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Verbessertes Verfahren zur industriellen Herstellung von haltbaren Wasserstoffperoxydsalben
Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur industriellen Herstellung von haltbaren hochprozentigen Wasserstoffperoxydsalben zur arzneilichen Verwendung.
Es ist bereits bekannt, wie man zum alsbaldigen Verbrauch bestimmte Wasserstoffperoxydsalben für Bleichzwecke herstellen kann. Ferner wurde ein Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxydsalben beschrieben, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man zu synthetischen Grundlagen wie Lanettewachs. flüssigem Paraffin und Estern aus Fettsäuren und einwertigen Alkoholen, Stabilisatoren wie Acetphenetidin in Mengen unter 1% in gelöster Form zugibt und dann das erforderliche hochprozentige Wasserstofffperoxyd zusetzt.
Beide Verfahren sind jedoch zur grosstechnischen Herstellung der Salbe unter Produktionsbedingungen nicht geeignet. Während das eine Verfahren nur instabile und deshalb therapeutisch unbrauchbare Salben liefert, erhält man nach der Rezeptur des andern Verfahrens eine Salbe griesslicher Beschaffenheit, die zum einen Schwierigkeiten bei der grosstechnischen Herstellung bereitet und zum andern nicht die Forderungen des Pharmazeuten an Streichbarkeit, Konsistenz und Aussehen erfüllt.
Darüber hinaus konnte durch Versuche festgestellt werden, dass sich z. B. in 100 g Salbe enthaltenes H bereits nach 4 Monaten Lagerzeit zu 19, 50/0 zersetzt hatte, Die Ursache ist offenbar darin zu suchen, dass das letztgenannte Verfahren die Lösung des Stabilisators in Alkohol vorsieht. Durch die Löslichkeit des Lanettewachses in Alkohol geht die alkoholische Stabilisatorenlösung zum Teil in das Lanettewachs und damit in die Ölphase über, wodurch der Stabilisator nicht mehr zur Wirkung gelangen kann.
Die Verwendung von Alkohol bringt ausserdem noch den Nachteil einer Zersetzung der Emulsion mit sich. Ausserdem war zu befürchten, dass ein Teil des Wasserstoffperoxyds zur Oxydation des Alkohols verbraucht wurde.
Die Aufgabe der Erfindung bestand darin, ein Verfahren zu finden, welches die industrielle Herstellung stabiler Wasserstoffperoxydsalben mit glatter Konsistenz und einer die therapeutische Verwendbarkeit möglich machenden Haltbarkeit gestattet.
Es wurde gefunden, dass man die geschilderten Nachteile vermeiden kann, wenn man als Träger für den bekanntermassen verwendeten Stabilisator einen mehrwertigen Alkohol, bevorzugt Glyzerin einsetzt.
Das hat weiter den Vorteil, dass die Verdunstung der äusseren wässerigen Salbenphase weitaus geringer ist, woraus der niedrige Schwund bei der Lagerung der Salbe resultiert. Der Einsatz von Glyzerin, war insofern nicht naheliegend, als es bekannt ist, dass Glyzerin nur ein geringes Lösungsvermögen für Acetphenetidin besitzt, so dass es seiner Eigenschaft nach nicht als geeignet betrachtet werden konnte. Hinzu kommt noch, dass es aus einem Vorschlag zum Haltbarmachen verdünnter wässeriger Lösungen von Wasserstoffsuperoxyd bekannt ist, dass sich Glyzerin selbst als Stabilisatorsubstanz nicht eignet.
Den mehrwertigen Alkoholen - mit gleichgutem Erfolg wie Glyzerin wurde Sorbit angewendetkommt im Rahmen des erfindungsgemässen Verfahrens die Bedeutung eines Lösungsmittels im eigentlichen Sinne nicht zu ; vielmehr sind sie besser als Träger zu bezeichnen, da das Acetphenetidin durch Erwärmen in den mehrwertigen Alkoholen sich zunächst zwar völlig löst, beim Erkalten aber sehr schnell und damit
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in feinst verteilter Form zum grössten Teil wieder auskristallisiert. Durch. Ausnutzung der höheren Löslichkeit des Glyzerins für Acetphenetidin bei erhöhter Temperatur, lässt sich z. B. mit der vorgesehenen Menge Glyzerin eine klare Lösung erzielen, die beim Abkühlen das Acetphenetidin in fein verteilter Form in der wässerigen Phase wieder freigibt.
Damit wird das Acetphenetidin an die entscheidende Stelle herangeführt. Die Verwendung von Glyzerin als Lösungsmittel für den Stabilisator hat auch noch den Vorzug, dass mit dem verwendeten Lanettewachs stabile Emulsionen entstehen, wodurch die Salbe gute Streichfähigkeit, Konsistenz und Aussehen erhält. Klinische Erprobungen ergaben, dass mit einem Gehalt von 10% WPO in der Salbe der gleiche Effekt erzielt werden kann und eine solche Konzentration im Hinblick auf die Hautempfindlichkeit verschiedener Patienten sogar vorteilhafter ist.
Die folgenden Versuchsergebnisse sollen die Fortschrittlichkeit der Erfindung vor Augen führen :
EMI2.1
<tb>
<tb> 1. <SEP> Zusammensetzung
<tb> Lanettewachs <SEP> AH <SEP> 15%
<tb> Cetiolan <SEP> 14%
<tb> Aqua <SEP> dest. <SEP> 28, <SEP> 7%
<tb> Wasserstoffperoxyd <SEP> (30joug) <SEP> 33, <SEP> 3%
<tb> Glyzerin <SEP> 8, <SEP> 5% <SEP>
<tb> Acetphenetidin <SEP> 0, <SEP> 5%
<tb> 2.
<SEP> Technische <SEP> Daten <SEP> der <SEP> Salbe <SEP>
<tb> H <SEP> 0-Gehalt <SEP> am <SEP> Tage <SEP> der <SEP> Herstellung <SEP> 10, <SEP> 1% <SEP>
<tb> H <SEP> 0-Gehalt <SEP> nach <SEP> 4 <SEP> Monaten
<tb> Lagerzeit <SEP> 10, <SEP> 8%
<tb> Gewichtsverlust <SEP> 5, <SEP> 71o
<tb> Äusseres <SEP> Gefüge <SEP> glatte, <SEP> etwas <SEP> schaumige <SEP> Salbe
<tb> Haltbarkeit <SEP> Das <SEP> in <SEP> 10 <SEP> g <SEP> Salbe <SEP> enthaltene <SEP> HO <SEP> hat <SEP> sich <SEP> nicht
<tb> zersetzt. <SEP> Es <SEP> sind <SEP> die <SEP> in <SEP> 100 <SEP> g <SEP> Salbe <SEP> eingearbeiteten <SEP> 10, <SEP> 1 <SEP> g <SEP> H <SEP> C) <SEP> nach <SEP> 4 <SEP> Monaten <SEP> Lagerung
<tb> noch <SEP> vollständig <SEP> erhalten.
<tb>
Das nachfolgende Beispiel gibt eine Rezeptur nach der Erfindung an :
Beispiel : 15 Gew.-Teile Lanettewachs werden geschmolzen und mit 14 Gew.-Teilen Cetiolan verrührt. Gesondert werden 0,5 Gew.-Teile Acetphenetidin in 8,5 Gew.-Teilen Glyzerin bei einer Temperatur von etwa 1200C gelöst. Diese Lösung wird daraufhin in das Wachsgemisch eingearbeitet. Unter ständigem Rühren wird dann das bis auf eine Temperatur von 700C erwärmte Aqua dest. zu 28,7 Gew.Teilen in die Mischung eingetragen. Der Ansatz wird nun langsam gekühlt, wobei nach Erreichen einer Temperatur von weniger als 180C 33,3 Gew. -Teile 300/oiges Wasserstoffsuperoxyd unter ständigem Rühren zugesetzt werden.