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Porenbildende Aluminium-Paste für Baustoffe
Die Erfindung betrifft eine porenbildende Aluminium-Paste für Baustoffe aus einem von kaschierten Aluminium-Folienabfällen und-schrotten gewonnenen, vorzugsweise einer Vorbehandlung unterzogenen Ausgangsstoff, deren Flussigkeitskomponente Wasser sein kann.
Es ist bereits bekannt, zur Erzielung der Porenstruktur und der damit verbundenen spezifischen Eigenschaften des Gasbetons Metallpulver zu verwenden, die unter Einwirkung bestimmter Medien Wasserstoffgas entwickeln. Es ist weiter bekannt, die mit der Verwendung von theoretisch trockenen Metallpulvern verbundenen Nachteile dadurch auszuschalten, dass die Metallpartikel bereits in angeteigtem Zustand, also in pastenförmiger Konsistenz zum Einsatz kommen.
Auch ist bereits bekannt, eine Paste zu verwenden, deren Flüssigkeitskomponente Wasser ist. Bei der Verwendung von Metallpasten ergibt sich der gemeinsame Vorteil der gleichmässigen Einarbeitung des Porenbildners in den Betonbrei vor dem Füllen der Formen. Eine andere ebenfalls bekannte Möglichkeit zur gleichmässigen Verteilung des Porenbildners im Beton ist in der Zugabe von einem oder mehreren Emulgatoren zu sehen, die besonders bei Verwendung von mit flüssigen Kohlenwasserstoffen gemahlenen Pasten notwendig ist.
Der neueste bekannte Stand der Technik wird markiert durch eine Aluminium-Wasserpaste, die ohne Verwendung von Emulgatoren zum Einsatz kommen kann und in der Gasbetonindustrie bereits erfolgreich verarbeitet wird. Bei diesem Material entfällt jede Aufarbeitung, die z. B. bei der Verwendung von Metallpulvern vor dem Einsatz erforderlich ist. Die relative Stabilität und Lagerbeständigkeit dieser Paste wird durch den dosierten Zusatz von Inhibitoren erreicht. Eine weitere Möglichkeit für die Herstellung von Porenbeton ist in der Verwendung schaumbildender Mittel zu sehen. Diese Schaumbildner werden in den Rohschlamm eingearbeitet und erzeugen durch Schäumen die geforderte Porenstruktur. In der praktischen Anwendung hat sich dieses Verfahren aber nur in geringem Masse durchsetzen können.
Ursache dafür ist der relativ hohe technische Aufwand zur sicheren Beherrschung des Verfahrens. Für die Herstellung von Gasbeton hat sich daher nur der Einsatz von Metallpulver, insbesondere von Aluminiumpulver und der Einsatz von Aluminium-Benzin-Paste und Aluminium-Wasser-Paste bewährt.
Die bisher genannten Mittel und Verfahren stellen neben den aufgezeigten Nachteilen auch einen wesentlichen Kostenfaktor des Enderzeugnisses dar.
Hier setzt die Aufgabe der Erfindung ein, die sich das Ziel gestellt hat, die bekannten Mängel des Standes der Technik zu beseitigen und eine technologisch relativ einfach herstellbare Aluminiumpaste
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zu entwickeln, die auch im Prozess der Weiterverarbeitung sicher zu beherrschen ist.
Es wurde gefunden, dass bei der Verarbeitung eines, von kaschierten Aluminium-Folienabfällen und - schroten nach bekannten Verfahren gewonnenem, angearbeiteten Ausgangsstoffes zu Wasserpaste kein
Zusatz von Stoffen zur Stabilisierung des Metallanteiles notwendig ist. Die zum Kaschieren von Aluminium verwendeten Materialien wirken gemeinsam, aber auch jedes für sich, in einer Aluminium-
Wasserpaste so, dass eine Reaktion zwischen den Aluminium-Partikeln und dem Wasser unterbunden wird. Als Ausgangsstoff können nach bekannten Verfahren in Schneidgranulatoren oder analogen Aggre- gaten zerkleinerte kaschierte Aluminium-Folienabfälle und -schrotte verwendet werden.
Da die Ka- schierrückstände im Ausgangsstoff in der Regel in einem unvorteilhaften Überschuss vorliegen, kann der Überschuss durch Windsichtung, oxydierendes Rösten oder andere bekannte Massnahmen auf das zulässi- ge Mass reduziert werden. Über die mögliche stoffliche Zusammensetzung des Ausgangsmaterials sind
Angaben indemamerikanischenFachbuch"KaiserAluminiumFoil'', Erstausgabe Jahrgang 1958, S. 86 ff, enthalten.
Es wurde durch Versuche weiter gefunden, dass es vorteilhaft ist, einen Ausgangsstoff bestimmter
Zusammensetzung zu verwenden. So werden die günstigsten Vorteile der erfindungsgemässen Alumi- nium-Paste bei einem Anteil von 5 bis 50, vorzugsweise 20 bis 40 Gew..-% Kaschierruckständen im
Ausgangsstoff erreicht. Ein höherer Anteil an Kaschierrückständen beeinflusst zwar dessen stabilisierende
Wirkung gegenüber dem zur Oxydation neigenden Metallanteil nicht nachteilig, doch verhält sich der überschüssige Kaschierrückstand bei der Porenbildung im Baustoff inaktiv und er stellt daher einen, die
Sicherheit der Gasbetonstruktur befährdenden Ballast dar.
Liegt daher der Ausgangsstoff mit einem höheren Anteil an Kaschierrückständen vor, so kann das gewünschte Mischungsverhältnis durch die Zugabe einer entsprechenden Menge von beispielsweise Alu- minium-Flittern aus metallisch reiner Folie eingestellt werden.
Liegt dagegen der Ausgangsstoff mit einem niedrigeren Anteil an Kaschierrückständen vor, so konnte durch Versuche gefunden werden, dass je nach dem vorhandenen und dem erforderlichen Mi- schungsverhältnis eine Menge von 4 bis 20 Gew. -0/0 Borsäure und/oder Gummiarabikum die notwendige
Stabilität der Aluminium-Partikel wieder herstellt.
Schliesslich wurde eine weitere überraschende Feststellung gemacht. Die Kaschierrückstände in der
Aluminium-Paste üben nicht nur eine stabilisierende Wirkung auf die zur Oxydation neigenden Alumi- nium-Partikel aus, sondern sie besitzen noch die zusätzliche und vorteilhafte Eigenschaft, als Schaum- bildner zu wirken und dadurch die Porenbildung im Gasbeton zusätzlich günstig zu beeinflussen.
Da die schaumbildenden Stoffe, wenn sie alle oder im Überschuss zur Anwendung kommen, die ge- forderte Porenstruktur im Baustoff nicht mit Sicherheit gewährleisten, ist es notwendig, den Anteil ge- genüber dem Metall auf maximal 50 Gew. -0/0 zu beschränken.
Die präzisierende Einengung auf einenAusgangsstoffbestimmterZusammensetzung schliesst keines- wegs die Möglichkeit aus, die erfindungsgemässe Aluminium-Paste mit den gleichen günstigen Eigen- schaften auch durch Mischen der einzelnen Pastenbestandteile herzustellen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Als Porenbildner für Baustoffe dienende Aluminium-Paste aus einem von kaschierten Aluminium-Folienabfällen und-schrotten gewonnenen, vorzugsweise einer Vorbehandlung unterzogenem Ausgangsstoff, dadurch gekennzeichnet, dass sie 5 bis 50, vorzugsweise 20 bis 40 Gew.-o Kaschierrückstand enthält.