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Verfahren und Vorrichtung zum Entzundern von Eisenknüppeln
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entzundern von Eisenknüppeln durch Aufbringen eines trockenen Flussmittels auf die erhitzten Knüppel, auf deren Oberfläche das Flussmittel einen glasartigen Überzug bildet, der vor Oxydation schützt, den Zunder auflockert und samt diesem leicht vom Knüppel entfernbar ist. Ferner bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Das Vorliegen von Zunder während des Warmverarbeitens eines Eisenknüppels ist immer unzweckmässig, und bei einigen Bearbeitungsformen ist das Nichtvorliegen von Zunder für das Ausbilden eines zufriedenstellenden Fertigproduktes oder Halbfabrikates, wie z. B. beim Strangpressen von Stählen oder Legierungsstählen, wesentlich.
Zwecks Verringerung der Ausbildung von Zunder während des Erhitzens kann der Erhitzungsvorgang unter einer gesteuerten Atmosphäre durchgeführt werden, um so die Ausbildung von Oxyden zu vermeiden, und der Knüppel kann einen schützenden Überzug erhalten, bevor derselbe dem Erhitzungsvorgang unterworfen wird, oder es kann eine Kombination beider Arbeitsgänge angewendet werden. Als Deckmaterial wurde z. B. Borax vorgeschlagen, um während der Erwärmung eines Metallelementes dessen Oberfläche zu behandeln. Wenn überhaupt Zunder auf dem Knüppel ausgebildet wird, ist es zweckmässig, den heissen Knüppel vor dem mechanischen Verarbeiten zu entzundern.
Erfindungsgemäss wird ein Knüppel auf eine unterhalb einer für die spätere Verarbeitung erforderliche Temperatur, etwa in der Grössenordnung von 1040 C, erhitzt, dann der Knüppel mit einer Schicht des trockenen Flussmittels, das vorzugsweise im wesentlichen aus Glas und Salz besteht, überzogen und der überzogene Knüppel auf die Verarbeitungstemperatur erhitzt, worauf der heisse überzogene Knüppel durch Entfernen von Flussmittel und Zunder blank gemacht wird.
Im besonderen schlägt die Erfindung die Verwendung von Glas und, als Salz, Bariumchlorid vor.
Glas verbindet sich mit dem Bariumchlorid bei einer bestimmten Temperatur zu einem halbflüssigen Belag auf einem in gewissen Grenzen erwärmten Knüppel und schützt diesen während der darauffolgenden Erwärmung auf die Arbeitstemperatur. Der Belag aus Glas und Bariumchlorid schützt indes nicht allein den Knüppel, sondern durchdringt auch die sich auf dem Knüppel bildende Schlacke, so dass später sowohl der Belag als auch die Schlacke etwa durch einen Wasserstrahl entfernt werden können. Die Erfindung ist aber nicht auf die Verwendung eines Wasserstrahles angewiesen, wenngleich gefunden wurde, dass gerade bei der Anwendung von Glas und Salz als Belagmaterial ein Wasserstrahl die beste Wirkung gibt.
Das Erhitzen auf die Verarbeitungstemperatur, z. B. 1260 C, wird vorzugsweise in einem Induktionsofen durchgeführt. Das Induktionserhitzen sollte kurzzeitig durchgeführt werden, etwa 5 bis 15 min. Wird die Induktionsheizung nämlich über einen längeren Zeitraum, etwa 1 bis 2 h, ausgedehnt, so wird jeder Abschnitt des Knüppels, der nicht durch einen Glas-Salzbelag geschützt ist, oxydiert. Weiters kann bei solchen Zeiträumen ein Rinnen der Glas-Salzschmelze eintreten, so dass Oberflächenabschnitte des Knüppels davon entblösst werden. Induktionsöfen haben den Vorteil, dass die Erwärmung des Knüppels rasch und gleichmässig erfolgt.
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Unmittelbar im Anschluss an das Induktionserhitzen wird der heisse Knüppel z. B. durch Hochdruck-Wasserstrahlen entzundert und für das Ausbilden des Endproduktes oder Halbfabrikates den Strangpressvorgängen zugeführt.
Wenn das geeignete Flussmittel angewendet wird, führt das erfindungsgemässe Verfahren zu einem Knüppel, der vollständig entzundert die Entzunderungsvorrichtung verlässt.
Die Flussmittelmasse kann sowohl bezüglich der in Anwendung kommenden Materialien als auch der Anteile derselben unterschiedlich sein. Ein bevorzugtes Flussmittel wird aus einem Gemisch hergestellt, das sich aus einem Teil eines Salzes, wie Bariumchlorid (BaC1,) und drei Teilen pulverisiertem trockenem Glas zusammensetzt.
Es kann Fensterglas oder ein schmierendes Glas angewendet werden, wie es auf dem Gebiet des Strangpressens als 3KB-Glas bekannt ist. Ein typisches 3KB-Glas kann 47% SiOz, 28, 3% Bz O3, 12, 1% CaO, 0, 2% MgO, 3, 8% Al 2 O 3, 8, 4% Na 2 0 und 0, 1% CuO enthalten. Ein typisches Fensterglas kann 71%
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2,BaClz können auch andere Salze, wie Natrium- oder Kaliumchlorid angewendet werden, und die Anteile an Salz : Glas können von einem bevorzugten 1 : 3 Verhältnis bis auf gleiche Anteile 1 : 1 und selbst zwei Teile Glas pro ein Teil Salz abgeändert werden.
Anteile ausserhalb der angegebenen Bereiche sind jedoch nicht so wirksam und werden entweder nicht zu einem nicht vollständigen Entzundern eines Knüppels führen oder können einen mehrfachen Durchsatz des Knüppels durch die Entzunderungsvorrichtung unter Erreichen der gewünschten Sauberkeit des Knüppels erforderlich machen.
Bei Anwendung des Flussmittels in trockener Pulverform ist es notwendig, den Knüppel auf eine erhebliche Temperatur zu erhitzen, so dass beim Rollen des Knüppels über ein Flussmittelbett eine ausreichende Flussmittelmenge unter Ausbildung eines überzuges an demselben anhaftet. Beim weiteren Erhitzen des Knüppels wird das Flussmittelgemisch fliessfähig und benetzt die Oberfläche des Knüppels.
Das Flussmittel neigt nicht nur dazu, eine weitere Oxydation der Knüppeloberfläche durch Abdecken derselben zu verhindern, sondern löst ebenfalls das Oxyd auf. Wenn das fliessfähige Flussmittel der Entzunderungswirkung von Hochdruck-Wasserstrahlen unterworfen wird, wird der Flussmittelüberzug einschliesslich der gelösten Oxyde von der Oberfläche des Knüppels entfernt. Es wurde beobachtet, dass das beschriebene Flussmittel nicht nur den Zunder entfernt, sondern dass auch die Oberfläche des entzunderten Knüppels ungewöhnlich sauber wird.
Die Erfindung wird im folgenden beispielsweise an Hand der Zeichnung erläutert, die diagrammförmig den Laufweg eines Knüppels durch eine Erhitzungs- und Entzunderungsvorrichtung im Grundriss zeigt, die in erfindungsgemässer Weise angeordnet ist.
Wie in der Zeichnung dargestellt, werden gesäuberte und geätzte Knüppel-10-von einem Vorrat aus (nicht gezeigt) einem Drehofen --11-- zugeführt, wo dieselben auf eine Temperatur in der Grössenanordnung von 1040 C erhitzt werden. Bei der hier wiedergegebenen Ausführungsform weist der Drehofen herkömmliche Bauart auf und wird durch Verbrennen eines Brennstoffes erhitzt. Beim Brennstoff kann es sich um eine beliebige geeignete und wirtschaftliche Art, wie öl oder Gas handeln, und man arbeitet gewöhnlich unter geringfügig reduzierenden Bedingungen, um so die Oxydation der Knüppeloberfläche während des Erhitzens zu vermeiden oder hintanzuhalten. Gewöhnlich wird der Knüppel im Ofen 1, 5 bis 2 Stunden lang gehalten und im Anschluss hieran aus dem Ofen entfernt.
Bei oder benachbart zu der Abgabetemperatur aus dem Ofen von etwa 1040 C wird der Knüppel --10-- mit Flussmittel für das sich anschliessende Entzundern überzogen.
Der Knüppelüberzug kann vermittels jeder geeigneten Ausrüstung ausgebildet werden. In der gezeigten Weise wird der Knüppel über ein Bett--12--pulverisierten Flussmittels gerollt und nimmt hiebei einen Flussmittelüberzug auf. Der überzogene Knüppel wird sodann durch einen Induktionsofen --13-- unter Erhitzen des Knüppels auf eine Arbeitstemperatur in der Grössenordnung von 12600C gedrückt. Das Induktionserhitzen des Knüppels ist in 5 bis 15 min. abgeschlossen. Nach dem Entfernen aus dem Ofen--13--wird der Knüppel sodann durch einen Wassersprühring--14--nir das Entzundern geführt.
Der entzunderte Knüppel kann sodann direkt Walzen oder Pressen oder andern Verarbeitungseinheiten (nicht gezeigt) für das Warmverarbeiten zugeführt werden.
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auch andere Arten an Entzunderungsvorrichtungen, wie mit umlaufenden Drahtbürsten od. dgl. arbeitende Vorrichtungen angewendet werden können. Es wurde'jedoch gefunden, dass das mit Wasserstrahlen arbeitende Entzundern vollständig zufriedenstellend ist, wenn dasselbe zusammen mit dem erfindungsgemässen Flussmittel und erfindungsgemässer Arbeitsweise angewendet wird.
Bei einem Arbeiten mit einem Sprühstrahlring mit einem Innendurchmesser von 25, 4 cm und Arbeiten unter einem
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Wasserdruck von 130 kg/cm2, sowie einer Wassermenge von 615 11min. erhält man ausgezeichnete Ergebnisse beim Hindurchführen von Knüppeln mit einem Durchmesser von 19 cm durch einen Strahlring mit einer Geschwindigkeit von 18, 3 m/min. Unter den beschriebenen Bedingungen beläuft sich die Entzunderungstemperatur für die Knüppel auf etwa 1250 C, wobei der Kühleffekt der Wasserstrahlen praktisch zu vernachlässigen ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Entzundern von Eisenknüppeln durch Aufbringen eines trockenen Flussmittels auf die erhitzten Knüppel, auf deren Oberfläche das Flussmittel einen glasartigen überzug bildet, der vor Oxydation schützt, den Zunder auflockert und samt diesem leicht vom Knüppel entfernbar ist,
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Verarbeitung erforderliche Temperatur, etwa in der Grössenanordnung von 1040 C, erhitzt, dann der Knüppel mit einer Schicht des trockenen Flussmittels, das vorzugsweise im wesentlichen aus Glas und Salz besteht, überzogen und der überzogene Knüppel auf die Verarbeitungstemperatur erhitzt wird, worauf der heisse überzogene Knüppel durch Entfernen von Flussmittel und Zunder blank gemacht wird.
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