem bisher bekannten Schlammentwässerungsverfahren in diesem Ausmass erzielt werden. Das gleiche Verfahren, das bei Torf nur eine relativ geringe Entwässerung zur Folge hatte, findet seine eigentliche, grosstechnische Bedeutung in der Schlammentwässerung. 



   Im nachstehenden sei das auf Schlamm angewendete Verfahren näher erläutert :
Der Frisch- oder Faulschlamm wird in einem Autoklaven auf eine Temperatur erhitzt, welche über 1750C liegt und auf dieser Temperatur zwischen zwei und vier Stunden gehalten. Die genaue Temperatur und die im Einzelfall günstigste Zeitspanne hängt von der Beschaffenheit des zu entwässernden Schlammes ab. Als Mittelwerte lassen sich eine Temperatur von   200-2300C und   eine Zeitspanne zwischen 2 und 2 1/2 Stunden angeben.

   Zur Erläuterung der erlangten Sauberkeit des abzentrifugierten Wassers seien nachfolgend 
 EMI2.2 
 
 EMI2.3 
 
 EMI2.4 
 
<tb> 
<tb> aus <SEP> welchenKonditionierungsDauer <SEP> : <SEP> Stunden <SEP> 1 <SEP> 2 <SEP> 3
<tb> Temperaturen <SEP> g/kg <SEP> g/kg <SEP> g/kg
<tb> 150 <SEP> trüb <SEP> 0,65 <SEP> trüb <SEP> 0,36 <SEP> trüb <SEP> 0, <SEP> 57
<tb> 165 <SEP> trüb <SEP> 0,43 <SEP> trüb <SEP> 0,23 <SEP> trüb <SEP> 0,2
<tb> 175 <SEP> trüb <SEP> 0,29 <SEP> klar <SEP> 0, <SEP> 08 <SEP> klar <SEP> 0,01
<tb> 200 <SEP> klar <SEP> 0, <SEP> 05
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 
Aus dieser Tabelle ist zu ersehen, dass der Gehalt an Schwebeteilchen z. B. bei 175 C bei Erhöhung der Behandlungszeit von einer auf zwei Stunden sprunghaft abfällt.

   Welche Temperatur- und Zeitwerte im einzelnen   gewählt werden, hängt von   den jeweiligen Versuchsbedingungen ab. Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die bei einem bestimmten angestrebten Ergebnis bezüglich des abgeschiedenen Wassers und des   Entwässerungsgrades   sich Temperatur und Verweilzeit weitgehend ersetzen können, d. h. je kürzer die Verweilzeit ist, umso höher muss die Temperatur sein. Eine Temperatur von 1750C ist jedoch auf alle Fälle Voraussetzung für eine Zerstörung der Kolloide. Die günstigsten Temperaturen bei Faulschlamm liegen etwas höher als bei Frischschlamm und zwar bei Faulschlamm über 2100C und bei Frischschlamm über   200 C.

   In   dem Autoklaven bzw. dem Kessel herrscht dabei ein derartiger Druck, dass der Schlamm bei der   gewählten   Temperatur höchstens siedet. Anschliessend wird der Schlamm zentrifugiert oder eventuell auch gefiltert, wobei der Wassergehalt bis auf ca.   30%ozurückgehen kann. DerSchlamm-   rückstand muss keiner weiteren Behandlung unterzogen werden und kann direkt, z. B. als   Düngemittel oder   Brennstoff weiterverwendet werden. 



   Ein   ausserordentlicn   wichtiger Vorteil des Verfahrens in seiner Anwendung auf Schlamm liegt darin, dass nach einmal eingeleiteter Erwärmung die Energiezufuhr weitgehend gedrosselt und in manchen Fällen auch ganz abgestellt werden kann, da der in dem Schlamm auftretende chemische Prozess exotherm verläuft. Die zur Durchführung des Verfahrens erforderliche Energie ist also relativ gering und liegt erheblich unter dem bisher gebräuchlichen Verdampfungsverfahren. 



   Bei den angestellten Untersuchungen hat sich als bemerkenswert herausgestellt, dass bei einer Temperatur unter 1750C noch keine wesentliche Kolloidzerstörung und somit noch keine Wasserbefreiung stattfindet. Es existiert daher ein von der Schlammzusammensetzung und Schlammbeschaffenheit zum Teil ab-   'hängiger   kritischer Temperaturwert. Dieser kritische Temperaturwert muss jedoch zu einer wirksamen Entwässerung überschritten werden. Die Existenz dieses kritischen Temperaturwertes erklärt auch die Tatsache, dass bei bisherigen Versuchen mit erhöhten Temperaturen keine Verbesserung der Wasserabscheidung bei nachfolgenden physikalischen Trennverfahren beobachtet werden konnte. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Entwässerung von   Faul- und Frischschlamm,   bei welchem der Schlamm in einem    geschlossenen Gefäss erwärmt-und   anschliessend gefiltert oder zentrifugiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlamm zum Erhalt eines   mindestens angenähert Gehwebestoff-freienAbwassers über zweistunden   auf   einerTemperatur   von mindestens 1750C gehalten wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, zur Entwässerung von Frischschlamm, dadurch gekennzeichnet, dass dieser auf eine Temperatur von mindestens 2000C gebracht wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, zur Entwässerung von Faulschlamm, dadurch gekennzeichnet, dass dieser auf eine Temperatur von 210 C gebracht wird.
AT302057A 1956-12-19 1957-05-08 Verfahren zur Entwässerung von Faul- und Frischschlamm AT203423B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH203423X 1956-12-19

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT203423B true AT203423B (de) 1959-05-11

Family

ID=4443684

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT302057A AT203423B (de) 1956-12-19 1957-05-08 Verfahren zur Entwässerung von Faul- und Frischschlamm

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT203423B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT203423B (de) Verfahren zur Entwässerung von Faul- und Frischschlamm
DE1567505A1 (de) Verfahren zum Reinigen des bei der Herstellung von Phosphorsaeure durch schwefeliges Angreifen natuerlicher Phosphate anfallenden Gipsrestes
DE2310547A1 (de) Verfahren zur herstellung von cellulose aus lignocellulose-ausgangsstoffen
DE1965734A1 (de) Verfahren zur Klaerschlamm-Entwaesserung
CH353697A (de) Verfahren zur Entwässerung von Frisch- oder Faulschlamm
DE1179877B (de) Verfahren zur Entwaesserung von Faul-oder Frischschlamm
EP0672634A2 (de) Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von alpha-Calciumsulfat-Halbhydrat aus Calciumsulfat-Dihydrat
DE1617012A1 (de) Verfahren zur Gewinnung von Lanolin aus Abwaessern nach Waschen der Wolle mit Seife oder mit synthetischen waschaktiven Substanzen
DE2051234A1 (en) Sludge dewatering - by combined mechanical and thermal treatment
AT105482B (de) Verfahren zur Herstellung des reinen Glykosides aus Bulbus Scillae.
DE3635268A1 (de) Verfahren zur waermebehandlung von bioschlamm
DE939724C (de) Verfahren zum Verhindern der Bildung inkrustierender Rueckstaende beim Erhitzen, Eindampfen oder Destillieren von Sulfitablaugen oder Sulfitschlempen
AT96934B (de) Verfahren zum Eindampfen von Salzlösungen.
DE1962851A1 (de) Verfahren zur Auftrennung eines fluessigen Gemisches durch Adduktbildung
DE911126C (de) Verfahren zur Abscheidung der weinsauren Salze aus Weinhefegelaeger
DE743067C (de) Mehrstufiges Verfahren zur Gewinnung von Pektin
DE372714C (de) Verfahren zur Entwaesserung von Torf
AT94996B (de) Verfahren zur Azotierung der Carbide.
DE699993C (de) Verfahren zum Brikettieren von festen Brennstoffen, insbesondere Kohlen juengeren geologischen Alters
DE303834C (de)
DE310031C (de)
AT240297B (de) Verfahren zur Aufbereitung von bei der Abwasserreinigung anfallenden Rohschlämmen
DE538572C (de) Verfahren zur Verwertung von Rueckstaenden der Weinbereitung
DE529222C (de) Hochdruckdampferzeuger mit einer Loesung als Waermetraeger
AT80626B (de) Verfahren zur Gewinnung von Gespinstfasern aus Lupinenstroh.