AT207036B - Verfahren zur Herstellung schlitzbarer Borsten aus Polyvinylchlorid - Google Patents
Verfahren zur Herstellung schlitzbarer Borsten aus PolyvinylchloridInfo
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Description
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Verfahren zur Herstellung schlitzbarer Borsten aus
Polyvinylchlorid
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Borsten aus Polyvinyl- chlorid, die sich in ihrer Längsrichtung spalten lassen. Die vorteilhafte Verwendung von Natur- und synthetischen Borsten, die an ihrem einen Ende in Längsrichtung aufgespalten sind, ist bekannt. Die Vor- teile bestehen darin, dass sich aus derartigen Borsten Fertigfabrikate, z. B. Pinsel, Bürsten, Besen u. dgl anfertigen lassen, die sich durch einen besonders weichen Strich auszeichnen.
Ein in der einschlägigen Industrie heute oft benutztes Besteckungsmaterial für Bürsten, Besen, Pinsel u. dgl. sind Borsten aus Polyvinylchlorid, die allerdings die oben erwähnte Schlitzbarkeit nicht besitzen.
Es ist bekannt, dass sich auch aus Polyvinylchlorid schlitzbare Borsten dadurch herstellen lassen, dass man dem Polymerisat 0, 5 - 90/0 Polystyrol zumischt und diese Mischung im geschmolzenen Zustand auf der Strangpresse zu Borsten verarbeitet. Derartige Borsten haben jedoch für verschiedene Verwendungs- zwecke den Nachteil, dass sie eine zu grosse Sprödigkeit aufweisen, weil durch die Zugabe des spröden Polystyrols zu Polyvinylchlorid die daraus hergestellten Borsten noch spröder werden als die aus reinem Polyvinylchlorid hergestellten Borsten.
Es wurde nun gefunden, dass man aus Polyvinylchlorid schlitzbare Borsten dadurch erhalten kann, dass dem Polyvinylchlorid vor dem Verarbeiten zu Borsten 3-15%, vorzugsweise 10 - 150/0, bezogen auf Polyvinylchlorid, Polyolefine, insbesondere Polyäthylen und/oder Polypropylen oder Mischpolymerisate von Olefinen oder Mischungen von Polyolefinen zufügt. Die Wirkung dieser Zusätze war nicht zu erwarten, da man bisher der Meinung war, dass zur Verbesserung der Schlitzbarkeit von Polyvinylchlorid-Borsten nur Zusatzmaterialien von hoher Sprödigkeit, also geringer Schlagzähigkeit, wie z. B. Polystyrol, brauchbar wären (vgl. Deutsche Auslegeschrift 1014521, Spalte 2, Zeile 32).
Das für die Herstellung der Borsten gemäss der Erfindung vorzugsweise verwendete Polyäthylen ist jedoch eine Substanz, die keineswegs als spröde bezeichnet werden kann.
Die erfindungsgemässen Borsten haben folgende Vorteile : Bekanntlich sind Borsten aus Polyvinylchlorid in einzelnen Fällen wegen ihrer hohen Sprungelastizität besonders geschätzt. Diese Eigenschaft hat aber bei andern Verwendungszwecken, insbesondere wenn die Borsten zur Herstellung von Besen Verwendung finden, erhebliche Nachteile. So wird beispielsweise beim Kehren mit einem aus Borsten hoher Sprungelastizität besteckten Besen der Schmutz nicht geschoben, sondern weggeschleudert. Die erfindungsgemässen Borsten aus Polyvinylchlorid mit einem Zusatz von Polyolefinen weisen diesen Nachteil nicht auf. Sie besitzen eine sehr gute Schlitzbarkeit, sowie eine verringerte Sprungelastizität, die je nach Höhe des zugesetzten Polyäthylenanieiles dem vorgesehenen Verwendungszweck angepasst wird.
Benötigt man eirlt Borste mit hoher Sprungelastizität, so werden wenig Polyolefine zugefügt, benötigt man eine ausgesprochen weiche Borste (z. B. für die Besen-Herstellung), so werden die Mengen an Polyolefinen erhöht.
Erfindungsgemäss arbeitet man mit einem Zusatz von 3 bis 15%, vorzugsweise mit einem Zusatz von 10 bis 15% Polyolefinen, bezogen auf Polyvinylchlorid. Bei noch höheren Mengen an zugesetzten Polyolefinen wurde keine wesentliche Verbesserung der Schlitzbarkeit festgestellt.
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Für die Herstellung der erfindungsgemässen Borsten eignen sich Hochdruck-Polyäthylen und Nieder- druck-Polyäthylen, ferner nach einem Niedetdruckpolymetisationsverfahien hergestelltes Polypropylen, sowie Mischpolymerisate von Äthylen und Propylen. Ausserdem eignen sich Mischungen der genannten
Polymerisate. Besonders günstige Ergebnisse wurden erzielt mit Niederdruck-Polyäthylen von einer redu- zierten Viskosität von 1, 5 bis 2, 0, gemessen in Tetrahydronaphthalin als Lösungsmittel (bei 1200 C und einer Konzentration von 5 g/l) und mit einem nach einem Niederdruckpolymerisationsverfahren herge- stellten Polypropylen.
Die Zugabe der Polyolefine kann so erfolgen, dass diese als Pulver oder Granulat dem in Pulver-oder
Granulatform vorliegenden'Polyvinylchlorid beigemischt werden. Die Herstellung der Mischung erfolgt auf üblichen Mischaggregaten wie z. B. auf Mischwalzen, Strangpressen, Knetern u. a. Die Mischung del bei- den Komponenten in Granulatform ist dann besonders vorteilhaft, wenn man 2 Borsten-Typen, nämlich schlitzbare und nichtschlitzbare, herstellen will. Die Lagerhaltung wird dadurch vereinfacht und die Zu- mischung des Granulates kann zur Erzeugung von gefärbten Borsten auch gemeinsam mit einem Farbstoff erfolgen.
Die Aufspaltung des einen Endes der erfindungsgemässen Borsten kann durch einfaches Schlagen, bes- ser jedoch mit Hilfe einer dafür gebauten Schlitzmaschine erfolgen.
Die Erfindung ist nicht nur anwendbar auf Polyvinylchlorid, sondern auch zur Herstellung von Borsten aus andern Vinylpolymerisaten oder Mischpolymerisaten, z. B. polymeres Vinylidenchlorid.
Beispiel 1 : 100 Gew.-Teile Polyvinylchlorid vom K-Wert 60 werden mit einem Gew.-Teil Dibutylzinnbisthioglykolsäure-2-äthylhexylester und einem Gew.-Teil Glycerinmonooleat gemischt, bei
1600 C während 10 min verwalzt und anschliessend granuliert. Zu 100 Gew.-Teilen dieses Granulates mischt man 12 Gew.-Teile Niederdruck-Polyäthylen-Granulat mit einer reduzierten Viskosität von 1, 9.
Die aus diesem Gemisch mit Hilfe von Strangpressen hergestellten Drähte werden in Wasser von 950 C im Verhältnis 1 : 2, 5 verstreckt und darauitin auf die gewünschte Länge zu Borsten geschnitten. Die auf diese Weise hergestellten Borsten von 0, 20 mm Durchmesser sind im Gegensatz zu reinen Polyvinyl- chlorid-Borsten schlitzbar. Sie weisen eine geringere Sprungelastizität auf als reine Borsten aus Polyvinylchlorid und besitzen ausserdem auch eine hervorragende Haltbarkeit.
Beispiel 2 : 100 Gew.-Teile Polyvinylchlorid in Pulverform vom K-Wert 60, l Gew.-Teil Dibulylzinnbisthioglykolsäure-2-äthylhexylester und IGew.-Teil Glycerinmonooleat werden mit 8Gew.- Teilen Hochdruckpolyäthylenin Pulverform gemischt, bei 1600 C während 10 min verwalzt und anschlie- ssend granuliert. Aus diesem Gemisch nach dem Schmelzspinnverfahren gemäss Beispiel 1 hergestellte Borsten sind schlitzbar.
Beispiel 3 : 100 Gew.-Teile Polyvinylchlorid-Granulat vom K-Wert 60, IGew.-TeilDibutyl-
EMI2.1
reduzierte Viskosität 13, 1 beträgt, gemischt, anschliessend gemäss Beispiel 1 zu Borsten verarbeitet. Die so gewonnenen Borsten lassen sich mit Hilfe einer Schlitzmaschine an ihren Enden mühelos aufspalten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung schlitzbarer Borsten aus Polyvinylchlorid, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Polyvinylchlorid vor der Verarbeitung 3-15ja, vorzugsweise 10-15% Polyolefine, insbesondere Polyäthylen und/oder Polypropylen oder Mischpolymerisate von Olefinen oder Mischungen von Polyolefinen zumischt und die Mischung zu Borsten verformt.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Zusatzkomponente NiederdruckPolyäthylen einer reduzierten Viskosität von 1, 5-2, 0 verwendet wird.3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Zusatzkomponente NiederdruckPolypropylen verwendet wird..
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1229244B (de) * | 1963-05-24 | 1966-11-24 | Bayer Ag | Herstellung von Fasern oder Folien aus Copolymerisaten des Acrylnitrils |
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1958
- 1958-12-11 AT AT857458A patent/AT207036B/de active
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