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Verfahren zum Trocknen von Hautmaterial, wie Blössen
Die tierischen Häute müssen aus verschiedenen Gründen vor der Verarbeitung konserviert werden.
Hiefür sind verschiedene Verfahren bekannt. Eines der ältesten Verfahren besteht darin, dass die Haut nach dem Abziehen vom Kadaver durch eine Behandlung mit Salz oder Salzlake konserviert wird. Dabei wird der Haut nur ein Teil des natürlichen Wassers entzogen. Es besteht daher die Gefahr, dass sie bei langer Lagerung dennoch bakterielle Schädigung erleidet Entzieht man das Wasser lediglich durch
Trocknen an der Luft, dann wird die Haltbarkeit zwar erhöht, jedoch muss man ein Verkleben der Hautfasern in Kauf nehmen. Mit andern Worten : Man erhält ein pergamentartiges Material, das sich beim
Weichen in Wasser nicht mehr in den ursprünglichen Hydratisierungszustand überführen lässt.
Diesen Mangel versucht man üblicherweise durch Zusatz von sogenannten"Anschärfmitteln", wieNatriumsulfid oder Ätznatron, oder aber durch Zusatz von Tensiden oder Enzympräparaten zu beheben, jedoch schafft dies nur unzulängliche Abhilfe. Weiterhin kann das Wasser dadurch aus der Haut entfernt werden, dass man sie in ein organisches, mit Wasser mischbares Lösungsmittel einlegt. Dabei wird das Wasser durch das organische Lösungsmittel mehr oder minder ersetzt. Durch Wiederholung dieses Vorganges kommt man zu einer vollständigen Entwässerung. Anschliessend wird das organische Lösungsmittel durch Trocknen entfernt. Dieses Verfahren ist insofern umständlich und aufwendig, als einmal teure Lösungsmittel benötigt werden, zum andern explosionssichere Anlagen erstellt werden müssen.
Ein neueres Verfahren, das in den letzten Jahren in der Nahrungsmittelindustrie verwendet wird, ist die Gefriertrocknung. Hiebei wird das zu trocknende Material in eine Vakuumkammer eingebracht.
Beim Anlegen des Vakuums verdampft infolge des niederen Druckes ein Teil des vorhandenen Wassers, wobei eine rasche Abkühlung bis unter den Gefrierpunkt erfolgt Die weitere Trocknung erfolgt durch Sublimieren des Eises. Bei Übertragung dieses Verfahrens auf das Trocknen von Häuten zeigt sich allerdings, dass das Endprodukt sehr steif ausfällt, infolgedessen sperrig ist und durch Knicken leicht beschädigt wird.
Es wurde nun gefunden, dass der letztgenannte Nachteil dadurch beseitigt werden kann, dass man das zu trocknende Hautmaterial mit n-Octanol, Kokosfettsäureaminacetat, Laurinsäuremonoäthanolamid, Dimethyldioxan, Laurlnsäuremonopropanolamid, Laurinsäurediäthanolamid, Steadnsäuremono- äthanolamid, Kokosfettsäuremonoäthanolamid, äthoxyliertem Laurylamin, Kokosfetts urepolydi tha- nolamid, Palmitylalkohol, Stearinsäurediäthanolamid, Triäthylenglykolmonoäfhyläther, Tetraäthylen- glykoldimethyläther, Sorbitmonostearylester, Triäthylenglykolmonobutyläther, primärem Laurylamin, Diäthylenglykolmonobutyläther, äthoxyliertem Äthylphenol od.
dgL nichtionischen Substanzen vorbehandelt, die a) zur Bildung von Wasserstoffbrücken befähigt-vorzugsweise über primäre Hydroxylgruppen, Äthergruppen, Aminogruppen und/oder phenolische Gruppen-, b) weniger flüchtig als Wasser und
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c) sowohl lipophil als auch hydrophil sind, und dass nach dieser Vorbehandlung die Gefriertrocknung des Hautmaterials in der hiefür üblichen Weise vorgenommen wird.
Die nichtionischen Substanzen werden demnach vorzugsweise in Form wässeriger Lösungen in die Blösse eingewalkt. Die Wirkung steigt mit der eingewalkten Menge. Üblicherweise werden 1 bis 10%, vorzugsweise 2 bis 5%, bezogen auf das Blössengewicht, verwendet.
Eine Substanz ist dann nichtionisch, wenn sie in wässeriger Lösung nicht in nennenswertem Umfang in Ionen zerfällt Zum Nachweis von Wasserstoffbrücken lässt sich z. B. die IR-Spektroskopie einsetzen.
Man erkennt das Vorhandensein von Wasserstoffbrücken an der Verschiebung der charakteristischen Fre- quenzen bestimmter Gruppen, wie der Hydroxyl- und der Aminogruppen. Unter "weniger flüchtig als
Wasser" soll verstanden werden, dass die Substanzen einen höheren Siedepunkt als Wasser aufweisen.
Eine Substanz ist dann sowohl lipophil als auch hydrophil, wenn sie sich sowohl in Wasser als auch in
Kohlenwasserstoffen, z. B. n-Heptan, in ausreichendem Masse löst Bestimmungsmethoden und Mess- zahlen hierüber finden sich z. B. in J. Soc. Cosmetic Chemists [1949], S. 311 bis 326, zitiert in C. A.
! l955], 9941h.
Die Erfindung ist in den folgenden Beispielen, ohne sie hierauf zu beschränken, weiter erläutert.
Beispiel 1: Das Blössenmaterial wird zu Vergleichszwecken direkt gefriergetrocknet. Das dabei erhaltene Trockenprodukt fällt ziemlich starr aus. Bei scharfem Knicken platzen die Narben. Die Nar- benoberfläche ist glatt.
Eine durch Walken mit 5% Diäthylenglykolmonobutyläther in 100% Flotte bei Raumtemperatur vor- behandelte Blösse liefert dagegen beim Gefriertrocknen in der Vakuumkammer eine Trockenblösse, die wesentlich weicher und weisser ist, als die ohne Vorbehandlung gefriergetrocknete Blösse.
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: Gebeizte Kalbsblössen werden mit je l, 4,kolmonobutyläther in 100% Flotte 2 h gewalkt und anschliessend gefriergetrocknet Die Trockenblössen sehen umso weisser aus und sind umso weicher, je mehr Diäthylenglykolmonobutyläther verwendet wurde. Setzt man die Gefriertrocknung über längere Zeit hinaus fort, wird der Effekt zum Teil wieder rückgängig gemacht, offenbar, weil nun auch Anteile der zugesetzten nichtionischen Substanz mitverdamp- fen.
Für praktische Bedürfnisse scheint eine Menge von 5% Diäthylenglykolmonobutyläther, bezogen auf Blössengewicht, angemessen.
Beispiel 3: Die folgenden Substanzen wurden in einer Menge von je 5% (in 100% Flotte) zur wässerigen Vorbehandlung von Blösse vor dem Gefriertrocknen verwendet :
1. Diglykolthioäther
2. Sorbit
3. Dimethylformamid
4. Cyclohexanol
5. ohne Zusatz
6. Isobutylnaphthalinsulfonat
7. Äthylenglykol
8. Polyglykol (M =200)
9. n-Octanol
10. Kokosfettsäureaminacetat
11. Laurinsäuremonoäthanolamid
12. Dimethyldioxan
13. Laurinsäuremonopropanolamid
14. Laurinsäurediäthanolamid
15. Stearinsäuremonoäthanolamid
16. Kokosfettsäuremonoäthanolamid
17. äthoxyliertes Laurylamin
18. Kokosfettsäurepolydiäthanolamid
19. Palmitylalkohol
20. Stearinsäurediäthanolamid
21. Triäthylenglykolmonoäthyläther
22. Tetraäthylenglykoldimethyläther
23. Sorbitmonostearylester
24.
Triäthylenglykolmonobutyläther
25. primäres Laurylamin
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26. Diäthylenglykolmonobutyläther
27. äthoxyliertes Alkylphenol
Während die Versuche 1. bis 8. praktisch unterschiedslos ein sperriges Trockenprodukt bei der Gefriertrocknung liefern, was dem Mangel an hinreichender Lipophilität des Zusatzes zuzuschreiben ist, wird bei Anwendung von nichtionischen Substanzen, die den Bedingungen a), b) und c) der Erfindung entsprechen, gemäss den Versuchen 9. bis 27. in der angegebenen Reihenfolge ein zunehmend weicheres Produkt erhalten.