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Spritzgiessform zur Herstellung von Kunststoffbürsten
Die Erfindung bezieht sich auf eine Spritzgiessform zur Herstellung von Kunststoffbürsten, vorzugs- weise Haarbürsten, mit einem Bürstenkörper und einem auf diesen aufgespritzten Besatzteil, der aus einer sich gegen eine vorzugsweise nach aussen gewölbte Fläche des Bürstenkörpers abstützenden Tragplatte und damit zusammenhängenden Borsten gebildet ist.
Bei der Herstellung von Bürsten, bei denen sowohl der Bürstenkörper als auch der Besatzteilaus Kunststoff gespritzt sind, wurde bisher so vorgegangen, dass zunächst der Bürstenkörper auf einer besonderen Spritzgiessform hergestellt wurde. Nach der Entformung des Bürstenkörpers wurde dieser in eine andere Form eingelegt, auf der dann der Besatzteil auf den Bürstenkörper aufgespritzt wurde. Diese Arbeitsweise ist umständlich und es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine Spritzgiessform zu schaffen, die eine wirtschaftlichere Herstellung derartiger Bürsten gestattet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass bei der eingangs erwähnten Spritzgiessform auf einem den Giessraum an der dem Besatzteil abgewandten Seite abschliessenden Formteil wahlweise und auswechselbar zwei Formteile montierbar sind, von denen der eine als weiterer Abschluss des Giessraumes beim Spritzen des Bürstenkörpers und der andere als weiterer Abschluss beim Aufspritzen des Besatzteiles auf den Bürstenkörper ausgebildet ist.
Der besondere Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Fertigung des Bürstenkörpers und des Besatzteiles sowie die Verbindung dieser Teile zu einer Produktionsstufe zusammengefasst werden können, was eine erhebliche Arbeitsersparnis bedeutet. Die Bürste bzw. die Bürstenteile brauchen überhaupt nicht mehr in die Hand genommen zu werden. Bei der Entformung der Bürste kann diese sofort in die Verpackung hineinfallen. Vom hygienischen Standpunkt aus stellt es einen besonderen Vorzug des erfin-
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rung kommen.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert. Es zeigen : Fig. l eine nach der Erfindung hergestellte Haarbürste in der Ansicht von oben gesehen, die Fig. 2 und 3 Schnitte nach der Linie A-A der Fig. l bei verschiedenen Bürstenausführungen und die Fig. 4 und 5 in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Spritzgiessform zur Herstellung der in Fig. 2 wiedergegebenen Bürstenausführung.
Die Haarbürste besteht, wie an sich bekannt, aus einem Bürstenkörper 1 und einem mit diesem verbundenen Besatzteil, der aus der Tragplatte 2 und den mit dieser zusammenhängenden Borsten 3 gebildet ist. Beide Bürstenteile bestehen aus einem im Spritzgiess- oder Spritzpressverfahren verarbeitbaren Kunststoff, wobei der für den Bürstenkörper verwendete Werkstoff im allgemeinen eine grössere Härte besitzt als der Besatzteil.
So besteht der Bürstenkörper beispielsweise aus Hart-Polystyrol und der Besatzteil aus Weich-Polyvinylchlorid.
Der Besatzteil 2,3 ist an die nach aussen gewölbte (Abstütz-) Fläche des Bürstenkörpers angespritzt. Bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel sind zur sicheren Verbindung der beiden Bürstenteile im Bürstenkörper 1 Kanäle 4 ausgespart, die sich zwischen am Rand des Bürstenkörpers 1 in dessen Längsrichtung verlaufende Nuten 5 und der nach aussen gewölbten Abstützfläche für die
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Tragplatte 2 des Besatzteiles erstrecken. Die Fig. 2 lässt erkennen, dass die Kanäle 4 und die Nuten 5 vollständig mit dem Werkstoff des Besatzteiles ausgefüllt sind. An jedem Längsrand des Bürstenkörpers 1 sind mehrere der Kanäle 4 reihenweise angeordnet.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist an den Längsrändern des Bürstenkörpers 1 jeweils eine schwalbenschwanzförmig ausgebildete Hinterschneidung 6 ausgespart, in die wieder der Kunststoff des Besatzteiles 2,3 hineingeflossen ist. Dadurch bilden sich an der Platte 2 die Hinterschneidungen 6 vollständig ausfüllende Randansätze, die die Tragplatte 2 gegen ein Lösen vom Bürstenkörper 1 sichern.
Die Fig. 2 und 3 lassen ferner erkennen, dass der Anguss 7 des Besatzteiles auf der diesem abge- wandten Seite des Bürstenkörpers liegt. Der Besatzteil wird also in der zweiten Spritzstufe durch einen in der ersten Spritzstufe im Bürstenkörper ausgesparten Kanal, der sich zwischen den gegenüberliegenden Breitseiten des Bürstenkörpers erstreckt, an den Bürstenkörper angespritzt. Eine solche Arbeitstechnik erweist sich im Hinblick auf eine gleichmässige Verteilung der Borsten 3 auf der Tragplatte 2 als vorteilhaft.
Wie bereits bemerkt, handelt es sich bei den Fig. 4 und 5 um schematische Darstellungen. Diese sollen lediglich das zur Erläuterung der Erfindung Wesentliche veranschaulichen. Einzelheiten hinsichtlich der verwendeten Einspritzeinheiten und des Anschlusses der Form an die Einspritzeinheiten sowie der Halterung der Formen sind nicht gezeigt. In Fig. 1 sind mit 8,9 die Hälften der Form bezeichnet, in der in der ersten Spritzstufe der Bürstenkörper gebildet wird. In den Formhohlraum ist in der ersten Spritzstufe ein Kern 10 eingesetzt, der den Angusskanal für die in Fig. 5 veranschaulichte zweite Spritzstufe ausspart. Der in der Formhälfte 8 für die zweite Spritzstufe vorgesehene Angusskanal 11 liegt dementsprechend genau über dem Kern 10, der gleichzeitig ein Einfliessen von Giessmasse aus der ersten Spritzstufe in Angusskanal 11 verhindert.
In der in Fig. 4 veranschaulichten ersten Spritzstufe wird der den Bürstenkörper bildende Kunststoff aus der Einspritzeinheit 13 über den in der For-
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Formnest eingespritzt. Fig. 4 lässt erkennen, dass im Formnest die Hohlräume zur Bildung der oben erwähnten Kanäle 4 und Nuten 5 ausgespart werden.
Vor Beginn der zweiten Spritzstufe wird die Formenhälfte 9 aus der erstenSpritzstufe gegen eine andere Formenhälfte 14 ausgetauscht, die zwischen sich und dem bereits verfestigten Bürstenkörper den Formhohlraum begrenzt, in welchem in der zweiten Spritzstufe der Besatzteil gebildet wird. Hie- beiwirdderKunststoff auseiner andernEinspritzeinheit 15 über den bereits erwähnten Angusskanal 11 und den in der ersten Spritzstufe im Bürstenkörper ausgesparten Kanal in denFormhohlraum eingespritzt.
Im Zuge dieser Spritzstufe verbindet sich der Besatzteil gleichzeitig mit dem Bürstenkörper.
Die obige Darstellung zeigt, dass zwischen der ersten und zweiten Spritzstufe lediglich ein Auswechseln der einen Formenhälfte, aber kein Entformen des in der ersten Spritzstufe gebildeten Bürstenkörpers stattfindet.
Nach Beendigung der zweiten Spritzstufe kann die fertige Haarbürste der Form 8,14 entnommen und dann sofort verpackt werden.