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Die Erfindung betrifft eine Bestrahlungsvorrichtung zur Ganzkörperbestrahlung mit einem Gehäuse, an dessen Wänden Strahlungskörper angeordnet sind.
Bestrahlungsvorrichtungen werden in der Regel zur Hautbräunung verwendet. Sie werden aber auch - meist unter ärztlicher Aufsicht - für der Behandlung von Hautkrankeiten und (Winter-) Depressionen verwendet, wobei die Wellenlänge der Strahlung je nach Zweck variiert.
Bestrahlungsvorrichtungen nach dem Stand der Technik weisen ein üblicherweise ein die Strahlungskörper enthaltendes waagrechtes Gehäuse auf, das eine Liegefläche sowie eine aufklappbare Haube aufweist. Bei der Benützung öffnet der Benutzer die Haube und nimmt auf dem unteren Gehäuseteil eine liegende Position ein, wonach die Haube wieder zugeklappt wird. Es wirkt sich dabei nachteilig aus, dass der Benutzer, da er auf dem unteren Teil des Gehäuses aufliegt, mit dem Gehäuse in Hautkontakt ist. Durch die immer resistenter werdenden und schwieriger zu behandelnden Infektionskrankheiten (Pilze, Bakterien, ...) besteht selbst bei einer eingehenden Reinigung vor jedem Gebrauch die Gefahr einer Infektion.
Es wurde zwar dadurch Abhilfe geschaffen, dass vor jedem Gebrauch auf die Liegefläche der Bestrahlungsvorrichtung eine Klarsichtfolie aufgelegt wird, diese wird jedoch nicht überall verwendet, ist unhandlich und klebt am Körper, was bei der Änderung der Liegeposition äusserst unangenehm ist. Ausserdem müssen die Folien entsorgt werden.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der Benutzer durch die Wärme, die durch die Strahlungsenergie entsteht, während der Bestrahlung schwitzt, wobei keine Möglichkeit einer Schweiss-Ableitung gegeben ist. Während der Bestrahlungsdauer sammelt sich der Schweiss an den Kontaktflächen zwischen Körper und Bestrahlungsvorrichtung, was abgesehen von den Hygieneproblemen als unangenehm empfunden wird.
Eine Unannehmlichkeit, die all jene betrifft, die die Bestrahlungsvorrichtung zur Bräunung benutzen, ist weiters das unvermeidliche Auftreten von weissen Kontaktstellen im Bereich der Schultern und des Steissbeins : Diese Körperstellen werden beim Liegen gegen die Liegefläche gedrückt, so dass die Haut an diesen Stellen nicht gebräunt wird. Die daraus resultierenden hellen Flecken kennzeichnen jeden"Solariengänger", stören das
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Schönheitsideal des vollständig gebräunten Körpers und wirken unästhetisch.
Ziel der Erfindung ist es, eine Bestrahlungsvorrichtung der eingangs angeführten Art zur Verfügung zu stellen, bei der ein Hautkontakt mit der Bestrahlungsvorrichtung auf ein Minimum beschränkt bzw. völlig unterbunden wird, die eine hygienisch einwandfreie Bräunung ermöglicht und die Gefahr von Infektionen zumindest weitgehend eliminiert.
Die erfindungsgemässe Bestrahlungsvorrichtung der eingangs angeführten Art ist dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse als aufrechte, mit einer Tür versehenen Kabine ausgebildet ist, in deren unterem Bereich ein Standboden vorgesehen ist. Der Benutzer tritt somit bei dieser Ausbildung der Bestrahlungsvorrichtung ähnlich wie in eine Duschkabine in die Kabine ein, schliesst die Tür hinter sich und bleibt während der gesamten Bestrahlungszeit aufrecht in der Kabine stehen. Es kommt zu keinerlei Hautkontakt mit Teilen der Bestrahlungsvorrichtung, ausser der Benutzer lehnt sich an die Kabinenwände bzw. Strahlungskörper an. Der einzige Kontakt zwischen Benutzer und Bestrahlungsvorrichtung besteht lediglich im Bereich des Standbodens.
Diese im Vergleich zur Liegefläche der konventionellen Bestrahlungsvorrichtungen kleine Fläche kann leicht und vollständig desinfiziert werden, entweder auf konventionelle Weise durch Abwischen oder aber auch durch Abspülen der Standbodenfläche mit einem Desinfektionsmittel. Benutzer mit in bezug auf Infektionen besonders empfindlichen Füssen können auch Sandalen oder dergleichen verwenden, ohne dass die Bräunung beeinträchtigt wird. Die Infektionsgefahr wird dadurch praktisch vermieden.
Benutzer der erfindungsgemässen Bestrahlungsvorrichtung weisen somit weder weisse Hautstellen aufgrund des Kontakts mit Flächen der Bestrahlungsvorrichtung auf, noch müssen sie während der Bestrahlung in ihrem Schweiss liegen.
Es ist von besonderem Vorteil, wenn im oberen Kabinenbereich eine gesonderte Gesichtsbestrahlungs-Zone, insbesondere mit mehr Strahlungskörpern als im übrigen Kabinenbereich und/oder mit Strahlungskörpern mit im Vergleich zu den übrigen Strahlungskörpern höherer Strahlungsleistung, vorgesehen ist. Dadurch kann auf einfache Weise erreicht werden, dass das Gesicht des Benutzers im Vergleich zum restlichen Körper stärker bestrahlt
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wird. Da die Gesichtshaut ständig Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, ist diese weniger empfindlich als die Haut des restlichen Körpers und verträgt eine stärkere Strahlung.
Eine besonders vorteilhafte bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen den Strahlungskörpern der Gesichtsbestrahlungs-Zone und dem Standboden zwecks Anpassung an die Körpergrösse eines Benutzers einstellbar ist.
Auf diese Weise ist gesichert, dass selbst bei sehr grossen oder sehr kleinen Benutzern eine optimale Bestrahlung, insbesondere mit im Bereich des Gesichts höherer Strahlungsleistung, gewährleistet ist.
Vorzugsweise ist der Abstand zwischen den Strahlungskörpern der Gesichtsbestrahlungs-Zone und dem Standboden durch höhenverstellbare Strahlungskörper einstellbar. Eine derartige Höhenverstellung kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass in der Gesichtsbestrahlungs-Zone eine teleskopartig verstellbare Wand vorgesehen wird, die gegenüber der übrigen Wand der Kabine, z. B. mittels Druckzylinder, Spindeltrieb oder dergleichen an sich bekannte Mittel, verstellt werden kann, so dass im Idealfall jeder Benutzer selbst-gegebenenfalls auch während der Bestrahlung - die Gesichtsbestrahlung ohne Hilfe des Personals justieren kann.
Weiters ist es vorteilhaft, wenn der Abstand zwischen den Strahlungskörpern der Gesichtsbestrahlungs-Zone und dem Standboden durch einen höhenverstellbaren Standboden einstellbar ist.
Diese Höhenverstellbarkeit des Standbodens ist ebenfalls auf jede an sich bekannte Weise bewerkstelligbar ; eine Möglichkeit besteht z. B. darin, unter dem Standboden Druckzylinder oder aber elektrische Linearmotoren anzubringen, die den Standboden anheben oder absenken können, wodurch ebenfalls eine Anpassung der Bestrahlung - vor allem im Gesichtsbereich - an die Körpergrösse
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lungskörper in der Gesichtsbestrahlungs-Zone vorgesehen sein.
Bevorzugt sind die Strahlungskörper der Gesichtsbestrahlungs-Zone mittels eines elektrischen Antriebs verstellbar. Dadurch wird eine gerade für die vorliegende Anwendung besonders einfache Verstellung bzw. Steuerung der Verstellung ermöglicht, wobei elektrische Energie bereits zur Verfügung steht.
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Vorzugsweise weist die Gesichtsbestrahlungs-Zone nur ausserhalb des Bereichs der Tür Strahlungskörper auf. Wenn der Benutzer in der Kabine mit dem Rücken zur Tür steht, wird bei dieser Ausführungsform der Hinterkopf nicht bestrahlt, was überflüssig wäre. Zur Vermeidung von unnötigem Energieverbrauch sind daher die Strahlungskörper nur so angebracht, dass das Gesicht, nicht aber der Hinterkopf bestrahlt wird.
Eine für eine optimale Ganzkörperbestrahlung bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass der Standboden mit einem gegenüber den unteren Enden von als Strahlungskörpern vorgesehenen vertikalen Strahlungsröhren erhöht angeordneten Sockel ausgebildet ist. Die Strahlungsröhren geben in der Regel an ihren Enden keine Strahlung ab, und um eine Bestrahlung selbst der Füsse zu gewährleisten, ist der Standboden auf einer Höhe angebracht, wo die Strahlungsröhren bereits die volle Strahlungsleistung liefern.
Für den Komfort beim Bestrahlen ist es auch vorteilhaft, wenn im Bereich des Standbodens eine Belüftungseinrichtung angeordnet ist. Auf diese Weise wird die Kabine belüftet, so dass einerseits der Zutritt von frischer Atemluft gewährt wird, wodurch die Kabinenluft selbst bei längerer Bestrahlungszeit nicht stickig wird, und andererseits eine Luftzirkulation in der Kabine herbeigeführt wird, wodurch für den Benutzer ein Kühleffekt bewirkt und die durch Transpiration feuchte Haut getrocknet wird.
Für die Belüftung ist es von Vorteil, wenn der Standboden Öffnungen zur Belüftung der Kabine aufweist. Auf diese Weise strömt die Luft von unten nach oben und strömt dabei entlang des gesamten Körpers des Benutzers.
Es aus Platz-und Herstellungsgründen auch günstig, wenn die Kabine einen kreisrunden oder ovalen Querschnitt aufweist. An sich wäre es aber auch möglich, dass die Kabine einen vieleckigen, vorzugsweise vier-bis zehneckigen, Querschnitt aufweist. Die Kabine soll dabei so bemessen sein, dass der Benutzer bequem darin stehen kann, ohne sich eingeengt zu fühlen. Der Durchmesser kann zwischen 50 und 200 cm, bevorzugt zwischen 80 und 120 cm betragen.
Für eine einfache Reinigung ist es vorteilhaft, wenn die Strahlungskörper zum Inneren der Kabine hin mit einer für UV-
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Strahlen durchlässigen Abdeckung, vorzugsweise aus Plexiglas, bedeckt sind. Abgesehen davon, dass die Kabine auf diese Weise durch einfaches Abwischen der Abdeckung gereinigt werden kann, sind die Strahlungskörper durch die Abdeckung gegen Verschmutzung und Beschädigung geschützt. Weiters kann die Abdekkung nicht oder nur wenig wärmeleitend sein, so dass die Kabine während der Bestrahlung nicht zu stark erwärmt wird.
Die Tür kann eine Doppelflügeltür sein, um so bei der engen Bauweise eine bequeme Zutrittsöffnung sicherzustellen. Andererseits ist es hierfür auch günstig, wenn die Tür eine Schiebetür ist. Eine Schiebetür weist den Vorteil auf, dass sie beim Öffnen keinen zusätzlichen Platz benötigt.
Es ist besonders günstig, wenn den Strahlungskörpern eine Kühleinrichtung, vorzugsweise eine Belüftungseinrichtung, zugeordnet ist. Dadurch wird eine Überhitzung vermieden. Beispielsweise können Ventilatoren im unteren und/oder oberen Bereich der Strahlungskörper angebracht sein und von dort aus Kühlluft über die gesamte Länge der Strahlungskörper leiten. Die Anzahl der Ventilatoren ist dabei je nach Bedarf variabel. Bei einem eckigen Querschnitt der Kabine könnte etwa eine Belüftungseinrichtung pro ebene Seitenfläche angebracht sein.
Eine vorteilhafte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kabine mit einer Umkleidekabine gekoppelt ist. Auf diese Weise kann sich der Benutzer ungestört entkleiden und direkt von der Umkleidekabine in die Kabine der Bestrahlungsvorrichtung gelangen. Dies kann z. B. so bewerkstelligt werden, dass die Seitenwände der Umkeidekabine bis zur Aussenwand der Kabine der Bestrahlungsvorrichtung reichen, so dass sich die Tür der Bestrahlungsvorrichtung-Kabine in die Umkleidekabine öffnet. Der Benutzer gelangt direkt von der Umkleidekabine in die Bestrahlungsvorrichtung-Kabine und umgekehrt.
Bevorzugt sind Lautsprecher im Inneren der Kabine angebracht. Dadurch kann der Benutzer während der Bestrahlung Musik oder dergleichen hören.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform besteht darin, dass die Kabine nach oben hin verschlossen ist. Dadurch wird der Austritt von Strahlung in die Umgebung verhindert.
Es ist selbstverständlich möglich, die Bestrahlungsvorrichtung mit weiteren Einrichtungen auszustatten ;
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Die Erfindung wird nachstehend anhand von in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispielen, auf die sie jedoch nicht beschränkt sein soll, noch weiter erläutert. Im einzelnen zeigen in der Zeichnung : Fig 1 einen schematischen Vertikalschnitt einer Bestrahlungsvorrichtung ; Fig. 2 einen schematischen Horizontalschnitt einer modifizierten Bestrahlungsvorrichtung, die mit einer Umkleidekabine gekoppelt ist ; und Fig. 3 einen schematischen Vertikalschnitt durch einen Standboden einer Bestrahlungsvorrichtung.
In Fig. 1 ist eine allgemein mit 1 bezeichnete Kabine einer Bestrahlungsvorrichtung dargestellt, wobei Strahlungskörper in Form von länglichen, vertikalen, z. B. ca. 180 cm langen, Strahlungsröhren 2 nebeneinander (vgl. auch Fig. 2) an der Innenwand 3 der Kabine 1 angebracht sind. Durch diese Strahlungsröhren 2 wird eine Person, die auf dem Standboden 4 steht, von allen Seiten gleichmässig bestrahlt. Im oberen Bereich der Kabine 1 ist eine Gesichtsbestrahlungs-Zone 5 gegeben, in der eine Strahlungsröhren 6 tragende Wand 7 vertikal in Richtung des Pfeils A mittels eines nur ganz schematisch angeordneten Linearantriebs 8 verschiebbar ist. Dadurch kann für jeden Benutzer eine an die Körpergrösse angepasste optimale Gesichtsbestrahlung eingestellt werden.
Weiters ist der Standboden 4 vertikal in Richtung des Pfeils B mittels eines Linearantriebs 9 verschiebbar, so dass auch hierdurch eine optimale Höheneinstellung in bezug auf die Gesichtsbestrahlungs-Zone 5 für jeden einzelnen Benutzer gewährleistet ist.
Als Linearantrieb 8,9 können übliche elektrische Linearantriebe bzw. Elektromotoren mit Stellspindeln verwendet werden ; es-ist aber auch möglich, Druckzylinder, z. B. Druckluftzylinder, einzusetzen.
In Fig. 2 ist eine Kabine 1 einer Bestrahlungsvorrichtung in Querschnitt gezeigt, die mit einer Umkleidekabine 10 über zwei Seitenwände 11 gekoppelt ist. Die vertikalen Strahlungsröhren 2 sind am gesamten Umfang der-mit nicht näher veranschaulichten Reflektoren versehenen - Innenwand 3 der Kabine 1 angeordnet.
Die Strahlungsröhren 6 der Gesichtsbestrahlungs-Zone 5 sind beispielsweise ebenfalls am gesamten Umfang der etwas höher liegenden, durchmesserkleineren ringförmigen Wand 7 angebracht. Die
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Strahlungsröhren 6 für die Gesichtsbestrahlung können enger aneinandergereiht sein und/oder eine höhere Strahlungsleistung aufweisen als die Strahlungsröhren 2 für die Bestrahlung des übrigen Körpers.
Die Kabine 1 weist zwei Türen 12,13 auf, wobei die äussere Tür 12 als Doppelflügeltür ausgebildet ist, durch die die Kabine 1 direkt von aussen begehbar ist. Die innere Tür 13 ist z. B. als Schiebetür (hier nur schematisch dargestellt) zur Umkleidekabine 10 hin ausgebildet. Im Bereich dieser Tür 13 (s. Winkel C) können in der Gesichtsbestrahlungs-Zone 5 die Strahlungsröhren 6 weggelassen werden bzw. kann die Wand 7 ausgeschnitten sein, so dass sie also im Querschnitt anstatt einem Kreis nur einem Kreisbogen, z. B. entsprechend einem Zentriwinkel von ca. 2700-3000, entspricht, wobei dann nur dort Strahlungsröhren 6 - zur Bestrahlung des Gesichts des Benutzers - vorliegen. Auf diese Weise kommt es zu keiner Hinterkopfbestrahlung, was unnötige Energie verbrauchen würde.
Die Umkleidekabine 10 weist eine Doppelflügeltür 14 auf, durch die die Umkleidekabine 10 von aussen begehbar ist. Auf diese Weise ist die Kabine 1 auch über die Umkleidekabine 10 begehbar.
Fig. 3 stellt einen Standboden 4 einer Bestrahlungskabine 1 dar. Der Standboden 4 weist Öffnungen 15 zur Belüftung auf, wobei ein Schlauch 16 zur Luftzufuhr dient. Weiters ist ein Linearantrieb 9 unter dem Standboden 4 angebracht, der zur vertikalen Verschiebung des Standbodens 4 dient, wobei der flexible Schlauch 16 die vertikalen Bewegungen des Standbodens 4 ermöglicht. Dieser Standboden 4 ist gemäss Fig. 3 hohl, d. h. als Verteilerkasten, ausgeführt, um die über den Schlauch 16 zugeführte Luft zu verteilen und zu den Öffnungen 15 zu leiten.
In Fig. 2 ist der Einfachheit halber zugleich angedeutet, dass die Kabine 1 im Querschnitt kreisförmig oder aber polygonal, z. B. achteckig, sein kann, vgl. die Linie 1'.