AT337949B - Selbsttragendes bauelement und verfahren zu seiner herstellung - Google Patents
Selbsttragendes bauelement und verfahren zu seiner herstellungInfo
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Description
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Die Erfindung betrifft ein selbsttragendes Bauelement aus mineralischen Zuschlagstoffen und einem
Bindemittel und ein Verfahren zu seiner Herstellung.
Unter dem Begriff Bauelement werden Mauer- und Decksteine aller Art und aller Profile, insbesondere jedoch Vormauersteine und Trittplatten, aber auch Rohre, Rohrteile u. dgl. verstanden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, nicht mehr weiters verwendbare thermoplastische Kunststoffe und Abfälle aus diesen Kunststoffen nutzbringend zu verwerten. Unter Abfällen sind vorwiegend industrielle
Abfälle, die in grosser Menge und im wesentlichen in gleicher Zusammensetzung und Reinheit anfallen, zu verstehen.
Es können aber auch Abfälle aus thermoplastischen Kunststoffen aus Gewerbe und Haushalt verwendet werden. In diesem Fall ist es meist notwendig, die Kunststoffabfälle nach der chemischen Zusammensetzung der
Kunststoffe zu sortieren und allenfalls zu reinigen. Statt der Abfälle können aber auch die Kunststoffe selbst verwendet werden.
Es wurde nun gefunden, dass thermoplastische Kunststoffe bzw. Abfälle davon als Bindemittel in
Bauelementen aus mineralischen Zuschlagstoffen, wie Sand, Kies, Schotter u. dgl. verwendet werden können.
Die erfindungsgemässen selbsttragenden Bauelemente sind also dadurch gekennzeichnet, dass sie als
Bindemittel für die das Gerüst des Bauelementes bildenden mineralischen Zuschlagstoffe, wie Sand, Kies oder
Schotter, eine erstarrte Schmelze von thermoplastischen Kunststoffen, insbesondere von Kunststoffabfällen, enthalten. Zur Herstellung dieser Bauelemente werden erfindungsgemäss thermoplastische Kunststoffabfälle geschmolzen und die Schmelze in Formen geschützt, die mit mineralischen Zuschlagstoffen gefüllt sind. Die
Schmelze rinnt durch dieses Bett von Zuschlagstoffen und bindet beim Erstarren die Zuschlagstoffe zu einem
Bauelement, beispielsweise zu Vormauersteinen oder Trittplatten. Diese Vorgangsweise hat sich besonders bei
Zuschlagstoffen mit einer mittleren Korngrösse von über etwa 5 mm bewährt.
Bei Zuschlagstoffen mit einer mittleren Korngrösse unter etwa 5 mm, kann die Packung der Einzelkörner in der Form zu dicht werden, so dass die Kunststoffschmelze nur schlecht durch das Bett des Zuschlagstoffes durchrinnen kann. In diesem Fall werden die Zuschlagstoffe in die Schmelze eingerührt und mit dieser vermischt. Das Gemisch wird dann in die Form eingefüllt. Als Zuschlagstoff eignen sich in allen Fällen kantige oder gerundete Materialien.
Der Schmelze können in bekannter Weise Farbstoffe, Weichmacher, Stabilisatoren u. dgl. zugesetzt werden.
Besonders der Zusatz von Weichmachern kann sich als zweckmässig erweisen, da sich beim Schmelzen die vorhandenen Weichmacher verflüchtigen. Die erstarrte Schmelze und damit auch das erfindungsgemässe Bauelement kann dann zu wenig elastisch und zu spröde sein. Die Wirkung der Weichmacher geht aber bei UV-Bestrahlung verloren. Da Bauelemente, z. B. Trittplatten, dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, würden sie bald verspröden.
Es wurde nun gefunden, dass eine dauernde Elastizität des Bindemittels bzw. des Bauelementes erzielt werden kann, wenn der verwendete thermoplastische Kunststoff ein ataktischer Kunststoff, insbesondere ataktisches Polypropylen, ist oder zumindest Anteile an ataktischen Kunststoffen, vorzugsweise an ataktischem Polypropylen enthält.
Die Höhe dieser ataktischen Anteile hängt nicht nur vom Verwendungszweck des Bauelementes, sondern auch von der Art, Menge und Korngrösse der verwendeten Zuschlagstoffe ab und lässt sich durch einfache Orientierungsversuche leicht ermitteln.
Zur Erhöhung der Festigkeit können den Bauelementen noch Kunststoffasern zugesetzt werden. Dazu werden Kunststoffasern verwendet, die bei der Temperatur der Schmelze selbst nicht schmelzen. Der Zusatz erfolgt zweckmässigerweise zu den Zuschlagstoffen.
Beim Schmelzen der thermoplastischen Kunststoffabfälle können auch Abfälle von verschiedenen Kunststoffen gemeinsam geschmolzen werden, wenn ihre Schmelzpunkte um höchstens 15 bis 25 C vorzugsweise um höchstens 10 bis 200C auseinanderliegen.
Es ist ein grosser Vorteil für das erfindungsgemässe Verfahren, wenn Zuschlagstoffe mit möglichst einheitlicher Korngrösse verwendet werden, d. h., wenn die Grösse des Einzelkornes nur geringfügig vom jeweiligen Mittelwert der Korngrösse abweicht. In diesem Fall wird eine besonders gute Bindung der Zusatzstoffe und eine erhöhte Festigkeit des Bauelementes erreicht.
Die erfindungsgemässen Bauelemente weisen darüber hinaus, dass sie eine Verwertung von thermoplastischen Kunststoffabfällen ermöglichen, noch eine Reihe von Vorteilen auf. Je nach der Verfahrensführung kann mindestens die Frontseite des Bauelementes, die der Oberseite in der Form entspricht, eine nicht von Zuschlagstoffen unterbrochene Kunststofffläche aufweisen. Solche Bauelemente können als Vormauersteine, die nicht verputzt werden müssen, verwendet werden. Besonders geeignet sind solche Steine für die Vormauerung von mit Bitumen und/oder Dachpappe isoliertem Mauerwerk, das unter dem Erdboden liegt und bei welchem der isolierende Belag vor Beschädigungen geschützt werden soll. Solche Vormauersteine können nach dem erfindungsgemässen Verfahren wesentlich grösser hergestellt werden, als dies bisher üblich war.
Durch Verwendung dieser grossen Bauelemente wird die Arbeitszeit wesentlich verkürzt. Die Vormauersteine können auf einer Seite gerillt sein.
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Die erfindungsgemässen Bauelemente können verklebt und verschweisst und so zu einem wasserdichten Mauerwerk verbunden werden. Das Herstellungsverfahren ist einfach und erfordert keine besonderen Apparaturen oder Geräte.
Die Erfindung ist nicht auf die Verwendung von Kunststoffabällen beschränkt, sondern es können auch die Kunststoffe als solche verwendet werden.
PATENTANSPROCHE :
1. Selbsttragendes Bauelement mit mineralischen Zuschlagstoffen und einem Bindemittel,
EMI2.1
mineralischen Zuschlagstoffe, wie Sand, Kies oder Schotter, eine erstarrte Schmelze von thermoplastischen Kunststoffen, insbesondere von Kunststoffabfällen enthält.
EMI2.2
Claims (1)
- thermoplastische Kunststoffe mindestens zum Teil ataktische thermoplastische Kunststoffe, insbesondere ataktisches Polypropylen oder deren Abfälle enthält. EMI2.3 Einzelkörner der mineralischen Zuschlagstoffe nur geringfügig vom jeweiligen Mittelwert abweicht.5. Verfahren zur Herstellung von selbsttragenden Bauelementen nach den Ansprüchen 1 bis 4, EMI2.4 geschmolzen werden und die Schmelze in einer Form über das Schüttbett der das Gerüst der Bauelemente bildenden körnigen mineralischen Zuschlagstoffe mit einer mittleren Korngrösse von über etwa 5 mm gegossen wird, worauf nach dem Erkalten der Schmelze die gebildeten Bauelemente entformt werden.6. Verfahren zur Herstellung von selbsttragenden Bauelementen nach den Ansprüchen 1 bis 4, EMI2.5 geschmolzen werden, die Schmelze mit den das Gerüst der Bauelemente bildenden mineralischen Zuschlagstoffen einer Korngrösse bis etwa 5 mm vermischt, diese Mischung in Formen abgefüllt wird, worauf die Bauelemente nach dem Erkalten entformt werden. EMI2.6 thermoplastische Kunststoffe, insbesondere Abfälle verschiedener Kunststoffe, deren Schmelzpunkt höchstens 15 bis 25 C, vorzugsweise höchstens 10 bis 20 C, auseinanderliegen, gemeinsam geschmolzen werden. EMI2.7 thermoplastische Kunststoffe oder zumindest ein Anteil an ataktischen, thermoplastischen Kunststoffen verwendet wird. EMI2.8
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Applications Claiming Priority (1)
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| ATA284875A ATA284875A (de) | 1976-11-15 |
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| AT (1) | AT337949B (de) |
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1975
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Also Published As
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| ATA284875A (de) | 1976-11-15 |
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