AT230623B - Verfahren zur Herstellung farbiger, vernetzbarer oder vernetzter Mischpolymerisate - Google Patents

Verfahren zur Herstellung farbiger, vernetzbarer oder vernetzter Mischpolymerisate

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AT230623B
AT230623B AT372461A AT372461A AT230623B AT 230623 B AT230623 B AT 230623B AT 372461 A AT372461 A AT 372461A AT 372461 A AT372461 A AT 372461A AT 230623 B AT230623 B AT 230623B
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Hans Dr Wilhelm
Ernst Dr Penning
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Basf Ag
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  Verfahren zur Herstellung farbiger, vernetzbarer oder vernetzter Mischpolymerisate 
Transparent gefärbte polymere Massen erhielt man bisher dadurch, dass man einen Farbstoff in dem fertigen Polymerisat auflöste. Hiebei ist es jedoch von Nachteil, dass der Farbstoff aus solchen gefärbten Massen wieder leicht herausgelöst werden kann oder dass der Farbstoff von selber ausbluten kann. Ausserdem ist es, insbesondere bei nicht thermoplastischen Polymerisaten, technisch oftmals schwierig, die Farbstoffe gleichmässig in Polymeren zu verteilen. 



   Man hat daher in einigen Fällen farbige Polymerisate hergestellt, bei denen der Farbstoff chemisch an das Makromolekül gebunden ist, u. zw. hat man Arylgruppen tragende Polymere nitriert, die Nitrogruppen reduziert, die so erhaltenen Aminogruppen diazotiert und mit kupplungsfähigen Komponenten zu makromolekularen Farbstoffen gekuppelt.   (Brit. Patentschrift Nr. 524, 996).   Dieses Verfahren, farbige Polymere herzustellen ist jedoch sehr umständlich und wie alle Umsetzungen an Makromoleküle schlecht reproduzierbar ; überdies lässt es sich nur bei diazotierten Polymeren anwenden. 



   Es wurde gefunden, dass man farbige Mischpolymerisate mit ausgezeichneten Eigenschaften erhält, wenn man polymerisierbare Doppelbindungen enthaltende Farbstoffe, kondensations- oder additionsfähige Gruppen enthaltende Monomere und gegebenenfalls weitere für die Herstellung von Kunststoffen üblicherweise verwendete Monomere mischpolymerisiert und gewünschtenfalls über die   kondensations-und   additionsfähigen Gruppen vernetzt. 



   Für die   Erfindung     sind z. B. Farbstoffe der Azo-, Phthalocyanin-, Triarylmethan-, Phenazin-,   Oxazinund Anthrachinonreihe geeignet, die eine polymerisierbare Gruppe der allgemeinen Formel 
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 tragen, in der Rein Wasserstoff- oder Halogenatom, eine kurzkettige Alkyl-, Hydroxyalkyl-, Cyan-,   Carboxy-oder Carbonsäureestergruppe,   X und Y Wasserstoff- oder Halogenatome oder Alkylgruppen und X ausserdem einen gegebenenfalls substituierten aromatischen Rest bedeuten. Von den genannten Farbstoffen sind diejenigen bevorzugt, in denen der Substituent R ein Wasserstoff oder Chloratom oder eine Methylgruppe, der Substituent X ein Wasserstoff- oder ein Chloratom und der Substituent Y ein Wasserstoffatom bedeuten. 



   Als Beispiele bevorzugter polymerisationsfähiger Gruppen, die im Farbstoffmolekül enthalten sein 
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 und insbesondere die Vinylgruppe selbst. Dabei kann die gegebenenfalls substituierte Vinylgruppe direkt oder   z. B.   über eine Phenylengruppe durch eine C-C Bindung an den chromophoren Teil des Farbstoff- 

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   moleküls-meist   von der Synthese her - gebunden sein, oder sie kann über reaktionsfähige Gruppen nachträglich in das Farbstoffmolekül eingeführt werden,   z. B.   über eine Carboxylgruppe durch Veresterung mit Allylalkohol, über eine gegebenenfalls noch durch einen niederen Alkylrest substituierte Aminogruppe durch Acylierung mit Acrylsäure oder über eine Sulfonsäuregruppe durch Druckvinylierung. 



   Farbstoffe der für die Erfindung geeigneten Art sind aus der brit.Patentschrift Nr.830, 876,der österr. 



  Patentschriften Nr. 211447 und Nr. 214547, aus der USA-Patentschrift Nr. 2, 784, 204, aus den deutschen Patentschriften Nr. 1010063, Nr. 560534, der   franz.   Patentschrift Nr.   1. 118. 705   und der belgischen Patentschrift Nr. 566099 bekannt. Die Herstellung weiterer Farbstoffe ist in den folgenden Beispielen beschrieben. Dem Fachmann bereitet es keine Schwierigkeiten auf Grund des Standes der Technik und der Lehre dieser Erfindung Farbstoffe zu synthetisieren, die sich für diese Erfindung eignen. 



   Unter Gruppen, die Kondensationsumsetzungen zugänglich sind, sind solche zu verstehen, die unter den Bedingungen der Polymerisation nicht reagieren, jedoch nachträglich mittelbar,   d. h.   unter Zusatz von   bi- oder   polyfunktionellen vernetzend wirkenden Stoffen, oder unmittelbar,   d. h.   ohne Zusatz dieser Stoffe z. B. durch Wärmeeinwirkung oder   pH'Änderung. in   Kondensationsumsetzungen einbezogen werden können. 
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Ureido-, Aminotriazin-,aldehyd, methylolgruppenhaltigen Kondensaten, wie Harnstoff-Formaldehyd-, Thioharnstoff-Formaldehyd-,   Melamin-Formaldehyd-, Guanidin-Formaldehyd-, Dicyandiamid-Formaldehydkondensaten   oder Phenol- - Formaldehydkondensaten die bekannten Kondensationsumsetzungen ein.

   Weitere mittelbar vernetzbare Reste sind beispielsweise Carbonsäure- und Carbonsäureestergruppen, die sich   z. B.   mit zwei-oder mehrwertigen Alkoholen oder Aminen kondensieren lassen, oder Hydroxygruppen, die   z. B.   mit zwei-oder mehrwertigen Isocyanaten kondensierbar sind. 



   Als Gruppen, die unmittelbar,   z. B.   durch Wärmeeinwirkung oder   PH-Änderung,   kondensiert werden können, sind Aldehyd-, Chlorhydrin-, N-Methylol- und N-Methylolätthergruppen zu nennen. Diese Gruppen sind auch mittelbar zu kondensieren. 



   Weiterhin kommen   z. B.   solche Gruppen in Betracht, aus denen mit Wasser vernetzbare Gruppen gebildet werden, wie Glycidylgruppen oder Carbalkoxygruppen, die unter Hydrolyse Hydroxygruppen bilden oder Säureanhydridgruppen, die in Carboxygruppen   über gehen.   



   Im folgenden seien beispielsweise einige Verbindungen aufgeführt, die neben einer polymerisierbaren Gruppe vernetzbare Reste der eben erläuterten Art   tragen : Acrylsäureamid, Methacrylsäureamid. Croton-   
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 amid,   Fumarsäurediamid, Itaconsäurediamid,   Citraconsäurediamid, N-Acryloylharnstoff, N-Methacryloylharnstoff, Verbindungen der allgemeinen Formeln 
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 und 

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 und 
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 in denen Ra eine kurzkettige Alkylen- oder eine Cyclohexylengruppe und R eine kurzkettige Alkylenoder eine Phenylengruppe darstellt und R die oben angegebene Bedeutung hat,   Monoamino-bis- (allyl-   oxy)-triazine, Diamino-allyloxytriazine und   Glyoxalmonourein-allylätherundGlyoxaldiurein-allyl-   äther. 



   Gruppen, die durch Additionsreaktionen die Vernetzung bewirken können sind z. B. Isocyanatgruppen und Epoxygruppen. Diese Gruppen können   z. B.   mit Diolen, Diaminen und Dicarbonsäuren vernetzt werden. Im Falle von Isocyanatgruppen und Dicarbonsäuren oder Wasser, die unter Abspaltung von Kohlendioxyd miteinander reagieren, kann man zu schaumigen farbigen vernetzten Polymerisaten gelangen. 



   Bei der Mischpolymerisation können gegebenenfalls weitere polymerisationsfähige Verbindungen mitverwendet werden, die keine reaktionsfähigen Gruppen tragen,   z. B. aromatische Vinylverbindungen, wie   Styrol und seine polymerisierbaren Derivate, polymerisierbare ungesättigte Kohlenwasserstoffe, wie Butadien und Isopren, Nitrile, Amide, N-substituierte Amide, Ester, Anhydride und Salze ungesättigter polymerisierbarer Mono- oder Dicarbonsäuren, wie der Acrylsäure, sowie deren   (x-oder 6-substituierte   Derivate, wie Methacrylsäure, Crotonsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure oder   Citraconsäure,   Vi-   nylester   organischer und anorganischer Säuren, wie Vinylacetat, -propionat oder -butyrat, Vinylhalogeaide, wie Vinylchlorid und Vinylbromid, Vinylidenhalogenide, Vinyläther,

   Ester des Allylalkohols, Vi- 
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    wieVinylcarbazol,: idon, Vinylcaprolactam   oder Vinylcapryllactam. Diese basischen Verbindungen eignen sich auch in Form ihrer Quartärsalze als Monomerenkomponenten: ausserdem sind dafür quartäre Salze von basischen Vinyl- äthern, von Acryl- und Methacrylamiden sowie von Estern aus basischen Alkoholen und polymerisierbaren Carbonsäuren brauchbar. 



   Die farbigen Mischpolymerisate können auch aus mehreren Farbstoffen und mehreren verschiedenen   \ionomeren   hergestellt werden. Das Mengenverhältnis kann innerhalb weiter Grenzen beliebig gewählt werden, bevorzugt geht man aber von Monomerengemischen aus, die 0,   1 - 20 Gew. -%   Farbstoffe, etwa   ? is   zu 30% des die Vernetzung bewirkenden Monomeren und den Rest   des"inerten"Monomeren   enthalten. 
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Die Mischpolymerisation der   farblosen reaktionsfähige   Gruppen tragenden Monomeren mit   den"inerten"     ionomeren   und den farbige Molekülreste tragenden Monomeren kann in bekannter Weise, z.

   B. als Block-,   . ösungs-, Emulsions-oder   Suspensionspolymerisation unter Verwendung der üblichen Polymerisationsaus- 

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Schutzkolloiden, Verdickungsmitteln, Antischaummitteln und Puffersubstanzen ausgeführt werden. 



   Als Polymerisationsauslöser kommen die üblicherweise für diesen Zweck verwendeten Stoffe, wie
Peroxyde,   z. B. Wasserstoffperoxyd,   Persulfate, wie Kaliumpersulfat, Natriumpersulfat oder Ammonium- persulfat, Redoxsysteme,   z. B. Kaliumpersulfat-Natriumformaldehyd-sulfoxylat, Azodiisobuttersäurenitril   oder Gemische aus diesen Stoffen in Betracht. Bei der Emulsionspolymerisation verwendet man die üblichen Emulgatoren und/oder Schutzkolloide, wie Paraffinsulfonate, Aralkylsulfonate, Anlagerungsprodukte von Äthylenoxyd an fette Öle oder Polyvinylalkohol mit. 



   Die Vernetzung kann entsprechend den im Polymerisat vorhandenen reaktionsfähigen Gruppen mittelbar oder unmittelbar durchgeführt werden, wobei je nach der Reaktionsfähigkeit höhere Temperatur und/oder Katalysatoren, welche die Vernetzung beschleunigen, angewendet werden. Derartige Katalysatoren sind   z. B.   bei der Reaktion von Amidgruppen mit N-Methylolgruppen oder von N-Methylolgruppen untereinander saure anorganische oder organische Verbindungen, wie Ammoniumnitrat, Ammoniumchlorid, Phosphorsäure und deren Ester, Maleinsäure, Weinsäure u. ähnl., bei der Kondensation von Methylolverbindungen üblicherweise verwendete Stoffe. 



   Die neuen farbigen Emulsionspolymerisate dienen zur Herstellung von   Formkörpern, insbesondere   von   Schichtgebilden, wie Filmen, Vliesstoffen, Anstrichen, Überzügen und   Schichtpressstoffen. Die Vernetzung der Polymerisate wird dann in situ,   z. B.   nach dem Aufbringen auf das zu beschichtende Material bzw. nach dem Tränken des zu bindenden Materials durch die oben angegebenen Massnahmen, wie Erhitzen oder Behandlung mit die Vernetzung bewirkenden Stoffen, vorgenommen. Die Vernetzung kann gleichzeitig mit weiteren,   z. B. verformenden Massnahmen erfolgen.   



   Die unter Verwendung der neuen farbigen Mischpolymerisate hergestellten Formkörper zeichnen sich durch ihre besonders gleichmässige Färbung und die hohen Echtheiten der Färbungen gegen Lösungsmittel oder Witterungseinflüsse aus. Die Echtheit der Färbungen beruht darauf, dass die verwendeten Farbstoffe selbst Teil der Mischpolymerisate sind und daher ohne völlige Zerstörung der Polymerisate nicht von den letzteren getrennt werden können. Ausserdem sind die farbigen vernetzten Polymerisate in den meisten Fällen wesentlich lichtechter als die Farbstoffe allein, ein Vorteil, der es gestattet, auch wenig echte, billige Farbstoffe mit Erfolg zu verwenden. 



   Ein besonderer Vorteil der neuen farbigen vernetzbaren Mischpolymerisate besteht darin, dass sie im noch unvernetzten verformbaren Zustand in der Regel beliebig lange gelagert und bei Bedarf verwendet,   z. B.   verformt, werden können, und dass sie dann während oder nach der Verformung in den vernetzten und damit mechanisch und chemisch äusserst widerstandsfähigen Zustand überführt werden. Die farbigen vernetzten Mischpolymerisate können auch zusammen mit weiteren Stoffen, z. B. Füllstoffen und Glasfasern hergestellt werden. 



   Die in den Beispielen angegebenen Teile sind Gewichtsteile. Prozentangaben beziehen sich auf die Gewichte. 
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 25 Mol Äthylenoxyd und 1 Mol Spermölalkohol und 0,2 Teilen Kaliumpersulfat erhitzt man unter Rühren innerhalb 15 min auf   800C.   Nach etwa 15 - 25 min setzt die Polymerisation ein. Innerhalb von   2 h lässt   man nun eine gerührte Mischung aus 171 Teilen Wasser, 213 Teilen Acrylsäurebutylester, 12, 1 Teilen   N-Methylolmethacrylsäureamid,     1, 25   Teilen des Farbstoffes der Formel 
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 und 5 Teilen des Natriumsulfonats des Umsetzungsproduktes von etwa 25 Mol Äthylenoxyd mit 1 Mol Spermölalkohol und getrennt davon eine   Lösung von l   Teil Kaliumpersulfat in 40 Teilen Wasser zur Polymerisationsmischung   fliessen.

   Wenn dieMischungen vollständig   gereinigt sind, fügt man weitere 0, 2 Teile Kaliumpersulfat zu und lässt die Umsetzungstemperatur 1 h bei   80 ? C.   Dann destilliert man innerhalb 1 h bei einer Temperatur von 90 bis   950C   unter Rühren   14 Teile Acrylsäurebutylester ab. Die   zurückbleibende gelb gefärbte Emulsion wird filtriert, wobei etwa 18 Teile Koagulat entfernt werden. Das Filtrat besteht 

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 azotiertem 4-Nitro-2-anisidin mit   N-Butyl-N-acryloyloxäthylanilin   erhalten wurde und 1 Teil Kaliumpersulfat. Anschliessend wird nach Zusatz von weiteren 0, 2 Teilen Persulfat 80 min auf   850C   erhitzt und der Rest des Monomeren azeotrop abdestilliert.

   Man erhält eine stabile rote Dispersion, die   35, 30/0   Festsubstanz enthält. 



   Mit dieser Emulsion tränkt man mehrere Bogen saugfähigen Papiers und trocknet sie 1 h bei    1000   C. 



  Dann taucht man sie kurze Zeit in eine   age   benzolische Lösung von Hexamethylendiisocyanatund presst sie, nachdem das Benzol verdampft ist, in mehreren Schichten bei   1000C   und 170 at. Man erhält einen elastischen roten Schichtpressstoff. 
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 amid und 19 Teilen des Azofarbstoffes, den man durch Kuppeln von diazotiertem p-Nitranilin mit N-Butyl-N-acryloyloxyäthylanilinerhält, in 568 Teilen Wasser in Gegenwart von 50 Teilen der in Beispiel 6 genannten   20% eigen   Emulgatorlösung und 2, 5 Teilen Kaliumpersulfat erhält man eine 30,   8% igue   stabile, dunkelrot gefärbte Dispersion. 



   Mit einer Mischung von-250 Teilen dieser Dispersion, 15 Teilen   Dimethylolharnstoff und 0, 3   Teilen Ammoniumnitrat tränkt man Baumwollfaservliese und presst sie nach dem Trocknen in mehreren Schichten bei 1200C und 180 at zusammen. Man erhält ein dunkelrot, geschmeidiges, lederähnliches Material. 



     Beispiel 8 :   250 Teile der in Beispiel 7 erhaltenen Dispersion des Polymerisats mit reaktionsfähigen Säureamidgruppen werdenmit 30 Teilen N,   N'-Dimethylolbutan- (1, 4) -diurethan   und 0, 3 Teilen Ammoniumnitrat vermischt. Die Mischung wird-auf ein Glasfasergewebe aufgetragen, das nach dem Trocknen in mehreren Schichten bei 120 C und 170 at verpresst wird. Man erhält eine flexible, transparente Pressplatte. 



   Beispiel 9: Man bereitet eine 30,2%ige Polymerisatdispersion aus 126 Teilen Acrylsäirebutylester, 35 Teilen Acrylnitril, 25 Teilen   Acrylsäure,   9 Teilen des Azofarbstoffes von Beispiel 7, 32, 5 Teilen der in Beispiel 6 genannten   20% igen Emulgatorlösung, 373   Teilen Wasser und 1, 5 Teilen Kaliumpersulfat. 



   Zu 100 Teilen dieser Dispersion, die zur Neutralisation der reaktionsfähigen Carboxylgruppen mit 3, 5 Teilen konzentriertem (etwa   280/obigem)   Ammoniak versetzt wurde, gibt man 0, 22 Teile Dimethylanilin und 17, 6 Teile einer 66,5%igen wässerigen Emulsion des mindestens zwei Epoxygruppen pro Molekül enthaltenden Umsetzungsproduktes aus Pentaerythrit und Epichlorhydrin. Mit dieser Mischung tränkt man ein Baumwollfaservlies, presst den Überschuss an Emulsion ab, trocknet und verpresst es in mehreren Schichten bei   1100C und   170 at. Man erhält einen biegsamen dunkelroten Schichtpressstoff. 



     Beispiel 10 :   Man bereitet eine   48, 3%igue   beständige Dispersion aus 450 Teilen Acrylsäurebutylester, 25 Teilen N Methylolmethacrylamid, 25 Teilen des wasserlöslichen Azofarbstoffes, der durch Kuppeln von diazotiertem N-Methacryloyl-m-phenylendiamin mit 1- (2-Chlor-5-sulfo)-phenyl-3-me-   thylpyrazolon- (5) entsteht, 50   Teilen der genannten   20'igen wässerigen Emulgatorlösung, 2, 5   Teilen Kaliumpersulfat und 450 Teilen Wasser. 
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 moniumnitrat, 20 Teilen Wasser und 15 Teilen Sägemehl. Nach dem Trocknen verpresst man die Masse bei 1200C und 150 at in einer Form zu einem   gelbgefärbten, elastischen Pressstoff.   



     Beispiel 11 :   Man bereitet eine   40% igue   farbige Polymerisatdispersion aus 225 Teilen Acrylsäurebutylester, 30 Teilen Acrylsäureäthylester, 15 Teilen Methacrylsäuremethylester, 15 Teilen Methacryl-   säureamid, 15 Teilen   des Azofarbstoffes, den man durch Kuppeln von diazotiertem   2, 4-Dichloranilin   mit 
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 Kaliumpersulfat und 400 Teilen Wasser. 



   Mit einer Mischung von 150 Teilen der erhaltenen gelben Dispersion, 20 Teilen eines Gemisches 
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    : l) von N. N'-Dimethylol-harnstoff-monomethylätherwird   es in mehreren Schichten bei   130 C   und 150 at gepresst. Man erhält ein gelbes, elastisches Material. 



   Beispiel 12 : Eine   49, 4'%oigne   gelbe Dispersion wurde hergestellt, durch Polymerisation von 45 Teilen Acrylsäurebutylester, 25 Teilen N-Methylolmethacrylsäureamid,   1, 25   Teilen eines Triazins der Struktur 

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25 Teilen des wasserlöslichen Azofarbstoffes, den man durch Kuppeln von diazotiertem N-Acryloyl- - p-phenylendiamin mit   l- (2-Chlor-5-sulfo) -phenyl-3-methylpyrazolon- (5)   erhält, 50 Teilen der genannten   20%gen   Emulgatorlösung,   2, 5   Teilen Kaliumpersulfat, 2,5 Teilen Natriumpyrophosphat und 450 Teilen Wasser. 



   Mit einer Mischung aus 50 Teilen der erhaltenen gelben Emulsion, 8 Teilen   N, N'-Dimethylol-bu-     tan- (l, 4)-diurethan   und 0, 5 Teilen   Ammoniumnitrat trankt man ein Baumwollfaservlies, entfernt den   Überschuss an Emulsion und presst es nach dem Trocknen in mehreren Schichten bei 1300C und 170 at. 



  Man erhält einen biegsamen Presskörper von hoher Zugfestigkeit. 



   Beispiel 13 : In   einen 31-Rührautoklav   werden 400 Teile Wasser, 74 Teile Acrylsäurebutylester, 6 Teile Acrylamid, 27 Teile einer   150/gen   wässerigen Seifenlösung, deren wirksamer Bestandteil die Natriumsalze der Oxyoctadecansulfosäure   und Octadecansulfosäure im   Mischungsverhältnis 1 : 1 sind, 1 Teil Kaliumpersulfat und 1 Teil Natriumpyrophosphat vorgelegt. Nach mehrmaligem Spülen mit Stickstoff presst man 114 Teile Vinylchlorid zu. Wenn der Autoklav eine Innentemperatur von 80 bis 850C besitzt, führt man gleichzeitig innerhalb von 2 h zwei Zuläufe zu.

   Der eine Zulauf besteht aus 296 Teilen Acrylsäurebutylester, der andere aus einer Lösung von 24 Teilen Acrylamid, 4 Teilen Kaliumpersulfat, 4 Teilen Natriumpyrophosphat, 30 Teilen des wasserlöslichen Azofarbstoffes aus Beispiel 12 und 106 Teilen der genannten   15% eigen   Seifenlösung in 467 Teilen Wasser. Gleichzeitig werden innerhalb der Zulaufzeit 340 Teile Vinylchlorid in vier gleichen Anteilen zugepresst. Nach beendetem Zulauf wird das Reaktionsgemisch unter Rühren weitere 10 h auf 90 - 950C erhitzt. Anschliessend entfernt man aus der entstandenen gelben Dispersion durch Erhitzen auf   900C   und Überleiten eines kräftigen Stickstoffstromes 20 Teile Restmonomeres (Acrylsäurebutylester) und durch Filtration   1   Teil Koagulat. 



   Eine Mischung aus 35 Teilen der 38,   8% gen   Dispersion, 5 Teilen N, N'-Dimethylolharnstoff und   0, 5   Teilen Ammoniumnitrat trägt man auf eine Metallplatte oder Papier aufund lässt den Film bei Zimmertemperatur trocknen. Anschliessend erhitzt man zur Vernetzung 30 min auf   130 C.   Man erhält eine 
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 15 Teilen   Methacrylsäuremethylester, 20   Teilen Butandiolmonoacrylat und 6 Teilen des Kupplungsproduktes aus diazotiertem   2, 4-Dichloranilin und N-Äthyl-N, 8-vinyloxyäthylanilin   in 180 Teilen Äthanol, hergestellt mit   l, 5 Teilen   Azodiisobutyronitril bei 80 C, wird mit   300 - 450   Teilen Äthanol verdünnt und mit 10 Teilen Hexamethylendiisocyanat versetzt.

   Mit dieser Mischung imprägniert man mehrere Vliese aus Cellulosefasern, trocknet sie bei 35 - 400C und presst sie in mehreren Schichten bei 1500C und 200 at während   15 - 20   min zusammen. Man erhält ein gelb gefärbtes, weiches, lederähnliches Material von hoher Zugfestigkeit. 



   Beispiel 15 : 10 Teile Methacrylsäuremethylester,   54, 5 Teile Acrylsäurebutylester, 35, 5 Teile   Acrolein und 5 Teile des Farbstoffes, der durch Kuppeln von diazotiertem   2,   4-Dichloranilin mit N,   ss-Acryloyloxyäthyl-N-äthylanilin   entsteht, werden in 50 Teilen Toluol und 50 Teilen Äthanol bei 60 bis   1000C   mit Hilfe von 1, 5 Teilen Azodiisobutyronitril polymerisiert. Zu der viskosen Lösung fügt man 30 Teile Bisacetessigsäureglykolester und 0, 1 Teil Phosphorsäure zu und verdünnt mit   300 - 400   Teilen Äthanol. Diese Flotte versetzt man mit 1 Teil Piperidin und streicht oder sprüht sie   auf gebleichtes   Holz. 



  Man erhält nach Trocknen bei 80 - 900C während 24 h einen rotgelben, wasch-und lösungsmittelechten Überzug. 



   Es ist allerdings zweckmässiger, das Piperidin der Flotte erst nach dem Auftragen zuzusetzen, beispielsweise durch Aufsprühen. Dadurchwird vermieden, dass nicht verbrauchte Flotte infolge Koagulation inbrauchbar wird. 



   Beispiel 16 : Eine Lösung von 52   Teilen Acrylsäurebutylester, 12 Teilen Methacrylsäureamid,   t Teilen   N-Methylolmethacrylsäureamid,   10 Teilen Vinylpropionat und 2 Teilen   1-Amino-4-acryloyl-   imino-anthrachinon-2-carbonsäureisobutylester in einer Mischung von 100 Teilen Butanol und 20 Teilen roluol wird in Gegenwart von 0, 2 Teilen   tert.-Butylperbenzoat   und   0, 6 Teilen Azodiisobuttersäurenitril   

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 unter   Stickstoffatmosphäre   8 h auf   80 - 850C   erhitzt. Es entsteht eine   38, 2%oige blauviolette Polymerlö-   sung. 



    Man setzt 0, 5 g 85% ige Phosphorsäure zu, verdünnt, auf zirka 20% Festgehalt und tränkt damit mehrere Bogen saugfähigen Papiers. Presst man diese nach dem Trocknen 15 min bei 1400C und 200 at zusam-     men,   so erhält man einen dauerhaft gefärbten Schichtpressstoff. 



     Beispiel 17 : Die   mit Phosphorsäure versetzte   Polymerlösung aus Beispiel   3 vermischt man mit der Lösung von 15 Teilen des Tetrabutyläthers des   Tetramethylolacetylendiharnstoffes   in 250 Teilen Isopropanol, durchtränkt damit Holzzellstoff und trocknet bei   40 - 500C   vor. Durch Verpressen bei 150 Cund 200 at erhält man aus dieser Masse dauerhaft blauviolett gefärbte Formkörper. 



   Beispiel 18 : 90 Teile Methacrylsäuremethylester, 10 Teile Butandiolmonoacrylat,   0, 5   Teile des Kupplungsproduktes aus diazotiertem   l-Amino-4-acryloyl-amino-2, 5-dimethoxybenzol   und 2-Hydroxynaphthalin, 3 Teile Phthalsäure-di-n-butylester und 0, 75 Teile Benzoylperoxyd werden unter Rühren in 
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 man die Polymerisation durch Abkühlen auf   100C   ab. 



   Die so erhaltene Masse wird mit 7, 5 Teilen Hexamethylendiisocyanat gründlich vermischt, bei ver- mindertem Druck entgast und in eine Form gegossen, die man in folgender Weise herstellt :
Zwei gleichgrosse, rechteckige Glasplatten werden übereinander gelegt und durch einen entsprechend langen Gummischlauch, den man, an einer Ecke beginnend, am Rande entlang zwischen die beiden Plat- ten schiebt, auf einen gleichmässigen Abstand gebracht. Das Ganze wird durch Anlagen von   Schrab-   zwingen zusammengehalten. Der Abstand beträgt dann   3-5   mm. Dort, wo die Schlauchenden zusam- menstossen, bleibt eine kleine   Einfüllöffnung   frei.

   Mit dieser   Öffnung   nach oben stellt man die mit dem oben genannten Polymerisat gefüllte Form während   2 - 3   h in ein auf    600C   erhitztes Wasserbad und be- wahrt sie anschliessend in einem Trockenschrank 24 h bei   550C   und 12 h bei   800C   auf. Man erhält trans- parent rot bis violettrot gefärbte Scheibe. 



   Beispiel 19 : 2 Teile eines   Kupferphthalocyaninfarbstoffes mit 4 Sulfonsäuregruppen,   von denen zwei mit   N-Acryloyl-p-phenylendiamin   umgesetzt sind, werden in 18 Teilen Vinylpyrrolidon gelöst. Zur
Polymerisation erwärmt man diese Lösung zusammen mit 5 Teilen N-Methylolmethacrylsäureamid, 15
Teilen Methacrylsäuremethylester und 60 Teilen Acrylsäurebutylester in 123 Teilen Toluol und 110 Teilen Äthanol unter Verwendung von 1, 0 Teilen Azodiisobutyronitril 14 h auf   780C. Manerh lteine 250/0ige  
Lösung eines grünstichig blauen Mischpolymerisats. 



   Die Mischung aus 10 Teilen dieser Lösung,   0, 1   Teilendes Tetrabutyläthers des Tetramethylolacety-   lendihamstoffes   und 0, 1 Teilen Eisessig streicht man auf Holz oder Papier und trocknet 20 min bei   1400C.   



  Man erhält eine transparente blaue Beschichtung. 



   Beispiel 20 : Man erhitzt eine Lösung von 70 Teilen Acrylamid, 20 Teilen   Acrylsäureäthylester,  
5 Teilen N-Methylolmethacrylsäureamid, 5 Teilen des Azofarbstoffes von Beispiel 2 und 1 Teil Benzoylperoxyd in 900 Teilen Butanol unter Rühren 8 h auf   50 C.   Man erhält ein gelbes Fällungspolymerisat mit dem   K-Wert   35, das bei   450C   im Vakuum getrocknet und anschliessend zur Entfernung geringer Mengen Monomeren mit Essigester extrahiert wird. Mit der Lösung von 10 Teilen dieses wasserlöslichen Fällung-   polymerisats, 1, 0   Teilen Tetramethylolacetylendiharnstoffes und 0, 5 Teilen Ammoniumnitrat in 88 Teilen Wasser tränkt man saugfähiges Papier. Nach dem Trocknen verpresst man es in mehreren Schichten bei 150 C und 200 at.

   Man erhält einen harten gelben Schichtpressstoff. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung farbiger, vernetzbarer oder vernetzter Mischpolymerisate, dadurch gekennzeichnet, dass man polymerisierbare Doppelbindungen enthaltende Farbstoffe,   kondensations-oder   additionsfähige Gruppen enthaltende Monomere und gegebenenfalls weitere für die Herstellung von Kunststoffen üblicherweise verwendete Monomere mischpolymerisiert und gewünschtenfalls über die kondensa-   tions- oder   additionsfähigen Gruppen vernetzt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Herstellung farbiger vernetzter Mischpolymerisate, dadurch gekennzeichnet, dass man die nach Anspruch 1 erhältlichen vernetzbaren Mischpolymerisate durch Änderung des PH-Wertes und/oder Temperaturerhöhung gegebenenfalls in Gegenwart üblicher Vernetzungskatalysatoren vernetzt.
    3. Verfahren zur Herstellung farbiger vernetzter Mischpolymerisate, dadurch gekennzeichnet, dass man die nach Anspruch 1 erhältlichen vernetzbaren Mischpolymerisate mit mindestens bifunktionellen, die Vernetzung durch Kondensation oder Addition bewirkenden Verbindungen vernetzt.
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