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Die Erfindung betrifft einen Bodenbelag zur Befestigung hydraulisch beanspruchter Bodenflächen, insbesondere Böschungen von Wasserläufen od. dgl., bestehend aus zu einem Verband verlegten Hohlformsteinen, deren zumindest nach oben offene Hohlräume zur Aufnahme einer dem Pflanzenwuchs dienenden Humusfüllung dienen.
Solche Bodenbeläge haben sich in der Praxis sehr bewährt, weil sie den Vorteil aufweisen, dass sie nicht nur durch ihre Struktur als Formsteinverband die Böschungen od. dgl. Bodenflächen gegen Auswaschung schützen und eine Begehbarkeit und Befahrbarkeit solcher Böschungen gewährleisten, sondern darüber hinaus auch einen
Pflanzenwuchs, einen Grasteppich od. dgl. zulassen und sogar begünstigen, indem sie die für einen solchen
Pflanzenwuchs erforderlichen Humusmengen in einer gleichmässigen Verteilung über die Bodenfläche festhalten, bis dieser Humus später durch die Wurzeln der Pflanzen, welche durch die Hohlräume der Formsteine in tiefere
Bodenschichten vordringen, zwangsläufig und zusätzlich festgehalten und stabilisiert wird.
Diese Funktion der Hohlformsteine wurde allerdings unter Umständen beeinträchtigt, wenn die hydraulische Beanspruchung der mit dem Bodenbelag zu versehenden und dadurch zu sichernden Bodenfläche, z. B. einer Böschung, schon in einem verhältnismässig starken Ausmass einsetzte, bevor noch eine ausreichend kräftige und tiefgreifende Wurzelbildung der Pflanzen erfolgt war.
In diesem Falle bestand die Gefahr, dass der
Humus aus den Hohlräumen der Hohlformsteine völlig oder zumindest in einem erheblichen Ausmass ausgewaschen wurde, bevor noch eine Wurzelbildung der Pflanzen eintrat, und das durch diese Hohlräume in den
Untergrund eindringende, wirbelbildende Wasser verursachte darüber hinaus in diesem Untergrund, also in der
Basis des Bodenbelages, Auskolkungen, die schliesslich zu einer zumindest örtlichen Zerstörung des Bodenbelages und des damit bedeckten Bodens führten.
Ziel der Erfindung ist es, durch eine geeignete Sturktur des Bodenbelages dafür zu sorgen, dass in jener gefährlichen Phase, innerhalb welcher nach Fertigstellung des Belages noch keine ausreichende Wurzelbildung der
Bepflanzung erfolgt ist, keine Auswaschung, zumindest keine totale Auswaschung, des in den
Formsteinhohlräumen befindlichen Humus erfolgen kann.
Zur Erreichung dieses Zieles ist nach dem wesentlichsten Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass die
Hohlräume der Hohlformsteine zumindest teilweise mit einem aus Humus und kantigen bzw. sperrigen Festteilen gebildeten Gemenge gefüllt sind.
Die Erfindung beruht nämlich auf der überraschenden und in Versuchen auf ihre Richtigkeit überprüften Erkenntnis, dass solche kantigen bzw. sperrigen Festteile durch die Wirbelbildung eines den Bodenbelag fallweise überströmenden Wassers, also letzten Endes mittelbar durch die hydraulisch-mechanische Beanspruchung der Bodenfläche, in eine zielführende Vibration versetzt werden, infolge derer sie zu einer Hohlraumfüllung aussergewöhnlicher Festigkeit und Widerstandsfähigkeit verdichtet und innerhalb der Hohlräume der Hohlformsteine bleibend verankert werden, so dass sie gewissermassen als dauernder Bestandteil dieser Hohlformsteine den Humusanteil der Hohlraumfüllung ausserordentlich zuverlässig festhalten und gegen Auswaschung schützen.
Gleichwohl zunächst bei einer überspülung des Hohlformsteinbelages durch strömendes Wasser ein oberflächlich gelegener Teil der Humusfüllung ausgewaschen werden mag, sichert später der Anteil der kantigen bzw. sperrigen Festteile des Humus-Festteil-Gemenges gewissermassen wie eine Panzerung den Verbleib einer für den Pflanzenwuchs ausreichenden Humusmenge innerhalb der Formsteinhohlräume und damit auch die spätere Ausbildung eines zähen Wurzelgefüges, welches aus dem Pflanzenbewuchs-allerdings erst allmählich-resultiert.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes beträgt der Anteil der Festteile in dem Gemenge mindestens 10 Vol.-%, vorzugsweise zwischen 20 bis 40 Vol.-%.
Die Erfindung ist in vielerlei Varianten ausführbar, insbesondere was die Gestaltung der Hohlformsteine des Bodenbelages und die Wahl des Füllmaterials betrifft.
Vorzugsweise bestehen die Festteile des die Hohlräume der Hohlformsteine zumindest teilweise füllenden Gemenges zumindest teilweise aus einem mineralischen oder keramischen, gebrochenen Material, z. B. Splitt. Es hat sich als besonders günstig erwiesen, solche Festteile zumindest teilweise aus plättchenförmig gebrochenem Material bestehen zu lassen. Solches sperriges Füllmaterial bildet in den Hohlräumen der Formsteine eine besonders widerstandsfähige und im Sinne der Zielsetzung der Erfindung wirksame Struktur aus, wenn es durch die Wirbelbildung des strömenden Wassers in Vibration gerät.
Die maximale Korngrösse der Festteile soll im Rahmen der Erfindung zur Erzielung guter Ergebnisse etwa ein Drittel bis ein Sechstel der jeweils geringsten Querschnittsabmessung der mit dem Gemenge gefüllten Hohlräume der Hohlformsteine betragen. Gute Ergebnisse wurden beispielsweise erzielt, wenn bei Verwendung von Formsteinen mit rechteckigen Hohlräumen mit 55 mm Seitenlänge des Querschnittes ein Splitt verwendet
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Die Hohlräume der Hohlformsteine müssen nicht über ihre gesamte Höhe mit einem Festteil-Humus-Gemenge gefüllt sein, sondern sie können auch nur über einen Teil ihrer Höhe, vorzugsweise über einen höherliegenden Bereich, mit diesem Gemenge gefüllt werden, um dadurch die im übrigen, z. B. unteren Bereich, befindliche Humus-Füllung gegen ein Auswaschen zu sichern.
Wie schon erwähnt, wurde die Qualität und das Verhalten eines erfmdungsgemässen Bodenbelages unter hydraulischer Beanspruchung vergleichsweise mit den Eigenschaften eines Bodenbelages überprüft, bei dem die Hohlraumfüllung lediglich aus reinem Humus bestand, und es wurde ermittelt, dass die Widerstandsfähigkeit eines Bodenbelages der letztgenannten Gattung gegenüber der sogenannten Schleppkraft eines fliessenden Gewässers bloss ein Drittel jenes Wertes betrug, der einem erfindungsgemässen Bodenbelag entsprach.
Der für einen bereits bewachsenen und durchwurzelten Bodenbelag ermittelte Wert beträgt hingegen das Sechsfache jenes einer noch nicht bewurzelten reinen Humusfüllung, somit schliesslich das Doppelte eines im Zwischenstadium befindlichen erfindungsgemässen Bodenbelages.
Wie schon eingangs betont, erweist es sich somit, dass mit der erfindungsgemässen Lösung eine hohe Sicherheit gegen eine Auskolkung einer gegen hydraulische Beanspruchungen zu schützenden Bodenoberfläche während jener kritischen Zeit gewährleistet werden kann, innerhalb derer der bereits verlegte Formsteinverband noch nicht von den Wurzeln der Bewachsung durchsetzt und solcherart noch nicht voll gefestigt ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Bodenbelag zur Befestigung hydraulisch beanspruchter Bodenflächen, insbesondere Böschungen von Wasserläufen od. dgl., bestehend aus zu einem Verband verlegten Hohlformsteinen, deren zumindest nach oben offene Hohlräume zur Aufnahme einer dem Pflanzenwuchs dienenden Humusfüllung dienen,
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