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Knickschutzhülse für elektrische Anschlussschnüre
Die Leitungsanschlussschnüre elektrischer Geräte sind häufig mindestens an ihrem dem Gerät zugewandten Ende mit einer Knickschutzhülse versehen. Diese ist sowohl bei am Gerät fest angeschlossenen Anschlussschnüren bekannt als auch bei vom Gerät abnehmbaren Anschlussschnüren sowie auch bei Verlängerungsschnüren. Das dem Anschlusskörper, also entweder dem Gerät oder dem Stecker bzw. dem Steckerkupplungsstück, zugekehrte Ende der Knickschutzhülse ist in der Regel mit dem Anschlusskörper fest verbunden, meistens in diesen eingeklemmt.
Knickschutzhülsen sind in mannigfachen Ausführungsformen bekannt. Es gibt Knickschutzhülsen, die aus einem schraubenförmig gewundenen federnden Draht, meistens einem Stahldraht, bestehen, und es gibt Knickschutzhülsen, die aus Gummi oder einem andern weichelastischen Werkstoff, z. B. Kunststoff bestehen. Beim letzteren Falle ist es auch bekannt, die Knickschutzhülse zusammen mit dem Isolierkörper eines Steckers oder eines Steckerkupplungsstückes aus einem einzigen Stück aus weichelastischem Werkstoff herzustellen.
In jeder der genannten Ausführungsformen bewirkt die Knickschutzhülse, dass sie die Anschlussschnur auf einem an den Anschlusskörper angrenzenden Teilstück der Schnurlänge versteift, wodurch bei einer Zugbeanspruchung, deren Richtung mindestens teilweise quer zur Austrittsrichtung der Schnur aus dem Anschlusskörper liegt, die Krümmungsmöglichkeit der Anschlussschnur auf diesem Teilstück verringert wird. Die Knickschutzhülse zwingt die Anschlussschnur, nicht eine scharfe Knickbiegung mit kleinem Radius anzunehmen, sondern eine bogenförmige Biegung mit einem grösseren Radius. Wie dies aber im einzelnen Falle zustande kommt, ist je nach der Ausbildungsart der Knickschutzhülsen verschieden :
Es gibt Knickschutzhülsen, die über ihre ganze Länge gleiche Biegesteifigkeit haben.
Diese haben den Nachteil, dass sie sich bei einer Zugbeanspruchung der Anschlussschnur hauptsächlich in unmittelbarer Nähe des Anschlusskörpers biegen, während sich ihr übriger Längsteil nur wenig krümmt und annähernd in Richtung der Zugbeanspruchung verläuft.
Es gibt aber auch Knickschutzhülsen, die über ihre Länge verteilt eine unterschiedliche Biegesteifigkeit haben, hervorgerufen durch eine unterschiedliche Ausbildung der Hülsenwandung :
Beispielsweise ist eine Knickschutzhülse bekannt (USA -Patentschrift Nr. 2, 727, 088). die an ihren Endteilstücken eine grössere Biegesteifigkeit hat als an ihrem dazwischenliegenden, gegenüber den Endteilstücken langer bemessenen Mittelstück. Dies ist dadurch erreicht, dass das Mittelstück durch mehrere ringförmige Aussparungen an der Aussenseite der Hüllenwandung geschwächt ist, wobei sowohl alle Aussparungen einerseits als auch alle dazwischen stehengelassenen Rippen anderseits untereinander die gleiche Form und Grösse haben.
Die beiden aussparungsfreien Endteilstücke dagegen haben eine Länge, die etwa gleich ist der Länge zweier oder dreier Aussparungen einschliesslich der dazwischenliegenden Rippen, und das dem Anschlusskörper zugewandte Endteilstück ist ausserdem zum Anschlusskörper hin stetig zunehmend verdickt. Die Wirkung dieser Knickschutzhülse ist derart, dass bei einer Zugbeanspruchung der Anschlussschnur quer zur Austrittsrichtung der Schnur aus dem Anschlusskörper die beiden steiferen Endteilstücke sich nicht biegen, also geradegestreckt bleiben, während sich nur das mittlere Teilstück zu einem Bogen biegt, dessen Enden tangential in die gerade Richtung der beiden Endteilstücke einlaufen.
Durch diese Bogenbildung des Mittelstückes wird eine unerwünschte Knickbeanspruchung auf der ganzen Länge der Schutzhülse vermieden, doch hat diese bekannte Knickschutzhülse noch einen wesentlichen Nachteil : Erfolgt beispielsweise die Zugbeanspruchung der Anschlussschnur so, dass die Schnur nicht quer
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zu ihrer Austrittsrichtung gezogen wird, sondern mehr oder minder parallel zur Austrittsrichtung nach rück- wärts, also in Richtung zum Anschlusskörper hin, so macht sich eine andere schnurgefährdende Knickstelle bemerkbar, u. zw. an derjenigen Stelle, an der die Anschlussschnur auf dem freien Ende der Knickschutz- hülse bzw. aus dem hier befindlichen, praktisch nicht biegsamen Endteilstück austritt.
Diese letztgenannte Knickstelle ist bei andern Knickschutzhülsen dadurch vermieden, dass der Wan- dungsquerschnitt und damit die Biegesteifigkeit der Knickschutzhülse zum freien Ende hin allmählich ab- nimmt. Die Abnahme des Wandungsquerschnittes erstreckt sich dabei entweder über die ganze freie Länge der Knickschutzhülse oder zum mindesten über eine am freien Hülsenende befindliche Teillänge. Meistens nimmt bei diesen Schutzhülsen der Aussendurchmesser der Hüllenwandung zum freien Ende hin ab, doch ist es auch bekannt, statt dessen oder zusätzlich den inneren Durchmesser der Hülsenwandung zum freien Ende hin zunehmen zu lassen.
Doch auch den letztgenannten Schutzhülsen haften Mängel an : Die Abnahme des Wandungsquer- schnittes bedingt, dass die Wandung der Schutzhülse am freien Ende ziemlieh dünn ist und leicht einreissen kann. Ausserdem kann die allmähliche Abnahme des Wandungsquerschnittes bei der Herstellung der Schutz- hülse Schwierigkeiten bereiten, insbesondere wenn die Schutzhülse, wie es neuerdings mehr und mehr gebräuchlich ist, aus einem Kunststoff hergestellt wird.
Schliesslich ist es auch schon vorgeschlagen worden (österr. Patentschrift Nr. 211399), eine Knick- schutzhülse, die zusammen mit einem tragenden Teil des zugehörigen elektrischen Steckers in einem
Stück aus thermoplastischem Kunststoff gespritzt wird, mit die Biegsamkeit erhöhenden Ausnehmungen derart zu durchbrechen, dass die Biegsamkeit zum freien Ende der Hülse hin mehr und mehr zunimmt.
Dies wird so erreicht, dass die Ausnehmungen in der Knickschutzhülse als senkrecht oder annähernd senk- recht zur Längsachse der Hülse verlaufende Schlitze ausgebildet sind, die, durch schmale Stege unter- brochen, den ganzen Umfang der Hülse-einnehmen, wobei eine grössere Anzahl solcher, ringförmiger
Schlitzreihen über die Hülsenlänge verteilt ist. Ferner ist vorgeschlagen worden, die vorgenanntenschma- len Stege zwischen den Schlitzen so auszubilden, dass sie zum freien Ende der Hülse hin schmaler werden, oder dass in der Nähe des freien Endes der Hülse weniger Stege zwischen den Schlitzen angebracht werden als am steckerseitigen Ende. Durch jede dieser beiden Massnahmen wird erreicht, dass die Biegsamkeit der
Hülse zum freien Ende hin mehr und mehr zunimmt.
Diese Vorschläge zum Ausbilden einer aus weichelastischem Werkstoff bestehenden Knickschutzhülse lassen indessen ausser acht, dass die senkrecht zur Hülsenlängsachse angeordneten Schlitze die Längszug- festigkeit der Knickschutzhülse sehr schwächen. Eine Längszugfestigkeit ist aber sehr erwünscht, da beim
Herausziehen eines Steckers aus einer Steckdose häufig nicht am Steckerselbst mit der Hand gezogen wird, sondern an der Knickschutzhülse. Besonders häufig kommt dies vor, wenn die Knickschutzhülse nicht nur zusammen mit dem Stecker einstückig hergestellt wird, sondern auch zusammen mit dem Isoliermantel der Anschlussleitung einstückig.
Die Erfindung beseitigt alle Mängel in einer einfachen Weise. Auch sie bedient sich des obengenannten Mittels von Aussparungen in der Hülsenwandung zur Herabsetzung der Biegesteifigkeit der Knickschutzhülse. Sie bezieht sich auf eine aus weichelastischem, elektrisch isolierendem Werkstoff, insbesondere Kunststoff, bestehende biegsame Knickschutzhülse für eine mindestens am einen Ende einen Steckkontaktteil aufweisende elektrische Anschlussschnur mit stellenweise durch Aussparen von Werkstoff gebildeten Schwachstellen der Hülsenwandung, und erfindungsgemäss ist eine solche Knickschutzhülse dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens eine sich in der Längsrichtung der Hülse erstreckende Schwachstelle in solcher Ausbildung aufweist,
dass dadurch die Wandung und somit die Biegesteifigkeit der Hülse zum freien Hülsenende hin zunehmend geschwächt ist. Beispielsweise kann mindestens eine solche Schwachstelle aus einer sich zum freien Hülsenende hin verbreiternden Längsrille bestehen. Wesentlich besser ist es aber, wenn mindestens eine Schwachstelle aus einer Reihe von Aussparungen, vorzugsweise Löchern, besteht, u. zw. derart, dass die einzelnen Aussparungen längs der Reihe bzw. Reihen eine solche unterschiedliche Länge aufweisen und bzw. oder in solchen unterschiedlichen Abständen voneinander angeordnet sind, dass dadurch die Wandung und somit die Biegesteifigkeit der Hülse zum freien Ende hin zunehmend geschwächt ist.
Beim Erfindungsgegenstand wird eine zum freien Hülsenende hin zunehmende Biegsamkeit der Hülse ebenso, gut erreicht wie nach dem vorerwähnten Vorschlag der senkrecht zur Längsachse angeordneten Schlitze. Eine im Gegensatz zu diesem Vorschlag erfindungsgemäss längs der Hülse verlaufende Aussparung oder Reihe von Aussparungen setzt aber die Längszugfestigkeit der Hülse ganz erheblich weniger herab ; sie setzt die Längszugfestigkeit sogar überhaupt nicht herab, wenn man die Wandstärke der Hülse entsprechend der durch die Aussparungen hervorgerufenen Schwächung ein wenig stärker bemisst.
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Beim Erfindungsgegenstand ist es möglich, dass die Wandung der Schutzhülse längs der freibeweglichen
Länge der Hülse, abgesehen von den Schwächungsstellen durch die Aussparungen, den gleichen oder doch wenigstens einen annähernd gleichen Querschnitt hat. Auch wenn aber beim Erfindungsgegenstand der
Wandungsquerschnitt zum freien Hülsenende hin abnimmt, indem beispielsweise die Hülse in der bekann- ten Weise konisch ausgebildet ist, so bietet sich durch das zunehmende Schwächen des Wandungsquerschnittes mittels Aussparungen immer noch der Vorteil einer grösseren Freizügigkeit in der Bemessung der Wand- stärke der Hülse, indem man diese nicht mehr ausschliesslich oder hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Biegesteifigkeitsabnahme zu bemessen,
also auch nicht mehr am freien Ende der Schutzhülse mehr oder minder scharfkantig auslaufen zu lassen braucht.
An Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles des Erfindungsgegenstandes wer- den die Vorteile und mögliche vorteilhafte Weiterbildungen erläutert. Als Ausführungsbeispiel ist dabei eine Knickschutzhülse gezeigt, die mit einem Stecker-Kupplungsstückaus einem einzigen Stück hergestellt ist und beispielsweise bei der Anschlussschnur elektrischer Trockenrasiergeräte Verwendung finden kann.
In Fig. l ist das Ausführungsbeispiel im geschnittenen Aufriss, in Fig. 2 im Grundriss und in Fig. 3 in einer i Seitenansicht gezeigt. Dabei sind einander entsprechende Einzelteile jeweils mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Die beiden metallischen Buchsen 1 sind in einem Isolierkörper2 aus biegsamem Werkstoff eingebettet, und bilden mit diesem ein Stecker-Kupplungsstück, das als einen schräg abgewinkelten Fortsatz eine bieg- same Knickschutzhülse 20 aufweist. Die Hülse 20 umgibt die isolierte Anschlussleitung 3. Die Wandung der Hülse 20 weist Aussparungen in Form der Löcher 4 und 40 auf. Die Löcher 4 haben einen runden Quer- schnitt, die Löcher 40 sind als Langloch ausgebildet. Da die Langlöcher 40 die Wandung der Hülse stärker schwächen als die kleineren Löcher 4, so hat die Hülse 20 zu ihrem freien Ende hin eine abnehmende
Biegesteifigkeit.
Da bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel die. Aussparungen in der Hülsenwandung als die Wandung vollkommen durchdringende Löcher ausgebildet sind, so bietet sich noch der zusätzliche Vorteil, dass man beim Herstellen der Hülse 2C, wenn man sie dabei um das Ende der Anschlussleitung 3 herumpressen, - spritzen oder-giessen will, die Anschlussleitung 3 während dieses Herstellungsvorganges mittels eines
Werkzeuges durch die Löcher hindurch festhalten oder abstützen kann. Ein solches Werkzeug kann bei- spielsweise'eine Zange sein, aber auch ein Teil der Spritzvorrichtung bzw. des Spritzwerkzeuges, bei- spielsweise an der Spritzform angebrachte Haltestifte, die zum Festhalten der Anschlussschnur durch die
Löcher hindurchgreifen.
Die Form und die Anzahl der Aussparungen bzw. Löcher kann beim Erfindungsgegenstand beliebig gewählt werden, ebenso ihre Anordnung längs der Schutzhülse. Beispielsweise kann die Schutzhülse längs mit einer Reihe Löcher versehen werden, deren gegenseitiger Abstand zum freien Ende hin kleiner wird.
Es kann auch eine einzige Ausnehmung ausreichend sein, z. B. eine Rille oder ein Schlitz, der sich zum freien Hülsenende hin verbreitert.
Die Erfindung ist auch nicht auf die dargestellte Vereinigung der Körper beschränkt ; statt mit einem
Stecker-Kupplungsstück kann sie beispielsweise auch mit einem Stecker vereinigt sein. Die Knickschutz- hülse nach der Erfindung ist aber auch allein für sich anwendbar, indem ihr zu halterndes Ende beispiels- weise in der Wandung eines Gerätegehäuses durch Einklemmen od. dgl. befestigt wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Aus weichelastischem, elektrisch isolierendem Werkstoff, insbesondere Kunststoff, bestehende biegsame Knickschutzhülse für eine mindestens am einen Ende einen Steckkontaktteil aufweisende elek- trische Anschlussschnur mit stellenweise durch Aussparen von Werkstoff gebildeten Schwachstellen der
Hülsenwandung, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens eine sich in der Längsrichtung der Hülse er- streckende Schwachstelle in solcher Ausbildung aufweist, dass dadurch die Wandung und somit die Biege- steifigkeit der Hülse zum freien Hülsenende hin zunehmend geschwächt ist.