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Die Erfindung betrifft einReparaturverfahren für Strassen zur Wiederherstellung der Oberflächenrauhig- keit abgefahrener Fahrbahndecken mit einem Überschuss an kohlenwasserstoffhaltigen Bindemitteln durch Auf- streuen von Gesteinskörnern, nachfolgende Beheizung der Oberfläche und der Gesteinskörner und Einwalzen der Gesteinskörner in die Oberfläche.
Es handelt sich dabei um die Ausbesserung von Strassen mit einem Oberflächenbelag, der entweder voll- ständig oder örtlich schadhaft ist, u. zw. durch einen Mangel einer der beiden Komponenten solcher Ober- flächenbeläge, nämlich durch einen Mangel an Granulat. In dem zuletzt genannten Fall der Ausbesserung wird der vorhandene Oberflächenbelag als zu "fett" bezeichnet.
Es kommt vor, dass bestimmte Strassen oder Teile dieser Strassen, die in herkömmlicher Weise aus Gesteinskörnern bestehen, welche mit einem Kohlenwasserstoff-Bindemittel verdichtet worden sind, durch das
Wiederauftragen von Kohlenwasserstoff-Bindemittel zu fett werden und ihren endgültigen Zustand annehmen, ohne eine für einen sicheren Verkehrsablauf ausreichende Oberflächenrauhigkeit zu erhalten. Dies ist der
Fall bei Strassen, die eine"Sandtiefe"unterhalb 0,40 mm besitzen, wobei die"Sandtiefe"nach dem weiter unten angegebenen Verfahren bestimmt wurde. Das betreffende Messverfahren ist in Frankreich bekannt unter
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nik besteht darin, dass die Strassen mit einer Oberflächenschicht überzogen werden, die häufig als "Verschleiss- schicht" bezeichnet wird.
Diese Verschleissschichten werden erhalten, indem auf die zu überziehende Strasse eine erhitzte Schicht aus einem herkömmlichen kohlenstoffhaltigen Bindemittel aufgebracht wird, auf das eine vorbestimmte Menge von Gesteinskörnern mit entsprechenden Eigenschaften wie sehr genauen Abmessungen, Härte, Reinheit, Gestalt usw. aufgebracht wird.
Durch die US-PS Nr. 2,254, 463 ist es auch bekannt, abgefahrene und zu glatte bzw."fette"Strassenober- flächen dadurch wiederherzustellen, dass auf die Oberfläche Gesteinskörner aufgestreut werden, worauf beispielsweise die Oberfläche mit den Gesteinskörnern mit Brennern beheizt wird. Die aufgestreute Schicht ist dabei aber sehr dick, d. h. die Gesteinskörner liegen an jeder Stelle mehrfach übereinander. Aus diesem Grunde wird auch empfohlen, die Strassenoberfläche mit einem Mischer aufzurühren und zu homogenisieren, bevor ein Walzvorgang durchgeführt wird.
Die Schicht der Gesteinskörner wirkt hiebei wegen ihrer schlech- ten Wärmeleitfähigkeit als Wärmeisolator, d. h. entweder erhält die Strassenoberfläche keine genügende Aufheizung oder mindestens die oberen Gesteinskörner werden überhitzt, so dass beim Aufrühren durch Berührung dieser Gesteinskörner mit dem Bindemittel eine örtliche thermische Zersetzung des Bindemittels eintritt, die eine Verminderung der Anbindung zur Folge hat. Das Aufrühren der Strassenoberfläche führt zu einer tiefgreifenden Veränderung der Struktur. Der damit verbundene Arbeitsaufwand ist dem bei der Neuherstellung einer Oberflächenschicht gleichzusetzen. Ausserdem ist der Energieverbrauch pro Flächeneinheit sehr hoch und das Verfahren ist nicht bei jeder Witterung durchführbar.
Die gewalzte Schicht kann auch nicht sofort wieder dem Verkehr übergeben werden.
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Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt erfindungsgemäss dadurch, dass die Oberfläche gleichmässig mit den Gesteinskörnern, vorzugsweise in einer Menge von 6 bis 12 1/m, beschichtet und anschliessend beheizt wird, bis die Temperatur in l mm Tiefe des Bindemittels zwischen 100 und 2000C liegt, worauf die Gesteinskörner unmittelbar anschliessend zu etwa 2/3 ihrer Höhe in das heisse Bindemittel eingewalzt werden.
Die Gesteinskörnerschichten für das erfindungsgemässe Verfahren werden, jedenfalls soweit sie in Frankreich gemäss den Richtlinien für die Herstellung von Oberflächenschichten ausgeführt werden, aus Gesteinskörnern mit Abmessungen zwischen 6/10 und 16/18 mm gebildet. Die angegebene Menge pro Quadratmeter besagt, dass die Gesteinskörner im Gegensatz zum Stande der Technik eine nicht geschlossene Einzelschicht bilden, durch die die Strassenoberfläche hindurch sichtbar und für die Beheizung erreichbar ist.
Die Beheizung kann durch jedes bekannte Mittel wie beispielsweise durch ein Heizgasgebläse (Warmluft oder durch Infrarot-Strahlung) durchgeführt werden. Die Beheizung wird fortgesetzt, bis die Temperatur des Bindemittels in einer Tiefe von 1 mm unter der Oberfläche des Bindemittels einen Wert zwischen 100 und 200 C, vorzugsweise zwischen 150 und 180 C, erreicht. Es ist hiebei wesentlich, dass das auf die angegebene Weise erhitzte Bindemittel seine sämtlichen geforderten Eigenschaften beibehält, wie insbesondere seine gute Adhäsionswirkung in bezug auf die Gesteinskörner, unddass es nicht thermisch zersetzt wird.
Es ist möglich, derartige Reparaturen bei jeder Witterung und in jeder Jahreszeit und unabhängig vom Zustand des zu überziehenden Untergrundes herzustellen. Wenn die zu beschichtende Oberfläche feucht ist, liegt ein Vorteil in der Tatsache begründet, dass auf der Baustelle eine Heizvorrichtung zur Verfügung steht, um die zu beschichtende Oberfläche zu trocknen und gegebenenfalls vorzuheizen.
Dieser Vorteil bringt einen erheblichen Nutzen für die Arbeitergruppen mit sich, die mit dem Aufbringen derartiger Oberflächenbeläge beschäftigt sind.
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Tabelle
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<tb>
<tb> Bindemitteltyp <SEP> Bindemittel <SEP> vor <SEP> Platte <SEP> aus <SEP> Binde-Platte <SEP> aus <SEP> Bindeder <SEP> Behandlung <SEP> mittel <SEP> ohne <SEP> Splitt <SEP> mittel <SEP> mit <SEP> Splitt
<tb> nach <SEP> der <SEP> Erwärmung <SEP> nach <SEP> der <SEP> Erwärmung
<tb> Unlösl. <SEP> Adhäsion <SEP> Unlösl. <SEP> Adhäsion <SEP> Unlösl.
<SEP> Adhäsion
<tb> Teile <SEP> Teile <SEP> Teile
<tb> (Toluol)
<tb> % <SEP> % <SEP> %
<tb> Bitumen <SEP> 80/100 <SEP> 0 <SEP> 75-75 <SEP> 0 <SEP> 75-75- <SEP>
<tb> 50- <SEP> 0 <SEP> 50- <SEP> 50 <SEP>
<tb> Bindemittel <SEP> 200 <SEP> 0,22 <SEP> 100-100 <SEP> 0, <SEP> 46 <SEP> 100-100 <SEP> 0,40 <SEP> 100-100
<tb> 90- <SEP> 90 <SEP> 100- <SEP> 90 <SEP> 90- <SEP> 90 <SEP>
<tb> Bindemittel <SEP> 300 <SEP> 0,20 <SEP> 100-100 <SEP> 0, <SEP> 58 <SEP> 100-100 <SEP> 0,40 <SEP> 100-100
<tb> 100-90 <SEP> 100-100 <SEP> 100-100
<tb> Bindemittel <SEP> 281 <SEP> 0,30 <SEP> 100- <SEP> (-) <SEP> 0, <SEP> 40-0, <SEP> 37 <SEP> 100- <SEP> (-)
<tb> 90- <SEP> (-) <SEP> 100- <SEP> (-)
<tb>
Beispiel :
Auf einer wegen ihrer Glätte insbesondere bei Regenwetter als gefährlich eingestuften
Strasse, die eine"Sandtiefe"von 0,4 mm besass, wurde eine Schicht von Gesteinskörnern mit Abmessungen zwischen 10 und 14 mm in einer Menge von 6 bis 8 l/m2 ausgebreitet. Nachfolgend wurden diese Splitt- schicht und die Strasse mittels eines Heissluftgebläses aufgeheizt, bis eine Temperatur von etwa 160 C in 1 mm Tiefe erreicht war.
Anschliessend wurde sofort eine Verfestigung mit Hilfe einer glatten Walze von 8 t Gewicht durchgeführt, wobei die Gesteinskörner bis auf 1/3 ihrer Länge in die Unterlage eingedrückt wurden. Die Strasse hatte daraufhin eine mittlere"Sandtiefe"von l, 4 mm und konnte sofort dem Verkehr übergegeben werden.
Das Verfahren gemäss Beispiel zeigte die Vorteile, dass kein Kohlenwasserstoff-Bindemittel verwendet wurde. Hierin liegt eine besondere Wirtschaftlichkeit im Hinblick auf die Lieferung und die Verwendung eines Bindemittels. Gleichzeitig wurde eine Verdampfung vermieden, die im allgemeinen die Folge einer unfreiwilligen Überdosierung des Bindemittels ist. Die Strasse konnte sofort wieder dem Verkehr übergeben werden. Die Arbeiten konnten zu jeder Jahreszeit in Angriff genommen werden, u. zw. sowohl bei einer feuchten Strasse und insbesondere im Winter, wenn die Herstellung herkömmlicher Oberflächenschichten nicht möglich war.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Reparaturverfahren für Strassen zur Wiederherstellung der Oberflächenrauhigkeit abgefahrener Fahrbahndecken mit einem Überschuss an kohlenwasserstoffhaltigen Bindemitteln durch Aufstreuen von Gesteinskörnern, nachfolgende Beheizung der Oberfläche und der Gesteinskörner und Einwalzen der Gesteinskörner in die Oberfläche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche gleichmässig mit den Gesteinskörnern, vorzugsweise in einer Menge von 6 bis 12 1/m2, beschichtet und anschliessend beheizt wird, bis die
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etwa 2/3 ihrer Höhe in das heisse Bindemittel eingewalzt werden.