AT239638B - Verfahren zum Härten künstlicher Wursthüllen - Google Patents
Verfahren zum Härten künstlicher WursthüllenInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zum Härten künstlicher Wursthüllen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Härten künstlicher Wursthüllen, die aus zerfasertem und gequollenem tierischem Material - wie Haut oder Sehnen - durch Ringdüsen gepresst werden. Bei Herstellung künstlicher Wursthüllen werden im allgemeinen kollagenhaltige Ausgangsstoffe - z. B. Hautstücke oder Sehnen - durch Behandlung mit entsprechenden Chemikalien in gequollenen Zustand übergeführt, zerkleinert und zerfasert und dann diese gequollene Fasermasse weiterverarbeitet. Das Anquellen der Hautstücke od. dgl. kann dabei derart erfolgen, dass zunächst durch alkalische Quellung - z. B. durch Einlegen in Kalkmilch-ein pH-Wert von 13 erhalten, dieser dann durch Auswaschen auf EMI1.1 auf einen pH-Wert von etwa 2, 5 bis 4, 0 eingestellt wird ; das gequollene Fasergut wird nun auf einen zur Weiterverarbeitung in Wursthüllen geeigneten Trockenstoffgehalt eingestellt - etwa 8 - 110/0 - und die Masse durch Ringdüsen in Schlauchform gepresst, wobei durch umlaufende Düsenteile eine teilweise Umlagerung der Fasern in sich kreuzenden Richtungen stattfindet. Der aus der Düse austretende Schlauch wird durch Einleiten von Luft aufgeblasen und in aufgeblasenem Zustand durch einen Trockenkanal geführt, der z. B. durch Durchleiten von warmer Luft beheizt wird. Die Härtung wird im allgemeinen durch Einwirken von Räucherflüssigkeiten oder Räuchergasen durchgeführt. Nach einer andern Ausführungsform erfolgt die Herstellung von Kunstdärmen derart, dass man die Zerfaserung der Hautstücke. in gequollenem Zustand durchführt und erst das so erhaltene Fasergut der Quellung unterwirft. Dies geschieht vorteilhaft derart, dass das Fasergut in wässeriger Aufschlemmung auf einen für die Weiterverarbeitung geeigneten pH-Wert, z. B. etwa 2, 5-4, 0 eingestellt wird. Die Weiterverarbeitung der so gewonnenen Fasermasse kann in der vorstehend beschriebenen Weise durchgeführt werden. In der Praxis bereitet das Härten der Kunstdärme beträchtliche Schwierigkeiten. Im allgemeinen ist ein mehrmaliges Anfeuchten bzw. Bespritzen der Därme mit wässerigen Holzrauchkondensaten erforderlich, wobei an jeden Befeuchtungsvorgang ein Trockenvorgang angeschlossen werden muss. Die Därme müssen infolgedessen durch Trockenbahnen von beträchtlicher Länge geführt werden. Es ist zwar bekannt, die Härtung von Kunstdärmen derart vorzunehmen, dass man für die Gerbung erforderliche Stoffe der Fasermasse vor ihrer Verformung zu Kunstdärmen einverleibt. Es sind aber keine Stoffe und keine Mittel für die erfolgreiche Durchführung dieses Vorschlages genannt worden. Dies ist verständlich, da derart anzuwendende Härtemittel bzw. Gerbmittel eine Vielzahl von Forderungen er- füllen. 11üssen. Sie dürfen das gequollene Fasermaterial in keiner Weise ungünstig beeinflussen und durch Wirkung der gequollenen Hautfasern selbst nicht störend beeinflusst werden. Die Härtemittel dürfen ihre Gerbwirkung nicht bei Raumtemperatur entfalten, da hiedurch die Bildung vonKunstdärmen einwandfreier Beschaffenheit gestört werden würde, und sie dürfen in den gehärteten gebrauchsfertigen Kunstdärmen nicht mehr vorhanden sein. Es ist ferner bereits vorgeschlagen worden, geringe Mengen von Glyoxal als härtendes Mittel direkt der Fasermasse einzuverleiben, wobei der aus dieser Fasermasse gebildete Schlauch einer die härtende Wirkung des Glyoxal zur Auswirkung bringenden Wärmebehandlung unterworfen wird, die so geführt wird, dass das gehärtete gebrauchsfertige Produkt frei von Glyoxal ist. <Desc/Clms Page number 2> Nachteilig ist bei diesem Verfahren aber die verhältnismässig lange Lagerungszeit. Erst nach 14 Tagen ist alles Glyoxal verschwunden. Es wurde nun gefunden, dass die Gerbung der künstlichen Wursthüllen mit Glutaraldehyd sowohl Vorteile gegenüber der Gerbung mit Holzrauchkondensaten als auch mit Glyoxal bietet. Glutaraldehyd ist in den letzten Jahren ein billiges Handelsprodukt geworden, so dass seine Verwendung schon aus wirtschaftlichen Gründen den umständlich erst aus Holzspänen zu erzeugenden Holzrauchkondensaten vorzuziehen ist. Weiterhin ist die schnelle Gerbung überraschend, die schon in 20 h zu Ende geführt werden kann. Bei dem Verfahren handelt es sich nicht etwa nur um einen Ersatz des Glyoxals bei dem oben ge- nannten"Glyoxalverfabren"durch Glutaraldehyd. Man kann nämlich den Glutaraldehyd nicht wie Glyoxal in die Fasermasse einverleiben, wie folgender Versuch zeigt : Zur normalen Naturinmasse mit 10% T. G. wurden 0, 50/0 Glutaraldehyd, bezogen auf das Trockengewicht, gegeben und im Mischer 1 h lang gemischt. Bereits nach zweistündigem Lagern konnte man den Beginn des Gerbens am leicht veränderten kolloidalen Aufbau der Masse feststellen. Nach 24stündigem Lagern war die Masse hart geworden. Sie hatte ihre Bildsamkeit vollkommen verloren. Bei mechanischer Beanspruchung zerbröckelte sie und die Teile hafteten nicht mehr zusammen, so wie es für den Naturinprozess erforderlich wäre. Man muss hier vielmehr ähnlich vorgehen wie beim"Holzrauchverfahren", also den fertig geformten, aber noch nicht gegerbten trockenen Kunstdarmschlauch nachträglich mit einer Glutaraldehydlösung in Berührung bringen und ihn dann anschliessend wieder trocknen. Dabei spielt die in den Kunstdarm einverleibte Menge eine ausschlaggebende Rolle, Dies zeigt die folgende Tabelle : Es wurden Muster hergestellt, die auf 100 g trockenen Darm enthielten : EMI2.1 <tb> <tb> Härtung <SEP> Quellung <tb> 1. <SEP> 0. <SEP> 21o <SEP> Glutaraldehyd <SEP> unterhärtet <SEP> 130% <tb> 2. <SEP> 0. <SEP> 40/0 <SEP> Glutaraldehyd <SEP> gut <SEP> 105% <tb> 3. <SEP> 0, <SEP> 5% <SEP> Glutaraldehyd <SEP> gut <SEP> 100% <tb> 4. <SEP> l, <SEP> olo <SEP> Glutaraldehyd <SEP> leicht <SEP> überhärtet <SEP> 8510 <tb> 5. <SEP> 2, <SEP> 0% <SEP> Glutaraldehyd <SEP> stark <SEP> überhärtet <SEP> 65% <tb> EMI2.2 mit der Glutaraldehydlösung aufgenommen haben. Nach einer 20stündigen Lagerung ist aber der Glutaraldehyd durch die übliche Umsetzung einer Probe mit NaHSO, Jodlösung und Rückt1trieren mit Natriumthiosulfat (es können mit dieser Methode alle die Lösungen getestet werden, die 500 - 1000 Tpm Aldehyd enthalten) kaum noch nachzuweisen. Bei den Versuchen 1 - 3 wurde nur eine sehr schwache Reaktion gefunden, die auf höchstens 5% nicht umgesetzten Glutaraldehyd schliessen lässt. Wenn man schliesslich die als gut bezeichneten Därme nochmals 2 Tage bei 90% relativer Luftfeuchtigkeit lagert, findet man überhaupt keinen Aldehyd mehr.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Verfahren zum Härten künstlicher Wursthüllen, die aus zerfasertem und gequollenem tierischem Material - wie Haut oder Sehnen - durch Ringdüsen gepresst werden, dadurch gekennzeichnet, dass die ungegerbten trockenen Wursthüllen mit einer wässerigen Glutaraldehyd-Lösung derart in Berührung gebracht werden, dass etwa 0, 3 - 10/0 Glutaraldehyd - bezogen auf die Fasermasse - aufgenommen werden, wonach die so imprägnierten Wursthüllen getrocknet und mindestens 20 h gelagert werden.
Applications Claiming Priority (1)
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