<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zur Erzeugung von Vorgarnen, Lunten, Faserbändem u. dgl. aus Glas
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
Abzugsgeschwindigkeit von 650 m/min entspricht. Bereits wesentlich dickere Faserbänder beispielsweise von Nm 5 erfordern schon im Vergleich zur Textilindustrie erhebliche Abzugs- und Schlitztrommelge- schwindigkeiten, nämlich bei einer Abzugsgeschwindigkeit von 325 m/min eine Schlitztrommeldrehzahl von 482 Umdr/min. Demgegenüber sind in der Kunstfaserindustrie Abzugsgeschwindigkeiten von etwa
60 m/min üblich.
Hieraus ergibt sich, dass das flauschige und ve1hältnismässig wenig zugfeste Faserband einer sehr grossen Beanspruchung ausgesetzt ist, die naturgemäss umso grösser wird, je dünner das gewünschte Faser- band sein soll und je höher der Faseranfall pro Zeiteinheit ist. Es lässt sich daher oft nicht vermeiden, dass dünne Faserbänder bei der Herstellung beschädigt werden, indem das entsprechende Band in der Füh- rung der Schlitztrommel und an den Kanten der Führung schabt und reibt.
Auch der Spulenaufbau ver- schlechtert sich bei erhöhter Spulgeschwindigkeit, indem an den Umlenkpunkten das Faserband leicht seitlich vom Spulenumfang abrutscht, der Spulenaufbau selbst sehr hart wird und sich Unebenheiten durch den ganzen Spulenkörper fortsetzen bzw. unter Umständen aufbauen, die wieder zu einem "Schlagen" bzw."Hüpfen"der Spule führen, mit der Folge eines unrunden Spulenkörpers und häufig des Abreissens des Faserbandes. Auch das Einlegen des flauschigen Faserbandes in die Schlitzführung der schnell laufen- den Fritkionstrommel ist mit Schwierigkeiten verbunden, da es infolge der hohen Drehzahl der Schmelz- trommel zu ruckartig erfasst und ausgezogen wird, was wieder häufig zu einem Abreissen des diesen ruckartigen Beanspruchungen nicht gewachsenen Faserbandes führt.
Berücksichtigt man, dass alle diese Schwierigkeiten bereits bei der jetzt üblichen Standardgrösse der Fasererzeugungsaggregate, die nach dem Stababzugsverfahren arbeiten und bei verhältnismässig dicken Faserbändern von Nm 5 bis Nm 8 auftreten, so wird offensichtlich, dass die angestrebte und technisch bereits verwirklichbar wesentliche Steigerung der in der Zeiteinheit anfallenden Fasermenge bis auf das Zwei- bis Dreifache der derzeit beim Stababzugsverfahren üblichen, die Herstellung dünner Faserbänder mit den bisher üblichen Methoden unmöglich macht.
Hinzu kommt noch, dass der erforderliche sehr schnelle Abzug der Stapelfasern aus dem Spinnkanal dazu führt, dass der anfallenden Fasermenge im Spinnkanal nicht Zeit verbleibt, um sich ausreichend zu verdrillen bzw. zu verfilzen, und dass auch zwischen Spinnkanal und Spuleinrichtung keine Möglichkeit besteht, bei der hohen Abzugsgeschwindigkeit in nennenswerter Weise im Hinblick auf eine weitere Verdrillung einzuwirken.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die vorstehend behandelten Mängel zu beheben und eine Vorrichtung zu schaffen, die es in einfacher Weise gestattet, auch bei sehr grosser in der Zeiteinheit angelieferter Fasermenge Faserbänder hoher metrischer Nummer zu erzeugen, indem es durch die Erfindung ermöglicht wird, auch bei dünnen Faserbändern mit verhältnismässig niederen Abzugsgeschwindigkeiten zu arbeiten.
Die Erfindung betrifft daher eine Vorrichtung zur Erzeugung von Vorgarnen, Lunten, Faserbändern u. dgl. aus Glas mittels einer fadenabziehenden Trommel und einer an der der Fadenauflaufstelle abgewendeten Seite der Trommel angeordneten diese Fäden abhebenden und zu Fasern umwandelnden Einrichtung in Form eines Schabers oder eines Staubleches, an das sich eine die Fasern zum Faserband formende Umlenkvorrichtung in Form eines Spinnkanals anschliesst, die dadurch gekennzeichnet ist, dass an der Trommel mindestens zwei Zulieferungskanäle mit jeweils einem daran anschliessenden, aus einem in eine Abzugsdüse auslaufenden Rohr. und einem sich daran anschliessenden luftdurchlässigen Luftschacht bestehenden Spinnschacht vorgesehen sind, in die die Fasern von verschiedenen ihnen zugeordneten Trommelbereichen einlaufen.
EMI2.2
<Desc/Clms Page number 3>
nachträglich so stark wie bisher zu drehen. Durch den langsameren Abzug steht noch zusätzlich für eine Nachbehandlung des Bandes zwischen der Abzugsdüse des Spinnschachtes und der Aufspulvorrichtung mehr Zeit zur Verfügung. Eine solche Nachbehandlung kann z. B. in einem nachträglichen Schmälzen, Drehen, Strecken usw. des Bandes bestehen. Ebenso ist es möglich, die einzelnen Vorgarne wieder zusammenzufassen, um somit zu einer Art "Roving" oder sogar als Zwirn aufzuspulen. Auch ergibt sich bei der langsameren Aufspulgeschwindigkeit ein bedeutend besserer Spulenaufbau. Schliesslich ist auch eine bedeutende Qualitätssteigerung zu erzielen, weil die Fasern beim Aufspulen in der Schlitztrommel nunmehr flauschig und als gleichmässig breites Band unzerzaust aufgespult werden können.
Erfindungsgemäss bietet sich ferner auch erstmals die Möglichkeit, einen in der Textilindustrie allgemein gebräuchlichen sogenannten Fleyer direkt mit der Erzeugungsstelle (Spinnkopf) zu koppeln, d. h. diesen zwischen Spinnkopf und Aufspulvorrichtung anzuordnen, da bei Verwendung von z. B. drei oder
EMI3.1
In den Zeichnungen ist die Erfindung beispielsweise und schematisch an einigen Ausführungsbei- spielen zur Anschauung gebracht. Es stellen dar: Fig.1 eine Vorderansicht einer Vorrichtung nach der
Erfindung in verkleinertem Massstab, Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II der Fig. 1, Fig. 3 eine
Vorderansicht einer abgewandelten Ausführungsform für das Spinnen von Faserbändem ungleicher metri- scher Nummer, Fig. 4 eine Vorderansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung mit Spinnkanälen einer abgewandelten Gestalt, Fig. 5 ein Aufteilungsschema bei Anordnung von z. B. drei Spinnschächten in
Vorderansicht, Fig. 6 eine Seitenansicht einer etwas abgewandeltenAusführungsform nach der erfindungs- gemässen Vorrichtung, Fig. 7 eine Aufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 6.
In Fig. 1 ist mit 1 eine Abzugstrommel bezeichnet, auf die z. B. von Stäben 2 abgezogene
Glasfäden 3 auflaufen und die auf den gewünschten Durchmesser ausgezogen werden. Vor Vollendung einer einmaligen Umwindung werden diese zusammen mit dem Umlaufwind der Trommel durch einen Schaber od. dgl. abgehoben.
Erfindungsgemäss wird die von dem die Fäden oder Fasern von der Trommel abhebenden Mittel, hier ein vorzugsweise über die ganze Trommelbreite sich erstreckender Schaber 4, abgehobene Fasermenge durch die Trennwand 5 auf die jeweiligen Zulieferungskanäle 6 und 7 aufgeteilt und in die dann anschliessenden Spinnschächte 8 und 9 geleitet.
Die versetzte stufenartige Anordnung dieser Spinnschächte 8 und 9 bedingt für den oberen Spinn- schacht 8 einen längerenZulieferungskanal 7, der hinter dem Luftschacht 10 des Spinnschachtes 9 zum Schaber 4 hin verläuft. Dabei kann vorzugsweise dieser längere Zulieferungskanal 7 einen engeren Querschnitt aufweisen, als der Zulieferungskanal 6, um einem zu grossen Druckabfall des Umlaufwindes entgegenzuwirken.
Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, jeden einzelnen Spinnschacht mit einem eigenen Schaber od. dgl. Abhebemittel auszurüsten. In einem solchen Falle müssen die einzelnen Schaber die Länge des jeweils dazugehörenden Zulieferungskanales besitzen.
Bei dem in Fig. l und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel teilt die Trennwand 5 die Trommelbreite in zwei gleiche Zonen. Dies bedeutet, dass die anfallende Fasermenge, genau in zwei gleiche Teile geteilt, mit Sicherheit in den für sie bestimmten Spinnschacht gelangt. Die Spinnschächte 8 und 9 laufen dabei in sogenannte Abzugsdüsen 12 und 13 aus, aus denen der Abzug der Faserbänder a und b erfolgt.
Die Spinnschächte 8 und 9 bestehen aus einem jeweils die halbe Trommelbreite einnehmenden Zylinder und je einem daran anschliessenden Luftschacht 10 und 11, wobei die Trennwand 5 entsprechende Aussparungen besitzt, so dass der jeweilige Spinnschacht ohne Trennwand in den daran anschliessenden und dazu gehörigen Luftschacht übergeht. Die von der Abzugstrommel l angelieferte Fasermenge wird also durch die Trennwand 5 gleichmässig oder in jeweils zugelassener bzw. vorbestimmter Menge auf die beiden Zulieferungskanäle 6 und 7 verteilt. Der jeweils zu dem betreffenden Spinnschacht dazugehörige Luftschacht verhindert, falls durch irgend eine Ursache das Faserband
EMI3.2
diesen perforierten Luftschacht der überschüssige Umlaufwind zu entweichen.
Es erleichtert den Abzug der Faserbänder a und b, wenn die Abzugsdüsen 12 und 13 voneinander abgekehrt liegen bzw. in der Umfangsrichtung der Trommel 1 Spinnschacht und Luftschacht abwechseln.
Mit 14 ist eine die Abzugstrommel 1 umgebende sogenannte Schürze, die den Umlaufwind
<Desc/Clms Page number 4>
bis zur Faserabnahmestelle führt und ihn zur Bildung des Faserbandes heranzieht, bezeichnet.
Die schematische Darstellung nach Fig. 3 soll verdeutlichen, dass die Trennwand beliebig aus der Mittellinie M verschoben angeordnet sein kann, um in den verschiedenen langen Spinnschächten 15 und 16 Faserbänder verschiedener metrischer Nummer c und d bei je der gleichen Abzugsgeschwin- digkeit erzeugen zu können.
Fig. 4 veranschaulicht, dass auch konische Spinnschächte, Spinntrichter 17 und 18 genannt, sich sehr gut in erfindungsgemässer Weise anordnen lassen.
Fig. 5 zeigt ein Anordnungsschema von drei oder mehreren Spinnschächten. In einem solchen Falle müssen natürlich mehrere Trennwände, z. B. 19 und 20 vorgesehen sein, welche die Trommelbreite und die Spinnschächte 21, 22 und 23 aufteilen. Bei diesem Beispiel besitzen die Spinnschächte 22 und 23 einen gemeinsamen Luftschacht 24, während zu dem Spinnschacht 21 der Luftschacht 25 gehört.
Die Fig. 6 und 7 zeigen schliesslich eine weitere abgeänderte Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung, bei der über die Trommelbreite beliebig viele Spinnschächte verteilt angeordnet werden können. Da für die Anbringung einer grösseren Anzahl von Spinnschächten aus konstruktiven Gründen Schwierigkeiten bezüglich der stufenartigen Anordnung der Spinnschächte auftreten, wird vorzugsweise die Fasermenge mit einer Umlenkung 26 von der Trommel 1 horizontal oder annähernd horizontal weggeleitet und einzelnen Spinnschächten 27,28, 29, 30 und 31 mittels Zulieferungskanä- len 32,33, 34, 35 und 36 zugeführt.
Da bei erhöhter Anzahl von Spinnschächten die jeweils erforder- lichen Zulieferungskanäle sich unter Umständen erheblich verlängern, ist es auch hier vorteilhaft, deren Querschnitte entsprechend stufenweise zu verringern, um einem zu starken Druckabfall des Umlaufwindes entgegenzuwirken. Ebenso lassen sich natürlich auch die Durchmesser der einzelnen Spinnschächte verringern. Dem eventuell durch die Länge der Zulieferungskanäle bedingten Druckabfall kann man schliesslich auch dadurch entgegenwirken, dass man z. B. bei der Umlenkung in die entsprechenden Zulieferungskanäle Zusatzluft einführt.
Bei diesem Beispiel weisen die Spinndüsen 37-40 der Spinnschächte 27-30 in die gleiche Richtung. Die Spinnschächte haben hier alle die gleiche Länge und die Schächte 27-30 liegen jeweils um die Länge ihrer Spinnrohre zurück versetzt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Erzeugung von Vorgarnen, Lunten, Faserbändern u. dgl. aus Glas mittels einer fadenabziehenden Trommel und einer an der der Fadenauflaufstelle abgewendeten Seite der Trommel an- geordneten diese Fäden abhebenden und zu Fasern umwandelnden Einrichtung in Form eines Schabers oder eines Staubleches, an das sich eine die Fasern zum Faserband formende Umlenkvorrichtung in Form einesSpinnkanaIs anschliesst, dadurch gekennzeichnet, dass an der Trommel mindestens zwei Zulieferungskanäle mit jeweils einem daran anschliessenden, aus einem in eine Abzugsdüse auslaufenden Rohr und einem sich daran anschliessenden luftdurchlässigen Luftschacht bestehenden Spinnschacht vorgesehen sind, in die die Fasern von verschiedenen ihnen zugeordneten Trommelbereichen einlaufen.