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Anaglyphenbild mit verbesserter Raumbildwahrnehmung
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steigernde Effekte, die um so stärker auftreten, je geringer die Dichte des betreffenden Anaglyphenbildes durch die eine Brillenhälfte und je grösser dessen Dichte durch die andere Brillenhälfte ist.
So wird mit der bewussten Abweichung von der Helligkeitsbedingung nach der negativen Seite gemäss der Erfindung neben dem rein wirtschaftlichen Gewinn noch ein besonderer, qualitätssteigernder Gewinn erzielt.
Im folgenden werden nun die Bedingungen für das erfindungsgemässe Verfahren genauer festgelegt :
Bedeuten
T (A) die spektrale Transmissionsfunktion eines Farbfilters der Anaglyphenbrille (eine Brillenhälfte) p (x) den spektralen Remissionsgrad eines (einfarbigen) Anaglyphenteilbildes < ; o (\) die spektrale Lichtfunktion der von der beleuchtenden Lichtquelle her- kommenden Strahlung À die Wellenlänge des Spektrums, und y, die spektrale Hellempfindungskurve für das helladaptierte Auge (s.
DIN 5033, Bl. 2) so ist die Farbreizfunktion nach bekannten Regeln der Farbvalenzmetrik gleich #(#).p(#).#(#). Die Helligkeit des Anaglyphenteilbildes beim Betrachten durch das Farbfilter ist dann (nach DIN 5033, Bl. 2) gegeben durch den Hellbezugswert
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Die Hellbezugswerte für die beiden verschieden gefärbten Anaglyphenteilbilder 1, 2 und den Untergrund 3, betrachtet durch die beiden verschieden gefärbten Filterfolien I, II der Anaglyphenbrille, wer-
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der Grösse p, der römische Index der Grösse r in obiger Gleichung anzuhängen ist ; z. B. ist
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Im einzelnen bedeuten : y 1I und Yj die Heubezugswerte der Anaglyphenteilbilder, gesehen durch die "zugeordnete" Folie der Brille (von annähernd komplementärer Farbe) ;
d. h. die Hellbezugswerte der beiden"Nutzbilder".
Y-. yr, Y2I sind entsprechend die Heubezugswerte der beiden"Störbilder".
Y3I, Y3II sind die Hellbezugswerte des Grundes.
Ganz analog der Definition der photographischen Schwärmung oder der optischen Dichte definieren wir als Kontrast K eines Bildes zum Grund 3 dessen Helligkeitsverhältnis, gemessen in (negativen) logarithmischen Einheiten.
Es ist also der Kontrast des Bildes 1, gesehen durch Brillenfenster II, also des Störbildes 1 II gegen den Grund 3
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Entsprechend ist der Kontrast des andern Störbildes
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Bei Hellfeldanaglyphen, die mit nicht fluoreszierenden Druckfarben gedruckt werden, sind die Werte Km und K2I für die Störbilder immer positiv oder Null, da der papierweisse Untergrund immer heller als das Anaglyphenbild ist, höchstens beide gleich hell sind.
Bei Verwendung von Lumineszenzfarben kann aber das angegebene Verhältnis auch negativ sein, nämlich dann, wenn sie im Durchlassgebiet einer Brillenfolie eine stärkere Strahlung aussenden als der Untergrund, auf den sie aufgedruckt sind.
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Der Kontrast der Nutzbilder ist analog :
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und
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chen Eindruckes beim Betrachten eines Anaglyphenbildes ist massgebend, in welchem Verhältnis ein Störbild zu dem durch das gleiche Brillenfenster gesehenen Nutzbilde steht.
Es wurde nun gefunden, dass bei der Verwendung von Lumineszenzfarben für das Anaglyphendruckbild ein Störbild praktisch nicht als störend empfunden wird, wenn dessen Kontrast, bezogen auf den Kontrast des (durch die gleiche Brillenfolie gesehenen) Nutzbildes des andern Anaglyphenteilbildes lrJ1/o oder
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kannten, nicht fluoreszierenden roten Druckfarben erfüllbar, wenn diese auf eine nicht fluoreszierende Unterlage aufgebracht (gedruckt) werden ; nicht aber, wenn sie auf Unterlagen mit hoher Fluoreszenzkraft, wie bereits vorgeschlagen wurde, aufgebracht werden.
Die andere dieser beiden, für das blau-grüne Anaglyphenteilbild gültige Bedingung ist nicht einmal mit den bekannten blau-grünen auf weissem Untergrund aufgedruckten Druckfarben erzielbar, sondern nur mit den erfindungsgemäss für diesen Zweck vorgeschlagenen Fluoreszenzfarben.
Eine besonders vorteilhafte Raumbildwirkung wird dann erzielt, wenn zu den oben angegebenen Bedingungen noch zusätzlich die Bedingung erfüllt ist, dass der Kontrast K,,, des Störbildes einer Farbe, be-
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auf den Kontrast Kjr des Nutzbtidesvenn K21 oder/und Kj negativ ist, wie oben ausgeführt wurde. Dabei ist nach dieser Richtung hin, wie ) ereits erwähnt, keine zahlenmässige Grenze gesetzt, sie ist durch die Fluoreszenz-Eigenschaften der der- ; eit bekannten Fluoreszenzfarben selbst gegeben.
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Geeignete Druckfarben zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens sind bekannt und auch im Handel ; Beispiele sind in der USA-Patentschrift Nr. 2, 152, 856 genannt. Derartige Lumineszenzfarben enthalten z. B. Auramin 0, Rhodamin B extra, Thioflavin S (s. auch F. Schmidt und H. Gold, Anwendung organischer Fluoreszenzfarbstoffe in Houben-Weyl, Methoden der organischen Chemie, 4. Auflage,
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in Amerika im Handel befindlichen Farben.
Die Herstellung der erfindungsgemässen Anaglyphenbilder erfolgt, abgesehen von der Verwendung von Lumineszenzfarben usw., nach den üblichen Regeln der Bildversetzung ; hiezu ist jedes Druckverfahren geeignet ; mit den derzeit im Handel erhältlichen Lumineszenzfarben werden im Buchdruck die besten Ergebnisse erzielt.
Beispiel I : (Druckfarben und Anaglyphenbrille)
Als Druckfarben verwendet man die unter den Namen Day-Glo Printing Ink "Flare Green" und Day- Glo Printing Ink "Dawn Rose" bekannten im Handel befindlichen Fluoreszenz-Druckfarben für das grüne bzw. für das rote Anaglyphenhalbbild. Der Druck wird im Buchdruck ausgeführt mit einem Raster von 32 Linien pro cm. Druckpapier : Kunstdruck rein weiss. Als Betrachtungsbrille eignet sich eine solche, deren Fenster aus Gelatinefolien bestehen, deren spektrale Farbdichtekurven in der Abbildung dargestellt sind.
Derartige Gelatinefilter werden von den verschiedenen Firmen in den Handel gebracht, so von der Firma Göttinger-Farbfilter, Göttingen, unter der Nr. 603 (grün) und Nr. 685 (rot) ; daneben auch von fast allen Herstellern photographischer Filme, die sie als Reproauszugsfilter zur Herstellung von Farbauszügen (Mehrfarbenreproduktion) empfehlen.
Beispiel 2 : Die in Beispiel 1 genannten Fluoreszenzfarben werden mit nicht fluoreszierenden Farben gemischt, u. zw. nach folgender Vorschrift :
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<tb>
<tb> Für <SEP> das <SEP> rote <SEP> Anaglyphenteilbild <SEP> Für <SEP> das <SEP> grüne <SEP> Anaglyphenteilbild
<tb> Flare <SEP> Green <SEP> 500 <SEP> g <SEP> Dawn <SEP> Rose <SEP> 200 <SEP> g
<tb> Echtbrillantgrün <SEP> 500 <SEP> g <SEP> Echtscharlachrot <SEP> 3/335 <SEP> 800 <SEP> g
<tb> gelbl. <SEP> 5/512
<tb>
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grün 5 A 25 in den Handel gebracht.
Die Wirkung der nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Anaglyphenbilder kann noch gesteigert werden, wenn als Unterlage für diese Bilder selbst ein lumineszierender Träger verwendet wird, insbesondere lumineszierendes Papier, wie es beispielsweise schon als Träger für photographische Papiere verwendet wird. An Stelle des Trägers selbst kann auch eine Hilfsschicht, beispielsweise die Barytageschicht, fluoreszierende Substanzen enthalten. Die weisse Fluoreszenz wird bekanntlich durch sogenannte Blankophore erzeugt. Es ist hiebei nicht unbedingt erforderlich, dass die lumineszierende Unterlage weisses Aussehen zeigt.
Beispielsweise kann bei Verwendung einer Rot-Grün-Brille zur Betrachtung derAnaglyphen, die Unterlage auch ein gelbes Aussehen haben, da ja sowohl durch ein Grün- als auch durch ein Rotfilter eine gelbe Fläche die gleiche hohe Leuchtkraft wie eine weisse Fläche aufweist.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann auch mit andern, die Raumbildwirkung bei Anaglyphen verbessernden Verfahren kombiniert sein, insbesondere mit dem eingangs erwähnten Verfahren, wo der Bildträger in einer Farbtönung angefärbt ist, die durch die beiden Anaglyphenbrillen verschieden hell erscheint, um ein etwa noch bestehendes Restbild auszuschalten.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist nicht auf die Herstellung von Hellfeldanaglyphen, an denen die Zusammenhänge oben erläutert wurden, beschränkt, sondern es ist mit gleichem Vorteil auf alle Arten von Anaglyphen anwendbar, insbesondere auf die Dunkelfeld- und die Schwarzweissanaglyphen.
Die erfindungsgemässen Anaglyphenbilder können sowohl Strich- als auch Halbtonbilder sein, im letzteren Fall vorzugsweise als Rasterbilder gedruckt. Derartige Bilder können in beliebigen Druckverfahren hergestellt sein, insbesondere im Tiefdruck, Buchdruck und Siebdruck, oder von Hand als Zeichnung.