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Verfahren zur Herstellung von Koffern aus Polyolefinen
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2. Es werden zugleich beide Kofferschalen gefertigt und nach geeigneter Nachbearbeitung (Aufsägen), die einen glatten und ebenen Rand gewährleistet, sofort der Montage zugeführt. Hiedurch entfällt speziell bei ungleicher Form des Deckels und Bodens die sonst erforderliche Fertigung auf zwei Verarbeitungsmaschinen mit zwei Formwerkzeugen oder die sonst erforderliche Stapelung des einen Teiles.
3. Es besteht die Möglichkeit, bei nur einem Formwerkzeug Kofferschalen verschiedener Wandstärke zu fertigen. Hiefür ist nur erforderlich, dieSpaItbreite der Ringdüse des Blaskopfes durch Verwenden eines
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nötig. Es besteht somit die Möglichkeit, entsprechend dem Wunsche des Käufers die Koffer in einer leichteren und einer stabileren Ausführung herzustellen.
4. Die Kosten für den Formenbau sind bei der Extrusionsblasverarbeitung, im. Vergleich zur Spritzgussverarbeitung, um ein vielfaches niedriger.
5. Da das Formwerkzeug keinen Innenkern aufweist, kann infolge der unbehindertenSchrumpfung beim Abkühlen in der Form der geblasene Teil, auch bei einer Formgebung, die Hinterschneidungen voraussetzt, leicht und ohne aufwendigen Formbau entformt werden. Hiedurch ist es nunmehr möglich : a) durch Formgravur auf der Oberfläche der zu fertigenden Kofferschalen mannigfaltige Profilierungen (z. B. Ledernarbung) einzuprägen, b) durch entsprechenden Formbau die Kofferschalen so zu formen, dass die Beschläge (z. B. Scharniere und Schlösser) eingesenkt montiert werden. Hiedurch sind diese vor Beschädigung geschützt und verursachen ihrerseits keine Beschädigung (z. B.
Schrammen beim unvorsichtigen Hantieren, wie Schleifen und Schieben der Koffer), c) dass an den erforderlichen Stellen Ausbuchtungen mitgeformt werden. können. Solche dienen z. B. als Standnocken beim Absetzen des Koffers und wurden bisher gesondert angebracht. d) Schutzecken ebenfalls soweit eingesenkt zu montieren, dass sie eben mit der Oberfläche abschlie- ssen. Hiezu ist es z. B. nur erforderlich, Muster der Schutzecken einmalig in die Hohlform einzulegen und sie dort zu fixieren. Es können somit verschiedene Formen und Farben der Schutzecken Verwendung finden ; ein Umstand, der insbesondere dem Wandel der Nachfrage und des modischen Geschmacks entge- genkommt.
Bei geeigneter Formgebung können dieseSchutzecken auch bei der Formung der Kofferschalen über sogenannte Verankerungen mit diesen fest verbunden werden. Statt der bisher gesonderten Montage ist es dabei nur erforderlich, diese Schutzecken in die Hohlform einzulegen.
An das Material für die Kofferherstellung müssen auf Grund der vielfältigen und schweren Beanspruchungen der Kofferschalen hohe Anforderungen gestellt werden, wenn gegenüber den bisher üblichen Werkstoffen eine wesentliche Verbesserung erzielt werden soll. Es sind dies unter anderem Bruchsicherheit bei Stossbeanspruchungen auch bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, Formstabilität und Belastbarkeit gepaart mit leichtem Gewicht, Wasserfestigkeit sowie Unempfindlichkeit der Oberfläche und Farbe gegen Zerschrammung und Abrieb. Diesen Anforderungen entsprechen nur wenige Kunststoffe, insbesondere die nachfolgend aufgeführten Polyolefine :
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- 6b) Isotaktisches'Polypropylen der Dichte 0, 90-0, 92 mit einer reduzierten Viskosität von 4, 0 dl/g (gemessen an 0, lleigerlösung inDekahydronaphthalin bei 1350C), einem Schmelzindex i bei 250 Cvon 0, 3 bis 0, 8, vorzugsweise 0, 3-0, 6 g/10 min und einem Kristallitschmelzpunkt von 160 bis 1680C und Mischungen dieses Polypropylens mit Äthylen/Propylen-Mischpolymerisaten, die amorphen Charakter und elastomere Eigenschaften haben.
Diese Polymerisate, die vorzugsweise nach dem Ziegler-Niederdruckverfahren hergestellt werden
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ren nur schwer einwandfrei zu so grossen und dünnwandigen Formteilen zu verarbeiten. Die üblicherweise fürSpritzgussverarbeitung verwandten Polyolefine mit niedrigerem Molekulargewicht habenimmerwesent- lich schlechtere Schlagfestigkeiten, so dass daraus hergestellte Kofferschalen den hohen Anforderungen nicht entsprechen.
Hinzu kommt, dass beim Spritzgussverfahren die Kosten für die Formwerkzeuge sehr hoch sind, vor allem bei den genanntenPolyolefinen, da wegen der unterschiedlichen Schrumpfung in Fliessrichtung und quer dazu nicht mit einemStangenanguss, sondern mit einem Reihenpunktanguss oder Filmangu/3 gearbeitet
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werden muss. Kofferschalen mitEin-und Ausbuchtungen, die je eine Hinterschneidung am Formwerkzeug voraussetzen, können nur durch komplizierten und noch aufwendigeren Formbau verwirklicht werden.
Ausserdem wird bei diesem Verfahren in einem Arbeitsgang nur eine Kofferschale gefertigt, so dass bei
Unterschiedlichkeit der beiden Schalen entweder auf zwei Maschinen mit zwei Formen gleichzeitig gearbeitet werden oder die zunächst hergestellteSchale in hoherstückzahl gestapelt werden muss. Hiedurch wird eine rationelle Lagerhaltung und Montage in Frage gestellt. Selbstverständlich besteht seitens der
Verarbeiter das Bestreben, die Fertigungskosten möglichst niedrig zu halten und die Montage zum fertigen
Koffer sofort anschliessend an die Herstellung der Schalen durchführen zu können.
Auch durch Tiefziehen lassen sich Kofferschalen herstellen. Aber dieses Verfahren arbeitet ebenfalls unrationell. Die Herstellung der Platten, das Zuschneiden, Einspannen, Erwärmen, Verformen und die
Nacharbeitung der geformten Teile sind zeitaufwendig, und ein hoher Anteil des Materials fällt als Ab- fall an, der nicht unmittelbar wieder verarbeitet werden kann. Ausserdem müssen auch bei diesem Ver- fahren die beiden Kofferschalen in getrennten Arbeitsgängen gefertigt werden.
Fig. 1 a (Längsschnitt) und b (Querschnitt) zeigt eine Ausführung in der beide Kofferschalen In Länge und Breite gleich sind und durch die beschriebeneNachbearbeitung getrenntwerden. Beschlägeund Schutz- ecken werden eingesenkt montiert.
Fig. 2 zeigt eine Ausführung, in der der Kofferdeckel infolge mitgeformter Sicke am Kofferboden diesen beim Schliessen überlappt. Die Trennung erfolgt hier an der bezeichneten Stelle in beschriebener
Weise. Die Kofferschalen sind ferner dadurch gekennzeichnet, dass sie Standnocken aufweisen.
Fig. 3 zeigt eine Ausführung, die nach Trennung der beiden Teile. an der bezeichneten Stelle zwei
Kofferschalen ergibt, bei denen der Kofferboden vom Deckel infolge mitgeformtem Stehbund und Sicke überlappt wird und durch geeignete Formgebung die Scharniere (das Scharnier) eingesenkt montiert werden (wird). Die Überlappung hat hiebei eine formschöne Zierleiste zur Folge.