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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nachbearbeitung von Stabgittern, insbesondere von
Bewehrungsgebilden aus miteinander verschweissten längs- und querverlaufenden Bewehrungsstäben und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung.
Bei der Herstellung von Stabgittern tritt immer wieder das Problem auf, dass diese aus ver- schiedenen Gründen in einer oder mehreren Richtungen verzogen bzw. verzerrt aus der Fertigungs- anlage austreten. Insbesondere bei der Herstellung von Bewehrungsgebilden aus miteinander ver- schweissten Bewehrungsstäben, u. zw. sowohl bei der Herstellung von ebenen Bewehrungsmatten als auch von Bewehrungskörben, Trägern usw., ergeben sich daraus grosse Schwierigkeiten und finan- zielle Verluste. Die Bewehrungsstäbe, die im allgemeinen von Rollen abgezogen werden, weisen trotz der Schweissanlage vorgeschalteter Richteinrichtungen innere Spannungen auf, die im ver- schweissten Bewehrungsgebilde zu Verformungen bzw. Verziehungen führen.
Bei verzogenen Bewehrungs- gebilden wurde auch bereits versucht, diese in eine Ausrichtanlage einzusetzen, in der sie in die gewünschte Form gestreckt bzw. gezogen werden.
Es besteht jedoch dabei die Gefahr, dass die Schweissstellen brechen und das starre Gefüge zerstört wird. Abgesehen davon, dass in derartigen Ausrichtanlagen nur verhältnismässig geringfügig verzogene bzw. verzerrte Bewehrungsgebilde nachbehandelt werden können.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, das mit einfachen Mitteln eine Ausrichtung von verzogenen, verzerrten Stabgittern, insbesondere von Bewehrungsgebilden gestattet.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass zumindest einer der Stäbe an zu- mindest einer Stelle irreversibel gedehnt wird. Durchgeführte Versuche haben ergeben, dass bei- spielsweise eine Streckung einer oder mehrerer Stäbe, die selbstverständlich beliebig oft über die
Länge des Stabes wiederholt werden kann, zu exakt ausgerichteten Stabgittern führt. Jede irrever- sible Dehnung eines Stabes führt zu einer geringfügigen Längen- bzw. auf Grund der starren Ver- bindung mit den andern Stäben auch zu einer Richtungsänderung des Stabes. Beispielsweise können bei Bewehrungsmatten, die sich beim Verlassen der Schweissanlage in der Ebene biegen, die kurzen und kürzeren Längsbewehrungsstäbe gestreckt werden, wobei die Zahl dieser Dehnungen mit dem
Ausmass der Verkürzung zunimmt.
Wird beispielsweise bei einer Dehnung eine Längsstreckung von
0, 2 mm erzielt, und werden in Abständen von 20 cm die Streckungen durchgeführt, kann eine Ver- längerung des Bewehrungsstabes von 1 mm/m erreicht werden. Es hat sich herausgestellt, dass mit Hilfe des erfindungsgemässen Verfahrens auch bisher nicht mehr verwendbarer Ausschuss zu vollwertigen Bewehrungsgebilden nachbearbeitet werden kann.
In einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist vorgesehen, dass jeder zu dehnende Stab durch zwei sich zueinander bewegende Quetschbacken gestreckt wird.
Hiezu kann insbesondere eine Vorrichtung mit mindestens einem Paar von Quetschbacken Verwendung finden, die beidseitig des sich zwischen ihnen in seiner Längsrichtung bewegenden Stabes angeordnet sind. Bei einer derartigen Vorrichtung ist dabei vorgesehen, dass die Quetschbacken um eine gemeinsame Achse schwenkbar und durch eine gemeinsame Betätigungseinrichtung zueinander bewegbar sind. Bevorzugt sind die Quetschbacken an den ersten Enden zweiarmiger Hebel angeordnet, an deren zweiten Enden die Betätigungseinrichtung angreift. Die Betätigung der Quetschbacken bzw. der sie tragenden Hebel kann in beliebiger Weise, beispielsweise mechanisch, hydraulisch oder elektromagnetisch erfolgen.
Es ist denkbar, Paare von Quetschbacken im Winkel zueinander versetzt hintereinander anzuordnen, um eine Bearbeitung des Stabes aus verschiedenen Richtungen und so eine Ablenkung in verschiedenen Richtungen zu ermöglichen. Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, dass die gemeinsame Achse der Quetschbacken um die Achse des Stabes herumbewegbar angeordnet ist.
Ein weiteres Kennzeichen der erfindungsgemässen Vorrichtung liegt darin, dass die beiden Quetschbacken in Längsrichtung des zu dehnenden Stabes um höchstens die Breite der Backen zueinander versetzbar sind. Eine geringe Versetzung der Quetschbacken erlaubt es, die Stäbe nicht nur zu strecken, sondern sie gleichzeitig auch geringfügig zu biegen. Auf diese Weise können z. B. Bewehrungsmatten ausgerichtet werden, die, aus ihrer Ebene gebogen, die Schweissanlage verlassen.
Da sowohl die Zahl der Streckungen, deren Abstände zueinander, der Quetschdruck, und
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die Stellung der Quetschbacken, die beispielsweise durch Rollen gebildet werden, einstellbar sind, kann das erfindungsgemässe Verfahren bzw. die erfindungsgemässe Vorrichtung zur Anpassung an die sich im allgemeinen dauernd ändernden Verformungsbestrebungen des Stabgitters vollautomatisch gesteuert werden.
So können der erfindungsgemässen Vorrichtung unmittelbar Überwachungseinrichtungen be- liebiger Art nachgeschaltet sein, die eine Abweichung von der gewünschten Formgebung feststellen und je nach dem Ausmass und der Richtung der Abweichung die vorstehend angegebenen Regelgrössen beeinflussen und die entsprechenden Paare von Quetschbacken in Tätigkeit versetzen.
Ein weiterer entscheidender Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens besteht auch darin, dass nicht nur die Ausrichtung zu geradlinigen Stabgittern möglich ist. Es können vielmehr auch bewusst gebogene oder gekrümmte Stabgitter in Fertigungsanlagen erzeugt werden, die für die Her- stellung von geradlinigen Stabgittern vorgesehen sind. Auch hier richten sich die vorstehend ange- gebenen Regelgrössen nach dem gewünschten Endprodukt.
Nachstehend wird nun die erfindungsgemässe Vorrichtung in zwei schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher beschrieben, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein. Fig. l zeigt eine erste
Ausführung einer Vorrichtung mit einem Paar von Quetschbacken für einen Bewehrungsstab einer
Bewehrungsmatte, Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. l in einer um zirka 80 verdrehten Position, und Fig. 3 eine zweite Ausführung der erfindungsgemässen Vorrichtung mit vier Paaren von Quetsch- backen für die vier Längsbewehrungsstäbe eines Bewehrungskorbes jeweils etwa in Mittelstellung.
In den Fig. l und 2 ist ein Schnitt durch eine Bewehrungsmatte dargestellt. Diese weist Längs- bewehrungsstäbe --1-- und Querbewehrungsstäbe --2-- auf, die miteinander verschweisst sind. Eine erfindungsgemässe Vorrichtung ist in diesem Ausführungsbeispiel nur über dem äussersten Bewehrungs- stab-l-auf der rechten Seite angeordnet. Verlässt nun die Bewehrungsmatte die Schweissanlage mit einer Rechtskrümmung, kann diese durch Streckung des oder der äusseren Bewehrungsstäbe-l- korrigiert werden, da diese durch die Streckung eine geringfügige Längsdehnung erfahren. Die Streckung kann beliebig oft wiederholt und bei beliebig vielen Bewehrungsstäben --1-- angewandt werden. Wie erwähnt, kann für jeden Bewehrungsstab eine Vorrichtung vorgesehen sein, die bei Bedarf eingesetzt wird.
Die Vorrichtung weist zwei um eine gemeinsame Achse --5-- schwenkbare, zweiarmige Hebel - 7, 8-auf, an deren, dem Bewehrungsstab-l-zugewandten Enden. je ein Quetschbacken --3, 4--, beispielsweise eine Rolle, angeordnet ist. An den Enden der zweiarmigen Hebel --7, 8-- greift eine schematisch angedeutete Betätigungseinrichtung --9-- an, die die beiden Hebelenden mit grosser Geschwindigkeit zueinander bewegt. Die Betätigung kann auf beliebige Weise durch eine mechanische, hydraulische, pneumatische od. ähnl. Einrichtung erfolgen. Wesentlich ist, dass die die Quetschbacken --3, 4-- tragenden Enden der Hebel --7, 8-- gleichzeitig auf die zu streckende Stelle des Bewehrungsstabes aufschlagen.
Sind diese zueinander etwas versetzt, kann zusätzlich zur Streckung auch eine geringfügige Biegung des Bewehrungsstabes erzielt werden. Um nun den Bewehrungsstab in verschiedenen Richtungen biegen zu können, ist die gemeinsame Achse --5-- der Hebel --7, 8-- einschliesslich Betätigungseinrichtung --9--, auf einer kreisbogenförmigen Führungsbahn--6-- um die Achse des Bewehrungsstabes-l-herumbewegbar. In Fig. 2 ist die linke Endstellung der geschwenkten Vorrichtung dargestellt.
Die Quetschbacken --3, 4-- können etwa mittels Stellschrauben --10-- in ihrem Abstand zueinander verstellt werden.
EMI2.1
in Mittelstellung jeweils um 900 verdreht angeordnete Paare von Quetschbacken --3, 4-- auf, deren gemeinsame Achsen --5-- entlang vier zum jeweiligen Längsbewehrungsstab-l-konzentrisch bogenförmigen Führungsbahnen --6-- unabhängig voneinander bewegbar sind. Die vier Paare von Quetschbacken sind in Längsrichtung des Bewehrungskorbes zueinander versetzt, um einander in ihren Bewegungen entlang der Führungsbahnen --6-- nicht zu behindern.
Die Betätigung der erfindungsgemässen Vorrichtung kann vollautomatisch erfolgen, indem durch Überwachungseinrichtungen Abweichungen von der gewünschten Formgebung des Bewehrungsgebildes festgestellt und danach durch die entsprechenden Quetschbacken in die richtige Stellung gebracht und betätigt werden, wobei selbstverständlich auch für die Querbewehrungsstäbe --2-- erfindungsge- mässe Einrichtungen eingesetzt werden können.
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Wenn auch vorstehend die bevorzugte Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens für Be- wehrungsgebilde beschrieben ist, ist sie nicht darauf beschränkt, sondern kann allgemein zur
Nachbearbeitung von starren Stabgittern der verschiedensten Art, sowohl aus Metall als auch aus Kunststoff angewandt werden.
PATENTANSPRÜCHE : l. Verfahren zur Nachbearbeitung von Stabgittern insbesondere von Bewehrungsgebilden aus miteinander verschweissten längs- und querverlaufenden Bewehrungsstäben, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Stäbe (1, 2) an zumindest einer Stelle irreversibel gedehnt wird.