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Verfahren zum Härten künstlicher Wursthüllen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Härten künstlicher Wursthüllen, die aus zerfasertem und gequollenem tierischem Material - wie Haut oder Sehnen - durch Ringdüsen gepresst werden.
Bei Herstellung künstlicher Wursthüllen werden im allgemeinen kollagenhaltige Ausgangsstoffe - z. B. Hautstücke oder Sehnen - durch Behandlung mit entsprechenden Chemikalien in gequollenen Zustand übergeführt, zerkleinert und zerfasert und dann diese gequollene Fasermasse weiterverarbeitet. Das Anquellen der Hautstücke od. dgl. kann dabei derart erfolgen, dass zunächst durch alkalische Quellung - z.
B. durch Einlegen in Kalkmilch-ein pH-Wert von 13 erhalten, dieser dann durch Auswaschen auf
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auf einen pH-Wert von etwa 2, 5 bis 4, 0 eingestellt wird ; das gequollene Fasergut wird nun auf einen zur Weiterverarbeitung in Wursthüllen geeigneten Trockenstoffgehalt eingestellt - etwa 8 - 110/0 - und die Masse durch Ringdüsen in Schlauchform gepresst, wobei durch umlaufende Düsenteile eine teilweise Umlagerung der Fasern in sich kreuzenden Richtungen stattfindet. Der aus der Düse austretende Schlauch wird durch Einleiten von Luft aufgeblasen und in aufgeblasenem Zustand durch einen Trockenkanal geführt, der z. B. durch Durchleiten von warmer Luft beheizt wird. Die Härtung wird im allgemeinen durch Einwirken von Räucherflüssigkeiten oder Räuchergasen durchgeführt.
Nach einer andern Ausführungsform erfolgt die Herstellung von Kunstdärmen derart, dass man die Zerfaserung der Hautstücke. in gequollenem Zustand durchführt und erst das so erhaltene Fasergut der Quellung unterwirft. Dies geschieht vorteilhaft derart, dass das Fasergut in wässeriger Aufschlemmung auf einen für die Weiterverarbeitung geeigneten pH-Wert, z. B. etwa 2, 5-4, 0 eingestellt wird. Die Weiterverarbeitung der so gewonnenen Fasermasse kann in der vorstehend beschriebenen Weise durchgeführt werden.
In der Praxis bereitet das Härten der Kunstdärme beträchtliche Schwierigkeiten. Im allgemeinen ist ein mehrmaliges Anfeuchten bzw. Bespritzen der Därme mit wässerigen Holzrauchkondensaten erforderlich, wobei an jeden Befeuchtungsvorgang ein Trockenvorgang angeschlossen werden muss. Die Därme müssen infolgedessen durch Trockenbahnen von beträchtlicher Länge geführt werden.
Es ist zwar bekannt, die Härtung von Kunstdärmen derart vorzunehmen, dass man für die Gerbung erforderliche Stoffe der Fasermasse vor ihrer Verformung zu Kunstdärmen einverleibt. Es sind aber keine Stoffe und keine Mittel für die erfolgreiche Durchführung dieses Vorschlages genannt worden. Dies ist verständlich, da derart anzuwendende Härtemittel bzw. Gerbmittel eine Vielzahl von Forderungen er- füllen. 11üssen. Sie dürfen das gequollene Fasermaterial in keiner Weise ungünstig beeinflussen und durch Wirkung der gequollenen Hautfasern selbst nicht störend beeinflusst werden. Die Härtemittel dürfen ihre Gerbwirkung nicht bei Raumtemperatur entfalten, da hiedurch die Bildung vonKunstdärmen einwandfreier Beschaffenheit gestört werden würde, und sie dürfen in den gehärteten gebrauchsfertigen Kunstdärmen nicht mehr vorhanden sein.
Es ist ferner bereits vorgeschlagen worden, geringe Mengen von Glyoxal als härtendes Mittel direkt der Fasermasse einzuverleiben, wobei der aus dieser Fasermasse gebildete Schlauch einer die härtende Wirkung des Glyoxal zur Auswirkung bringenden Wärmebehandlung unterworfen wird, die so geführt wird, dass das gehärtete gebrauchsfertige Produkt frei von Glyoxal ist.
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Nachteilig ist bei diesem Verfahren aber die verhältnismässig lange Lagerungszeit. Erst nach 14 Tagen ist alles Glyoxal verschwunden.
Es wurde nun gefunden, dass die Gerbung der künstlichen Wursthüllen mit Glutaraldehyd sowohl Vorteile gegenüber der Gerbung mit Holzrauchkondensaten als auch mit Glyoxal bietet. Glutaraldehyd ist in den letzten Jahren ein billiges Handelsprodukt geworden, so dass seine Verwendung schon aus wirtschaftlichen Gründen den umständlich erst aus Holzspänen zu erzeugenden Holzrauchkondensaten vorzuziehen ist. Weiterhin ist die schnelle Gerbung überraschend, die schon in 20 h zu Ende geführt werden kann.
Bei dem Verfahren handelt es sich nicht etwa nur um einen Ersatz des Glyoxals bei dem oben ge- nannten"Glyoxalverfabren"durch Glutaraldehyd. Man kann nämlich den Glutaraldehyd nicht wie Glyoxal in die Fasermasse einverleiben, wie folgender Versuch zeigt :
Zur normalen Naturinmasse mit 10% T. G. wurden 0, 50/0 Glutaraldehyd, bezogen auf das Trockengewicht, gegeben und im Mischer 1 h lang gemischt. Bereits nach zweistündigem Lagern konnte man den Beginn des Gerbens am leicht veränderten kolloidalen Aufbau der Masse feststellen. Nach 24stündigem Lagern war die Masse hart geworden. Sie hatte ihre Bildsamkeit vollkommen verloren. Bei mechanischer Beanspruchung zerbröckelte sie und die Teile hafteten nicht mehr zusammen, so wie es für den Naturinprozess erforderlich wäre.
Man muss hier vielmehr ähnlich vorgehen wie beim"Holzrauchverfahren", also den fertig geformten, aber noch nicht gegerbten trockenen Kunstdarmschlauch nachträglich mit einer Glutaraldehydlösung in Berührung bringen und ihn dann anschliessend wieder trocknen. Dabei spielt die in den Kunstdarm einverleibte Menge eine ausschlaggebende Rolle, Dies zeigt die folgende Tabelle :
Es wurden Muster hergestellt, die auf 100 g trockenen Darm enthielten :
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<tb>
<tb> Härtung <SEP> Quellung
<tb> 1. <SEP> 0. <SEP> 21o <SEP> Glutaraldehyd <SEP> unterhärtet <SEP> 130%
<tb> 2. <SEP> 0. <SEP> 40/0 <SEP> Glutaraldehyd <SEP> gut <SEP> 105%
<tb> 3. <SEP> 0, <SEP> 5% <SEP> Glutaraldehyd <SEP> gut <SEP> 100%
<tb> 4. <SEP> l, <SEP> olo <SEP> Glutaraldehyd <SEP> leicht <SEP> überhärtet <SEP> 8510
<tb> 5. <SEP> 2, <SEP> 0% <SEP> Glutaraldehyd <SEP> stark <SEP> überhärtet <SEP> 65%
<tb>
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mit der Glutaraldehydlösung aufgenommen haben. Nach einer 20stündigen Lagerung ist aber der Glutaraldehyd durch die übliche Umsetzung einer Probe mit NaHSO, Jodlösung und Rückt1trieren mit Natriumthiosulfat (es können mit dieser Methode alle die Lösungen getestet werden, die 500 - 1000 Tpm Aldehyd enthalten) kaum noch nachzuweisen.
Bei den Versuchen 1 - 3 wurde nur eine sehr schwache Reaktion gefunden, die auf höchstens 5% nicht umgesetzten Glutaraldehyd schliessen lässt. Wenn man schliesslich die als gut bezeichneten Därme nochmals 2 Tage bei 90% relativer Luftfeuchtigkeit lagert, findet man überhaupt keinen Aldehyd mehr.
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Method for hardening artificial sausage casings
The invention relates to a method for hardening artificial sausage casings which are made of fiberized and swollen animal material - such as skin or tendons - pressed through ring nozzles.
In the production of artificial sausage casings, collagen-containing starting materials - z. B. pieces of skin or tendons - converted into a swollen state by treatment with appropriate chemicals, shredded and fiberized and then further processed this swollen fiber mass. The swelling of the pieces of skin or the like can take place in such a way that initially by alkaline swelling - z.
B. obtained by soaking in milk of lime-a pH value of 13, this then by washing out
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is adjusted to a pH of about 2.5 to 4.0; the swollen fiber material is now adjusted to a dry matter content suitable for further processing in sausage casings - approx. 8 - 110/0 - and the mass is pressed through ring nozzles in the form of a hose, with the fibers being partially redistributed in intersecting directions by rotating nozzle parts. The hose emerging from the nozzle is inflated by introducing air and, in the inflated state, is passed through a drying tunnel which, for. B. is heated by passing warm air through. The hardening is generally carried out by the action of smoking liquids or smoke gases.
According to another embodiment, the production of artificial casings takes place in such a way that the pieces of skin are defibrated. carried out in the swollen state and only subject the fiber material thus obtained to the swelling. This is advantageously done in such a way that the fiber material in an aqueous suspension is brought to a pH value suitable for further processing, e.g. B. about 2, 5-4, 0 is set. The further processing of the fiber mass obtained in this way can be carried out in the manner described above.
In practice, the hardening of the artificial casings presents considerable difficulties. In general, it is necessary to moisten or spray the intestines several times with watery wood smoke condensates, with each moistening process being followed by a drying process. As a result, the intestines have to be passed through drying tracks of considerable length.
It is known that artificial casings can be hardened in such a way that the substances required for tanning are incorporated into the fiber mass before they are deformed into artificial casings. However, no substances or means have been named for the successful implementation of this proposal. This is understandable, since hardening agents or tanning agents to be used in this way meet a large number of requirements. 11uss. They must not have an unfavorable effect on the swollen fiber material in any way and should not be adversely affected by the action of the swollen skin fibers themselves. The hardening agents must not develop their tanning effect at room temperature, as this would impair the formation of artificial casings of perfect quality, and they must no longer be present in the hardened, ready-to-use synthetic casings.
It has also already been proposed to incorporate small amounts of glyoxal as a hardening agent directly into the fiber mass, the tube formed from this fiber mass being subjected to a heat treatment which brings about the hardening effect of the glyoxal and which is carried out in such a way that the hardened ready-to-use product is released of glyoxal is.
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The disadvantage of this method is the relatively long storage time. All glyoxal only disappeared after 14 days.
It has now been found that tanning the artificial sausage casings with glutaraldehyde offers advantages over tanning with wood smoke condensates as well as with glyoxal. Glutaraldehyde has become a cheap commercial product in recent years, so that its use is to be preferred to wood smoke condensates, which are laboriously produced from wood chips, for economic reasons. The rapid tanning, which can be completed in as little as 20 hours, is also surprising.
The process is not just about replacing glyoxal in the above-mentioned “glyoxal process” with glutaraldehyde. This is because glutaraldehyde cannot be incorporated into the fiber mass like glyoxal, as the following experiment shows:
To the normal naturin mass with 10% T.G., 0.50/0 glutaraldehyde, based on the dry weight, was added and mixed in the mixer for 1 hour. After just two hours of storage, the beginning of tanning could be determined by the slightly changed colloidal structure of the mass. After 24 hours of storage, the mass had hardened. She had completely lost her plasticity. When subjected to mechanical stress, it crumbled and the parts no longer stuck together, as would be required for the naturin process.
Rather, one has to proceed in a similar way to the "wood smoking process", that is to say the finished, but not yet tanned, dry synthetic intestinal tube is subsequently brought into contact with a glutaraldehyde solution and then dried again. The amount incorporated into the artificial casing plays a decisive role, as shown in the following table:
Samples were produced which contained on 100 g of dry intestine:
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<tb>
<tb> hardening <SEP> swelling
<tb> 1. <SEP> 0. <SEP> 21o <SEP> glutaraldehyde <SEP> underhardened <SEP> 130%
<tb> 2. <SEP> 0. <SEP> 40/0 <SEP> Glutaraldehyde <SEP> good <SEP> 105%
<tb> 3. <SEP> 0, <SEP> 5% <SEP> glutaraldehyde <SEP> good <SEP> 100%
<tb> 4. <SEP> l, <SEP> olo <SEP> glutaraldehyde <SEP> slightly <SEP> overhardened <SEP> 8510
<tb> 5. <SEP> 2, <SEP> 0% <SEP> glutaraldehyde <SEP> heavily <SEP> overhardened <SEP> 65%
<tb>
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ingested with the glutaraldehyde solution. After 20 hours of storage, however, the glutaraldehyde can hardly be detected by the usual reaction of a sample with NaHSO, iodine solution and back-filtration with sodium thiosulphate (this method can be used to test all the solutions that contain 500 - 1000 ppm aldehyde).
In experiments 1-3, only a very weak reaction was found, which suggests a maximum of 5% unconverted glutaraldehyde. If you finally store the intestines, which are described as good, for another 2 days at 90% relative humidity, you will no longer find any aldehyde at all.