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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herabsetzung des Reibungskoeffizienten von Glasflächen.
Auf Glasbehälter werden Filme verschiedener Metalloxyde aufgebracht, um ihre Schlagfestig- keit und Abriebfestigkeit zu verbessern. Das Oxyd bildet einen harten dauerhaften und kratzfesten 5 Überzug auf der Aussenseite des Behälters. Weiters wurden Metalloxyde dazu verwendet, auf Glas transparente dekorative oder elektrisch leitende Überzüge zu bilden. Leitende Überzüge sind insbe- sondere für die Elektronikindustrie wichtig.
Es ist bekannt, dass Überzüge von Zinn (IV)-oxyd, welches ein bevorzugtes Glasbeschichtungs- material darstellt, auf Glasflächen aufgebracht werden können, indem man diese Flächen erhitzt und mit einer verdampften Zinnverbindung in Berührung bringt. Die Zinnverbindung wird oft kurz nach der Formung des Glases aufgebracht, wobei die Temperatur des Glases zwischen 370 und 820 C liegt. Bei diesen Temperaturen wird die Zinnverbindung fast unmittelbar bei der Berührung mit dem erhitzten Glas in Zinn (IV)-oxyd übergeführt. Die Zinnverbindung kann auf das Glas als Dampf oder als feinverteilter Spray, welcher eine gelöste Zinnverbindung enthält, aufgebracht werden.
Eine Anzahl von organischen oder anorganischen Zinnverbindungen wurde bereits vorgeschla- gen, welche als geeignete Vorprodukte dienen können und die sich leicht zu Zinn (IV)-oxyd zerset- zen, wenn sie auf erhitzte Glasgegenstände, insbesondere auf Behälter, aufgebracht werden. Der
US-PS Nr. 3, 420, 693 ist zu entnehmen, dass die zersetzbare Zinnverbindung entweder organischer I oder anorganischer Natur sein kann. Diese Gruppe ist so weitläufig, dass sie auch Verbindungen umfasst, welche aus einem oder mehreren einer Anzahl von Gründen nicht zufriedenstellend sind.
In der US-PS Nr. 3, 414, 429. welche auch ein Verfahren zur Aufbringung von Metalloxydüberzü- gen auf Glasbehälter betrifft, sind Zinnverbindungen geoffenbart, welche anorganische Zinnhalo- genide, wie Zinn (IV)-chlorid, und Organozinnderivate von Carbonsäuren, welche vorzugsweise mehr als 8 Kohlenstoff atome enthalten, umfassen. Die anorganischen Zinnhalogenide hydrolysieren leicht in Gegenwart von Spuren von Feuchtigkeit, welche in der umgebenden Luft zugegen sind, um stark korrodierende Produkte zu bilden. Es müssen daher spezielle Vorkehrungen getroffen werden, um gesundheitliche Schädigungen des bei der Herstellung der Überzüge beschäftigten Personals auf ein Minimum zu reduzieren.
Da nur ein geringer Anteil der in die Beschichtungskammer eingeführ- ten Zinnverbindung tatsächlich auf dem Endprodukt aufscheint und da es auf Grund der Instabili- tät der Halogenide schwierig wenn nicht unmöglich ist, den restlichen Anteil der Zinnverbindung wieder zu gewinnen und in den Kreislauf rückzuführen, werden die Halogenide. vom wirtschaftli- chen Standpunkt aus gesehen, als unwirksam für die Verwendung als Vorprodukte für Überzüge betrachtet.
Auf Grund ihrer Tendenz, sich bei den in der Beschichtungskammer herrschenden Temperatu- ren in Zinn (IV)-oxyd und die entsprechende Säure zu zersetzen, werden Organozinnderivate von
Carbonsäuren als noch weniger befriedigende Vorprodukte für Überzüge betrachtet. Wie bereits erwähnt wurde, enthalten bevorzugte Säuren mehr als 8 Kohlenstoffatome und sind bei Raumtemperatur fest. Ausserhalb der Beschichtungskammer haben die Säuren das Bestreben, sich zu verfesti-
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diese Materialien leicht brennbar sind, einen ernsten Nachteil dar.
Der weite Umfang der Lehre gemäss der vorerwähnten US-PS Nr. 3, 420, 693 umfasst auch Verbindungen, die aus einem oder dem andern Grund als Vorläufer zur Verwendung bei der Herstellung von Überzüge am "heissen Ende" der Glasherstellung ungeeignet sind. Einige Organozinnverbindungen mit 2 oder 3 Kohlenstoffatomen sind so giftig oder haben einen derart widerlichen Geruch, dass sie, insbesondere in einem in technischem Massstab durchgeführten Überzugsverfahren unbrauchbar sind. Andere Zinnverbindungen ergeben aus bisher nicht erkannten Gründen keine brauchbaren Überzüge.
Viele Organozinnverbindungen, einschliesslich der vorerwähnten Carbonsäurederivate, haben im Vergleich zu Zinnhalogeniden, wie z. B. Zinn (IV)-chlorid, einen geringen Zinngehalt. Es sind daher relativ grosse Mengen dieser Verbindungen zur Aufbringung eines gegebenen Gewichtes an Zinnoxyd erforderlich, wodurch die Verfahrenskosten erhöht werden.
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Ziel der Erfindung ist die Herabsetzung des Reibungskoeffizienten von Glasflächen, wobei zuerst das Glas am "heissen Ende" mit einem Überzug von Zinn (IV)-oxyd versehen wird.
Es wurde gefunden, dass Organozinntrihalogenide der allgemeinen Formel RSnX3 pyrolisiert werden können, um brauchbare Zinn (IV)-oxyd-Überzuge auf erhitzten Glasoberflächen zu erzeugen.
5 Die nicht umgesetzten Teile der Zinnverbindung können sodann mit Wasser vereinigt werden, um eine Lösung oder eine Dispersion zu bilden, welche die Zinnverbindung enthält. Die Organozinnver- bindung kann leicht aus der wässerigen Schicht durch Destillation oder durch Zusatz gewisser anorganischer Salze wieder gewonnen werden.
Demnach betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herabsetzung des Reibungskoeffizienten ) von Glasflächen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Glasfläche auf einer Temperatur zwischen 450 und 6000C hält, während man auf die Glasfläche ein verdampftes oder feinverteiltes
Monoorganozinntrihalogenid der allgemeinen Formel RSnX 3, worin R einen Alkylrest mit 1 bis ein- schliesslich 8 Kohlenstoffatomen darstellt und X Chlor, Brom, Jod oder Fluor bedeutet, aufbringt, und die Glasfläche auf einer Temperatur von 2500C oder darunter hält, während man auf die Glas- 'fläche einen Überzug eines natürlichen Wachses oder eines synthetischen organischen Polymeren aufbringt.
Die Erfindung wird unter Hinweis auf die Zeichnung näher erläutert, welche ein schemati- sches Fliessschema der verschiedenen Stufen des erfindungsgemässen Verfahrens zur Beschichtung von Glasgegenständen zeigt.
Das flüssige oder feste Monoorganozinntrihalogenid, welches in einem geeigneten luftdichten Behälter-l-eingelagert ist, fliesst in eine Erwärmungskammer --2--, in welcher das Halogenid verdampft wird. Der Fluss der Organozinnverbindung zur erwärmten Kammer wird durch eine Ventil- pumpe oder Schiebervorrichtung (nicht dargestellt) gesteuert. Die Temperatur im Erhitzer wird auf etwa 1500C, je nach dem Siedepunkt der Organozinnverbindung, gehalten. Die verdampfte
Organozinnverbindung oder der feinteilige Spray derselben wird in einem Luftstrom mitgerissen, welcher von einem Gebläse --3-- erzeugt wird und in die Beschichtungskammer --4-- eintritt. Die
Strömungsgeschwindigkeit des Luftstromes liegt zwischen 700 und 1400 l/h.
Ein Teil des Organozinn- trihalogenids kommt mit dem Glasbehälter --5-- oder einem andern in der Beschichtungskammer befindlichen Gegenstand in Berührung. Mittels einer geeigneten Fördereinrichtung (nicht darge- stellt) werden die Glasgegenstände in die Beschichtungskammer eingeführt und aus dieser entfernt.
Die Oberfläche des Glasgegenstandes hat dabei eine Temperatur zwischen 450 und 600 C. Bei die- ser Temperatur wird das Organozinnhalogenid, welches mit der Oberfläche des Glases in Berüh- rung gelangt, in Zinn (IV)-oxyd übergeführt. Ein Gemisch von Luft und nicht umgesetzten Organo- zinnhalogenid wird aus der Beschichtungskammer über die Abzugsleitung --6-- abgezogen, wel- che einen elektrostatischen Abscheider --7-- oder eine andere Vorrichtung zur Abtrennung von Ga- sen aus flüssigen und festen Materialien enthält. Der Gasstrom gelangt durch die Abströmleitung - in die Atmosphäre.
Die die Beschichtungskammer verlassenden festen und flüssigen Kompo- nenten werden in einem Aufnahmebehälter --9-- gesammelt. Weiters können, wie in der Zeichnung in strichlierten Linien angedeutet, Einrichtungen für die Rückführung des wiedergewonnenen Ma- terials zum Lagerbehälter vorgesehen werden.
Beispiele von Organozinnhalogeniden, welche im erfindungsgemässen Verfahren verwendet wer- den können und der Formel RSnX3 entsprechen, worin R einen Alkylrest mit 1 bis einschliesslich
8 Kohlenstoffatomen darstellt und X Chlor, Brom, Jod oder Fluor bedeutet, sind Methylzinntrichlorid, Methylzinntribromid, Methylzinntrijodid, Äthylzinntrifluorid, Propylzinntrichlorid, Butylzinntrifluorid, Hexylzinntrichlorid, Heptylzinntribromid und Octylzinntrichlorid.
Bevorzugte Halogenide sind die Chloride, da diese das beste Verhältnis zwischen Zinngehalt und Preis bilden. Viele der am leichtesten verfügbaren Organozinntrihalogenide enthalten Methyl-, Butyl- oder Octylreste. Von diesen Verbindungen haben die Methylzinnverbindungen den höchsten Zinngehalt der Organozinntrihalogenide, wobei die Methylzinnverbindungen überdies hydrolytisch stabiler sind als die entsprechenden Zinn (IV)-halogenide. Letztere sind, auch wenn nur Spuren von Wasser zugegen sind, so reaktionsfähig, dass ihre Rückgewinnung unmöglich ist.
Die Butylzinntrihalogenide haben einen etwas geringeren Zinngehalt als die entsprechenden Methylzinntrihalogenide, sie besitzen jedoch den Vorteil, dass sie einen weniger widerlichen Geruch
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haben. Sowohl die Methyl- als auch die Butylzinntrihalogenide sind in Wasser löslich, letztere können jedoch auf dem Wasser nach dem in einer gleichlaufenden Patentanmeldung beschriebenen
Verfahren rückgewonnen werden. Obgleich Octylzinntrihalogenide in Wasser im wesentlichen unlös- lich sind, haben sie den Vorteil einer relativ geringen Giftigkeit im Vergleich zu den vorerwähnten Methyl- und Butylhomologen.
Organozinntrihalogenide, bei denen R für einen andern Kohlenwasserstoffrest als Methyl, n-Butyl oder n-Octyl steht, können auf Glasbehälter aufgebracht und in Zinn (IV)-oxyd übergeführt werden, wonach die nicht umgesetzten Teile dieser Verbindungen in der nachstehend beschriebenen
Weise wiedergewonnen werden können, diese Verbindungen sind jedoch aus einigen Gründen, wie beispielsweise hinsichtlich Kosten, Giftigkeit, unangenehmen Geruch und Wiedergewinnung der nicht umgesetzten Verbindung nicht annähernd so vorteilhaft wie die Methyl-, n-Butyl-oder n-Octylzinn- derivate.
Im Zuge des erfindungsgemässen Verfahrens wird das Monoorganozinntrihalogenid verdampft, wobei man eine geeignete Heizquelle verwendet, wonach das Halogenid mit einem Glasgegenstand in Berührung gebracht wird, der eine Temperatur zwischen 450 und 6000C hat. Alternativ kann die Organozinnverbindung als feinteiliger flüssiger Spray aufgebracht werden. Bei einer typischen
Apparatur wird eines der erfindungsgemäss verwendeten Monoorganozinntrihalogenide kontinuier- lich aus einem Behälter einer erhitzten Kammer zugeführt, welche auf einer Temperatur zwischen
125 und 2250C gehalten wird. An Stelle der erhitzten Kammer kann man auch eine erhitzte Leitung oder einen erhitzten Kanal verwenden. Die Verweilzeit der Verbindung in der Leitung oder in der
Kammer wird derart gesteuert, dass eine im wesentlichen vollkommene Verdampfung erzielt wird.
Das Organozinnhalogenid wird aus dem Behälter in die erhitzte Kammer mit einer Strömungsge- schwindigkeit zwischen etwa 225 bis 455 g Verbindung je Stunde übergeführt, wobei man geeignete
Einrichtungen, wie Pumpen und Ventile für die flüssigen Verbindungen verwendet. Zum Transport der festen Materialien können Schnecken- oder Bandförderer verwendet werden.
Ein Strom von trockener Luft oder inertem Gas, wie beispielsweise Stickstoff, wird aufrecht- erhalten, um die verdampfte Verbindung aus der erhitzten Kammer in den Beschichtungsbereich zu bringen, wobei, wenn die verdampfte Verbindung mit den erhitzten Glasgegenständen in Berüh- rung gelangt, sie in Zinn (IV)-oxyd übergeführt wird. Die Strömungsgeschwindigkeit des Gases zwi- schen der erhitzten Kammer und der Beschichtungszone liegt bei etwa 283 bis 1450 l/h.
Die Glasgegenstände werden durch die Beschichtungszone mit einer geeigneten Fördervor- richtung geführt. Vorzugsweise werden die Glasgegenstände knapp nach ihrer Formung und kurz vor ihrer Einbringung in den Kühlofen beschichtet. Die Temperatur der Gegenstände in der Be- schichtungszone liegt oberhalb der Pyrolysetemperatur der Organozinnverbindung und beträgt vor- zugsweise 450 bis 600 C. Die Verweilzeit eines jeden Gegenstandes in der Beschichtungszone muss ausreichen, um einen Oxydfilm von einer Stärke von etwa 500 nm niederzuschlagen. Dickere Über- züge sind unerwünscht, weil sie dem Glas ein schillerndes Aussehen verleihen.
Bei vielen Glasbehandlungsverfahren, wie beispielsweise bei dem in der US-PS Nr. 3, 498, 825 beschriebenen, ist die Aufbringung eines Filmes von Zinn (IV)-oxyd nur die erste Stufe eines zwei- stufigen Verfahrens. Nach dem Beschichten mit Zinn (IV)-oxyd werden die Glasgegenstände durch einen Kühlofen geschickt, wo sie allmählich auf eine Temperatur von 204 C abgekühlt werden, wonach ein dünner Film eines natürlichen Wachses oder eines des synthetischen Polymeren aufge- bracht wird. Der Polymerüberzug ist gewöhnlich durchsichtig und verleiht dem Glas eine hohe Kratz- festigkeit und Abriebfestigkeit auch nach Behandlung mit Ätzlösungen.
Überraschenderweise wurde gefunden, dass, wenn ein Überzug eines natürlichen Wachses oder eines synthetischen organischen Polymeren auf einen nach dem erfindungsgemässen Verfahren herge- stellten Zinn (IV)-oxydfilm aufgetragen wird, der Reibungskoeffizient des beschichteten Glases bedeu- tend geringer ist, als er erreicht werden kann, wenn die organische Schicht auf einen Zinnoxyd- film aufgebracht wird, der unter Verwendung anderer organischer oder anorganischer Zinnver- bindungen erhalten wurde, wie in den beiliegenden Beispielen erläutert werden wird.
Beispiele synthetischer Polymeren, welche als Überzüge auf die Glasgegenstände aufgebracht werden können, sind Polyäthylen, oxydiertes Polyäthylen, Copolymeren von Polyoxyalkylen oder veräthertem Polyoxyalkylen und einem Dialkylpolysiloxan, wie beispielsweise Dimethylpolysiloxan,
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Copolymeren, einschliesslich die in der US-PS Nr. 3. 554,787 beschriebenen, in denen der grössere
Bestandteil ein Vinylester, wie beispielsweise Vinylacetat, oder ein Ester einer ungesättigten Säu- re, wie Äthylacrylat ist, Vinylalkoholpolymeren, einschliesslich die in der US-PS Nr. 3, 352, 707 ge- offenbarten, Polyurethane, einschliesslich die in der US-PS Nr. 3, 407, 805 geoffenbarten und Malein- säureanhydridcopolymeren, einschliesslich die in der US-PS Nr. 3, 598, 632 geoffenbarten.
Die orga- nische Beschichtung wird gewöhnlich aufgebracht, wenn der Glasgegenstand auf einem Förderer aus dem "kalten" Ende des Kühlofens austritt, wobei geeignete Einrichtungen, wie beispielsweise
Sprühdüsen, angewendet werden. Der Überzug wird als Lösung oder Emulsion mit einer Geschwindig- keit von 0, 57 bis 5. 7 I je 90 m2 Förderer, der sich vor den Sprüh düsen vorbei bewegt, aufge- bracht.
Ein weiterer Vorteil, durch welchen sich die erfindungsgemäss verwendeten Organozinntrihalo- genide von andern bisher zur Aufbringung von Zinn (IV)-oxydfilmen auf Glaswaren verwendeten
Vorprodukten unterscheiden, ist die relative Leichtigkeit, mit welcher nicht umgesetzte Verbin- dungen aus der Beschichtungskammer rückgewonnen werden können. Es werden nur etwa 5% oder weniger der Organozinnverbindung, welche in die Beschichtungszone eintritt, tatsächlich in Zinn- (IV)-oxyd übergeführt. Bisher wurden keine Vorkehrungen zur Rückgewinnung von nicht umgesetzten Zinnverbindungen getroffen.
Dies ist auch verständlich, weil eine Klasse der bisher für diesen Zweck häufig verwendeten Verbindungen, nämlich die Zinn (IV)-halogenide, leicht in Gegenwart auch nur von Spuren von Feuchtigkeit hydrolysiert werden, um stark korrosive Produkte zu bilden, die nur schwer rückgewonnen werden können. Andere Vorprodukte, die bisher für die Beschichtung eingesetzt wurden, sind korrodierende Flüssigkeiten oder halbfeste Materialien, welche sich nicht für herkömmliche Rückgewinnungsmethoden eignen. Bisher werden demnach die nicht umgesetzten Zinnverbindungen zusammen mit dem für den Transport der verdampften Zinnverbindung verwendeten Gasstrom in die Atmosphäre abgeblasen.
Dies führt zu ernsten Luftverschmutzungsproblemen, welche durch die Verwendung der im erfindungsgemässen Verfahren eingesetzten Monoorganozinntrihalogenide mit 1 bis 8 Kohlenstoffatome vermieden werden können. Diese Verbindungen sind einerseits Flüssigkeiten, welche rückgewonnen werden können, indem man den Verfahrens- gasstrom, welcher die Zinnverbindung erhält, über Kühlschlangen oder durch einen Kompressor leitet. Die festen Organozinnhalogenide können aus dem Trägergas durch Verwendung eines elektrostatischen Abscheiders abgetrennt werden, welcher sich auch dazu eignen kann, die hochsiedenden flüssigen Organozinnhalogenide, wie beispielsweise Monobutylzinntrichlorid, rückzugewinnen.
Die erfindungsgemäss verwendeten Monoorganozinntrihalogenide werden nicht leicht durch Wasser hydrolysiert. Dies ist bei der Beschichtung von Glasbehältern insofern ein Vorteil, weil es in einigen Fällen zweckmässig ist, den Bereich des Behälters neben der Öffnung frei von Zinn- (IV)-oxyd-Niederschlägen zu halten. Eine Methode, dies zu erreichen, besteht darin, die zu schützende Fläche in einem als "finish air" bezeichneten Luftstrom einzuhüllen, während der Behälter in der Beschichtungskammer einer verdampften Zinnverbindung ausgesetzt wird. Da es schwierig ist, zumindest Spuren von Feuchtigkeit aus dem Luftstrom zu entfernen, bietet die Verwendung der erfindungsgemäss eingesetzten Organozinntrihalogenide einen bedeutenden wirtschaftlichen Vorteil, da keine merklichen Verluste auf Grund der Hydrolyse der Verbindung eintreten.
Das folgende Beispiel, in dem eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens beschrieben ist, zeigt den Unterschied des erfindungsgemässen Verfahrens gegenüber herkömmlichen Verfahren für die Beschichtung von Glasgegenständen am "heissen Ende".
Beispiel : Ein Film von flüssigem Butylzinntrichlorid wurde auf eine Fläche von erhitzten Glasplatten (5 x 8 cm) aufgebracht, indem jede Platte 3 s lang einem feinteiligen Spray der Organozinnverbindung aus der Düse eines Zerstäubers ausgesetzt wurde. Die Platten wurde in einem Abstand von 30 cm vor der Öffnung aufgestellt. Die Zerstäubung erfolgte unter Verwendung von Druckluft mit einer Strömungsgeschwindigkeit zwischen 7500 und 8000 cm3 pro Minute. Knapp vor der Besprühung wurden die Platten 10 min lang in einem auf 4800C gehaltenen Ofen erhitzt. Die beschichteten Platten wurden sodann 5 min lang auf eine Temperatur von 2500C erhitzt, um das Butylzinntrichlorid in Zinn (IV)-oxyd überzuführen.
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Bevor die Platten Gelegenheit hatten, sich auf die umgebende Temperatur (etwa 2100C) abzukühlen, wurden sie mit einer wässerigen Emulsion besprüht, welche hergestellt wurde, indem mit 980 Teilen Wasser ein Gemisch enthaltend 4, 2 Teile eines oxydierten Polyäthylens (Polyäthylene 629 der Firma Allied Chemical Company), 0, 75 Teile eines Gemisches von Fettsäuren, gewöhnlich als Talkölfettsäuren bezeichnet, 0, 75 Teilen Morpholin und 14, 3 Teilen Wasser, verdünnt wurde. Die Emulsion wurde in derselben Weise wie die Auftragung des Butylzinntrichlorids erfolgte, aufgebracht, mit der Ausnahme, dass jede Platte 5 s lang dem Sprühstrahl ausgesetzt wurde.
Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wurden die beschichteten Platten 2 min lang in eine wässerige Lösung von 4 Gew.-% Natriumhydroxyd von einer Temperatur von 60 C : t 40 eingetaucht. Diese Behandlung ist äquivalent dem Waschzyklus, der bei handelsüblichem Glas-Trinkflaschen angewendet wird.
Vergleichsbeispiel : Eine Anzahl von Glasplatten (5 x 8 cm) wurde unter Anwendung der im Beispiel beschriebenen Arbeitsweise mit Zinn (IV)-oxyd beschichtet. In diesem Falle war die Zinnverbindung Zinn (IV)-chlorid, welche unter Verwendung eines Zerstäubers mit Dichlordifluormethan als Treibgas an Stelle von komprimierter Luft aufgetragen wurde. Nach 5 min langem Erhitzen auf 250 C wurden die Platten mit oxydiertem Polyäthylen in der im Beispiel beschriebenen Weise
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nach oben auf einen durch einen Motor angetriebenen Tisch aufgebracht und mit einem Klebeband befestigt.
Eine Metallplatte mit einem Gewicht von 192 g wurde auf die Platte aufgelegt und mit einem Belastungsmesser verbunden, welcher seinerseits an einem ortsfesten Teil des Testgerätes befestigt war. Auf die Metallplatte wurde ein Gewicht von 100 g aufgelegt, so dass die Glasplatte mit einem Gesamtgewicht (N) von 292 g belastet war. Der Tisch wurde vom Belastungsmesser mit einer Geschwindigkeit von 15, 2 : t 0. 3 cm/min wegbewegt und die Ablesung am Belastungsmesser als Kraft (F) in Gramm, die erforderlich war, um die Reibung zwischen dem Glas und den Metallplatten zu überwinden, abgelesen. Diese Reibungskraft widerstand der Bewegung der Metallplatte und des Zusatzgewichtes über der Oberfläche der beschichteten Platte.
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der Metallplatte auf der beschichteten Glasplatte ist.
Der durchschnittliche Reibungskoeffizient für 12 Platten, bei denen der Zinn (IV)-oxyd-Uberzug unter Verwendung des im Vergleichsbeispiel eingesetzten Zinn (IV)-chlorids aufgetragen wurde, betrug 0, 199. Der durchschnittliche Reibungskoeffizient für 12 Platten, welche mit einem Zinn (IV)oxyd-Überzug ausgehend von Butylzinntrichlorid überzogen worden waren, betrug 0, 123. Der niedrige Reibungskoeffizient der nach dem erfindungsgemässen Verfahren beschichteten Glasflächen ist für viele Verwendungszwecke von grossem Vorteil, bei denen eine Anzahl von Gegenständen, wie beispielsweise Behälter, miteinander in Berührung gehalten werden.
Ein niedriger Reibungskoeffizient erhöht die Abriebfestigkeit und die Kratzfestigkeit während der Handhabung, der Verarbeitung und während des Versandes der Behälter und setzt dadurch die Bruchanfälligkeit weitgehend herab. Dadurch wird es möglich, in Förder- und Abfüllmaschinen eine grössere Anzahl von Flaschen in einer gegebenen Zeiteinheit durch nähere Aneinanderreihung der Flaschen und Anwendung einer grösseren Geschwindigkeit des Fördergerätes zu verarbeiten, auch wenn durch diese Erhöhung die Häufigkeit und die Zeitdauer der Berührungen zwischen den Behältern und andern Flächen erhöht wird, wobei kein übermässiger Bruch zu befürchten ist.