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Molch zum Abdichten von Rohrleitungen
Die Erfindung bezieht sich auf einen Molch zum Abdichten von Rohrleitungen, bestehend aus einer lufttrocknenden Beschichtungsmasse und mitgeführten wandernden Stopfen vor und nach derselben. Ge- mäss der Erfindung dient als Beschichtungsmasse eine bei Raumtemperatur zu Elastomeren härtbare Siloxanformmasse und dieser nachfolgend von ihr in an sich bekannter Weise durch mindestens einen mitgeführten, wandernden Stopfen getrennt, ein die Härtung der Formmasse beschleunigender Katalysator.
Die erfindungsgemässen Molche eignen sich besonders zum Abdichten von Löchern, Fugen, Nähten, Ritzen oder andern Öffnungen in Rohrleitungen, die der Beförderung von Erdgas, Petroleumprodukten und Wasser dienen und deren Durchmesser 30,48 cm oder kleiner ist.
Mit Hilfe des erfindungsgemässen Molches können die genannten Öffnungen nicht nur in neuverlegten Rohrleitungen abgedichtet werden, sondern auch in bereits in Betrieb befindlichen Rohrleitungen, ohne dass diese hiezu ausgegraben werden müssen, so dass die Reparatur praktisch am Platze vorgenommen werden kann.
Abdichtungsversuche mit Molchen, bei welchen sich zwischen den wandernden Stopfen nur eine bei Raumtemperatur zu Elastomeren härtbare Formmasse befand, wobei sich die Formmasse an den abzudichtenden Stellen ablagern und bei Raumtemperatur aushärten konnte, zeigten sich nur bei kleineren Löchern erfolgreich und versagten beim Dichtmachen von grösseren Löchern. Das kann jedoch mit Hilfe des erfindungsgemässen Molches erreicht werden, bei welchem der nachgeführte Katalysator die Härtung der Formmasse bewirkt, bevor der letzte wandernde Stopfen an den abzudichtenden Stellen vorbeigewandert ist.
Es sind schon Molche bekannt, bei welchen zwischen mitgeführten, wandernden Stopfen Flüssigkeiten durch Rohrleitungen befördert werden, die je nach ihrer Art zur Entfettung, Rostentfernung, Neutralisierung, Spülung, Phosphatierung, Trocknung und Beschichtung der Rohrleitungen dienen. Als Beschichtungsmassen können dabei Epoxydharze verwendet werden, die durch Einleiten von Pressluft getrocknet werden. Wird auch eine wässerige Ammoniaklösung mitgeführt, so dient sie nur zur Neutralisierung der vorher zur Rostentfernung durchgeführten Säure ; es handelt sich hiebei also nicht um einen Härtekatalysator für die Beschichtungsmasse.
Von diesen Molchen unterscheiden sich die erfindungsgemässen Molche vor allem durch zwei wesentliche Merkmale. Erstens werden gemäss der Erfindung als Beschichtungsmassen bei Raumtemperatur härtbare Siloxanformmassen verwendet und zweitens werden die für die Härtung dieser Formmassen notwendigen Katalysatoren erst nachfolgend und durch mindestens einen mitgeführten wandernden Stopfen von der Formmasse getrennt durch die Rohrleitung befördert. Erst durch diese Nachführung des Katalysators ist, wie erwähnt, die vollständige Abdichtung auch von grossen Löchern in der Rohrleitung garantiert.
Besonders geeignet als bei Raumtemperatur zu Elastomeren härtbare Formmassen für die erfindungsgemässen Molche sind endständige Acetoxygruppen enthaltende Siloxane. Der Ausdruck" endständig" ist so zu verstehen, dass die meisten der vorhandenen Acetoxygruppen endständig sind, doch können einige
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dieser Gruppen auch entlang der Kette angeordnet sein. Beispiele für derartige Formmassen und Verfah- ren zu ihrer Herstellung werden in der brit. Patentschrift Nr. 862576 beschrieben.
Selbstverständlich können diese Formmassen gegebenenfalls durch übliche bekannte Zusätze, wie verstärkende Füllstoffe, Pigmente und/oder Oxydationsinhibitoren modifiziert werden.
Es sei darauf hingewiesen, dass die genannten bei Raumtemperaturen zu Elastomeren härtenden
Formmassen nur beispielhaft sind und für die erfindungsgemässen Molche selbstverständlich auch belie- bige andere, bei Raumtemperatur zu Elastomeren härtbare Formmassen eingesetzt werden können.
Als Katalysatoren, die die Härtung der Formmassen bei Raumtemperatur zu beschleunigen vermö- gen, können beliebige flüssige Katalysatoren, beispielsweise wässerige Lösungen von Ammoniak, verwendet werden. Die Konzentration dieser wässerigen Ammoniaklösung ist nicht entscheidend, es können sowohl ziemlich verdünnte als auch konzentrierte Lösungen hiefür eingesetzt werden : beispielsweise eine übliche Ammoniumhydroxydlösung mit einem Ammoniakgehalt von 28%. Die Verwendung extrem ver- dünnter Lösungen ist aus praktischen Gründen nicht besonders zweckmässig.
Als wandernde Stopfen, deren Mitführung für die Fortbewegung und Trennung von Formmasse und
Katalysator erforderlich ist, können die üblicherweise für Substanztransporte in Rohrleitungen bekannten
Arten von Stopfen eingesetzt werden.
In den Zeichnungen stellen Fig. l und 2 Querschnitte durch ein Rohrleitungsstück-3-dar, durch das die bei Raumtemperatur härtbareFormmasse-5-- als viskose Flüssigkeit und der Katalysator-6- in Pfeilrichtung bewegt werden. Vor der Formmasse, zwischen Formmasse und Katalysator und nach dem
Katalysator befinden sich die wandernden Stopfen-4-. In Fig. 2 sind zwei einander unmittelbar fol- gende Stopfen zwischen Formmasse und Katalysator eingefügt, als Beispiel dafür, dass auch mehr als ein wandernder Stopfen vor, zwischen und nach Formmasse und nachfolgendem Katalysator vorhanden sein kann.
Die Fortbewegung des aus wandernden Stopfen, Formmasse und Katalysator bestehenden Molches durch die Rohrleitung erfolgt vorzugsweise durch Anwendung von Überdruck auf den letzten der Stopfen, wodurch gleichzeitig der Luftdruck vor dem ersten Stopfen reguliert wird. Selbstverständlich kann die Portbewegung des Molches auch durch andere übliche und bekannte Massnahmen oder Vorrichtungen erreicht werden. Durch ein kurzes Rohrstück kann der Molch beispielsweise mit Hilfe eines Stempels gedrückt werden.
Während der Führung des Molches durch die Rohrleitung werden alle vorhandenen Fugen, Löcher, Ritzen oder andern Öffnungen mit der Formmasse ausgefüllt, die, wenn sie mit dem Katalysator in Berührung kommt, unmittelbar härtet, wodurch eine wirksame Abdichtung erfolgt.
Obwohl der erfindungsgemässe Molch vorzugsweise dann durch die Rohrleitung geführt wird, wenn diese ausser Betrieb ist, ist dies auch bei in Betrieb befindlichen Rohrleitungen möglich. In der Praxis ist es z. B. üblich, verschiedene Petroleumfraktionen durch wandernde Stopfen voneinander getrennt durch die Rohrleitung zu führen, so dass der erfindungsgemässe Molch ohne weiteres zwischen zwei Fraktionen eingeschaltet werden kann.
Beispiel l : Drei Rohrstücke und drei Verbindungsstücke wurden in Form einer Rohrleitung aneinandergereiht, wobei die Verbindungsstücke so weit geöffnet blieben, dass sie schadhaften Nahtstellen entsprachen. Durch diese Anordnung wurde ein Molch geführt, der aus zwei wandernden Stopfen bestand, zwischen denen eine bei Raumtemperatur zu Elastomeren härtbare Siloxanformmasse mit endständigen Acetoxygruppen eingebettet war. Es wurde keine vollständige Abdichtung der Verbindungsstücke erreicht.
Der Versuch wurde mit einem Molch wiederholt, der zwischen den wandernden Stopfen dieselbe Formmasse enthielt, unmittelbar anschliessend gefolgt von einem weiteren Molch, der zwischen zwei wandernden Stopfen eine wässerige Ammoniumhydroxydlösung (Ammoniakgehalt 28%) eingebettet hatte. Jetzt wurde sofort eine vollständige Abdichtung der Verbindungsstücke erzielt.
Beispiel 2: Die gleichen Ergebnisse wurden erzielt, wenn an Stelle der Siloxanformmasse aus Beispiel 1 Siloxanformmassen mit endständigen Formyloxy-, Hexoyloxy- oder Octanoyloxyresten eingesetzt wurden.
Beispiel 3 : Gleiche Ergebnisse wurden erzielt, wenn an Stelle der Ammoniumhydroxydlösung aus Beispiel 1 eine Ammoniumhydroxydlösung mit einem Ammoniakgehalt von 15% eingesetzt wurde.