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Mörtelspritzgerät
Die Erfindung betrifft ein Mörtelspritzgerät, das zum Verputzen, d. h. zum Auftragen von
Mörtel auf Decken und Wände mittels Pressluft dient und das aus einem oben offenen Mörtel- behälter besteht, der dicht über dem Behälterbo- den in der Behälterrückwand angeordnete Druck- luftdüsen und gleichachsig zu diesen in der Be- hältervorderwand liegende Mörteldüsen aufweist.
Bei vorbekannten Mörtelspritzgeräten dieser Art war ein ebener Behälterboden vorgesehen. Diese
Bauart hat den Nachteil, dass sich in dem zwi- schen Pressluft und Mörteldüsen liegenden ge- meinsamen Raum Luftwirbel bilden, die einen erheblichen Widerstand darstellen und einen grö- sseren Pressluftverbrauch bedingen.
Ausserdem entsteht bei dem vorbekannten Mörtelspritzgerät ein Materialverlust, weil durch die Luftwirbel kein sauberes Ausblasen des Materials erzielt wird, sondern ein gewisses Auslaufen bzw. Abtropfen von Mörtelmasse an den Mörteldüsen eintritt.
Dieses Auslaufen ist auch für die Bedienungsper- son unerwünscht, weil sie deren Kleidung be- schmutzt.
Zur Beseitigung dieser Mängel ist bei dem Mörtelspritzgerät nach der Erfindung am Behälterbo- den eine der Zahl der Druckluft- Ibzw. Mörteldü- sen entsprechende Anzahl rinnenförmiger Kanäle vorgesehen, die jeweils von den Druckluftdüsen zu den gegenüberliegenden Mörteldüsen führen.
Diese Kanäle können durch eingegossene Täler in dem als Gussstück ausgebildeten Bodenstück des Behälters gebildet sein. Es ist jedoch auch möglich, bei einem Bodenstück, das einen ebenen Boden aufweist, die erfindungsgemässen Kanäle durch Einsetzen einer entsprechend wellenförmig gebogenen Bleches zu bilden. Die letztgenannte Ausführung macht es möglich, die bereits in grosser Zahl vorhandenen Mörtelspritzgeräte mit ebenem Behälterboden nachträglich im Sinne der Erfindung mit einfachsten und billigsten Mitteln umzubauen.
Durch die erfindungsgemässe Anordnung der vorerwähnten Kanäle am Behälterboden wird eine gute Führung des auszublasenden Mörtels erzielt, so dass die vorerwähnten Luftwirbel'bese- tigt werden und eine Ersparnis an Pressluft von 25-30% eintritt. Durch die erfindungsgemässe
Ausbildung wird es daher möglich, wirtschaftli- cher zu arbeiten bzw. auch kleinere Kompresso- ren als bisher zu verwenden. Durch Anordnung der Kanäle am Behälterboden wird auch ein sau- beres Ausblasen des Mörtels ohne jeden Material- verlust, d. h. ohne Abtropfen von Mörtel an den
Düsen erzielt. Die erfindungsgemässen, zwischen
Pressluft und Mörteldüsen angeordneten Kanäle haben eine Funktion, die mit derjenigen eines Ge- wehrlaufs verglichen werden kann.
Das Mörtelspritzgerät nach der Erfindung ist im folgenden und in den Einzelheiten an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungs- , beispiels näher erläutert.
Es zeigen : Fig. 1 die Vorderansicht des Mörtel- spritzgerätes, Fig. 2 die Seitenansicht desselben,
Fig. 3 die Aufsicht und Fig. 4 einen Schnitt durch das Spritzgerät nach Linie IV-IV der Fig. 3.
In der Zeichnung ist mit 1 ein rechteckiger
Trichter bezeichnet, an welchem mittels Nieten 2 ein Bodenstück 3 befestigt ist, das vorteilhaft aus Aluminiumguss besteht. Trichter 1 und Bo- denstück 3 bilden einen Mörtelbehälter. Das Bo- denstück 3 trägt an seiner Rückseite einen Ansatz 4 mit einem Innengewinde 5, in welches ein Pressluftzuführungsschlauch eingeschraubt werden kann. Das Ansatzstück 4 steht mit einem Pressluftkanal 6 in Verbindung, welcher an seiner' Vorderseite mehrere Pressluftdüsen 7 aufweist und an seinen beiden Enden je mit einer Schraube 8 verschlossen ist. In der Vorderwand des Mörtelbehälters bzw. des Gussbodenstücks sind Bohrungen 9 vorgesehen, in welche Messingbuch-i sen 10 eingesetzt sind.
Um eine Abnützung dieser Messingbuchsen durch den scharfkantigen Mörtel zu vermeiden, sind in diese Messingbuchsen Mör- tel düsen 11 aus Stahl od. dgl. eingesetzt. Die Mörteldüsen 11 weisen an ihrem vorderen Rand) zwei Spalte 12 auf, die zum Einschrauben der Mörteldüsen mittels eines Schraubenziehers dienen.
Nach der Erfindung sind am Bodenstück 3 rin- nenförmig Kanäle 14, 14a vorgesehen, die durch Wände bzw. Rippen 13 voneinander getrennt 9
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sind und die von den Druckluftdüsen 7 zu den gegenüberliegenden Mörteldüsen 11 führen. Diese Kanäle erstrecken sich von der Behälterrückwand bis zur Vorderwand. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind. diese Rinnen 14 nebst Rippen 13 in das Bodenstück 3 eingegossen, d. h. werden beim Giessen des Bodenstückes 3 erzeugt. Ge- . gebenenfal1s kann jedoch bei einem Bodenstück, das einen ebenen Boden aufweist, zur Bildung der Kanäle 14 bzw. Rippen 13 ein entsprechend wellenförmig gebogenes Blech eingesetzt werden.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, sind die aussen liegenden Kanäle 14a breiter als die inneren Kanäle 14. Diese Ausbildung ist aus folgendem Grund gewählt : Die aussen liegenden Kanäle 14a werden langsamer bzw. mit weniger Mörtel gefüllt, weil der Mörtel an den seitlichen Trichterwänden anhaftet und wegen der Reibung langsamer in die äusseren Kanäle 14a hineinrutscht. Es hat sich daher gezeigt, dass bei gleich breiten Kanälen 14, 14a aus den aussen liegenden Kanälen bzw. Mörteldüsen weniger Mörtel als aus den innen liegenden'Düsen austritt. Um einen gleichmässigen Austritt aus allen Mörteldüsen zu erzielen, sind daher die aussen liegenden Kanäle 14a breiter als die inneren.
Ausserdem sind vorteilhaft sämtliche Kanäle 14, 14a nach den Mörteldüsen zu keilförmig erweitert, wie aus Fig. 3 ersichtlich.
Die Arbeitsweise des neuen Mörtelspritzgerätes ist folgende : Pressluft wird durch einen Pressluftschlauch dem Ansatzstück 4 des Gussbodenstückes 3 zugeführt und im Kanal 6 verteilt. Die Pressluft tritt mit scharfem Strahl aus den Pressluftdüsen 7 aus und-reisst den im Trichter und in den Kanälen enthaltenen Mörtel mit sich, der an den Mörteldüsen austritt und gegen die zu verputzende Wand geschleudert wird. Die aus Stahl hergestellten Mörtelspritzdüsen können durch den körnigen Mörtel praktisch nicht abgenützt werden und weisen deshalb eine hohe Lebensdauer auf.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mörtelspritzgerät, bestehend aus einem oben offenen Mörtelbehälter, mit mehreren nahe über dem Behälterboden in der Behälterrückwand angeordneten Druckluftdüsen und gleichachsig zu diesen in der Behältervorderwand liegenden Mörteldüsen, dadurch gekennzeichnet, dass am Behäl- ter-boden (3) eine der Zahl der Druckluft- bzw.
Mörteldüsen (7 bzw. 11) entsprechenden Anzahl rinnenförmige Kanäle (14, 14a) vorgesehen sind, die jeweils von den Druckluft- zu den gegen- überliegenden Mörteldüsen führen.