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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung an mit bevorzugt als Druckluftbremse ausgebildeter Betriebsbremse versehenen Fahrzeugen zur Ausgabe von Streugut aus einem Streugutbehälter, mit über ein Steuerventil an eine Druckluftquelle anschliessbarer, pneumatisch beaufschlagbarer Ausgabeeinrichtung für das Streugut aus dem Behälter.
Solche Vorrichtungen sollen Fahrzeuge, besonders Strassenfahrzeuge, wie Lastkraftwagen, Tankwagen, Autobusse, Sattelschlepper und Strassenfahrzeuganhänger, beim Bremsen auf vereisten und nassen Fahrbahnen und auch auf durch starke Sonneneinwirkung erweichten Asphaltstrassen vor Gleiten, Verrutschen, Schleudern usw. schützen und die Bremswege kürzen. Streugut (Kies, Splitt, Hochofenschlackensand usw. ) wird während des Abbremsens des Fahrzeuges hauptsächlich automatisch vor die Räder gestreut.
Es hat nun schon Versuche gegeben, das Streuproblem zu lösen. So wurde bereits eine Vorrichtung bekannt, bei der mittels eines händisch zu betätigenden Hauptschalters ein elektromagnetisches Steuerventil erregt wird, das den Zutritt eines unter Druck stehenden Mediums zu einem Arbeitszylinder steuert, der dann seinerseits einen Splitstreuer betätigt. Solche Einrichtungen haben den Nachteil, dass nur ein einziges Streugut ausgegeben wird, nämlich Splitt, der die unangenehme Eigenschaft besitzt, von der Fahrbahn abzuprallen, wodurch der Streueffekt vermindert wird. Es wurde nun auch schon eine Sandstreueinrichtung bekannt, bei der zwei verschiedene Streugüter ausgegeben werden können.
Die Anordnung war hiebei so getroffen, dass das feinere Streugut vor der (im wesentlichen zylindrischen) Lauffläche auf die Fahrbahn gelangte, wogegen das gröbere Streugut zu beiden Seiten des feineren Gutes auf die Strasse gelangte ; dies aus der überlegung, den durch die Reifenwölbung seitlich von der Strassendecke etwas abgehobenen Profilstreifen durch die grössere Sandkörnung mit der Unterlage in Kontakt zubringen und damit die Reibungsfläche zu vergrössern. Dies brachte jedoch auch nicht den gewünschten Erfolg, weil das gröbere Streugut seitlich nach dem Aufprall auf die Strasse, insbesondere wenn diese mit Eis bedeckt war, wegsprang.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, unter Vermeidung der Nachteile der vorerwähnten Einrichtungen, eine wirkungsvolle Streuung zu ermöglichen. Erreicht wird dieses Ziel, ausgehend von einer Vorrichtung der eingangs erwähnten Art, wenn erfindungsgemäss bei in an sich bekannter Weise mit einem Grob- und einem Feingutbehälter ausgestatteten Fahrzeugen von dem als elektromagnetisches Ventil ausgebildeten Steuerventil eine Druckluftleitung zur Beaufschlagung sowohl einer in den Feingutbehälter mündenden Düse als auch in an sich bekannter Weise eines pneumatischen Arbeitszylinders zur Betätigung eines in dem Grobgutbehälter angeordneten Verschlussschiebers für den Auslass des Grobgutbehälters ausgeht.
Durch die erfindungsgemässe Ausgestaltung der Streuvorrichtung wird erreicht, dass zunächst Feingut die Fahrbahn erreicht-bedingt durch das pneumatische Austragen des Feingutes-und erst später Grobgut hinzukommt, das dann sozusagen bereits ein gewisses Bett aus Feingut vorfindet und dadurch weniger zum Wegspringen neigt. Darüber hinaus steht bei noch hoher Geschwindigkeit, nämlich zu Beginn des Streuvorganges, eine Feingutauflage zur Verfügung, die günstigere Verzögerungswerte zu erreichen erlaubt. Als besonders günstig erweist sich bei der erfindungsgemäss ausgeschalteten Vorrichtung, dass die Betätigung der Düse im Feingutbehälter und des Arbeitszylinders für die Verstellung des Verschlussschiebers des Grobgutbehälters von einer einzigen Druckluftleitung aus erfolgt, wodurch der Aufbau der Einrichtung relativ einfach wird.
Eine weitere Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Mündung der Düse im Bereich des Eintrittes eines mit der Düse koaxilen Verbindungsrohres liegt, dessen anderes Ende im Bereich des Auslasses des Grobgutbehälters mündet, dass der Rohrmündung gegenüberliegend eine gegen die Rohrachse geneigt angeordnete Prallwand vorgesehen ist und dass unter dem Auslass des Grobgutbehälters und der Prallwand zwei gegen den Boden gerichtete in Fahrtrichtung hintereinander liegende Auslassleitungen vorgesehen sind, wobei die Achse, der in Fahrtrichtung vorne liegenden Auslassleitung etwa in Fahrtrichtung geneigt ist und mit der Richtung der von der Prallwand reflektierten Feingutkörner zusammenfällt und die Achse der zweiten Auslassleitung gegen die Fahrtrichtung geneigt ist und unmittelbar vor dem Rad auf die Fahrbahn trifft.
Durch diese Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vorrichtung wird ein besonders günstiger Streueffekt erzielt.
Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung werden an Hand der Zeichnung erläutert, in der ein Ausführungsbeispiel, nämlich eine erfindungsgemässe Sandstreuvorrichtung für Motorwagen, schematisch dargestellt ist.
Bei Gleit- und Schleudergefahr auf vereisten oder nassen Fahrbahnen bzw. auf aufgeweichte Asphaltstrassen wird ein im Führerhaus befindlicher elektrischer Schalter-d-eingeschaltet. Während des Bremsens schliesst ein elektrischer Kontakt-f-, entweder direkt mit Hilfe des Bremspedales oder mit Hilfe
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Membrane bzw. ein kleiner Kolben gegen eine Druckfeder bewegt wird. Der elektrische Strom fliesst dann über den geschlossenen Schalter-d-, weiters über die elektrische Leitung-g--und erregt den Magnet des 4/3-Wegemagnetventils--10--.
(Die vier Wege sind : die Druckluftleitungen--9, 11, 12-und als vierter Weg werden beide Entlüftungen der Druckluftleitungen-11 und 12-gezählt : die Ziffer 3 bedeutet drei Stellungen des Ventils. ) Durch die Erregung des Magneten-a-- des elektromagnetischen Ventils--] 0-- ist
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--10-- führenden Druckluftleitung --9--- ist in dieser Stellung des Ventils --10-- mit der Aussenluft verbunden. Die Druckluft beschleunigt den um die Düse --25-- liegenden getrockneten und gesiebten Sand im Behälter--26--, der dann durch ein Rohr--24-- (Mischkammer des Strahlgebläses) zur Prallwand--21--gelangt.
Diese ist abnehmbar ausgeführt (an der Innenseite mit einem mittels einer Schweisselektrode aufgetragenen abriebfesten Belag versehen) und so geneigt, dass der abprallende Sand durch die von einem Schlauch gebildete Auslassleitung --23-- auf die Fahrbahn gelangt.
Da der Sand mit Hilfe des Strahlgebläses-25, 24-beschleunigt wird, der Luftdruckschalter-4-- noch unterhalb des maximalen Bremszylinderdruckes anspricht bzw. bei Betätigung des Kontaktes--f--mit
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--21-- denBehälter --26-- in kürzester Zeit auf die Fahrbahn. In der zweiten Phase des Bremsvorganges kommt das grobe Streugut aus dem Behälter --30-- zur Wirkung. Dieser Behälter ermöglicht die vom Feingut aus dem Behälter --26-- durch Wirkung des Strahlgebläses--25, 24--und der Prallwand --21-- erzeugte
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l--abzweigende,- 30-verschliessenden Drehschieber--31--um einen bestimmten Winkel verdreht.
Während der Drehbewegung überdeckt sich ein im Schieber vorhandener aussermittig angeordneter Schlitz mit einem
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Behälters--30--.Behälter-30-mit gröberem Streugut gefüllt.
Nach erfolgter Bremsung würde bei eingeschaltetem Schalter--d-und weiterer Betätigung der Bremse z. B. auf einer Strassenkreuzung mit Steigung, wo das Fahrzeug mit Druckluftbremse gegen Abrollen gesichert wurde, unnötig Sand verloren gehen. Um den Fahrer darauf aufmerksam zu machen, leuchtet im Führerhaus beim Bremsen (also bei geschlossenem Schalter--d--und Kontakt--f--) eine Lampe--e-auf. Es muss in einem solchen Falle der Schalter-d-vorübergehend ausgeschaltet werden.
Beim Anfahren auf vereisten Fahrbahnen und nötigenfalls beim Sandstreuen während der Fahrt wird
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zw.Ventils --10-- erregt, also wieder die zum Ventil--10--führende Leitung--9--mit der vom Ventil - 10-- wegführenden Leitung --11-- verbunden.
Um ein Zusammenbacken des Streugutes in den Behälter zu vermeiden, sind im Grobgutbehälter--30-- an der Welle-29-einige Bolzen-32-angebracht, die während der Drehbewegung der Welle-29-
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Beim Sandstreuen gelangt somit über das Röhrchen --13-- Druckluft in den Feingutbehälter --26-- und die Sandkörner werden aufgelockert. Die Luft kann dann durch einen Rohrbogen--27--entweichen.
Damit sich eine genaue Sandspur vor den Rändern bilden kann, ist es notwendig, die Auslassleitungen - 22 und 23--bis nahe an die Fahrbahn zu verlegen. Damit jedoch keine starren Teile bis in Fahrbahnnähe ragen, werden elastische Gummischläuche dafür verwendet. Der Querschnitt dieser Schläuche bzw. deren Ausläufe ist rechteckig oder oval und die Breite ist auf die Radreifenbreite abgestimmt.
Beim Anfahren des Fahrzeuges auf vereister Fahrbahn ist es wichtig, dass die Sandkörner möglichst nahe an die Berührungsstelle zwischen Rad und Fahrbahn gelangen (Punkt--A--). Da das Streugut vom Grobgutbehälter --30-- auch durch den rechten Schlauch--22--auf die Fahrbahn gelangt, ist diese Bedingung erfüllt. Jedoch beim Bremsen, hauptsächlich bei höherer Fahrgeschwindigkeit, würden die herunterfallenden Sandkörner des rechten Schlauches --22-- von den Rädern weggeschleudert werden.
Dies wird dadurch vermieden, dass in der ersten Phase des Bremsvorganges (also bei noch höherer Fahrgeschwindigkeit) das Feingut durch Wirkung der Prallwand --21-- fast ausschliesslich in die in Fahrrichtung vorne liegende Auslassleitung-23--gelangt und somit den Rädern vorgestreut wird. Es ist also beim Anfahren eine gezielte Sandstreuung an der Stelle--A-, sehr nahe der Berührungsstelle zwischen Reifen und Fahrbahn und beim Bremsen eine Vorstreuung vorgesehen.
Bei vielen Fahrzeugen steht vor den Rädern genügend freier Raum zur Verfügung, wie z. B. bei den meisten Lastkraftwagen. Die Streugutbehälter-26 und 30-können also entsprechend gross ausgeführt werden. Das Streugut kann durch Füllstutzen--18 und 28-- gefüllt werden. Bei vielen andern Fahrzeugen, wie z. B. bei den meisten Omnibussen, ist der in Frage kommende Raum begrenzt. In solchen Fällen werden die Streugutbehälter
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--26 und 30-- klein ausgeführt (mit einem Inhalt für etwa ein bis zwei Bremsungen).
In diesem Falle werden zusätzliche grössere Vorratsbehälter --36 und 37--an einem beliebigen freien Platz des Fahrzeuges angebracht
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der kleinen Behälter --26 und 30-kann also während der Fahrt vom Führerhaus aus erfolgen. Um das Sandfüllen zu beenden, wird der Kippschalter-c-in die 0-Stellung gebracht, somit kommt das Magnetventil --10-- ebenfalls in die 0-Stellung (mittleres Rechteck), und die Vorratsbehälter --36 und 37-- werden über die Leitung --12-- und die Entlüftungsbohrung im Magnetventil --10-- entlüftet, Da die
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- 26 und 30-- stattfinden.
Um das möglichst zu begrenzen, wird ein Überdruckventil --43-- an einer Verbindungsleitung --42-- zwischen den Vorratsbehältern --36,37-- angebracht, das bei etwa 2, 5 atü Luft von den Behältern --36 und 37-in die freie Atmosphäre ausströmen lässt. Zur Förderung des Streugutes zu den Streugutbehältern --26,30-- durch die verhältnismässig kurzen Leitungen --34 und 35-- ist dieser Druck ausreichend. In diesen Behältern kann also der Druck 2, 5 atü nicht übersteigen und dadurch die Entlüftungszeit bedeutend gekürzt werden.
Um den Grobgutbehälter --30-- vor Überdruck zu schützen und um den Fahrer darauf aufmerksam zu machen, dass eine Überfüllung stattfindet, ist eine Vorrichtung --10-- vorgesehen, die aus einem Rohrbogen, Ventilteller, Druckfeder und dem Kontakt bzw. Kippschalter--h--besteht. Ist überdruck im Grobgutbehälter --30-- entstanden, so öffnet sich der Ventilteller. Das Streugut gelangt in einen Zusatzbehälter --20--, der am Grobgutbehälter--30--angehängt und leicht abnehmbar ist (in der Zeichnung sind die Vorrichtung --19-- und der Zusatzbehälter --20-- um 90 verdreht eingezeichnet). Gleichzeitig schliesst der Kontakt --h-- und im Führerhaus leuchtet die Lampe--e--auf.
Der Zusatzbehälter-20--kann zu beliebiger Zeit entleert und das Streugut wieder verwendet werden.
Die Querschnitte der Verbindungsleitungen--34 und 35--zwischen den Vorratsbehältern --36,37-und den Streugutbehältern --26,30-- sind so gewählt, dass zuerst der Grobgutbehälter --30-- voll wird; somit wird ohne spezielle Vorrichtung eine überfüllung des Feingutbehälters --26-- und somit ein Sandverlust
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gewährleistet.
Diese Sandstreuvorrichtung eignet sich zum serienmässigen und nachträglichen Einbau in Fahrzeuge, die mit einer Druckluftbremse ausgestattet sind. Sie kann aber auch bei Fahrzeugen ohne Druckluftbremse Anwendung finden, falls es möglich ist, im Motorraum des betreffenden Fahrzeuges einen kleinen Luftlader unterzubringen und anzutreiben.
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--6-- verbundenPATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung an mit bevorzugt als Druckluftbremse ausgebildeter Betriebsbremse versehenen Fahrzeugen zur Ausgabe von Streugut aus einem Streugutbehälter, mit über ein Steuerventil an eine Druckluftquelle anschliessbarer, pneumatisch beaufschlagbarer Ausgabeeinrichtung für das Streugut aus dem Behälter,
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Feingutbehälter ausgestatteten Fahrzeugen von dem als elektromagnetisches Ventil (10) ausgebildeten Steuerventil eine Druckluftleitung (11) zur Beaufschlagung sowohl einer in den Feingutbehälter (26) mündenden Düse (25) als auch in an sich bekannter Weise eines pneumatischen Arbeitszylinders (15) zur Betätigung eines in dem Grobgutbehälter (30) angeordneten Verschlussschiebers (31) für den Auslass des Grobgutbehälters (30) ausgeht.
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