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Verfahren zur Herstellung von Weihnachtsschmuck aus dünnen
Kunststoffstreifen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Weihnachtsschmuck aus dünnen Kunststoffstreifen, die unter Belassung eines in ihrer Längsrichtung verlaufenden durchgehenden Steges durch querverlaufende Einschnitte mit für sich beweglichen schmalen Zungen versehen werden, worauf der Streifen verdreht wird, so dass die Zungen von der Achse des verbleibenden Streifenteiles radial nach aussen abstehen.
Es ist bereits ein künstlicher Christbaum bekannt, dessen Zweige in Ausnehmungen des Stammes einsetzbar und aus umwundenen Drahtseelen gebildet sind ;-diese Drahtseelen der Zweige werden mit einem Band aus Kunststoff od. dgl. umwunden, das einseitig quer zu seiner Längsrichtung in der natürlichen Nadelbreite entsprechenden Abständen mit einer etwa der Nadellänge angepassten Tiefe eingeschlitzt ist.
Demgegenüber besteht das erfindungsgemässe Verfahren darin, dass der z. B. aus Polyäthylenterephthalat bestehende, vorzugsweise eine Stärke von höchstens 0, 025 mm aufweisende Kunststoffstreifen nach dem Querschneiden in der Längsrichtung um die Achse des verbleibenden Streifenteiles verwunden und der Kunststoff während oder nach der Verwindung verfestigt wird. Zweckmässig wird der verformte Streifen unter mässiger Spannung längere Zeit verwunden gehalten, bis die bleibende Verfestigung erfolgt ist ; es ist aber auch möglich, dass die Verfestigung durch Reckung, also durch Einwirkung einer Zugspannung für kurze Zeit erfolgt.
Im Sinne der Erfindung.. wird unter "Verfestigen" die Lagefixierung des verwundenen Gebildes verstanden ; eine solche Verfestigung könnte z. B. auch durch Einwirkung von Wärme unterstützt werden.
Bevorzugt wird ein sehr dünnes, plastisches, durchscheinendes Material verwendet, insbesondere ein solches, das an einer seiner Flächen mit einem dünnen, metallischen reflektierenden Belag versehen worden ist. Damit lässt sich ein neuer Effekt erzielen, der darin besteht, dass das erhaltene Gebilde nicht nur für ganz leichten Luftzug, sondern auch auf Anstrahlung anspricht und dadurch ein anziehendes, wech- seindes Aussehen gewinnt.
Besonders für die Erfindung verwendbar ist ein Kunststoff, der ohne Verwendung eines Klebemittels oder von Wärme, sondern bloss dadurch verfestigbar ist, dass man ihn nach der Verformung einer Streckbehandlung unterwirft. Beispielsweise kann ein Streifen aus Polyäthylenterephthalat dadurch verfestigt werden, dass dieser einer Zugbeanspruchung in seiner Längsrichtung unterworfen oder unter üblicher Spannung auf eine Spule gewickelt wird und ihn in diesem Zustande eine Zeitlang belässt.
In der Zeichnung ist Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Streifens, Fig. 2 der Querschnitt eines solchen, Fig.'3 eine Draufsicht auf den Streifen nach dem Schlitzen, Fig. 4 eine Darstellung des Streifens nach seiner Verwindung, Fig. 5 eine Draufsicht auf einen geschlitzten Streifen in einer Form, die sich zur Herstellung von Baumzweigen eignet, Fig. 6 ein Diagramm der aufeinanderfolgenden Verfahrensschritte und Fig. 7 eine Darstellung einer Haspel für die Verfestigung des Streifens nach Fig. 3.
Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird ein aus klarem, durchscheinendem Polyäthylenterephthalat, wie solches unter den Handelsnamen"Melinex"oder"Mylar"erhältlich ist, bestehender dünner Streifen 10, der an seiner Oberfläche mit einem Belag 11 aus durch Aufdampfen im Vakuum niederge- schlagenem Aluminium versehen ist, durch eine Schlitzmaschine hindurchgeführt, die eine Reihe von knapp aneinanderliegenden, parallelen Schlitzen erzeugt, welche von einem Rand des Streifens ausge-
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hen. Die Abmessungen des Streifens und der Schlitze können in weiten Grenzen schwanken ; bei dieser be- sonderen Ausführungsfonn wird ein Streifen von ungefähr 37 mm Breite verwendet, während die senkrecht zu.
Streifenlänge gerichteten Schlitze ungefähr 31 mm tief sind und solcherart voneinander gleichmässig abstehen, dass ungefähr 10 - 30 Schlitze auf 1 cm Länge kommen. Die Schlitze können gewünschtenfalls tief ausgeführt werden. Bei diesem Vorgang bleibt eine Randzone des Streifens bei 13 ungeschlitzt. Die Breite dieser ungeschlitzten Randzone 13 des Streifens beträgt sohin ungefähr 6 mm ; wird ein schmälerer Streifen 10 verwendet, ist es zweckmässig, die Breite der ungeschlitzten Randzone nicht unter das genannte Ausmass zu verringern, wenn man das erwähnte Material verwendet.
Der Streifen wird um seine Längsachse verwunden, so dass pro Längeneinheit des Streifens eine grosse Zahl von Windungen entstehen. Werden die Enden eines Streifens, etwa jenes nach Fig. 2 gegeneinander verdreht, so sieht man, dass die Wirkung der beiden ersten Windungen bloss eine schraubenförmige Gestalt der ungeschlitzten Randzone 13 hervorruft, wobei die Zungen 12 ziemlich regelmässig von ihr wegstreben.
Wird jedoch die Verwindung verstärkt, dann geht d. ie Randzone 13 aus der schraubenförmigen Gestalt in einen schlauchförmigen Faden über, der erheblich kleineren Durchmesser aufweist als die Breite der Randzone 13 beträgt. Dieser Übergang kann ziemlich regelmässig sein, in welchem Falle die Randzone rohr-oder schlauchartig wird, oder es kann dieser Übergang zum Teil auch von Längsfaltungen begleitet sein. Betrachtet man den Streifen aus einer unendlichen Zahl von Längsfasern zusammengesetzt, so werden in jedem Falle sämtliche dieser Fasern inverzwirntem Zustand annähernd dieselbe Verlängerung erfahren haben. Demzufolge wird die Eigenzugfestigkeit des Materials in weitem Masse beibehalten. Der entstehende chenilartige Schmuckfaden ist in Fig. 4 schematisch dargestellt.
Praktisch kann bei Verwendung der beschriebenen Streifen der Faden 14 einen Durchmesser von ungefähr 0, 62 mm aufweisen.
Die Zungen 12 können vom Faden 14 überwiegend unregelmässig vorspringen, und da sie wegen ihrer geringen Stärke und ihrer knappen Aneinanderreihung nicht über ihre ganze Länge geradlinig bleiben, gewinnt der verzwirnte Streifen ein glänzendes glitzerndes Aussehen. Diese Wirkung wird vergrössert, wenn die Zungen 12 untereinander verschieden in ihrer Länge sind.
Sobald der Streifen in seiner Längsrichtung verwunden wird, ist seine Verfestigung notwendig. Poly- äthylenterephthalat ist in dieser Hinsicht besonders vorteilhaft, denn seine Verfestigung ist ohne Zuhilfenahme von Wärme oder eines Klebemittels, bloss mit Hilfe einer bei Raumtemperatur ausgeübten Zugkraft erzielbar.
Die Verfestigung des verwundenen Kunststoffstreifens erfolgt ausschliesslich durch Anwendung eines Zuges am Ende des Fadens. Die erzielte Festigung scheint eine Funktion sowohl der Grösse der angewendeten Zugkraft als auch von der Zeitspanne zu sein, während welcher diese Kraft wirksam ist. Es ist sohin möglich. eine augenblickliche und bleibende Festigung durch Einwirkung einer ausreichend grossen Zugspannung auf den verwundenen Streifen zu erreichen. Der Streifen wird etwas gedehnt und kann hernach in der üblichen Weise ohne Gefahr einer Rückdrehung zur flachen Ausgangsform behandelt werden.
Man kann aber auch die Verfestigung durch eine geringere, aber über eine gewisse Zeitdauer ausge- übte Zugspannung erzielen. Wird z. B. der Streifen nach dem Verwinden unter mässigem Zug aufgespult, und dann eine Zeitlang, etwa 24 Stunden, so belassen, dann wird ebenfalls eine bleibende Verfestigung erzeugt. Die geeignete Zeit und Zugspannung, welche zur Verfestigung eines gegebenen Kunststoffstreifens notwendig ist, kann durch einfachen Versuch leicht festgestellt werden.
Die zweite der beiden oben beschriebenen Methoden wird aus zwei Gründen bevorzugt ; teils. weil die notwendige Zugspannung auf den verwundenen Streifen während seiner Zwimung ausgeübt werden kann und teils, weil ein Polyäthylenterephthalat, wie es derzeit im Handel erhältlich ist, ungleich dick ist. Die Zugspannung, welche gefahrlos auf den Streifen zur Einwirkung gebracht werden kann, ohne dass ein Bruch desselben erfolgt, hängt von der geringsten Dicke des Streifens ab. Infolge dieser Schwankung der Dicke ist es nicht zweckmässig, dass während des Verwindens des Streifens eine Zugspannung zur Einwirkung gebracht wird.
Man kann wohl zur Verfestigung von thermoplastischem Kunststoff Wärme verwenden, doch schafft dies Schwierigkeiten und daher werden die oben ausgeführten Verfahren zum Verfestigen bevorzugt.
Der verwendete Kunststoffstreifen soll möglichst dünn sein, jedoch noch eine entsprechende mechanische Festigkeit aufweisen. Sehr dünne Streifen werden, insbesondere wenn die Schlitze knapp aneinander geführt sind, ausserordentlich leichte Zungen ergeben, die daher selbst gegen schwache Luftbewegung empfindlich sind. Ist das Material metallisiert, dann ergibt sich ein Glitzern, sobald die Zungen bewegt werden.
Ein nach dem Strangpressverfahren hergestellter Polyäthylenterephthalatfilm hat die weitere Eigen-
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schaft, dass er vorzugsweise in seiner Längsrichtung gereckt werden kann, um ihm in dieser Richtung eine grössere Zugfestigkeit als in der Querrichtung zu verleihen. Bei der Herstellung des Films im Strangpress- verfahren geschieht dies in der Weise, dass man den heissen Film in seiner Längsrichtung stärker zieht als in seiner Querrichtung und dadurch alle Moleküle in der Längsrichtung des Filmes orientiert. Ein derartig hergestellter Streifen ist für das erfindungsgemässe Verfahren besonders geeignet.
Sehr dünner auf einer Fläche metallisierter Kunststoff hat noch einen weiteren Vorzug, der darin be- steht, dass sich die kleinen Zungen infolge verschiedener Wärmedehnung der Materialschichten deformie- ren.
Polyäthylenterephthalat ist sehr zugfest, insbesondere wenn es einer Vorspannung ausgesetzt wird und ist gegen Zerbröckeln ausserordentlich widerstandsfähig. Die erste Eigenschaft lässt für eine gegebene
Festigkeit des fertigen Erzeugnisses, dünneres Material zu und für die günstigsten Wirkungen ist dünneres
Material von Vorteil. Die Festigkeit gegen Zerbröckeln ist für das Verpacken des fertigen Gegenstandes vorteilhaft ; beispielsweise kann für Flitter od. dgl. das Material mit der üblichen Spannung aufgespult werden und es wird bei Abspulung sofort eine Gestalt annehmen, bei welcher sämtliche Zungen vom Mit- telfaden wegstreben.
Der Streifen'10 kann beispielsweise auch nach Fig. 5 ausgebildet werden, so dass er einen geraden
Rand 16 und einen kurvenförmigen Rand 17 aufweist ; die durch knapp aneinander liegende, parallele Ein- schnitte gebildeten Zungen 12 gehen vom kurvenförmigen Rand aus, wobei ein Streifenteil 13 längs des geradlinigen Randes verbleibt. Beim Zwirnen des Streifens gemäss Fig. 5 entsteht ein Gegenstand ähnlich jenem nach Fig. 4, jedoch ändert sich in der Längsrichtung des Gegenstandes sein Aussendurchmesser periodisch. Die so geschlitzten und verdrehten Streifen sind insbesondere zur Verwendung als Christbaum- schmuck geeignet.
Bei weiteren Abänderungen kann den Zungen in ihrer Länge eine bleibende Festigung verliehen wer- den, einfach etwa dadurch, dass der Streifen 10 auf eine Haspel 18 (Fig. 7) aufgewickelt wird, die einen zylindrischen Teil 19a und einen gewellten Teil 19b aufweist. Der Streifen 10 wird vor dem Schlitzen auf die Haspel gewickelt ; wird dabei eine entsprechende Spannung, mit oder ohne Wärme, angewendet und bleibt der Streifen eine Zeitlang aufgewickelt, so wird der ober dem welligen Teil 19b befindliche
Teil des Streifens bleibend gewellt und kann für den zu schlitzenden Teil verwendet werden. Das Glit- zern des Gegenstandes wird dadurch verstärkt.
Der Streifen aus Polyäthylenterephthalat kann durchscheinend sein, so dass beide Seiten des alumini- sierten oder sonst wie metallisierten Kunststoffstreifens glänzen. Der metallisierte Kunststoffstreifen kann mittels Lack gefärbt werden ; mit einem entsprechenden Lack kann auch seine Entflammbarkeit erheblich herabgesetzt werden.
Ein Diagramm aufeinanderfolgender Stufen des erfindungsgemässen Verfahrens ist in Fig. 6 dargestellt. Der metallisierte Kunststoffstreifen wird bei 20 entweder auf eine glatte Haspel oder eine solche mit gewellter Oberfläche aufgewickelt, dann nach der in Fig. 3 veranschaulichten Art bei 21 geschlitzt und bei 22 aufgewickelt. Der geschlitzte Streifen wird dann bei 23 verwunden und neuerlich bei 24 auf- gewickelt, bei 25 verfestigt und schliesslich bei 26 endgültig aufgewickelt. Wird die Verfestigung durch
Ausübung einer Spannung während des Verwindens erzielt, entfällt die Stufe 24.
Bei einer weiteren Abänderung wird das Material10, statt wie in Fig. 3 nur von einem Rand aus, von beiden Rändern her geschlitzt und ein ungeschlitzter Teil in der Mitte belassen. Die Anordnung gemäss
Fig. 3 wird jedoch bevorzugt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Weihnachtsschmuck. aus dünnen Kunststoffstreifen, die unter Belas- sung eines in ihrer Längsrichtung verlaufenden durchgehenden Steges durch querverlaufende Einschnitte mit für sich beweglichen schmalen Zungen versehen werden, worauf der Streifen verdreht wird, so dass die Zungen von der Achse des verbleibenden Streifenteiles radial nach aussen abstehen, dadurch gekenn- zeichnet, dass der z. B. aus Polyäthylenterephthalat bestehende, vorzugsweise eine Stärke von höchstens
0, Ö25 mm aufweisende Kunststoffstreifen nach dem Querschneiden in der Längsrichtung um die Achse des
Streifenteiles verwunden und der Kunststoff während oder nach der Verwindung verfestigt wird.