AT232626B - Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen aus tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen - Google Patents

Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen aus tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen

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  Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen aus tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen aus zu Lebensmitteln zu verarbeitenden tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen. Die zu entfernenden Verunreinigungen sind unter anderem sogenannte Schleimstoffe, freie Fettsäuren und Farbstoffe, insbesondere grüne Farbstoffe. 



  Es ist bekannt, das Fett oder Öl vor der zum Entfernen der freien Fettsäure dienenden gewöhnlichen NeuI tralisation mittels Alkali in wässeriger Lösung einer als Entschleimung bezeichneten Vorbehandlung mittels hochkonzentrierterPhosphorsäure zu unterziehen und diedabei ausgefällten Verunreinigungen und den Überschuss an Säure durch Absetzen und Waschen abzuscheiden. Bei diesem vorbekannten Entschleimungsverfahren stösst es wegen des Wassergehalts des Fettes oder Öles auf Schwierigkeiten, das zeitraubende Absetzen durch Filtrieren zu ersetzen, obgleich man versucht hat, das Filtrieren durch Zusatz von Adsorptionsmitteln, z. B. Zellulose, im Zusammenhang mit der Säurebehandlung zu erleichtern. 



  Auch bei dem erfindungsgemässen Verfahren erfolgt das Entfernen von Verunreinigungen aus dem Fett oder Öl durch Vorbehandlung mittels hochkonzentrierter Phosphorsäure und anschliessende Neutralisation mittels Alkali in wässeriger Lösung. Von den vorbekannten Verfahren unterscheidet sich das Verfahren nach der Erfindung dadurch, dass man bei der Vorbehandlung mittels hochkonzentrierter Phosphorsäure, die, berechnet als 85%ig, in einer Menge von 0, 025 bis 0, 3 Vol.-% des Fettes oder Öles zugesetzt wird, bei einer Temperatur von 60 bis 900C und in möglichst wasser- und sauerstofffreiemMilieu arbeitet, wel-   
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 und sauerstofffreien Milieu einwirken lässt,

   und dass man vor der Neutralisation des Fettes oder Öles mittels Alkali in wässeriger Lösung die bei der Vorbehandlung mittels hochkonzentrierter Phosphorsäure im Fett oder Öl entstandenen Fällungen durch Filtrieren oder gegebenenfalls Schleudern möglichst vollständig entfernt, während sich das Fett noch in dem zu praktisch vollständiger Wasser-und Sauerstofffreiheit vakuumgetrockneten Zustand befindet. 



   Durch dieses Fettreinigungsverfahren, bei welchem die bei der Vorbehandlung des Fettes oder Öles mittels   hochkonzentrierterphosphorsäure (HjPOj entstandenen Fällungen   durch das Filtrieren oder Schleudern ohne Schwierigkeiten praktisch vollständig abgeschieden werden, erzielt man vor allem, dass das Fett oder Öl nach der Neutralisation mittels Alkali in wässeriger Lösung so vollständig von den bei der weiteren Verarbeitung des Fettes oder Öles zu Lebensmitteln, insbesondere Margarine, als lästig empfundenen   grünen Farbstoffen   befreit ist, dass sich die sonst übliche Entfärbung durch Bleichen des neutralisierten Fettes oder Öles mittels Bleicherden oder ähnlichen absorbierenden Entfärbungsmitteln in vielen Fällen erübrigt oder auch mit wesentlich geringeren Mengen von Bleichmitteln zufriedenstellend durchführen lässt.

   Dieses Fettreinigungsverfahren hat neben dem Vorteil, dass es die Reinigung des Fettes vereinfacht und verbilligt, den weiteren Vorteil, dass es infolge der vermiedenen oder verminderten Verwendung von Bleicherde und andern Adsorptionsmitteln, wie z. B. Zellulose, die Verluste an Neutralfett vermeidet oder vermindert, die dadurch entstehen, dass die Adsorptionsmittel nicht nur Verunreinigungen im Fett, sondern auch Neutralfett adsorbieren, welches mit den verbrauchten Adsorptionsmitteln verlorengeht oder nur durch eine kostspielige Extraktion zurückgewonnen werden kann. Auch erzielt man ausser einer vor- 

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 züglichen Entschleimung des Fettes oder Öles vor der Neutralisation eine wesentliche Verminderung des
Gehalts des neutralisierten Fettes oder Öles an Oxydationsprodukten. 



   Es hat sich erwiesen, dass das erfindungsgemässe Verfahren eine ausgeprägte Selektivität in seiner Entfärbungswirkung ausübt, indem es die grünen Farbstoffe, die von Chlorophyllcharakter sind, in weit grösserem Ausmass als die gelben und roten Farbstoffe, die von Karotincharakter sind, beseitigt. Dies ist kein Nachteil, sondern vielmehr ein Vorteil, weil in den meisten Fällen nur die grünen Farbstoffe für das herzustellende Lebensmittel, z. B. Margarine, lästig sind, während dagegen die gelben und roten Farbstoffe ohne Nachteil im Fett oder Öl verbleiben können, da dieses normalerweise mit gelben und roten Farbstoffen von Karotincharakter versetzt wird. 



   Es wird vermutet, dass die weitgehende Beseitigung der grünen Farbstoffe durch das erfindungsgemässe Verfahren darauf zurückzuführen ist, dass die Phosphorsäure das Magnesiumatom dieser Farbstoffe unter Bildung von Verbindungen engagiert, die in dem nur durch das Vakuumtrocknen des Fettes oder Öles erreichbaren praktisch vollständig wasser- und sauerstofffreien Milieu in solcher Form ausfallen, dass sie durch das Filtrieren oder Schleudern des Fettes oder Öles in dem zu praktiscn vollständiger Wasser- und Sauerstofffreiheit vakuumgetrockneten Zustand weitgehend entfernt werden und somit bei der anschlie-   ssenden Neutralisation des Fettes   oder Öles mittels Alkali in wässeriger Lösung nicht wieder aufgelöst werden und auf das Fett oder Öl grünfärbend einwirken. 



   Wird das Filtrieren des Fettes nach der Behandlung mit Phosphorsäure mit Hilfe eines geeigneten Filtermittels, z. B. Kieselgur, ausgeführt, beseitigt man auf diese Weise auch einen eventuellen Überschuss an   Phosphorsäure,   der sonst bei der anschliessenden Neutralisierung des Fettes oder Öles mittels Alkali störend wirken könnte. 
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 oder von je einem Motor oder auch in irgendeiner andern zweckdienlichen Weise angetrieben werden. 



   Für die Ventile in den Bodenablässen 14, 15 und 16 der Tröge 6, 7 und 8, das Phosphorsäure-Zugabeventil
19, ein Ventil 26 in der Zufuhrleitung 3 und ein Ventil 27 in der Leitung 10 kann zweckmässigerweise eine gemeinsame automatische Programmsteuerung 28 in einem Betriebsautomatisierungssystem vorgesehen sein, welches nach bekannten Grundsätzen ausgebildet sein kann und deshalb nur sehr schematisch in der
Zeichnung veranschaulicht ist. Dieses System kann beispielsweise unter der Kontrolle zweier im Puffer- trog 9 vorgesehener Schwimmer 29 und 30 stehen, derart, dass ein neuer Satz eingewogen und dem Be- hälter 4 zugeführt wird, sobald der Inhalt des Puffertroges 9 auf ein gewisses Niveau gesunken ist, und das
Einwägen unterbrochen wird, wenn der Inhalt des Troges 9 zu einem gewissen höheren Niveau gestiegen   ist..   



   Die der Leistung der Anlage entsprechende Pumpe 20 pumpt das mit Phosphorsäure fertigbehandelte
Fett oder Öl durch eine Rohrleitung 31 zu einem Filter 32, das von einem mit Filtermittel arbeitenden, aus säurefestem Werkstoff hergestellten Standardtyp sein kann. Das Filter besteht aus einem Behälter, in den eine Anzahl   Filterblätter   aus feinmaschigem Stahldrahtnetz eingesetzt ist. Beim Einleiten der Fil- trierarbeit wird auf   die Filterblätter ein Bett   eines   zweckmässigen Filtermittels (z. B.   reine Kieselgur) aufgetragen.

   Dies findet derart statt, dass das Filtermittel in einem an die Leitung 31 über eine Zweigleitung 33 und ein Schwimmerventil angeschlossenen Mischbehälter 34 mit Fett oder Öl gemischt wird, wonach das Gemisch mittels einer zwischen dem Boden des Behälters und der Leitung 33 angeschlossenen Pumpe 35 durch das Filter 32 gepumpt wird, wobei sich das Filtermittel auf den Filterblättern absetzt. Beim Einleiten der Filtrierarbeit werden das Filter 32 und der Behälter 34 unter Vakuum gehalten, um zu vermeiden. dass das Fett oder Öl mit der Luft in Berührung kommt. Die Evakuierung. geschieht durch eine an den   evakuierten Behälter   4 angeschlossene Leitung 36.

   Bis sich alles Filtermittel auf den Filterblättern abgesetzt hat, wird das Fett oder Öl durch die Leitung 31, das Filter 32, die Leitung 37 und zurück zum Trog 9 durch eine mittels eines Überdruckventils 39 an die Leitung 37 angeschlossene Leitung 38 rundgepumpt. 



   Nachdem sich das Filtermittel auf den Filterblättern im Filter 32 abgesetzt hat, wird das filtrierte Fett oder Öl durch die Leitung 37 zu einer kontinuierlich arbeitenden Anlage zur Neutralisation des Fettes oder Öles mittels Alkali in wässeriger Lösung geleitet. 



   Das nach   einer Vorbehandlung gemäss Obigem   einer gründlichen Neutralisation mittels Alkali in wässeriger Lösung unterzogene Fett oder Öl ist praktisch frei von freien Fettsäuren, grünen Farbstoffen und Schleimstoffen. Ausserdem ist sein Oxydationsgrad wesentlich herabgesetzt worden. 



   Im folgenden sind schliesslich einige nähere Angaben über die Behandlung einiger verschiedener Fette und Öle in der in der Zeichnung veranschaulichten Anlage gemacht. 



   Gehärtetes Walöl, gehärtetes Erdnussöl, gehärtetes Baumwollsaatöl, Talg und Schweinefett sind Beispiele von Fettarten, die beim Einliefern in die Raffinerie meistens einen derart hohen Oxydationsgrad aufweisen, dass das Fett vor seinem Neutralisieren zweckmässigerweise mit Phosphorsäure und gegebenenfalls auch mit   einem Reduktionsmittel, z. B. Natriumbisulfit,   zu behandeln und anschliessend in der oben beschriebenen Weise zu filtrieren ist. Die Menge, in der die Phosphorsäure und das gegebenenfalls ver- 
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 des Fettes oder Öles. Bei normalen Fettqualitäten ist es   zweckmässig,   die   Phosphorsäure - berechnet   als   85o/aig - in   einer Menge von   0, 1 Vol.- o   des Fettes oder Öles hinzuzusetzen.

   In manchen Fällen kann es zweckmässig sein, das Fett oder Öl vor der nach der Phosphorsäurebehandlung und vor der folgenden Neutralisation auszuführenden Filtrierung einer Grobreinigung im geschlossenen Zentrifugalscheider oder Klärapparat zu unterziehen. 



   Rapsöl ist eine Fettart, deren   Vellmreinigungsgrad   meistens so hoch liegt, dass die Phosphorsäure 
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 Phosphorsäure zur Behandlung von Erdnussöl üblicher Qualitäten beträgt   0,     05-0, 15 Vol.   

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Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen aus tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen durch Vorbehandlung mittels hochkonzentrierter Phosphorsäure und anschliessende Neutralisation mittels Alkali in wässeriger Lösung, dadurch gekennzeichnet, dass man bei der Vorbehandlung mittels hochkon- EMI3.3 tes oder Öles zugesetzt wird, bei einer Temperatur von 60 bis 900C und in möglichst'wasser- und sauer- stofffreiem Milieu arbeitet, welches man durch Vakuumtrocknen bewirkt und aufrechterhält, dass man <Desc/Clms Page number 4> die zugesetzte Phosphorsäure während mindestens 5 min und vorzugsweise noch längere Zeit auf das Fett oder Öl in dem möglichst wasser- und sauerstofffreien Milieu einwirken lässt,
    und dass man vor der Neutralisation des Fettes oder Öles mittels Alkali in wässeriger Lösung die bei der Vorbehandlung mittels hochkonzentrierter Phosphorsäure im Fett oder Öl entstandenen Fällungen durch Filtrieren oder gegebenenfalls Schleudern möglichst vollständig entfernt, während sich das Fett noch in dem zu praktisch vollständiger Wasser- und Sauerstofffreiheit vakuumgetrockneten Zustand befindet.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man im Anschluss an den Zusatz der Phosphorsäure oder während der Einwirkung der zugesetzten Phosphorsäure auf das Fett oder Öl diesem auch eine 0, 01-0, 03 Gew.-% des Fettes oder Öles betragende Menge Natriumbisulfit (NaHSOg) zusetzt.
AT673360A 1959-09-21 1960-09-02 Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen aus tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen AT232626B (de)

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