AT248821B - Verfahren zur Vorbehandlung von Metalloberflächen vor dem Emaillieren - Google Patents

Verfahren zur Vorbehandlung von Metalloberflächen vor dem Emaillieren

Info

Publication number
AT248821B
AT248821B AT676564A AT676564A AT248821B AT 248821 B AT248821 B AT 248821B AT 676564 A AT676564 A AT 676564A AT 676564 A AT676564 A AT 676564A AT 248821 B AT248821 B AT 248821B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
metal surfaces
passivation
treatment
acid
Prior art date
Application number
AT676564A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Henkel & Cie Gmbh
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from DEH48800A external-priority patent/DE1223656B/de
Application filed by Henkel & Cie Gmbh filed Critical Henkel & Cie Gmbh
Application granted granted Critical
Publication of AT248821B publication Critical patent/AT248821B/de

Links

Landscapes

  • Chemical Treatment Of Metals (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Vorbehandlung von Metalloberflächen vor dem Emaillieren 
Es ist bekannt, dass die Oberflächenvorbehandlung von verformten Stahlblechteilen von grossem Einfluss auf eine nachfolgende Emaillierung ist. Daher wird nicht nur eine gründliche Entfettung vorgenommen, sondern noch weitere Zwischenbehandlungen, wie Beizen und Neutralisieren. Die saure Behandlung mit Schwefelsäure oder Salzsäure führt zwangsläufig zu Eisensalzen und auch zu Salzen solcher Metalle, die als gewollte oder ungewollte Legierungsbestandteile im Stahlblech enthalten sind. Aus diesem Grund wird in dem der Beizung nachfolgenden Wasserspülgang dafür Sorge getragen, dass der noch anhaftende Säurefilm, vor allem aber auch die gebildeten Salze, abgespült werden.

   Da sich. leicht basische Salze bilden, die häufig recht fest haften und auch nur schlecht aus den Blechporen entfernt werden können, arbeitet man oft mit mehreren   Spülbädern,   die auf einen geeigneten PH-Wert eingestellt sind. 



   Auch   bei Verwendung mehrerer Spülbäder   treten immer wieder Fehler in den Emaillierungsüberzügen auf, die auf nicht entfernte Salzreste   zurückzuführen   sind. Daher ist man in der Praxis im allgemeinen dazu übergegangen, eine Behandlung mit alkalischer Natriumcyanidlösung nach dem Spülprozess vorzunehmen. Die Salzreste werden dadurch in komplexer Form gebunden und können in weiteren Spül-und Passivierungsbädern entfernt werden. Das Verfahren sichert ein weitgehend ausschussfreies Arbeiten, hat aber den erheblichen Nachteil, dass die Cyanidbäder streng überwacht werden müssen, um ein Verschleppen von Säureresten und damit das Entstehen von giftigen Blausäuredämpfen zu vermeiden.

   Aus dem gleichen Grund können cyanidhaltige Lösungen nicht in Metallspritzanlagen eingesetzt werden, da durch die Einwirkung der Luftkohlensäure bereits Blausäure gebildet werden kann. 



   Es wurde nun gefunden, dass man diese Nachteile vermeiden kann, wenn man sich der nachstehenden Arbeitsweise bedient. Das erfindungsgemässe Verfahren zur Vorbehandlung von Metalloberflächen vor dem Emaillieren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Metalloberflächen gebeizt und mit Lösungen behandelt werden, die Polyhydroxycarbonsäuren, vorzugsweise mit mindestens 3 Hydroxylgruppen im Molekül, gegebenenfalls in Form der   wasserlöslichen   Salze einzeln oder im Gemisch enthalten, und dann in an sich bekannter Weise mit alkalischen Lösungen passiviert werden. 



     AlsPolyhydroxycarbonsäurenkommenfür dieDurchführung des Verfahrens   Verbindungen der Formeln 
 EMI1.1 
 in Betracht. Besonders leicht zugänglich und daher für das vorliegende Verfahren besonders geeignet sind Gluconsäuren oder   C-luco-Zuckersäure.   



   AnStelle der Säuren können die entsprechenden wasserlöslichen Salze, wie Natrium-, Kalium- oder 

 <Desc/Clms Page number 2> 

   Ammoniumsalze, oder auch Salze des Äthanolamins Anwendung finden. Letztere werden durch teilweise oder völlige Neutralisation der Säuren erhalten. 



  Für die Vorbehandlung werden Lösungen verwendet, deren Konzentration zwischen 0, 1 und 10%, vorzugsweise 1-51a, liegt. Es ist technisch ein Vorteil, dass die Vorbehandlung auch bei niederen Temperaturen, nämlich im Temperaturbereich von 5 bis 40 C, vorzugsweise Zimmertemperatur, durchgeführt werden kann. 



  Die Passivierung der Metalloberflächen erfolgt in an sich bekannter Weise. Es werden somit als Passivierungsbäder alkalische Lösungen verwendet, die als KomponentenAlkalihydroxyd, Soda, Phosphate, Borax und Nitrit, einzeln oder im Gemisch, enthalten. Die Passivierung erfolgt im allgemeinen bei 50 bis 1000C, vorzugsweise bei 75-900C. Die Konzentration der Passivierungsbäder liegt zwischen 0, 2 und 30/0, vorzugsweise 0, 5 und 1, 51o. In manchen Fällen ist es zweckmässig, nach dem Beizen eine Zwischenbehandlung mit Salzlösungen von Metallen vorzunehmen, die edler sind als das Grundmetall. 



  Beim Aufbringen von Emaille auf Eisen und Stahl kommen daher für derartige Zwecke insbesondere Lösungen, die Verbindungen des Nickels, Kobalts oder Kupfers enthalten, in Betracht. Die Konzentration dieser Lösungen liegt in dem Bereich von 0, 5 bis 3%. 



  Behandelt man die Metalloberflächen in der oben beschriebenen Weise, so erhält man metallisch reine bzw. blanke, silberhelle Flächen und insbesondere bei der nachfolgenden Passivierung keine braunen oxydischen Verfärbungen. Dieser Effekt ist insofern überraschend, als er mit andem bekannten Komplexbildern, wie Glykokoll, Milchsäure oder Äthylendiamintetraessigsäure, nicht erhalten wird. Die erfindungsgemässe Arbeitsweise ermöglicht es im übrigen, nicht nur im Tauchprozess, sondern auch im Spritzverfahren zu arbeiten. 



  Beispiel l : In den nachstehenden Tabellen sind die Ergebnisse gegenübergestellt, die bei sonst übereinstimmenden Arbeitsweisen unter Verwendung von verschiedenen Vorbehandlungslösungen erhalten wurden. 



  Bei der Durchführung der Vergleichsversuche wurden Kaltwalzbleche jeweils zunächst mit einem   
 EMI2.1 
 



   Bei den Versuchen 3 und 4 wurde nur eine Spülung bei PH 1 durchgeführt. 



   Dann wurden die Bleche mit der Vorbehandlungslössung, deren Zusammensetzung jeweils in der Tabelle angegeben ist, behandelt. Die anschliessende Passivierung wurde bei   800C   mit einer   zuigen   Sodalösung vorgenommen und schliesslich die Bleche bei 1300C getrocknet. Die Behandlungszeit je Bad betrug 5 min, die Verweilzeit an der Luft 1 min. 



   Tabelle 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> Lfd. <SEP> Nr. <SEP> Vorbehandlungslosung <SEP> Verfahren <SEP> A <SEP> Verfahren <SEP> B
<tb> 1 <SEP> 2% <SEP> Gluconsäure <SEP> (PH <SEP> 3) <SEP> Nach <SEP> der <SEP> Passivierung <SEP> blanke,
<tb> silberhelle <SEP> Metalloberflächen
<tb> 2 <SEP> 2% <SEP> Zuckersäure <SEP> (PH <SEP> 2 <SEP> -'3) <SEP> Nach <SEP> der <SEP> Passivierung <SEP> blanke,
<tb> silberhelle <SEP> Metalloberflächen
<tb> 3 <SEP> 2% <SEP> Kaliumsalz <SEP> der <SEP> Zucker-Nach <SEP> der <SEP> Passivierung <SEP> blanke,
<tb> säure <SEP> (bezogen <SEP> auf <SEP> freie <SEP> silberhelle <SEP> Metalloberflächen
<tb> Säuren) <SEP> mit <SEP> K <SEP> COs <SEP> auf
<tb> PH <SEP> 9 <SEP> eingestellt
<tb> 4 <SEP> 2% <SEP> Natriumgluconat <SEP> Nach <SEP> der <SEP> Passivierung <SEP> blanke,

  
<tb> silberhelle <SEP> Metalloberflächen
<tb> 5 <SEP> 2% <SEP> Milchsäure <SEP> (PH <SEP> 2) <SEP> Nach <SEP> der <SEP> Passivierung <SEP> braune,
<tb> oxydisch <SEP> verfärbte <SEP> Oberflächen
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 
 EMI3.1 
 
 EMI3.2 
 
<tb> 
<tb> Lfd. <SEP> Nr. <SEP> Vorbehandlungslösung <SEP> Verfahren <SEP> A <SEP> Verfahren <SEP> B
<tb> 6 <SEP> 1% <SEP> Äthylendiamintetra- <SEP> Nach <SEP> der <SEP> Passivierung <SEP> braune,
<tb> essigsäure <SEP> (PH <SEP> 4) <SEP> oxydisch <SEP> verfärbte <SEP> Oberflächen
<tb> 7 <SEP> 2% <SEP> Mononatriumnitrolo-Nach <SEP> der <SEP> Passivierung <SEP> braune,
<tb> triessigsäure <SEP> (PH <SEP> 1 <SEP> - <SEP> 2) <SEP> oxydisch <SEP> verfärbte <SEP> Oberflächen
<tb> 8 <SEP> 25o <SEP> Glykokoll <SEP> (PH <SEP> 5) <SEP> Nach <SEP> der <SEP> Passivierung <SEP> braune,

  
<tb> oxydisch <SEP> verfärbte <SEP> Oberflächen
<tb> 
 
Beispiel 2 : Gut entfettete Stahlbleche wurden in   l Obiger   Schwefelsäure, die 50   g/l   Eisen und 1 g/l Dibenzylsulfoxyd als Inhibitor enthielt, 5 min bei einer Badtemperatur von   600C   gebeizt und danach mit Wasser gespült. Im Anschluss daran wurden die Bleche bei der Versuchsreihe A mit einer Lösung,   die 12 g/l NiSO. HO bzw. bei der Versuchsreihe B 15 g/l CuSO . 5Hz 0 enthielt und jeweils mit Schwefelsäure auf einen pH-Wert von 3 bis 3, 5 eingestellt war, 10 min bei 700C behandelt. Die auf   diese Weise mit einem Nickel- bzw.

   Kupferüberzug versehenen Bleche wurden danach mit einer   4% eigen   Vorbehandlungslösung aus   20/0   Gluconsäure und   20/0   Soda calciliert   (PH 10), 5 min   lang bei Raumtemperatur behandelt und anschliessend ohne Zwischenspülung passiviert. Die Passivierung wurde bei 850C mit einer   0, 5obigen   Lösung aus gleichen Teilen Soda, Phosphat und Borax durchgeführt. Die Behandlungsdauer betrug 5 min. Anschliessend wurden die Bleche bei 1200C getrocknet. 



   Es wurden bei dem Verfahren A Bleche mit silberheller Oberfläche erhalten. In der   Prüflösung   und in der Passivierungslösung erfolgte keine Ausfällung. Bei dem Verfahren B zeigten die Bleche eine matte Oberfläche mit gleichmässiger Kupferabscheidung. In der Prüfungslösung und in der Passivierungslösung erfolgte ebenfalls keine Ausfällung. Die so erhaltenen Metalloberflächen gestatten daher eine einwandfreie Emaillierung. Letzteres war nicht der Fall, wo der Arbeitsgang mit der Vorbehandlungslösung ausgelassen wurde. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren   zur Vorbehandlung von Metalloberflächen   vor dem Emaillieren, dadurch gekennzeichnet, dass die Metalloberflächen gebeizt und mit Lösungen behandelt werden, die Polyhydroxycarbonsäuren, vorzugsweise mit mindestens 3 Hydroxylgruppen im Molekül, gegebenenfalls in Form der wasserlöslichen Salze einzeln oder im Gemisch enthalten, und dann in an sich bekannter Weise mit alkalischen Lösungen passiviert werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung mit Polyhydroxycarbonsäuren und/oder deren Salze enthaltenden Lösungen bei Temperaturen von 5 bis 400C durchgeführt wird.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass nachdem Beizen eine Zwischenbehandlung mit Salzlösungen von Metallen erfolgt, die edler sind als das Grundmetall.
AT676564A 1963-04-09 1964-04-08 Verfahren zur Vorbehandlung von Metalloberflächen vor dem Emaillieren AT248821B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEH48800A DE1223656B (de) 1963-01-29 1963-04-09 Verfahren zur Behandlung von Metalloberflaechen von dem Emaillieren

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT248821B true AT248821B (de) 1966-08-25

Family

ID=7156828

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT676564A AT248821B (de) 1963-04-09 1964-04-08 Verfahren zur Vorbehandlung von Metalloberflächen vor dem Emaillieren

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT248821B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2014285C3 (de) Verfahren für die Vorbereitung von Aluminium oder Aluminiumlegierungsflächen zur stromlosen Vernickelung
DE1264351B (de) Verfahren zur Entfernung von kupferhaltigem Eisenoxydkesselstein
DE3020371C2 (de) Verfahren zur Vorbehandlung von Edelstahl für eine direkte galvanische Vergoldung
DE2359021A1 (de) Beizloesung und verfahren zum beizen von metallen
DE1223656B (de) Verfahren zur Behandlung von Metalloberflaechen von dem Emaillieren
EP0045110B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Phosphatüberzügen auf Eisen- und Stahloberflächen sowie dessen Anwendung
DE2364162A1 (de) Saure waessrige beizloesung zur behandlung von metallen
DE3125565A1 (de) &#34;elektrochemisches entmetallisierungsbad und ein verfahren zum entmetallisieren&#34;
DE2412135C3 (de) Wässriges, alkalisches Beizmittel und Verfahren zum selektiven Abbeizen von Nickel-, Cadmium- und Zink-Überzügen
DE1796165A1 (de) Verfahren und Loesung zum Beizen und Reinigen von Kupfer- und Aluminiumlegierungen
DE2715291B2 (de) Verfahren zur Herstellung eines amorphen, leichten, fest haftenden Phosphatüberzugs auf Eisenmetalloberflächen
AT244116B (de) Verfahren zur Vorbehandlung von Metalloberflächen vor dem Emaillieren
AT249473B (de) Verfahren zur Behandlung von gebeizten Metalloberflächen vor dem Emaillieren
DE2154938C3 (de) Verfahren zur Oberflächenvorbehandlung von Stahl vor der Direktweißemaillierung
DE2213781B2 (de) Verfahren zur phosphatierung von stahl
DE1188898B (de) Verfahren zur Phosphatierung von Eisen und Stahl
EP1100982B1 (de) Beizmittel für edelstähle
DE2207047A1 (de) Verfahren zur vorbereitung von stahlwerkstuecken fuer die spanlose kaltverformung
DE3443471C2 (de) Verfahren zur Neuaktivierung einer wäßrigen, Edelmetallionen enthaltenden Lösung für die Initiierung der stromlosen Nickelabscheidung auf mit Kupfer beschichteten Substraten und seine Anwendung
DE1963230C3 (de) Verfahren zum Beizen von Magnesium und Magnesiumlegierungen unter Verwendung von inhibierten mineralsäurehaltigen Beizlösungen
DE977620C (de) Verfahren zum Erzeugen von Oxalatueberzuegen auf der Oberflaeche von Metallen, insbesondere von Edelstaehlen
DE2112936C3 (de) Mittel zum Beizen von Kupfer oder Kupferlegierung, enthaltend Schwefelsäure, Wasserstoffperoxid und mindestens einen organischen Stabilisator
WO2005033365A1 (de) Verfahren zum entrosten von formteilen
DE1908421A1 (de) Mittel zum Abloesen von kupferhaltigen Metallueberzuegen
DE2231159A1 (de) Verfahren zur vorbehandlung von stahlbandoberflaechen vor dem aufbringen galvanischer ueberzuege